kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Lieder wider die Scharia 26. Januar 2013

Filed under: Islamischer Terror — Knecht Christi @ 15:34

Malische Musiker singen gegen Islamisten an. Mehr als 40 malische Sänger haben gemeinsam einen Song für den Frieden und die Einheit produziert.

 

 

Kirche in Diabali von innen: Eine Jesusfigur haben die Islamisten zerschlagen,...

Kirche in Diabali von innen: Eine Jesusfigur haben die Islamisten zerschlagen, alle Schränke sind aufgerissen, Bibeln und Gesangsbüchern liegen auf dem Betonboden herum.

 

Mali-ko. Frieden. Das ist der Titel eines Liedes, das mehr als 40 malische Musikerinnen und Musiker Ende vergangener Woche in der Hauptstadt Bamako vorgestellt haben. Die 30-jährige Fatoumata Diawara hat dafür mehr als 40 bekannte Musiker aus dem gesamten Land zusammengetrommelt. Unter dem Namen „Voices United for Mali“ (Vereinigte Stimmen für Mali) haben sie ihre verschiedenen Stile zu einem Werk zusammengefügt. Dabei herausgekommen ist ein Sieben-Minuten-Lied, das einen guten Einblick in die malische Musikszene bietet. Mit traditionellen Instrumenten untermalt gibt es Folk und Rap in der größten Landessprache Bambara, aber auch ein Tuareg-Musiker aus dem Norden Malis ist dabei, Ag Keidi. Fatoumata Diawara hat erst im vergangenen Jahr ihr Debutalbum in Frankreich veröffentlicht. Es sind selbst komponierte Lieder über Mädchen-Hochzeiten und die Beschneidung von Frauen. Dennoch sieht sich Diawara nicht in erster Linie als politische Sängerin.

 

 

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Alles selbst gemacht. Fatoumata Diawara war schon eine erfolgreiche Schauspielerin, als sie sich vor zwei Jahren in ein Tonstudio zurückzog, um ihr erstes Album mit selbst geschriebenen und komponierten Liedern aufzunehmen. Sie wird in Frankreich als „die neue Stimme Malis“ vermarktet. Jetzt hat sie 40 malische Musiker zusammengetrommelt, um gegen die Krise ihres Heimatlandes anzusingen. Sie ist zwar in der Elfenbeinküste geboren, doch mit ihren Eltern nach Mali zurückgekehrt, wo sie aufgewachsen ist. Heute lebt sie meistens in Paris.

 

Mali-ko ist allerdings sehr politisch gemeint. Mit der jungen Sängerin standen auch die international bekannten Amadou und Mariam im Studio, Oumou Sangaré, die schon auf eine Jahrzehnte lange Karriere zurückblicken kann und der Kora-Spieler Toumani Diabaté. Die Kora ist ein traditionelles Zupfinstrument. „Die Zeit ist für uns gekommen, um über die Krise in Mali zu sprechen“, heißt es im Refrain des Liedes. Fast alle Sänger beschwören die malische Einheit, sie singen für den Frieden und gegen den Krieg. Aber gleichzeitig heißt es mehrfach in dem Lied auch, es sei an der Zeit „aufzustehen“ gegen die Islamisten im Norden, die „uns die Scharia aufzwingen wollen“. Sie singen gegen die Behandlung der Frauen an, die wie ein Ware gehandelt und vergewaltigt würden. Einer der Rapper ruft die Malier dazu auf, sich bereit zu machen, für die Einheit des Vaterlands einzustehen. Fatoumata Diawara sagte bei der Pressekonferenz in Bamako: „Die Menschen in Mali sehen zu uns hin. Sie haben ihre Hoffnung in die Politik verloren.“ Die Musik habe immer eine große Rolle in Mali gespielt, sagte sie. Im Norden Malis haben die islamistischen Gruppen, die vor gut neun Monaten die Macht übernommen haben, Musik verboten. Radiostationen dürfen sie nicht mehr spielen, dort gibt es nur noch Predigten oder neue Dekrete der Religionspolizei, die sich vor allem aus Islamisten aus den Nachbarländern rekrutiert. Die Religionspolizei zerstört auch Musikinstrumente, wenn sie bei ihren Razzien welche findet. Dabei hat Mali ein reiches musikalisches Leben und eine Reihe von internationalen Stars hervorgebracht. Neben Amadou und Mariam ist das beispielsweise Rokia Traoré, die wie die meisten erfolgreichen malischen Musiker in Paris lebt. Fatoumata Diawara wollte am 8. Februar im Berliner Postbahnhof auftreten. Das Konzert ist allerdings abgesagt worden. {Quelle: www.tagesspiegel.de}

 

 

 

 

 

Abgeschlagenes Kreuz vor einer Kirche: Die Islamisten hinterlassen Zerstörung....  

