kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Die Fristenlösung in der Schweiz: Milliarden werden abgetrieben 12. März 2013

Filed under: Stopp Abtreibung — Knecht Christi @ 18:35

Babys

 

Mit einer haushohen Mehrheit von 72 Prozent hat sich das Schweizer Stimmvolk 2002 für die Fristenlösung ausgesprochen. 72 Prozent! Doch das kümmert die selbsternannten christlichen Lebensretter nicht. Und so versuchen sie seither unermüdlich, mit immer neuen Initiativen die frauenfreundliche Entscheidung rückgängig zu machen. Mal soll die Abtreibung nicht mehr von der Krankenkasse bezahlt werden (die Inititative ist im Parlament hängig), mal der Schwangerschaftsabbruch gleich ganz verboten werden. Auf Letzteres zielt die aktuelle Volksinitiative «Lebensschutz stopft Milliardenloch», die Ende Februar von einer Gruppierung um den Glarner Heinz Hürzeler, EDU-Politiker und Präsident der lokalen «Ja zum Leben»-Sektion, lanciert wurde. Die Initianten wollen den Schutz menschlichen Lebens in der Verfassung verankern – wobei hier natürlich nicht das Leben der schwangeren Frau, sondern das des ungeborenen Kindes gemeint ist. Die üblichen Ansichten strammer Gotteskrieger also. In ihrer Argumentation beschreiten Hürzeler & Co aber völlig neue Wege: Sie reden zumindest vordergründig nicht von Religion und Ethik, sondern vom wirtschaftlichen Schaden, den die nicht geborenen Menschen verursachen.

 

So heisst es auf ihrer Webpage, dass «jedes nicht gezeugte und nicht geborene Kind nie einen Franken an unser nationales Volkseinkommen beitragen können wird, es wird keinen Moment als Konsument in Erscheinung treten, es wird nie Beiträge an unsere Sozialwerke (AHV) leisten können. Daraus resultieren Fehlbeträge in Milliardenhöhe, die eine gedeihliche Entwicklung unserer Wirtschaft stark beeinträchtigen». Die Lebensschützer liefern auch gleich die dazugehörenden Zahlen: 100’000 nicht abgetriebene Menschen hätten während 45 Jahren arbeiten und jährlich 74’160.- Franken zum BIP beitragen können – macht insgesamt 333’720 Milliarden Franken, die unserer Wirtschaft nun fehlen. Und es kommt noch schlimmer, denn die toten Embryos wären ja nicht nur zu Arbeitnehmern, sondern auch zu Konsumenten herangereift und hätten während achtzig Jahren für 40’520.- Franken pro Jahr konsumiert, was sich laut Hürzeler und Konsorte zu einem weiteren Fehlbetrag von 324’160 Milliarden Franken summiert. Immense Zahlen. Und eine an Geschmacklosigkeit kaum zu überbietende Argumentation. Ein Schwangerschaftsabbruch wird in den meisten Fällen keineswegs leichtfertig, sondern aus einer belastenden Notsituation heraus vorgenommen. Diese Einzelschicksale nun so herunterzuspielen, indem man die ungeborenen Kinder als blosse Geldlieferanten für die Schweizer Wirtschaft bezeichnet, ist jenseits von Gut und Böse und ein Schlag ins Gesicht der betroffenen Frauen.

 

Doch auch wenn man die Emotionen beiseite lässt und die Argumente neutral betrachtet, machen diese keinen Sinn. Die Annahme, dass ein Bevölkerungswachstum automatisch auch ein Wirtschaftswachstum und womöglich mehr Wohlstand für alle bedeuten würde, ist absurd. Wäre es so einfach, würde sich keiner mehr über die hohe Zuwanderung aufregen. Auch das Wunschdenken der Initianten, dass «unsere Mitmenschen wieder Familien gründen, Kinder zeugen, sie grossziehen und ihnen eine gute Ausbildung ermöglichen sollen», ist mehr als seltsam. Abgesehen davon, dass sich niemand vorschreiben lassen will, ob und wie viele Kinder er bekommt, muss man sich diese auch erst einmal leisten können. Ironischerweise sind es aber genau dieselben religiösen Kreise, die die Familie sonst gerne als Privatsache bezeichnen und sich dagegen wehren, dass der Staat diese finanziell unterstützt. Und sie sind es auch, die die Fremdbetreuung verdammen und die Kindererziehung als Aufgabe der Mutter sehen. Was also zusammengefasst bedeutet, dass der Mann nach Ansicht der Lebensschützer gefälligst so viel zu verdienen hat, dass er seine Frau und die Kinderschar alleine versorgen und den Kleinen zudem eine anständige Ausbildung ermöglichen kann. Denn nur so verdienen und konsumieren diese als Erwachsene wiederum genug, damit die Rechnung des Komitees aufgeht – später arbeitslos werdende Embryos sind nämlich nicht vorgesehen.

 

Das menschliche Leben zu schützen ist an sich kein schlechter Ansatz.

Aber wie wärs,

wenn man erst einmal mit dem bereits geborenen Leben beginnen würde?

 

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