kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

„Ohne Gott bin ich ein Fisch am Strand“ 15. Februar 2013

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 20:11

 

Am 11. Dezember 1942 stirbt Jochen Klepper, einer der bedeutendsten geistlichen Liederdichter,

der auch über den evangelischen Raum hinaus bekannt geworden ist.

Im Dezember war sein 70. Todestag.

 

Es ist etwas Besonderes mit den Liedern von Jochen Klepper. Sie können uns ergreifen und mitnehmen. „Angst und Klage“ – wie oft greift das in uns Raum. „Und wer zur Nacht geweinet“ – wer kennt das nicht? „Menschenleid und –schuld“ – ja, überall, wo wir hinsehen. Und wir mitten drin. Dieses Dunkel, diese Nacht, die uns so nah kommt auch in der Erinnerung an das Leben Jochen Kleppers. Die dunklen Umstände seines Lebens unter der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten. Er wusste für sich und seine Familie am Ende keinen anderen Ausweg aus dieser Nacht, als das Leben selbst zu beenden. Jochen Klepper hat seine Heirat mit der Jüdin Hanni immer als Rettung erfahren. Aber am Ende nehmen er, seine Frau und seine Stieftochter Renate sich gemeinsam das Leben. Und doch! Immer wieder in seinen Liedern, die er uns hinterlassen hat, dieses Doch, dieses Trotzdem. „Gott will im Dunkel wohnen und hat es doch erhellt“.

 

 

 

Jochen Klepper, der das Schwere in seinem Leben nie los wurde, ringt um die Erfahrung der erlösenden Gnade, um das Licht der Gnade. Er führt uns mit seinen Liedern immer wieder hinein in die unmittelbare Begegnung mit Gott. Nur in der Begegnung mit ihm ist Rettung. Darum sind so viele Lieder von Jochen Klepper Gebete. Er, der sich so schwer tat mit dem Beten, weiß doch, dass es nichts gibt, außer Gott, das uns leben lässt. Er dichtet einmal: Ohne Gott bin ich ein Fisch am Strand, ohne Gott ein Tropfen in der Glut, ohne Gott bin ich ein Gras im Sand und ein Vogel, dessen Schwinge ruht. Wenn mich mein Gott bei meinem Namen ruft, bin ich Wasser, Feuer, Erde, Luft“. Mit diesem Entschluss, sich selbst das Leben zu nehmen, kann er vor sich selbst nicht bestehen. Aber er geht diesen Weg in der Solidarität zu seiner jüdischen Frau und im Vertrauen auf den, von dem Licht und Leben kommt. So ist sein selbst gewählter Tod nicht nur Verzweiflung und Ausweglosigkeit, sondern zugleich auch eine Tat des Glaubens. Das Dunkel hält ihn nicht gefangen, er bleibt frei. „Über uns steht in den letzten Stunden das Bild des segnenden Christus, der um uns ringt. In dessen Anblick endet unser Leben.“

Das ist der letzte Eintrag in sein Tagebuch. Am 22. März wird der 110. Geburtstag von Jochen Klepper sein.

 

Pfarrerin Elisabeth Grube

Ev. Kirchengemeinde Gleidorf

www.derwesten.de

 

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