kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Ein Drittel der Wiener Priester ist nichtdeutscher Muttersprache 21. Januar 2013

Filed under: Kirche — Knecht Christi @ 15:30

Unter den rund 750 aktiven Priestern der Erzdiözese Wien sind Polen und Deutsche die am häufigsten „klerikalen Immigranten“.

 

Die katholische Kirche baut in den vergangenen Jahrzehnten immer stärker auf „Fachkräfte“ aus dem Ausland: Unter den rund 750 aktiven Priestern der Erzdiözese Wien sind ein Drittel nichtdeutscher Muttersprache, berichtete der frühere Wiener Generalvikar Franz Schuster in einem „Kathpress“-Interview bei der Österreichischen Pastoraltagung mit dem Thema „Migration und Integration“. Unter den „klerikalen Immigranten“ nach Österreich bilden die Polen und Deutschen die deutlich größten Gruppen, unter den insgesamt 60 Nationalitäten sind viele den Nachbarländern Österreichs, aber auch 25 Inder und 15 Nigerianer vertreten. „Wenn wir sie nicht hätten, wäre die Seelsorge so nicht mehr möglich“, sagte Schuster, der nun als Pfarrer in Wien-Strebersdorf tätig ist. In seiner Zeit als Generalvikar richtete Franz Schuster die nun von ihm geleitete „Interkulturelle Akademie für Priester“ (IKAP) ein, die den Zugewanderten die Integration in Österreich erleichtern soll. Dies geschieht durch Sprachkurse ebenso wie durch Einführungen in die Landeskultur, Supervision und begleitende Gespräche. Nach zweijährigem Einsatz in der Seelsorge entscheidet die Diözesanleitung dann über einen Verbleib des Betreffenden.

 

 

 

 

Für manche ist Laienmitarbeit ungewohnt

 

Als „Knackpunkte“ für die gelingende Integration der ausländischen Priester in einer Pfarre bezeichnete Schuster die Laienmitarbeit – für manche sei ein mitentscheidungsbefugter Pfarrgemeinderat eine ungewohnte Erfahrung -, damit zusammenhängend das Priesterbild sowie die „Hürde Sprache“, die etwa für erfolgreiche seelsorgliche Gespräche genommen werden müsse. Mentalitätsunterschiede in Bezug auf die Stellung des Priesters stellt Schuster – wie er berichtete – teilweise bei Pfarrern aus osteuropäischen Ländern fest; hier gebe es mancherorts „Reibungsflächen“ mit engagierten Laien. Afrikanische Priester wiederum stießen öfters auf Skepsis seitens der Pfarre, die jedoch durch die Umgänglichkeit der Schwarzafrikaner meist ausgeräumt werde.

 

 

 

Priester und Pfarre müssen aufeinander zugehen

 

Beide Seiten – Priester und Pfarre – müssten sich aufeinander zubewegen und die Bereitschaft zeigen, sich aufeinander einzulassen, betonte Schuster. Die insgesamt sechs Mitarbeiter der IKAP bieten dabei ihre Vermittlungskompetenz an. Der 53-jährige „Alt-Generalvikar“ würde es nicht gutheißen, würde der Priestermangel hierzulande dazu führen, dass das Evangelium „nur mehr mit Akzent“ vermittelt wird. Doch gegenwärtig sehe er den „Input“ aus dem Ausland als Bereicherung und Kontrapunkt zu einer kirchlichen „Wir sind wir“-Mentalität. Großteils mache man gute Erfahrungen mit Priestern aus dem Ausland, „ich bin froh, dass sie zu uns kommen“. {Quelle: www.erzdioezese-wien.at}

 

 

 

 

Katholische Kirche räumt auf

Erzbistum schrumpft auf 30 Gemeinden

 

 

 

Kardinal Woelki räumt in Berlin groß auf:

Bis 2020 sollen von den 100 katholischen Pfarreien

nur 30 Großgemeinden übrig bleiben.

 

 

Dem Erzbistum Berlin steht die nächste Welle von Gemeindefusionen bevor. Bis 2020 sollen von den 100 katholischen Pfarreien nur 30 Großgemeinden übrig bleiben. Diese Zahl nannte Kardinal Rainer Maria Woelki nun. Im Advent hatte er angekündigt, das Bistum strukturell und pastoral erneuern zu wollen. Man handele „nicht aus einer akuten Notsituation heraus, weder finanziell noch personell“, sagt Generalvikar Tobias Przytarski. Vielmehr ist abzusehen, dass die Zahl der Katholiken schrumpfen wird, auch droht ein gewaltiger Priestermangel. In einem ersten Schritt sollen sich in den kommenden vier Jahren Gemeinden und andere kirchliche Einrichtungen zu pastoralen Räumen zusammenschließen.Vor zehn Jahren wurde öffentlich, dass das Erzbistum 148 Millionen Euro Schulden hatte. Damals musste die Kirche 440 Mitarbeiter entlassen, die Zahl der Gemeinden auf 106 halbieren und sich von Immobilien trennen. Die Schulden sind heute abgebaut. {Quelle: www.tagesspiegel.de – von Claudia Keller}

