kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

„Das Schlimmste waren die Schläge der Nonnen” 6. März 2013

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 17:45

Irland: Frauen in katholischen Arbeitshäusern ausgebeutet

 

 

Entschädigung und Entschuldigungen gefordert

 

 

Dublin: Jahrelang wurden tausende Frauen in Irland gezwungen, ohne Lohn harte körperliche Arbeit zu verrichten. Katholische Nonnen sollen die „Wäschereien“ mit harter Hand überwacht haben. Staat und Kirche sind verstrickt. Die Frauen fordern Entschädigung und Entschuldigungen. Mary Merritt war 17, als sie das Kinderheim verlassen musste und in ein Kloster im Norden Dublins geschickt wurde. «Ich hatte Angst um mein Leben. Zwei Wochen lang habe ich keinen Ton gesagt. Sie dachten, ich sei taubstumm», erzählt die heute 82-Jährige. «Ich wollte nicht dort sein». Merritt musste die nächsten 14 Jahre ihres Lebens in der Wäscherei des Klosters schuften. Sie wurde gezwungen zu bleiben – bezahlt wurde sie nie. «Wir sind da drin durch die Hölle gegangen», berichtet sie. Dieses Schicksal teilt Merritt mit Tausenden «gefallenen Frauen» in Irland, die jahrelang in katholischen Arbeitshäusern entrechtet und ausgebeutet wurden. Ein Bericht einer von der Regierung eingesetzten Untersuchungskommission hat dies in dieser Woche offengelegt. Premierminister Enda Kenny sah sich umgehend zu einer Entschuldigung genötigt. Doch die vorsichtige, offenbar auf die Vermeidung von Schadensersatzansprüchen hin formulierte Beteuerung des Politikers ist den Frauen nicht genug.

 

Oft waren es unehelich geborene Mädchen oder Mütter unehelicher Kinder, die in den Magdalenen-Wäschereien von früh bis spät schwere körperliche Arbeit verrichten mussten. Das Sagen dort hatten Nonnen. Als rau und demütigend wird die Atmosphäre in den Arbeitshäusern beschrieben. Beschimpfungen gehörten zum Alltag, wie Überlebende berichteten. «Sie haben mir sogar den Namen genommen», sagt Maureen Sullivan, eine der Betroffenen.  «Im Namen all dieser Frauen verlange ich eine Entschädigung, eine Entschuldigung von der Regierung, eine Entschuldigung von der Ordensgemeinschaft und eine Entschuldigung aus Rom», erklärte Mary Merritt kürzlich im Abendprogramm des Fernsehsenders RTE. Damit nicht genug. «Ich will eine Rente. Ich habe 14 Jahre lang gearbeitet und keinen einzigen Penny dafür bekommen.» Es gehe darum offenzulegen, «wie furchtbar diese Orte waren, wie grausam sie waren», sagte Maureen Sullivan.

 

 

 

 

Regierung soll Hände im Spiel gehabt haben

 

Premier Kenny sagte, es tue ihm leid, dass Menschen so leben mussten. Er gestand auch ein, dass die Regierung ihre Hände im Spiel hatte. In ihrem Auftrag profitierten die Armee und andere Stellen von der günstigen Arbeit der Frauen im Arbeitsheim, wie aus dem Bericht hervorgeht. Auch große irische Wirtschaftsunternehmen sollen zu den Nutznießern gehören. «Das hätte nicht passieren dürfen und wir verstehen vollkommen, wie falsch und ernüchternd das gewesen sein muss», heißt es einem Statement der Sisters of the Good Shepherd, eines der Orden, die in den Skandal verwickelt sind. Häufig sei den Frauen der wahre Grund ihres Aufenthaltes in den Klostereinrichtungen und auch die Dauer vorenthalten worden. Für Merritt sind bedauernde Worte nicht genug. «Ich glaube nicht, dass wir eine angemessene Entschuldigung von Enda Kenny bekommen haben», sagte sie. Kenny hat zu einer Debatte im Parlament eingeladen, allerdings erst in zwei Wochen. So sollten die Abgeordneten genug Zeit bekommen, um den 1000 Seiten langen Bericht zu verdauen. Behandelt werden in dem Bericht einer Regierungskommission die Fälle von mehr als 10 000 Frauen zwischen 1922 und 1996. Deutlich wurde auch, dass ein Teil der Betroffenen von ihren eigenen Familien in die «Wäschereien» geschickt wurde. Lange Jahre hatte die irische Regierung ihre Verstrickung in das ausbeuterische System geleugnet. Dem Bericht zufolge landete aber rund ein Viertel der Frauen aufgrund staatlicher Einweisungen in den Magdalenen-Heimen.

