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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Ägypten „Männer werden für sexuelle Belästigung bezahlt“ 11. März 2013

Filed under: Moslembrüder — Knecht Christi @ 21:09

Frauen in Ägypten überlegen sich gut, ob sie ihre Wohnung verlassen sollen: Sexuelle Belästigung ist allgegenwärtig. Eine Aktivistin will das durch eine interaktive Landkarte ändern.

 

Hunderte Hände auf dem eigenen Körper, Hunderte Hände, die greifen, betasten wollen. Keine Luft bekommen. Das Gefühl, in der Menschenmenge auf dem ägyptischen Tahrir-Platz völlig allein zu sein, niemand kommt zur Hilfe. So beschreibt eine Frau ihre Erlebnisse bei einer Demonstration in Kairo. Sie ist nicht die Einzige, die solche Erfahrungen machen musste. Die Gründe, warum Männer Frauen belästigen, sind vielfältig. Manche Männer denken, sie flirteten nur, manche denken, es sei witzig, wieder andere wollen ihre Aggression abbauen. In Ägypten sollen einige Männer für sexuelle Belästigung bezahlt werden. „Wir wissen nicht, warum. Wir wissen nicht, wer sie bezahlt“, sagt Rebecca Chiao – eine US-Amerikanerin, die seit 2004 in Kairo lebt. Die 36-jährige Aktivistin hat „HarassMap“ gegründet, eine Organisation, die sexuelle Übergriffe verhindern will. Über SMS, Twitter, Facebook, E-Mail oder eine Website können Betroffene ihre Erfahrungen schildern. Der Ort der Belästigung wird auf einer digitalen Landkarte vermerkt. In zahlreichen Schilderungen wurde über Gerüchte und Beweise berichtet, die auf bezahlte sexuelle Übergriffe hinweisen. „Das Problem ist, wenn einer mit dem Grapschen beginnt, schließen sich immer mehr Männer an“.

 

Das war nicht immer so. Sexuelle Belästigung ist traditionell im Islam nicht akzeptiert„, sagt Chiao. Männer, die Frauen belästigten, wurden von Zeugen verfolgt. Jetzt mischen sich nur noch wenige ein: Die meisten blicken weg, wenn gegrapscht wird, wenn sexuelle Kommentare geäußert werden, wenn Exhibitionisten auftreten. War die Revolution der Auslöser? „Die Muslimbrüder machten Aussagen wie ,Frauen demonstrieren, um vergewaltigt zu werden‘“, erzählt Chiao. Unverschleierte Frauen sollen also selbst daran schuld sein, wenn sie sexuell belästigt werden. Das sei jedoch ein politische Aussage, keine religiöse: „Der Islam gibt die Schuld dem Belästiger. Frauen könnten nackt durch die Straßen gehen – schuld an sexueller Belästigung wären sie nicht.“ Chiao verschleiert sich nicht, wenn sie ihre Wohnung in Kairo verlässt. Ein Schleier würde aber auch nicht viel nützen: „Frauen berichten, dass sie noch mehr belästigt werden, wenn sie ihr Gesicht verdecken“.

 

Die Aktivistin sieht den „arabischen Frühling“ trotz der Dominanz der Muslimbrüder aber nicht als Ursache der Belästigungen. „Die vorhandenen Gesetze zum Schutz der Frauen wurden vor der Revolution nicht durchgesetzt und jetzt auch nicht.“ Im Gegenteil – die Aufbruchstimmung habe viel verändert. „Zuvor hatten wir Schwierigkeiten, Freiwillige zu finden. Sie dachten, dass sie allein nichts bewirken können.“ Nun aber sind zahlreiche Helfer im Einsatz. Sie reden mit Geschäftsleuten, Teeverkäufern, Trafikanten und versuchen, sie zu überzeugen, die Stimme zu erheben, wenn sie etwas bemerken. „Übergriffe müssen wieder ein Grund zum Schämen sein“, sagt Chiao. Der Enthusiasmus der Freiwilligen ist es, der die Aktivistin hoffnungsvoll für die Zukunft stimmt. Auch wenn das Leben in Ägypten nicht leicht ist: „Ich überlege jeden Tag aufs Neue, ob ich das Haus verlasse.“ Sobald sie den Fuß vor die Tür setzt, muss sie mit Belästigungen rechnen – von Anreden, Anstarren bis Angreifen. „Egal, ob du zur Schule gehst, in die Uni oder zur Arbeit“. Absurde Folge: „Viele Frauen denken, sie sind privilegiert, wenn sie zu Hause bleiben können“. {Quelle: www.salzburg.com – Von Angelika Wienerroither}

 

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