Abgeschlagenes Kreuz vor einer Kirche: Die Islamisten hinterlassen Zerstörung. Nach den Angriffen der Franzosen haben sie den Ort Diabali verlassen.

 

 

 

„Die Franzosen haben uns gerettet“

 

 

 

 

 

Das französische Militär fliegt in Mali massive Luftangriffe, die Soldaten dringen nach Norden vor. Weil sich die Islamisten zurückziehen, können die Einwohner in die befreiten Gebiete heimkehren. Doch sicher fühlt sich kaum einer: Zu groß ist die Angst vor einer Rückkehr der Scharia-Kämpfer.

 

 

 

 

 

Marten Drabo ahnte nichts Böses. Gegen 9 Uhr morgens am vorvergangenen Montag, die Sonne stand schon steil über der kleinen Ortschaft Diabali in Zentralmali, klopfte es an der einfachen roten Stahltür zu seiner Lehmhütte. „Salam aleikum“, sagte eine sanfte Männerstimme draußen auf der Straße, „wir brauchen kurz deine Hilfe.“ Drabo, der Friseur des kleinen Orts mit vielleicht 2000 Einwohnern, öffnete die Tür einen Spalt, sofort wurde er in den Hof seines Hauses gedrängt. Vor ihm standen sechs Männer mit langen, schwarzen Bärten und Kalaschnikow-Gewehren. Schnell machten sie klar, dass Drabo keine Wahl hatte. „Dieses Haus gehört nun uns“, herrschte ihn der Anführer an, „euer Ort ist jetzt unter der Kontrolle von Ansar al-Din.“ Drabo ist ein kräftiger Mann, doch wenn er sich an diesen Montagmorgen erinnert, flattert seine Stimme. Auf einem niedrigen Plastikstuhl in seinem staubigen Hof rutscht er hin und her. „Ich wusste sofort, dass diese Männer die Islamisten aus dem Norden waren“, sagt er, „ich dachte, sie bringen mich sofort um, da ich ein Christ bin.“ Drabo flehte sie an, erinnerte die Eindringlinge immer wieder daran, dass er Kinder habe, die er ernähren müsse. Nach etwa 15 Minuten ließen die Kämpfer den 40-Jährigen schließlich gehen. „Sie sagten, ich sollte so schnell wie möglich in Richtung Süden abhauen“, erinnert er sich. Von nun an, das gaben die Islamisten ihm als Botschaft mit, würden sie Schritt für Schritt weiter in Richtung der Hauptstadt Bamako marschieren.

 

 

 

Drabo hat fast alles verloren

 

Drabo entschloss sich zur Flucht. Auf den engen Sandpisten in seiner Nachbarschaft rasten mittlerweile Geländewagen mit Kämpfern der Islamisten umher, freudig feuerten sie in die Luft. Es war ein echter Coup: Mit nur rund 200 Mann und vielleicht 50 Autos hatten sie die malische Armee überrascht, von zwei Seiten umfuhren die Rebellen den strategisch wichtigen Ort, umzingelten die kleine Basis mit rund hundert Soldaten. Ohne Gegenwehr gaben die Malier auf, viele Soldaten flüchteten Hals über Kopf. Als die Islamisten das Lager eingenommen hatten, versammelten sie die Dorfältesten für eine Mitteilung: In einigen Tagen, spätestens zum Freitagsgebet, würden sie in Diabali die Scharia einführen. Jeder, der gegen sie aufbegehre, werde sofort erschossen. Fast zwei Wochen später, am Donnerstagnachmittag, ist Drabo wieder zurück in seinem kleinen Lehmgehöft. Schon vor Tagen hatte er gehört, dass die französische Armee die Islamisten mit massiven Luftangriffen und schließlich mit Spezialkräften vertreiben konnte – rund eine Woche nach deren plötzlichem Einmarsch in Diabali. Doch Drabo traute den Meldungen nicht, zu oft hatten die malischen Militärs in den vergangenen Wochen grotesk falsche Erfolgsmeldungen verbreitet. Der Friseur blieb lieber etwas länger. Erst als ihn Nachbarn aus Diabali anriefen und beruhigten, kehrte er in sein Heimatdorf zurück. Die Besetzung Diabalis durch die Islamisten aus Nordmali währte nur eine Woche, gleichwohl haben deren Kämpfer in dem von Reisfeldern umgebenen Ort Angst und Schrecken verbreitet. Drabo fand in seinem Haus, dass die Fundamentalisten offenbar als Basis genutzt hatten, sechs Leichen in einem kleinen Abstellraum gegenüber dem Wohnhaus. Auf dem Hof liegen noch jetzt Dutzende Pakete mit Munition für die AK-47-Gewehre. Den gefährlichsten Fund, zwei Handgranaten und einen selbstgebauten Sprengsatz, hatte bereits am frühen Morgen ein Team der französischen Armee abgeholt, das Drabo zu Hilfe gerufen hatte. „Ich bin froh, dass die Franzosen alles abgesucht haben“, sagt er, „ich hatte große Sorge vor weiteren versteckten Bomben“.