 

Gegründet wurde die katholische Einrichtung in den 1780er Jahren. Zunächst galt sie als Zufluchtsort für Prostituierte und Hilfsbedürftige. In den ersten und wohl auch in den letzten Jahren – endgültig schlossen die Arbeitshäuser 1996 ihre Pforten – konnten die Frauen kommen und gehen, wann sie wollten. Die längste Zeit aber wurden die Häuser als geschlossene Einrichtungen betrieben. Viele Ehemalige berichteten, sie seien gegen ihren Willen dort eingesperrt worden. «Die Regierung muss sich jetzt mit all den Informationen, die nun zugänglich sind, befassen und darüber nachdenken, was getan werden kann, um den Menschen zu helfen, deren Leben durch die vielen Jahre in den Wäschereien zerstört wurden», fordert Merritt, die nun schon 51 Jahre lang auf Gerechtigkeit wartet. Sie ist enttäuscht von der verhaltenen Reaktion Dublins auf den Bericht. Die alte Dame erzählt, ihr sei einmal bei der Kartoffelernte die Flucht gelungen. Doch schon kurze Zeit später fing die Polizei sie wieder ein. «Bis heute kann ich nicht schlafen, wenn ich nachts daran denke.» Sie erinnert sich noch, wie sie die Beamten anflehte: «Ich muss da raus. Ich habe nichts Schlimmes getan. Ich habe niemanden umgebracht.» Selbst für Mord wäre sie keine 14 Jahre eingesperrt worden, sagt Merritt bitter. {Quelle: www.nordbayern.de}

 

 

 

 

„Das Schlimmste waren die Schläge der Nonnen”

 

 

Das Schlimmste waren die Schläge der Nonnen

 

Essen: Gedemütigt, geschlagen, sexuell missbraucht: Nach dem Bericht in der NRZ melden sich viele Opfer, die in den 1960er Jahren im Essener Kinderheim Franz-Sales-Haus untergebracht haben. Die Kirche hat die Hinweise damals offenbar vertuscht. Die Mauer des Schweigens hält nicht mehr. Am Dienstag druckte die NRZ die Berichte von Menschen, die in den 50er- und 60er-Jahren als Kinder im katholischen Franz Sales Haus in Essen untergebracht waren. Sie erzählten von Demütigungen, von Prügeln, von Bestrafungen mit dem glühendheißen Bügeleisen, von sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung durch Pfleger. Nachdem der Artikel in der NRZ stand, meldeten sich weitere Opfer. Aus anderen Kinderheimen. Aber auch aus dem Franz Sales Haus. Erschütternde Berichte. Glaubwürdige Erzählungen. Michael Horstkötter will sich nicht länger verstecken: „Alles muss ans Licht. Es war so, wie es in der NRZ stand.” Und noch schlimmer. Horstkötter kam direkt nach seiner Geburt in ein Kinderheim. Erst nach Duisburg, später nach Essen. Am 25. November 1959 wurde er ins Franz Sales Haus gebracht. Da war der Junge sieben Jahre alt. 13 Jahre lebte er dort, litt er dort.

