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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Kampf gegen die Scharia 16. Januar 2013

Filed under: Islamischer Terror — Knecht Christi @ 16:56

Das Terror-Netz von Mali bis Jemen

 

Die Kämpfer der islamistischen Tuareg-Gruppe Ansar el Dine wollen Mali zu einem religiösen Staat unter den Regeln der Scharia aufbauen.

 

Essen: Diverse islamistische Gruppierungen mischen mit im Konflikt im westafrikanischen Mali und bedrohen auch wirtschaftliche Interessen Europas. Einige sind miteinander vernetzt und tauschen Kämpfer und Waffen untereinander aus. Der Bürgerkrieg in Mali wird auf absehbare Zeit zu einem internationalen Konflikt. Frankreich will seine Truppen im Kampf gegen islamistische Rebellen nun deutlich verstärken und plant, bis zu 2500 Soldaten in das westafrikanische Land zu schicken. Zudem sollen 3300 Soldaten aus westafrikanischen Ländern die malische Armee gegen die Aufständischen unterstützen. Die sind aufgrund der Waffen aus den Gaddafi-Lagern bisher stärker als erwartet.

 

 

Wer sind die Aufständischen?

 

Sie rekrutieren ihre Kämpfer aus unterschiedlichen radikalislamischen Gruppierungen, darunter die Tuareg-Gruppierung „Ansar el Dine“, die Organisation „El Kaida im islamischen Maghreb“ (AQMI) sowie eine Abspaltung, die Gruppe „Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika“ (Mujao). Auch eine Beteiligung von Kämpfern nicht-malischer radikaler Gruppen, darunter insbesondere „Boko Haram“ aus Nigeria , ist wahrscheinlich, sagt Katrin Sold, Nordafrika-Expertin, der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik.

 

 

Wie stark sind die Gruppierungen und was ist deren Ziel?

 

Nach Schätzungen verfügen die Rebellen über etwa 5000 Kämpfer. In ihren Zielen unterscheiden sie sich. Zum einen gibt es die Tuareg-Separatisten der Gruppe MNLA (Nationale Bewegung für die Befreiung des Azawad), die für einen eigenen Staat im Norden des Landes kämpfen. Dafür hatten sie sich auch mit den radikalislamischen Tuareg-Rebellen der Gruppe Ansar el Dine verbündet. Nun aber kontrollieren die Islamisten zusammen mit AQMI und Mujao das Gebiet. Sie wollen einen religiösen Staat unter den Regeln der Scharia aufbauen. Die MNLA wiederum hat gestern Frankreich ihre Hilfe angeboten, gegen die Islamisten vorzugehen. Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) schließt einen Einsatz deutscher Kampftruppen aus.

 

 

Welche Gefahr droht, wenn Mali ein islamistischer Staat wird?

 

Dann könnte das schwer zugängliche Gebiet zu einem Rückzugsraum und Ausbildungszentrum für islamistische Terroristen werden. „Die Gruppen verfügen über umfangreiche finanzielle Ressourcen zur Organisation derartiger Ausbildungsstrukturen, die vor allem auf Einnahmen aus Schmuggel (Drogen, Waffen, Menschen) und Lösegeldzahlungen bei Geiselnahmen zurückgehen“, sagt Katrin Sold.

 

 

Ist das der einzige Grund, warum Frankreich dort einschreitet?

 

Nein. Mali und sein Nachbarland Niger verfügt über große Uran-Vorkommen. Frankreich setzt nach wie vor auf Kernkraft. Etwa ein Drittel der Atommeiler werden mit Uran aus Nordafrika versorgt. Die Abbaugebiete im Niger grenzen an den Norden Malis. In den von den Islamisten kontrollierten Gebieten Malis liegen auch große Erdöl- und Erdgasfelder, deren Ausbeutung im Interesse Europas liegt. Nach Angaben des Auswärtigen Amtes ist die Förderung aber seit dem Putsch in Mali gegen den Präsidenten Amadou Touré im März 2012 ins Stocken geraten.

 

 

Gibt es weitere Länder in Nordafrika, die gefährdet sind?

 

Der Arabische Frühling hat dazu geführt, dass sich große Teile Nordafrikas im Umbruch befinden und einige Länder politisch instabil sind. In Libyen hat der Krieg den Zugang zu den ehemaligen Waffenarsenalen Gaddafis ermöglicht. Sie haben auch zur Bewaffnung der Aufständischen in Mali beigetragen. Es ist nicht auszuschließen, dass sie künftig in den Händen von Terrorgruppen der gesamten Region landen. „Insbesondere in den Staaten der Zentralsahara wie Mauretanien oder Niger sind radikale Gruppierungen wie AQMI prä­sent und können aufgrund der durchlässigen Grenzen in einigen Teilen relativ frei agieren“, sagt Katrin Sold. Auch Libyen, Mauretanien und Tunesien gehören zum Operationsgebiet der AQMI.