 

 

„Ich wünsche mir, dass die Franzosen zwei Jahre bleiben“

 

In der einen Woche der Besetzung hat Drabo fast alles verloren. In den einfachen Gemächern des Gehöfts randalierten die Islamisten, rissen die Kreuze und alle Jesus-Bilder von den Wänden, den mühsam zusammengesparten Fernseher traten sie ein und warfen ihn in den Hof. „Selbst die Bilder meiner Frau haben die Kämpfer zerrissen und dann überall verstreut“, sagt er. Von seiner kleinen Farm mit Hühnern und Pfauen ist kaum etwas übrig geblieben, hinter der Sitzecke im Hof picken nur noch drei Enten Essensreste vom Boden. Am Ende, als die Luftangriffe zu bedrohlich wurden, waren die Islamisten offenbar hastig aufgebrochen, über der Wäscheleine hängt noch eine der typischen knielangen Pluderhosen der Gotteskrieger. Die Gegend rund um Drabos Haus zeugt von der französischen Militäraktion. Überall stehen ausgebrannte Pick-ups, darunter viele gestohlene Armee-Landrover, die aus der Luft beschossen wurden. „Die Franzosen haben uns mit ihren Luftangriffen gerettet“, sagt ein Nachbar des Friseurs, der eines der Wracks mit dem Handy fotografiert. Nach den ersten Luftschlägen aber passten sich die Kämpfer an. Statt sich weiter in der kleinen Militärbasis zu versammeln, verteilte man sich auf die verstreuten Gehöfte. Die Autos wurden unter den Mangobäumen geparkt, später tarnten die Islamisten ihre Pick-ups sogar mit Schlamm aus den Brunnen. Der Nachbar glaubt, dass es deswegen so lange gedauert hat, Diabali wieder zu erobern.

Den Hass der Islamisten konnten die Luftangriffe nur teilweise stoppen. Bei seiner ersten Erkundung von Diabali nach der Besetzung hält Drabo bei der kleinen Kirche, die mittlerweile wieder von malischen Soldaten bewacht wird. Vor dem gelb gestrichenen Gotteshaus liegt ein Kreuz auf dem Boden, einst schmückte es das Dach. Als Drabo die Eisentür aufstößt, stockt der gläubige Christ. Eine Jesusfigur haben die Islamisten zerschlagen, alle Schränke sind aufgerissen, Bibeln und Gesangsbüchern liegen auf dem Betonboden herum. „Was sind das nur für Menschen“, sagt Drabo leise, „hier in Diabali haben seit Jahrzehnten alle Religionen friedlich nebeneinander gelebt.“ Gleich neben der Kirche ist die Schutztruppe für Diabali stationiert. Da die Franzosen am Freitag mit ihren Truppen weiter Richtung Norden gezogen sind, lungern nun nur noch eine Handvoll malische Soldaten in der sengenden Sonne des Nachmittags. Auch wenn niemand von ihnen mit Namen zitiert werden will, geben sie nach ein paar Nachfragen zu, dass sie gegen die Islamisten machtlos waren und es auch heute noch sind. „Schau dir unsere Waffen an“, sagt einer der Offiziere und deutet auf die altersschwachen Gewehre und ein paar Geländewagen.

 

Auch Rückkehrer Marten Drabo ist skeptisch. „Ich wünsche mir, dass die Franzosen für zwei Jahre hier in Mali bleiben“, sagt er, „sonst sind wir wieder uns selbst überlassen.“

 

{Quelle: www.spiegel.de  – Aus Diabali berichtet Matthias Gebauer}

 

 

 

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