 

 

 

Un-Barmherzige Schwestern…

 

„Das Schlimmste waren die Schläge der Nonnen”, sagt er. 60 Ordensfrauen der „Barmherzigen Schwestern von der Heiligen Elisabeth” versahen dort ihren Dienst. Rund 600 Bewohner hatte das Heim damals, viele mit Behinderungen, aber auch Kinder aus sozial schwierigen Verhältnissen. „Das waren ganz andere Zeiten damals”, sucht der heutige Direktor der renommierten Einrichtung nach Erklärungen für das Unfassbare. Günter Oelscher steht erst seit 2002 an der Spitze des Hauses und verspricht nun lückenlose Aufarbeitung der dunklen Kapitel aus der Vergangenheit. „Nach dem Krieg gab es kaum pädagogisch geschultes Personal.” Und der Gesellschaft war nur wichtig, dass alle, die nicht richtig funktionierten, hinter hohen Mauern verschwanden. Auch Michael Horstkötter musste verschwinden. „Es wurde oft Kirmes gefeiert im Franz Sales Haus”, erzählt er. Das hört sich fröhlich an. Doch die Kirmes fand im Zimmer einer Ordensfrau statt. Dort wurden die Kinder, die was ausgefressen hatten oder Widerworte gaben, geschlagen: mit dem Stock, mit einem Kabel und mit einem Handfeger, in dem noch ein Nagel steckte. „Wir waren grün und blau”, erinnert sich Horstkötter. „Bunt wie eine Kirmes”. Dann erzählt er von der „Hab-mich-lieb-Jacke”. Übereinstimmend berichten Opfer von haftähnlichen Zuständen. In Zwangsjacken gefesselt mussten die Kinder Tag und Nacht auf einer engen Dachbodentreppe ausharren. Andere Jugendliche mussten sie füttern und auf die Toilette bringen. Ein 58-jähriger Essener bestätigt das. Er war bis 1972 im Franz Sales Haus. Er schildert, was passierte, wenn jemand versuchte zu fliehen: „Wenn einer über die Mauergegangen ist und von der Polizei wieder zurückgebracht wurde, musste der sich auf einen Tisch legen. Dann wurden von den Nonnen 30 Schüler ausgesucht, die sich drumherum stellen mussten. Die schlugen dann mit Schlappen, Schuhen oder Fäusten auf den Jungen ein. Dann wurde er in die Zwangsjacke gesteckt – und ab auf die Treppe“!

 

 

Unbezahlte Zwangsarbeit

 

Der ehemalige Bewohner erzählt auch von unbezahlter Zwangsarbeit, vom Mattenflechten, Arbeit in Werkstätten, Putzen und Waschen der Schwerstbehinderten. Und er berichtet von sexuellem Missbrauch durch ältere Heimbewohner. Michael Horstkötter hat auch sexuellen Missbrauch durch Erzieher erlebt. „Einen nannten wir nur den ‘Cowboy’. Er holte sich die Jungen, und die mussten ihn dann mit der Hand und mit dem Mund befriedigen.” Horstkötter berichtet davon, dass er sich mit seinen Schilderungen damals an Nonnen, einen Weihbischof, den Landschaftsverband Rheinland als Heimaufsicht und sogar an den Bischof von Essen gewandt hat. Das Ergebnis? Horstkötter erinnert sich daran, dass eine Pflegerin und ein Pfleger plötzlich verschwunden waren. „Es wurde alles vertuscht”, sagt er. „Und der Bischof hat mir gesagt, ich solle viel beten und Sport treiben. Dann würde ich das alles vergessen”. Michael Horstkötter hat nicht vergessen. Und er will den Tätern von damals an einem Runden Tisch gegenübersitzen. Und dann will er sie fragen: „Warum habt ihr das getan“? {Quelle: www.derwesten.de – Peter Toussaint}

 

One Response to “„Das Schlimmste waren die Schläge der Nonnen””

  1. ich Says:

    Ja es ist wichtig nicht mehr auf sich sitzen zu lassen als gewesen ist, denn wir wissen dass die feinde allen Gutens gerne das falsche Bild über uns Christen geben wollen, und gewiss brauchen wir keinen vergleich zu irgend welchen in besten Falle menscherdachten meistens direkt von dämonischen Mächten eingegebenen Religionen oder den Taten des Atheismuses zu fürchten.
    Da aber wo Verfällen statt gefunden hat ist der christliche Sinn nach Möglichkeit das geschehene wieder gut zu machen, fort an nicht mehr geschehen zugestehen, sowie Busse tun. Und nicht die Leichen verscharen.


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