kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Berichte der linken Presse: Beten im Hinterhof 21. Februar 2013

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 20:30

Oranienburger Schüler besichtigen in dieser Woche Moscheen, „Kirchen und Tempel“ (wo???) in Berlin

 

Oranienburg: „Na, wer kommt freiwillig nach vorn, um mit mir zu demonstrieren, wie ein islamisches Gebet abläuft?“, fragt Daniel Steiner in die Runde. „Herr Rehfeld!“, rufen die Elftklässer vom Oranienburger Louise-Henriette-Gymnasium. Steiner hat sie eingeladen. Die Schüler sind auf Exkursion in der Bilal-Moscheeim Berliner Stadtteil Wedding. Leicht zu finden ist sie nicht: Weder ragen Minarette in die Luft, noch gibt es eine Kanzel. Herzlich willkommen in einer typisch improvisierten Berliner Hinterhofmoschee. Lehrer Thomas Rehfeld beweist schließlich Mut. Er lässt sich gebetstechnisch einweisen: Nach der rituellen Waschung wird das Gebet angesagt, der Körper steht in Richtung der Kaaba in Saudi Arabien – von Deutschland aus gesehen südöstlich, sagt Steiner. Muster auf den Teppichen im Gebetsraum geben aber auch die Richtung vor. Dann gibt es eine Reihenfolge, in der man seine Hände hebt und kreuzt und eine arabische Formel spricht, das Glaubensbekenntnis. Es folgen: die Verbeugung und schließlich die Niederwerfung.

 

Seit einigen Jahren macht Steiner das fünfmal täglich. Die Uhrzeiten, nach denen er sich richtet, hängen im Gebetsraum aus. Geboren wurde der deutsche Moslem nichtreligiös. „Ich war früher DJ und habe Hip-Hop aufgelegt“, sagt Steiner, nachdem er die fünf Säulen des Islams und die drei wichtigsten heiligen Orte für Muslime durchgenommen hat. Die Gymnasiasten fragen nach: Entzugserscheinungen habe er keine, was sein früheres Leben betrifft, sagt Steiner. Er sei damals schon irritiert gewesen, wozu Frauen alles tanzen, ohne sich mit dem Text zu befassen. „Männer und Frauen sollen nicht zusammen tanzen“, sagt er dann. „Ganz abgesehen davon, dass die Bekleidungsvorschriften da eh nicht eingehalten werden.“ Männern falle das nicht so schwer wie Frauen. Diese würden deswegen private Feten und Discos organisieren. Was in Steiners Leben sonst noch anders ist als in ihrem, fragen ihn die Elftklässler. Nicht erlaubt ist ihm „alles, was die Sinne berauscht. Kein Alkohol, keine Discobesuche.Und kein Schweinefleisch“.

 

Seine Zuhörer flüstern sich zu, dass sie sich das nicht für sich vorstellen könnten. „Wie machen das denn Jugendliche in unserem Alter, fünfmal am Tag zu beten?“, wollen sie wissen. Viele Berliner Schüler machten das in den Pausen in freien Klassenräumen, sagt Steiner. Es gebe aber keine Instanz, die den Gebetskalender auf Striche kontrolliere. Manche holten ihre Gebete auch nach, wenn die Schule zu Ende ist. „Wir haben uns die Ansichten extremer vorgestellt“, sagt Matthias, der selbst katholisch ist, nach seiner Exkursion. Dass er so viele Gemeinsamkeiten zwischen dem Islam und dem Christentum entdecken würde, habe er anfangs nicht erwartet. Marie, die in der Sehitlik-Moschee war, sagt: „Man lebt mit vielen Vorurteilen. Aber unsere Referentin hat uns nicht bestätigt, dass Frauen in der Religion irgendwie minderwertig sind“. Die Projektwoche sei eine echte Abwechslung zum normalen Unterricht. Marie und ihre Mitschüler konnten sich in dieser Woche aussuchen, welche Vorträge, Diskussionen und Besichtigungen sie belegen. So mischte sich auch ihr Jahrgang komplett durch. Das Programm ist wie an der Universität: Pro Tag gibt es zwei 90-minütige Veranstaltungen und je eine halbe Stunde Pause. „Mit viel Raum, sich untereinander auszutauschen und zu diskutieren“, sagt Julia. Das komme sonst zu kurz. „Wenn sich die Schüler gegenseitig berichten, wie es in den anderen Gruppen und Vorträgen war, festigen sie das Erzählte gleich“, sagt Anne Trantow, die die Themenwochen in Berlin und Brandenburg koordiniert. {Quelle: www.maerkischeallgemeine.de – Von Michaela Grimm}

 

 

 

 

 

Islam und Islamismus

Ein „Gegensatzpaar

 

Muslime: Fromme Gläubige oder Gotteskrieger?