 

Kooperieren die radikalen Gruppen bereits miteinander?

 

Beobachter warnen bereits seit längerer Zeit vor einer zunehmenden Kooperation der drei bedeutendsten radikalislamischen Gruppierungen in Afrika: El Kaida im islamischen Maghreb (AQMI), Boko Haram und El-Shabaab aus Somalia . AQMI hat Verbindungen zu Boko Haram, die nigerianischen Islamisten wiederum halten Kontakt zu El-Shabaab in Somalia. Auf der anderen Seite des Golf von Aden liegt Jemen, das langsam dem afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet den Rang als El-Kaida-Hochburg abläuft. Dass ein Austausch von Kämpfern und Waffen zwischen Afrika und Jemen stattfindet, gilt als sicher. {Quelle: www.derwesten.de – Gregor Boldt}

 

 

 

 

 

Kampf gegen die Scharia

 

Der Süden Malis freut sich über den Einsatz der Franzosen im Land

 

Der Taxifahrer ist wütend. „Die Islamisten sind völlig verrückt“! Einer von ihnen habe in Bamako versucht, einen Soldaten mit der Machete zu ermorden. „Genau hier“, sagt der Taxifahrer und deutet mit der Hand zum Straßenrand. „Weg mit ihnen!“, ruft eine Gruppe von Männern, die an einem Kiosk die Schlagzeilen der Tageszeitungen lesen. Am Platz der Unabhängigkeit werden französische Nationalflaggen verkauft. In der malischen Hauptstadt wird schnell deutlich, wem die Sympathien gehören. Vor einem Jahr wäre dies noch undenkbar gewesen. Niemand hätte die ehemalige Kolonialmacht Frankreich, von der man 1960 unabhängig wurde, bejubelt. Aber nun ist alles ganz anders, seit radikale Islamisten den Norden des Landes besetzt halten und vergangene Woche versuchten, in Richtung Bamako vorzustoßen. Nun ist sogar eine militärische Intervention im eigenen Land willkommen. Paris will die Zahl von derzeit 750 Soldaten auf 2500 aufstocken. Binnen einer Wochen sollen 3300 Mann aus mehreren afrikanischen Ländern hinzukommen.

 

Am vergangenen Freitag begann Frankreich, Stellungen der Islamisten, die keinen Hehl aus ihrer Verbundenheit mit al-Qaida machen, zu bombardieren. „Wir wollen doch keine Scharia“, sagt Amadu Kulabali, der seit 13 Jahren als Busfahrer in der Hauptstadt arbeitet. Die Rebellen nennen sich Ansar al-Dine (Verteidiger des Glaubens), Bewegung für Einzigartigkeit und Dschihad in Westafrika (Mujao) oder al-Qaida im islamischen Maghreb (Aqim). Sie legen die Scharia sehr streng aus, dazu gehören Schläge, das Abhacken von Händen und Steinigungen. „Wir hier in Mali sind normale Muslime“, sagt Kulabali. „Mit so einem Horror wollen wir nichts zu tun haben.“ Die anderen Busfahrer an der Bosula-Busstation nicken zustimmend. Viel zu tun haben sie zurzeit nicht. Ihre Tour führt normalerweise nach Niono.

 

Aber nur wenige Kilometer davon entfernt liegt Diabali. Ein kleiner Ort, der am Montag von Islamisten eingenommen wurde. Kulabali hat dort Familie und ist offensichtlich sehr besorgt, nachdem er seit zwei Tagen kein Lebenszeichen mehr von ihnen erhalten hat. „Die Stadt ist abgeriegelt“, sagt Kulabali. „Die Soldaten lassen niemanden rein und die Islamisten niemanden raus.“ Bekannte von ihm seien zu Fuß aus Diabali geflüchtet. „Mitten in der Nacht, um von den Rebellen nicht entdeckt zu werden, die sie nicht gehen lassen wollen.“ Er hofft, dass mithilfe Frankreichs der Albtraum schnell zu Ende geht. „Wir müssen auch wieder Geld verdienen, denn jetzt will kein Mensch mehr in diese Gegend fahren“.

 

 

 

In Niono sammelt sich derzeit das malische Militär, um eine Offensive auf Diabali vorzubereiten, das nur 400 Kilometer von der Hauptstadt Bamako entfernt ist. „Die Franzosen bombardieren dort seit gestern“, versichert ein malischer Kommandeur aus Niono, der seinen Namen nicht nennen will. „Wir sind bald einsatzbereit, um vorzustoßen.“ Die Einnahme von Diabali durch die Islamisten kam völlig überraschend. Nach dem Bombardement durch die französische Luftwaffe sollen sie die Städte Gao und Timubuktu verlassen haben und sind nun im Westen Malis aufgetaucht. In Gao berichteten Bewohner, zwei große Lager der Islamisten seien zerstört worden. „Die Führer von Mujao sind verschwunden, aber einige junge Kämpfer sind in der Stadt geblieben“, berichtete ein Mann aus Gao per Telefon. „Die Islamisten haben sich in kleinere Dörfer in der Umgebung zurückgezogen“.

