kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Indien: Im Dienst für Bedrängte 29. Januar 2013

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 18:41

CSI baut Indien-Projekt aus

 

Indien ist zwar die größte Demokratie der Welt, die Schattenseiten sind jedoch zahlreich.

Eine von ihnen ist der Umgang mit religiösen Minderheiten,

insbesondere mit Christen.

Für sie startet CSI zwei neue Projekte.

 

 

Indien ist mit über 1,1 Milliarden Einwohnern nach China das bevölkerungsreichste Land der Erde. Etwa 80% der Bevölkerung sind Hindus. Daneben gibt es einige religiöse Minderheiten, von denen Muslime (13%) und Christen (offiziell 2,3%) die größten sind. Seit einigen Jahren nehmen die gesellschaftlichen Übergriffe gegen Nichthindus zu. Trauriger Höhepunkt der Christenverfolgung in Indien war der Sommer 2008: Extremistische Hindus im Bundesstaat Odisha (früher Orissa) gingen massiv gegen Christen vor. Fast 100 wurden ermordet, etwa 54000 vertrieben. Die Extremisten zerstörten über 400 Kirchen und etwa 5600 Häuser.

 

 

Entwicklungshilfe für Gewaltopfer

 

Nach intensiven Abklärungen startete CSI 2010 ein Projekt, um den Opfern dieser brutalen Übergriffe zu helfen. Lokaler Partner war Pfarrer Pran Parichha. Die Zusammenarbeit mit ihm geht auch 2013 weiter: Manche der Gewaltopfer leben bis heute in provisorischen Unterkünften. CSI engagiert sich beim Häuserbau, bei der Einrichtung von sanitären Anlagen, bietet den Gewaltopfern medizinische und schulische Unterstützung an und gewährt ihnen Kleinkredite zum Aufbau einer eigenen Existenz. Für Studierende übernehmen wir die Studiengebühren und finanzieren Bücher und Uniformen.

 

 

NEU: Rechtshilfe für Gewaltopfer

 

Für die Gewaltausbrüche vom Sommer 2008 sind vier Jahre später erst 187 Schuldige verurteilt worden. «Bis heute warten viele auf Gerechtigkeit in Odisha», sagte die indische Rechtsanwältin Chaya Ram am Offenen Tag von CSI im November 2012. Sie bringt die Verbrechen zusammen mit anderen Rechtsanwälten vor Gericht. Chaya Ram prozessiert im Interesse der religiösen Minderheiten auch gegen den Staat. In sechs Bundesstaaten existieren nämlich diskriminierende Gesetze, die eine Abkehr vom Hinduismus stark erschweren. Nichthindus geraten in Generalverdacht, Hindus mit Gewalt oder anderen unlauteren Mitteln vom Hinduismus abzubringen. Unsere indische Partnerin und ihr Netzwerk verlangen die Aufhebung der diskriminierenden Gesetze – mit Erfolg: Im August 2012 erklärte das Höchste Gericht des Gliedstaats Himachal Pradesh Teile der angefochtenen Gesetzesbestimmungen für ungültig.

 

 

NEU: Schutz für die Verletzlichsten

 

Bis heute sind die sozialen Unterschiede in der indischen Gesellschaft stark ausgeprägt. Zuunterst stehen die Dalits. In den letzten Jahren haben sich viele von ihnen zum Christentum gewendet. Christliche Dalits sind als soziale Unterschicht und als religiöse Minderheit gleich doppelt gefährdet. Dalit-Mädchen sind häufig Opfer des Menschenhandels. Sie verlassen ihr Zuhause in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Einige werden von Angehörigen verkauft, manche sogar entführt. Mit Aashima Samuel, einer Rechtsanwältin der Indischen Evangelischen Allianz, wollen wir verhindern, dass Dalit-Mädchen in die Klauen des Menschenhandels geraten. Aashima Samuel arbeitet mit Behörden, Rechtsanwälten, Geistlichen und anderen NGOs zusammen. Sie sensibilisiert die Öffentlichkeit für dieses Thema und klärt die Mädchen darüber auf, wie der Menschenhandel funktioniert und wie sie verhindern können, zu Opfern zu werden. Unsere Partner greifen ein, wenn ein Mädchen in Gefahr ist, und unterstützen sie auch in der Schule. Daneben suchen wir nach Wegen, wie wir Dalit-Mädchen befreien können, die bereits in die Fänge des Menschenhandels geraten sind.

 

 

Extremistische Hindus zerstörten 2008 etwa 5600 Häuser und 400 Kirchen

 

Wir freuen uns sehr, dass wir uns zusammen mit Ihnen für die notleidenden Minderheiten in Indien einsetzen können. Im Namen von CSI und unseren indischen Partnern danken wir Ihnen ganz herzlich für Ihre wertvolle Unterstützung.
Autorin: Inés Wertgen

 

 

Menschenhandel

 

Rahil Barjo (17) wird von ihrem Schwager skrupellos an einen Menschenhändlerring verkauft. In armen Familienverhältnissen aufgewachsen, wird Rahil von ihrem Schwager regelmäßig sexuell missbraucht. Obwohl sie sich wehrt und den Eltern davon erzählt, hilft ihr niemand. Im Gegenteil: Sie lassen es zu, dass sie via Menschenhändler an eine reiche Familie verkauft wird. Dort muss sie wie eine Sklavin hart arbeiten und wird auch noch sexuell ausgebeutet. Glücklicherweise gelingt es ihr, zu flüchten – sie findet Zuflucht bei der Evangelic Fellowship India (EFI). Dieses Beispiel steht stellvertretend für unzählige Mädchen in Indien, die entführt oder von den eigenen Eltern verkauft werden und so in die Klauen von Menschenhändlern gelangen.  CSI setzt sich durch EFI gegen den Menschenhandel in Indien ein. Aashima Samuel von EFI ist unsere Ansprechperson vor Ort. Wir sind sehr dankbar, in ihr eine kompetente Partnerin gefunden zu haben, die sich mit Leib und Seele engagiert.

 

www.csi-schweiz.ch

 

 

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