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Mali: Der unterschätzte Krieg 26. Januar 2013

Filed under: Islamischer Terror — Knecht Christi @ 15:47

Kirche in Diabali von innen: Eine Jesusfigur haben die Islamisten zerschlagen,...

Der Konflikt in Nordafrika kann sich rasch zu einer Bedrohung für die Energieversorgung Frankreichs und Europas ausweiten. Die französische Regierung glaubt an einen leichten Durchmarsch in Mali.

 

Ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen, rücken die französischen Truppen derzeit vor in den Norden des Landes. Aber möglicherweise ist der Feind, die Dschihadisten, zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Außerdem ist Mali nur eines seiner Kampfgebiete – Algerien, Libyen und Niger gehören auch dazu. Dort sind die Dschihadisten kaum zu fassen und mit Waffen ausgestattet, mit denen die USA den Kampf gegen Libyens ehemaligen Machthaber Muammar al-Gaddafi unterstützt haben. Einen ähnlichen Fehler hatten die USA schon in den 1970er Jahren in Afghanistan gemacht. Aber US-Präsident Barack Obama will keinen weiteren Krieg. Zumal es in Nordafrika überwiegend um europäische Energieinteressen geht. Die USA werden sich also kaum militärisch in den Konflikt einschalten. Sie bestehen gar auf die Erstattung der Kosten für Transportflüge und Luftbetankung im Zusammenhang mit dem Militäreinsatz der Franzosen. In Paris hielt man das zuerst für einen Scherz, jetzt ist man einigermaßen irritiert. Wenn der Schock verdaut ist, wird man gewiss versuchen, diese Rechnungen – und vermutlich noch ein paar mehr – an Berlin weiterzureichen. Der Anschlag auf die vom britischen Ölmulti BP betriebene Erdgasanlage im algerischen Armenas hat gezeigt, dass die Energieversorgung Europas durch den Konflikt bedroht ist. Algerien ist nach Russland und Norwegen der drittgrößte Gaslieferant Europas. Spanien etwa bezieht 40 Prozent seiner Erdgasimporte aus Algerien, Italien etwa ein Drittel.

 

 

Abgeschlagenes Kreuz vor einer Kirche: Die Islamisten hinterlassen Zerstörung....

Kirche in Diabali von innen: Eine Jesusfigur haben die Islamisten zerschlagen, alle Schränke sind aufgerissen, Bibeln und Gesangsbüchern liegen auf dem Betonboden herum. Abgeschlagenes Kreuz vor einer Kirche: Die Islamisten hinterlassen Zerstörung. Nach den Angriffen der Franzosen haben sie den Ort Diabali verlassen.

www.spiegel.de

 

 

 

 

in Islamistische Kämpfer in Mali, aufgenommen im August 2012. Quelle: AFP

Gegenoffensive in Mali:

Islamistische Rebellen erobern Diabaly

Islamistische Rebellen haben in Mali eine Gegenoffensive gestartet und die Stadt Diabaly im Zentrum des Landes erobert. Rund um die Stadt gehen die Kämpfe weiter. Auch französische Kampfjets sind im Einsatz.

www.wiwo.de

 

 

 

Machtkampf zwischen den beiden wichtigsten Führern

 

Aber den Terroristen ging es offenbar nicht vordergründig um eine Schwächung der algerischen Energiewirtschaft. Schließlich wurde die Erdgasanlage weder gesprengt, noch wurden die Geiseln hingerichtet. Die Geiseln starben zum Entsetzen der Regierungen ihrer Herkunftsländer, darunter die britische, die amerikanische und die japanische, im Kugelhagel einer algerischen Anti-Terroreinheit. Der Anschlag lässt sich vielmehr begreifen im Kontext der Machtprobe zwischen Mokhtar Belmokthar und Abdelmalek Droukdel, den beiden wichtigsten Führern von Dschihadisten in Nordafrika. Das Revier von Droukdel beginnt gleich hinter der libyschen Grenze. Die Erdgasanlage von Amenas liegt nur 100 Kilometer weit von dieser Grenze entfernt. So geshen war der Anschlag eine Machtdemonstration Belmokthars und eine Kampfansage an seinen Rivalen Droukdel. Dessen Antwort wird vermutlich nicht lange auf sich warten lassen. Ein ähnlich spektakulärer Terroranschlag von Droukdel in Libyien wirkte allerdings zu sehr wie eine Kopie. Profil gewinnen könnte er nur, wenn er Frankreich empfindlich trifft. Am einfachsten ginge das bei den zum französischen Atomkonzern Areva gehörenden Uranminen im Niger.

 

Wie Mali leidet auch der Niger unter einer schwachen politischen Führung und wäre leicht zu destabilisieren. Für die französische Atomwirtschaft aber wäre ein Übergreifen des Konflikts ein schwerer Schlag. Uran ist der wichtigste Brennstoff für den Betrieb von Atomkraftwerken. Frankreichs Strombedarf wird zu 80 Prozent aus Atomkraft gedeckt. Die 58 Reaktoren des Landes beziehen ein Drittel ihres Uranbedarfs aus dem Niger. Der Terroranschlag in Algerien wird in seiner Signalfunktion für die europäischen Energiemärkte möglicherweise weit unterschätzt. {Quelle: www.wiwo.de – von Frank Doll}

Die WirtschaftsWoche

 

 

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