 

In Timbuktu soll die Lage nicht anders sein. Mittlerweile seien die Religionskämpfer mit Motorrädern und nicht mehr mit ihren Pick-up-Trucks unterwegs, heißt es, aus Angst vor französischen Kampfflugzeugen. „Die Islamisten sind auf der Flucht“, erklärt Oberst Kone Diarra in seinem Büro des Verteidigungsministeriums in Bamako. „Auf der ganzen Linie“, ergänzt er zuversichtlich. „Es ist nur eine Frage der Zeit, bis wir sie ganz aus dem Land vertrieben haben“. Auf einem großen Fernseher läuft der Nachrichtensender France24, natürlich mit dem „Krieg in Mali“ als Schwerpunkt. „Die malische Armee wird Diabali sehr bald angreifen“, versichert der Oberst. Das Problem sei nur die Bevölkerung. „Wir können die Einwohner der Stadt nicht gefährden.“ Sie würden von den Islamisten als Geiseln und menschliche Schutzschilde benutzt. „Das beweist doch einmal mehr, dass wir es mit waschechten Terroristen zu tun haben.“ Oberst Diarra gehört zu den Anhängern von Amadou Sanogo. Der Hauptmann führte im März vergangenen Jahres den Militärputsch an, der zum Sturz des demokratisch gewählten Präsident Amadou Toumani Touré führte. Das Militär fühlte sich im Kampf gegen die Tuareg als Kanonenfutter verheizt.

 

„Wir kämpfen gegen Terroristen, die eine Guerillataktik anwenden“, erläutert Oberst Diarra. „Aber diese Terroristen sind bestens ausgerüstet.“ Seiner Überzeugung nach stammen alle Waffen aus Libyen. Während des Bürgerkriegs, der mit dem Tod des Diktators Mohammed al-Gaddafis endete, waren dort monatelang riesige Waffenlager völlig unbewacht. Jeder konnte sich nehmen, was er wollte. Tonnenweise wurden dort Waffen aller Art abtransportiert. Sanda Ould Boumana, der Sprecher von Ansar al-Dine, hatte sich am vergangenen Wochenende damit gebrüstet, man sei bestens bewaffnet. „Wir haben auch Luftabwehrraketen, die man von der Schulter aus abschießen kann.“ Sogenannte Manpads sind die bevorzugten Waffen von Terroristen. Damit kann man Jagdflugzeuge, aber auch normale Passagiermaschinen vom Himmel holen. Die französische Armee bestätigte, dass man von der militärischen Ausrüstung der Islamisten überrascht worden sei.

 

Für Oberst Diarra sind die Waffen nur eine Sache. „Damit alleine kann man keinen Krieg gewinnen.“ Man brauche sehr viel Geld, ausreichend Benzin und moderne Kommunikationsgeräte. Für ihn steht fest, dass es ohne ausländische Hilfe schnell vorbei wäre mit den islamistischen Rebellen. „Von wem bekommen sie die Satellitentelefone der Marke Thuraya und ihre Verbindung zum Internet?“ Namen von Ländern will er unter keinen Umständen nennen, und auch mit Spekulation will er nicht in Verbindung gebracht werden. Aber in Bamako wird überall gemunkelt, Algerien unterstütze die Islamisten. Alle Führer der drei Rebellengruppen hatten tatsächlich in ihrer langjährigen Terroristenkarriere irgendwann enge Kontakte zum algerischen Geheimdienst (DRS). Ob das heute noch so ist, weiß man nicht. Sicher aber ist, ohne die logistische Hilfe eines Staates könnten die Islamistengruppen sich in diesem riesigen Wüstengebiet, das doppelt so groß wie Deutschland ist, nicht lange halten. Allein das Benzin für mehrere Hundert Geländewagen oder Generatoren auf geheime Weise zu besorgen erfordert eine organisatorische Meisterleistung.

 

In Verdacht steht auch Katar. Das kleine Golfemirat soll die Kommunikationstechnik liefern und vor allen Dingen finanzielle Unterstützung. Direkte Beweise dafür gibt es nicht. Aber in Libyen und Syrien unterstützt Katar nachweislich radikale Islamistenorganisationen. Zum Schluss kommt Oberst Diarra doch noch einmal auf die Waffen der Rebellen zu sprechen. „Wie kommt das ganze Kriegsgerät aus Libyen zu uns nach Mali?“, fragt er rhetorisch und mit verschmitztem Gesicht. „Wir haben doch gar keine Grenze mit Libyen!“ Ein Drittstaat müsse den Transport durch sein Hoheitsgebiet tolerieren. „Darüber sollte man sich einmal Gedanken machen“! {Quelle: www.welt.de – Von Alfred Hackensberger}

 

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