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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Mali-Krise: Kokain, Islam und stolze Tuareg 15. Februar 2013

Filed under: Islamischer Terror — Knecht Christi @ 16:45

Gott ist ein Franzose! Das sagten malische Flüchtlinge in einem Lager in Sevare, einer staubigen Stadt im zentralen Teil des Landes.

 

 

Solche exaltierten Stimmungen verbreiten sich rasch in Mali, das genug Kräfte gesammelt hat, um die Angriffe der von islamistischen Gruppierungen unterstützten Rebellen abzuwehren. Auch die französische Luftwaffe, die im Januar kurzentschlossen intervenierte, hat ihren Anteil daran. In Mali wehten viele französische Staatsflaggen – laut Einwohnern passierte das erstmals seit 1960, als das Land unabhängig von Frankreich wurde. Es sieht so aus, als hätten die französischen Militärs es geschafft, die Rebellen auf ihrem Weg nach Bamako zu stoppen. Dennoch ist der vor einem Jahr ausgebrochene Aufstand immer noch nicht niedergekämpft worden. Vereinzelt kommt es immer wieder zu Gefechten zwischen den Regierungstruppen und Islamisten. Die Behörden sind darüber beunruhigt, dass sich die Rebellen in die Wüste zurückgezogen haben und sich unter friedlichen Zivilisten verstecken. Nach dem Abzug der französischen Truppen könnten sie eine neue Offensive beginnen. Die islamistischen Kämpfer sind sehr unterschiedlich. Unter ihnen gibt es viele Bürger anderer Staaten und viele in der Sahara lebenden Tuareg-Separatisten. Sie haben unterschiedliche Vorstellungen über das weitere Vorgehen. Außerdem haben sich die Separatisten in zwei Lager gespaltet, nachdem ihrem im Mai 2012 im Norden von Mali gebildeten Staat Azawad die internationale Anerkennung verwehrt wurde.

 

Die malische Regierung und der gemäßigte Flügel der Separatisten signalisierten ihre Verhandlungsbereitschaft. Für die Regierung kommen Gespräche mit den Islamisten jedoch nicht in Frage. Die Radikalen sind eines der größten Probleme für Mali, sie sind aber nicht das einzige Hindernis für einen Frieden. Neben den Tuareg-Kämpfern gehören auch die ineffiziente und korrupte Regierung, der Drogenhandel und die Rückkehr der Söldner dazu, die für den libyschen Diktator Muammar al-Gaddafi gegen die Nato-Kräfte gekämpft hatten. Die meisten Experten sind sich einig, dass vor allem die Söldner der entscheidende Faktor beim Ausbruch der Gewalt in Mali waren. Mali müsste den Weg zur nationalen Aussöhnung einschlagen. Das ist allerdings keine einfache Aufgabe, denn der Aufstand der Tuareg sorgte für Spannungen mit den anderen Einwohnern Malis, die das Vertrauen in ihre nördlichen Nachbarn verloren haben. „Ich kehre zurück, aber meine Tuareg-Nachbarn werden nie wieder meine Freunde sein“, sagt Safetu Maiga, Flüchtling aus der Stadt Gao, die von den Rebellen kontrolliert wird. Zurzeit befindet sich Maiga in einem Flüchtlingslager in Sevare.

 

 

Keine Chance für den Traum vom eigenen Staat

 