 

Muslime sind das Feindbild Nr. 1 in vielen europäischen Ländern.

Dabei sind bei weitem nicht alle Anhänger des Islam demokratiefeindliche Islamisten.

 

Stellen Sie sich vor, Ihre neuen Nachbarn ziehen ein: Ein Ehepaar mit südländischen Gesichtszügen, beide in langen Gewändern, der Mann mit Bart, die Frau mit Kopftuch. Viele Deutsche würden hier mit Vorbehalten reagieren – der religiöse und kulturelle Graben scheint unüberbrückbar groß. Eine freundschaftliche Beziehung mit den neuen Nachbarn, mit gegenseitigen Besuchen, gemeinsamem Lachen? Schwer vorstellbar. Vielleicht ist diese erste Einschätzung richtig und die neuen Nachbarn stellen sich als zu verschieden heraus. Vielleicht aber auch nicht – nur weil die neuen Nachbarn offenkundig gläubige Muslime sind, heißt das nicht, dass sie nicht herzliche, tolerante Menschen mit einer gesunden Portion Humor sein können.

 

 

 

 

 

 

Feindbild Islam und die Angst vor dem Islamismus

 

Spätestens seit dem 11. September 2001, als eine Gruppe hochqualifizierter, an deutschen Universitäten ausgebildeter arabischer Terroristen verheerende Attentate auf das World Trade Center und das Pentagon ausübte, stehen Muslime in unserer Gesellschaft auf der Liste der Feindbilder ganz oben. Auch Berichte über Regime wie die Schreckensherrschaft der Taliban in Afghanistan haben zu diesem negativen Image beigetragen. Der Begriff „Islamismus“ fällt heute beinahe täglich in den Medien und im alltäglichen Sprachgebrauch ist immer häufiger von Islamisten die Rede, wenn einfach nur Muslime – Anhänger des Islam – gemeint sind. Aber wenn auch alle Islamisten Muslime sind, so ist doch längst nicht jeder Muslim ein Islamist. Denn: Islamismus bezeichnet eine Haltung, die sich sehr eng an den religiösen Texten des Islam orientiert und daraus ein vollständiges Gesellschaftsmodell ableiten möchte. Das beinhaltet dann meist einige Regeln, die nur schwer zu unserer Auffassung der Menschenrechte passen, etwa wenn es um die Rechte der Frauen oder die Ahndung bestimmter Straftaten geht. Wer allerdings glaubt, dass Islamisten damit automatisch besonders gläubige Muslime sind und „das wahre Gesicht des Islam“ enthüllen, sollte vorsichtig sein. Ein Vergleich aus dem Christentum: Viele evangelikale Kirchen, vor allem in den USA, legen die Bibel wörtlich aus, lehnen etwa die Evolutionslehre ab und versuchen, sie aus den Schulbüchern zu verbannen. Das macht sie aber nicht zu besonders „unverfälschten“ Christen, sondern nur zu einer Gruppe von Gläubigen, die einer ganz bestimmten, von der Mehrheit abgelehnten Religionsauffassung anhängen.

 

 

Ist der Islam eine gewalttätige Religion?

 