 

2 Responses to “Ein Drittel der Wiener Priester ist nichtdeutscher Muttersprache”

  1. saphiri1 Says:

    Der Pflichtzölibat wird von vielen als einer der wesentlichen Hintergründe für den massiven Missbrauch von Kindern und Frauen überall in der katholischen Kirche angesehen. Dieser Missbrauch am Volk Gottes hat nicht nur eine sexuelle, sondern auch eine seelsorgliche Dimension. Der Pflichtzölibat ist einer der Hauptgründe für den Mangel an Priestern und Seelsorgern, die dem Volk Gottes mit den Sakramenten und geistlicher Unterstützung dienen sollten. Die Freistellung des Zölibats würde zwar nicht alle Probleme im Leben der Kirche lösen, würde aber neue Energie, neues Leben und Heilung in eine Kirche bringen, die unnötigerweise durch ihre Selbstblockierung und ein Klima des Vertuschens belastet ist. Eine erneuerte Kirche mag auch dazu führen, dass Themen wie die Rolle der Frauen und alternative Lebensstile in einem anderen Licht gesehen werden.

    Verheiratete Priester und Seelsorger haben weiterhin die Berufung, auf den geistlichen Hunger im Volke Gottes zu antworten. Dazu sind sie befähigt durch ihre Ausbildung, ihre Erfahrung an Gebet und Liebe, und weil sie vom Kirchenvolk akzeptiert werden als Christen, die authentisch leben und Mut gezeigt haben. Verheiratete Priester können nach dem Kirchenrecht Sakramente spenden an Gläubige, die in einer geistlichen Notlage leben – eine Notlage, die sich immer mehr verschärft, weil Priestermangel das Gottesvolk schwer belastet.

    http://priester-ohne-amt.org/?page_id=

    Ich lernte einen Altkatholischen Priester kennen…dessen Frau und KInder..ein so herzlicher Priester der zuging auf seine Gläubigen, es war eine inniges zusammen sein,,traf er mich im Bus–ein herzliches begruessen wie eines Familienmitgliedes

  2. carma Says:

    oha- auf einen kleriker kommen also rd.1000 gläubige katholiken (=50% der bevölkg.)! komisch, dass man von denen selten etwas sieht. nur der „steffel“ ist immer voll: mit phillippinos, koreanern, latinos, osteuropäern und einem rest von einheimischen. waren nun die kirchenhierachie, die nazis oder die sozis schuld, dass interessanterweise im ex-preussischen protestantismus wie im ex-habsburgerischen katholizismus die volksmassen der kirche den rücken gekehrt haben??
    vielleicht liegts ja auch nur daran, dass man des winters in den kirchen erbärmlich friert und eiligst wieder in seine behagliche wohnzimmer-spiritualität flieht – im sommer kommts aufs gleiche raus, wer geht schon an sommerlauen abenden in düstere, kühle kirchen? und ja, es dürfte ruhig mehr moderne, aber anspruchsvolle musik des >21.jahrhunderts< gespielt werden, ohne evangelikalen gitarrenschmus auf kinderlied-niveau befürchten zu müssen.
    wir leben nuneinmal nicht mehr im gotisch- barrocken- biedermeierlichen zeitalter, auch wenn das noch nicht jeder realisiert hat.
    früher waren die kirchen oft auch orte, wo man freunde und bekannte regelmässig traf, neue kontakte herstellte, sich über alles austauschte, wie wir hier es tun, dazu gab es "gratis" kunstvolle "live"- orgel-u. chormusik, die man sich sonst kaum hätte leisten können…
    kino, tv, cd-player u. radio waren noch nicht erfunden, die wochenenden hatten noch nicht den hysterischen eventcharakter, discos gab es ebensowenig wie andere kultstätten des kennenlernens und der selbstdarstellung, es sei denn, man lebte in aristokratischen sphären…
    gegen die heutige event-konkurrenz kann kirche in friedenszeiten und wirtschaftlicher "stabilität" nicht ankommen- wer möchte schon "ausgerechnet" an "freien" wochenenden mit Gott und sich ins "gebet" gehen, während alle welt sich amüsiert?!
    gut ist das nicht – verstehen kann ich es allemal…
    (ich weiß von südamerikanischen, afrikanischen und nordamerikanischen gemeindeabenden, die unsere herkömmlichen weltlichen "events" durchaus in den schatten stellen können – warum das den europäischen kirchen nie gelungen ist, bleibt mir ein rätsel: unsere priester sind wohl progressiv im verkündenden Wort, aber meist bieder-konservativ in ihren privaten lebenseinstellungen und handlungen. und wenn sie es mal auf "modern" zelebrieren wollen, wirkt es meist aufgesetzt und etwas peinlich.
    mir schwebt keine "erotisierung" der Gottesdienste vor, aber ein bisserl mehr ""sexy"" darf kirche schon rüberkommen – im sinne von ANREGEND, und das nicht nur im wort! die entsinnlichung der religiösen sphäre hat die menschen nie frömmer gemacht – glücklicher schon gar nicht…


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