Die Tuareg sind ein in der westlichen Sahara lebendes Volk aus der Familie der Berber. In diesem Gebiet sind sie seit mehr als 1500 Jahren ansässig. Die Tuareg züchten Ziegen und Kamele. Sie sind in der gesamten Sahara vertreten und treiben Zwangsabgaben von den Bauern aus der unteren Kaste ein, die in Oasen in der südlich von der Sahara liegenden Sahelzone leben. Die insgesamt 1,2 Millionen Tuareg sind in fünf Ländern ansässig. 500 000 von ihnen würden in Mali leben, so der malische Abgeordnete Assarid Ag Imbarcawane, der selbst ein Tuareg ist. Dieses Volk hatte nie einen eigenen Staat außer einem kleinen Sultanat im Norden Nigers. Der Aufstand der Tuareg ist der insgesamt vierte seit 1960. Alle früheren waren jedoch nicht so stark von Separatismus geprägt. Damals revoltierte das Nomadenvolk gegen seine angebliche Diskriminierung durch die Regierung in Bamako. Dank der früheren Rebellionen haben die Tuareg mehrere Posten in der Regierung und in der Armeeführung. Zudem bekomme dieses Volk zusätzliche Subventionen, sagte der malische Politologe Fily Mohammed Diallo. Dennoch wuchs die Unzufriedenheit der Tuareg.

 

Der vorerst letzte Aufstand im Januar 2012 entsprang der separatistischen Bewegung für einen säkularen Staat, die sich mit der Zeit in eine Bewegung der Scharia-Anhänger verwandelte. Binnen weniger Monate wurden die separatistischen Aufrufe durch ein Verbot von Alkohol, Tabak, westlicher Musik und anderer angeblicher Sünden ersetzt. Wie konnte es dazu kommen? Auf diese Frage gibt es wohl keine klare und eindeutige Antwort. Seit seinem Ausbruch wurde der Aufstand von der Nationalen Bewegung für die Befreiung des Azawad (MNLA) angeführt. Diese separatistische Gruppierung trat für die Bildung eines säkularen Staates auf. Zwischen Januar und April 2012 waren die Rebellen durchaus erfolgreich: Zu diesem Zeitpunkt kontrollierten sie alle drei Regionen im Norden des Landes, was immerhin 60 Prozent seines Territoriums ausmachte. In diesen Regionen lebten jedoch weniger als zehn Prozent der insgesamt 14,5 Millionen Einwohner Malis. Die Regierungstruppen hatten schwere Verluste zu beklagen, die sich laut Medienberichten auf ungefähr 160 Tote und 400 Gefangennahmen beliefen. Die militärischen Niederlagen führten im März 2012 zu einem Putsch in der Hauptstadt Bamako. Danach rief die MNLA den unabhängigen Staat Azawad aus, der jedoch international nicht anerkannt wurde.

 

Zwischen dem Frühjahr und Sommer 2012 kam es jedoch zu einer Wende in der Rebellenbewegung. Im Juli wurde die MNLA von ihren islamistischen Verbündeten, vor allem von der Bewegung Ansar Dine, von der Machtspitze verdrängt. Wie der britische Afrika-Experte Jeremy Keenan im März 2012 in einem Interview für Al Jazeera gesagt hatte, war die MNLA zahlenmäßig stärker und verfügte über 2500 bis 5000 Kämpfer. Dennoch stellte sich heraus, dass höchstens 1000 Islamisten bestens ausgerüstet und vorbereitet waren. Ihren Kern bildeten offensichtlich hoch motivierte ausländische Söldner bzw. die früheren Dschihad-Soldaten. Die Ansar-Dine-Mitglieder führten Scharia-Regeln ein, darunter Prügelstrafen und Verstümmelung bzw. die Hinrichtung von Verbrechern. Im Januar 2013 begannen die Islamisten ihre Offensive nach Bamako, wobei sie leichtes Spiel mit den malischen Regierungstruppen hatten. Angesichts dessen sah sich Frankreich gezwungen, 3500 Soldaten nach Afrika zu schicken und die Operation Serval zu beginnen. Dadurch wurden die Rebellen zurück in die Wüste gedrängt. Außerdem wurden die Städte Gao, Kidal und Timbuktu befreit, wo die Stützpunkte der Islamisten gelegen hatten. {Quelle: de.ria.ru – RIA-Novosti-Sonderkorrespondent Alexej Jerjomenko ist von seiner Dienstreise nach Mali zurückgekehrt. Wir bringen nun eine Aritikel-Serie über diese Reise}

RIA Novosti
 

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