Muslimische Selbstmordattentäter mit dem Traum, direkt ins Paradies zu gelangen, drakonische Strafen wie Steinigungen für Ehebrecher und das Abhacken der Hände von Dieben zeichnen das Bild einer besonders aggressiven Religion. Tatsächlich rechtfertigt der Koran die Anwendung von Gewalt in bestimmten Fällen. Dass der Islam aggressiver ist als andere Religionen, ist damit aber noch nicht bewiesen. Steinigungen gab es auch im Juden- und Christentum. Viele Jahrhunderte lang beriefen sich Christen auf Gott, als sie auf Kreuzzügen Gebiete Andersgläubiger eroberten oder während der Inquisition mit unvorstellbarer Grausamkeit vermeintliche oder tatsächliche Glaubensabweichler töteten. „Es gibt weit mehr Gewalt in der Bibel als im Koran“, erklärte 2007 die britische Religionswissenschaftlerin und ehemalige katholische Nonne Karen Armstrong im Gespräch mit der Münchner Journalistin Andrea Bistrich. „Die Vorstellung, dass der Islam sich durch das Schwert aufgedrängt hat, ist eine westliche Fiktion, erfunden zur Zeit der Kreuzzüge, als es aber westliche Christen waren, die brutale heilige Kriege gegen den Islam führten“. Mit anderen Worten: Wer die Gewalttätigkeit der Weltreligionen aufrechnen möchte, findet für alle Waagschalen reichlich Gewichte. Und wer eine Religion nur nach ihren überlieferten Texten beurteilt, läuft Gefahr, wichtige politische und historische Entwicklungen auszublenden – so zum Beispiel die lange Kolonialgeschichte Europas, die vermutlich einen erheblichen Anteil daran hatte, dass islamistische Strömungen in vielen arabischen Staaten heute einen gewissen Zulauf haben. Als der Ägypter Hassan Al-Banna 1928 die Muslimbruderschaft gründete, wendete er sich damit vor allem gegen die britische Kolonialpolitik und diewestliche Dekadenz“, die seiner Ansicht nach mit der Protektoratsmacht im Land Einzug gehalten hatte. Heute gilt die Muslimbruderschaft als die erste islamistische Organisation überhaupt.

 

 

Der Koran: „Gott„es Wille im Originalwortlaut

 

Der Koran, das heilige Buch der Muslime, ist der zentrale Text, auf den sich der Islam bezieht. Es lohnt sich, einen genaueren Blick auf dieses vielzitierte Werk zu werfen. Anders als die Bibel wird der Koran nie dem Sprachwandel angepasst, sondern liegt noch heute im Arabisch des 7. und 8. Jahrhunderts vor. Der Grund für diese Texttreue: Der Koran gilt als „unerschaffen“, als Gottes unverfälschtes Wort, das der Prophet Mohammed in mehreren Offenbarungen empfing und an seine Anhänger weitergab. Aus diesem Grund lehnt sich auch die gesamte religiöse Auslegung eng an den Korantext an. Der ist allerdings leider so wenig eindeutig wie die Bibel. Manche Stellen widersprechen einander, andere sind schwer zu verstehen und damit offen für ganz unterschiedliche Interpretationen.

Um Licht ins Dunkel zu bringen, haben sich im Lauf der Zeit verschiedene Rechtsschulen und Traditionen gebildet, die sich mit der Ableitung von konkreten Lebensregeln aus den religiösen Texten befassen. Neben dem Koran ziehen sie unter anderem die Sunna – die Lebensgeschichte des Propheten – und die Hadithe, Überlieferungen seiner Äußerungen, heran. Ein Beispiel für die breiten Interpretationsmöglichkeiten des Korans ist der Beginn von Vers 256 in der zweiten Sure:Es gibt keinen Zwang in der Religion“. Frühere islamische Auslegungen betrachteten ihn schlicht als aufgehoben durch andere Koranverse oder als Rat Gottes an Mohammed in einer konkreten Situation. Islamwissenschaftler haben vermutet, dass es sich auch um einen Ausdruck des Bedauerns handeln könnte: „Leider können wir niemanden zum Glauben zwingen!“ Heute wird der Vers meistens als Beleg für die Toleranz des Islam gegenüber anderen Religionen angeführt. Das Beispiel zeigt: Wie man den Islam versteht, hängt nicht nur von historischen Texten, sondern auch von der aktuellen Situation ab. Dazu passt auch Vers 100 aus der dritten Sure: „Gott zürnt denen, die ihren Verstand nicht gebrauchen“.

Und was sagt das alles über die eingangs erwähnten neuen Nachbarn aus?

Dass es gute Gründe gibt, sie erst einmal näher kennen zu lernen und danach zu urteilen,

ob die kulturellen und religiösen Gräben wirklich so groß sind.

Ein erster Willkommensbesuch kann das Eis von Anfang an brechen!

Es muss ja nicht gerade mit einer Flasche Rotwein als Gastgeschenk sein.

www.wissen.de – Alexandra Mankarios
 

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