kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Mahnwache gegen die Zustände in Ägypten! 28. Januar 2013

Filed under: Koptenverfolgung,Moslembrüder — Knecht Christi @ 17:35

Ägypten ist nicht Mali

 

Rom – Fidesdienst / Koptisch-katholischer Bischof Youhanna Kolta: „Wie sieht die Zukunft Ägyptens aus? In diesem Moment weiß das niemand. Nicht einmal Präsident Mursi“. Anlässlich des zweiten Jahrestags der Revolution am 25. Januar 2013 erläutert der koptisch-katholische Bischof Youhanna Kolta im Gespräch mit dem Fidesdienst die Hintergründe einer delikaten Phase in der Geschichte des nordafrikanischen Landes, während von neuen Ausschreitungen zwischen Polizei und Protestanten berichtet wird. Nach Ansicht von Bischof Kolta „könnte in Ägypten erneut der Albtraum eines Bürgerkrieges auftauchen, sollten Regierung und Muslimbrüder versuchen, die Proteste dieser Tage zu unterdrücken“.

 

 

 

 

 

Bischof Kolta nahm als Vertreter der katholischen Kirche an der konstituierenden Versammlung teil, die mit dem Schreiben der neuen Verfassung beauftragt war. Heute erklärt er gegenüber dem Fidesdienst die Gründe, die ihn und andere christliche Vertreter dazu bewegt haben aus dem Organismus auszuscheiden: „Die Arbeiten viel versprechend begonnen, doch ab einem gewissen Punkt wurde deutlich, dass die Muslimbrüder und die Salafisten eine islamistische Verfassung anstrebten. Wir haben lange mit den Verantwortlichen diskutiert, doch sie wollten unsere Gründe nicht hören. Als wir verstanden hatten, dass wir nur eine dekorative Funktion hatten, haben wir uns zurückgezogen“. In den vergangenen Tagen traten christliche Vertreter auch offiziell aus dem so genannten „nationalen Dialog“ zurück, der von Präsident Mursi einberufen wurde, im Bestreben die Kontakte zu den sozialen Komponenten und der Opposition wieder herzustellen. „Damit es einen Dialog geben kann“, so der Bischof, „muss es jemanden Geben, der auch die Argumente der Gegenseite hören will.

 

 

 

 

Auch die Partei „Starkes Ägypten“, die von einem ehemaligen Mitglieder der Muslimbrüder, Abdel Moneim Abul Fotouh gegründet wurde, hat sich aus dem Dialog zurückgezogen. Und wir halten auch künftig Kontakt zu Vertretern der Alazhar-Universität. Nur eine Minderheit der Bevölkerung hat mit der eigenen Stimme durch das Referendum das Inkrafttreten der neuen Verfassung unterstützt“. Nach Ansicht von Bischof Kolta spielen in dem nordafrikanischen Land geopolitische Interessen eine Rolle, die nicht nur den Nahen Osten betreffen. „Ägypten ist nicht Mali. Es liegt am Kreuzweg zwischen Europa, Asien und Afrika. Es leben dort über 10 Millionen Christen. Die Volkswirtschaft basiert auf dem Fremdenverkehr und dem Handel. Aus diesem Grund kann das Land eine Islamisierung nicht akzeptieren. Doch es gibt internationale Strategien, die auf eine Spaltung Ägyptens abzielen. Und den Preis dafür würde das Volk zahlen.“ „Ich selbst“, so Bischof Kolta, „mag meine muslimischen Brüder und Schwestern. Ich habe der Islamistik auch mein Studium und meine Doktorarbeit gewidmet. Doch für uns alle ist die Fragen offen, ob wir uns auf dem Weg zu einem fanatischen oder einem zivilen Land befinden“. Der Knoten der nach Ansicht von Bischof Kolta gelöst werden muss sind die Beziehungen zwischen Politik und Religion: „Wer religiös sein will, darf keinen Anspruch darauf haben, die Menschen per Gesetz zum Gebet, zum Verzicht auf Alkohol und zur Praxis der Religion zu zwingen. In den arabischen Ländern wird es nur durch die Trennung von Religion und Politik Demokratie geben können“. {Quelle: www.fides.org}

 

 

Berlin: Menschenrechts-Mahnwache gegen die Zustände in Ägypten!

 

Wir alle wissen es, lesen es in den Zeitungen, Blogs, online-Medien oder sehen es im TV: Ägypten driftet ab in einen radikalislamischen Alptraum aus Frauen-Unterdrückung, religiösem Rassismus und nichtendender Gewalt gegen Minderheiten. Der Einfluss der Muslimbrüder und ihrer Verbündeten, der Salafisten, welche die Drecksarbeit des Hasspredigens und Christenmordens übernehmen, stranguliert jede Regung von individueller Freiheit und Selbstbestimmung im Lande. Nicht ganz zufällig haben wir auch hier im Blog regelmäßig über Bombenattentate auf koptische Kirchen, Überfälle auf koptische Klöster, die alltägliche Diskriminierung von Christen und die antichristliche Gewalt in Ägypten hingewiesen (siehe Rubrik Ägypten). Auch die Menschenrechtsorganisation “Internationale Gesellschaft für Menschenrechte” hat diese Entwicklungen natürlich beobachtet, und den Rückschritt ins finstere Mittelalter der post-Mubarrak-Ära registriert.

 

Deshalb wird sie anlässlich des Besuches des Moslembruders Mursi in Berlin eine Mahnwache vor der ägyptischen Botschaft in der deutschen Hauptstadt abhalten. Diese wird am Dienstag, den 29. Januar 2013, vor der ägyptischen Botschaft, Stauffenbergstraße 6-7, 10785 Berlin, stattfinden,Uhrzeit: 11.00 14.00 Uhr.Es werden dabei Flugblätter verteilt und Informationen über Menschenrechtsverletzungen im aktuellen Ägypten angeboten. Zeitgleich finden auch Mahnwachen in Frankfurt und Düsseldorf statt. Wir vom BGVK begrüßen diese Aktion und rufen deshalb auf diesem Wege ausdrücklich zur Teilnahme auf, da Christenverfolgung eben nicht im “luftleeren Raum” stattfindet, sondern immer besondere Bedingungen voraussetzt. Gegen diese Bedingungen zu protestieren, solange man dies in einem (mehr oder minder) freien Land noch ungestraft tun darf, sollte man als Staatsbürger wertschätzen und ehren. Auch die Solidarität mit den unterdrückten Kopten Ägyptens, die bereits schon einmal in Deutschland Bürger auf die Straße brachte (nach dem Masbiro – Massaker 2011) sollte als Motivation, speziell für Christen, eigentlich ausreichend sein, um eventuelle Bedenken, gegen eine “politische” Veranstaltung zu relativieren. Wer es nicht schafft, sich nach Berlin aufzumachen, den bitte ich um Gebet um einen friedlichen Verlauf der Veranstaltung und um VIELE, VIELE Teilnehmer. {Quelle:Mitteilung der IGfM via Kampagnenmanagement vom 23. Januar 2013  –   gebetskreis.wordpress.com}

 

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