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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Bischof Kyrillos William: „wir brauchen eine neue Revolution“! 7. Januar 2013

Filed under: Koptenverfolgung,Moslembrüder — Knecht Christi @ 17:09

Erstes islamisches Cafe in Ägypten: Bärtige/Verschleierte/ Familie – Rauch- und Musikverbot; aber Koran!

 

 

Koptisch-katholischer Bischof Kyrillos William in „Radio Vatikan“:

„Träume von mehr Rechten und Demokratie „blieben auf der Strecke“ 

„Muslimbrüdern fehlt die Kompetenz zu führen“!

 

Vatikanstadt (kath.net/KAP): Ägypten braucht „eine neue Revolution“. Dies ist nach Überzeugung des koptisch-katholischen Bischofs Kyrillos William „die einzige Lösung“ angesichts der derzeitigen chaotischen politischen und wirtschaftlichen Lage im Land. Die mit der Revolution vom Jänner 2011 verbundenen Träume von einer besseren Zukunft für Ägypten mit mehr Rechten und Demokratie seien „auf der Strecke geblieben“, bedauerte der Bischof von Assiut am Freitag in einem Interview mit „Radio Vatikan“. Vor allem bei den Christen, die ungefähr zehn Prozent der ägyptischen Bevölkerung ausmachten, sei „Ernüchterung eingekehrt“. Die ägyptische Wirtschaft stehe vor dem Zusammenbruch, und auch die politische Entwicklung beschrieb Bischof William düster: Extremistische Muslime seien an die Macht gelangt, weil sie – anders als die jungen Demonstranten von vor zwei Jahren – gut organisiert seien. Mittlerweile habe sich herausgestellt, „dass die Muslimbrüder nicht die Kompetenz haben, ein so großes Land zu führen“. Die von ihnen durchgesetzte Verfassung repräsentiere die ägyptische Bevölkerung nicht, unterstrich William. Das vorbereitende Komitee, aus dem sich die Christen zurückgezogen, um „nicht zu Komplizen zu werden“, habe seine Sichtweise durchgesetzt und einen Text verfasst, der „nicht das bringt, wovon die Ägypter träumen“. Der Bischof, der auch für den erkrankten katholischen Patriarchen von Alexandria die Amtsgeschäfte führt, äußerte sich nicht zu Vorwürfen, dass Oppositionskräfte mit Vertretern des alten Mubarak-Regimes im Widerstand gegen die von den Islamisten formulierte Verfassung kooperiert hätten.

 

 

Hoffnung auf junge Revolutionäre

 

„Die einzige Lösung ist eine neue Revolution!“, so William wörtlich. „Eine Revolution im Sinne des 25. Jänners vor zwei Jahren. Darauf warten wir. Es muss sich etwas ändern.“ Er setze Hoffnungen in jene jungen Leute, die – egal, ob Muslime oder Christen – von zwei Jahren zusammen demonstriert und nach Demokratie gerufen, aber auch gemeinsam gebetet hätten. William hofft, wie er sagte, dass sie die Ideale ihrer Revolution nicht aufgegeben haben. „Wir werden dieses Jahr zum zweiten Mal überhaupt einige Tage lang gemeinsame Gebete mit unseren muslimischen Brüdern und allen christlichen Konfessionen abhalten“, kündigte Bischof William an. Im Zentrum stehe der Friede im Sinne dessen, was Papst Benedikt XVI. zum Welttag des Friedens am 1. Jänner sagte. Eingeladen sind neben Katholiken auch Orthodoxe, Protestanten und Muslime. „Letztes Jahr waren diese Gebete wirklich sehr, sehr bewegend“, berichtete William. „Ich glaube, das wird dieses Jahr ähnlich sein“. {Quelle: www.kath.net}

 

3 Responses to “Bischof Kyrillos William: „wir brauchen eine neue Revolution“!”

  1. Bischof Kyrillos William: “wir brauchen eine neue Revolution”! 7.

    „So wie jetzt können wir nicht weitermachen, weil die Verfassung nicht die ganze ägyptische Bevölkerung repräsentiert. Das Komitee, das diesen Text geschrieben hat, hat seine Sicht der Dinge durchgesetzt; die Christen haben zunächst noch versucht, da noch etwas mehr Gleichgewicht hineinzubringen, mußten dann aber aufgeben und haben sich konsequenterweise ganz aus dem Gremium zurückgezogen. Sie wollten nicht zu Komplizen werden bei einer Verfassung, die nicht das bringt, wovon die Ägypter träumen.”

    Wie könnte aus seiner Sicht eine Lösung für Ägypten aussehen? Die Antwort überrascht etwas aus dem Munde eines katholischen Bischofs:

    „Die einzige Lösung ist eine neue Revolution! Eine Revolution im Sinne des 25. Januars vor zwei Jahren. Darauf warten wir. Es muss sich etwas ändern. Schließlich hat sich mittlerweile herausgestellt, dass die Muslimbrüder nicht die Kompetenz haben, ein so großes Land zu führen. Im Moment herrscht ziemliche Verwirrung, die Dinge sind nicht sehr klar. Dabei bräuchte Ägypten jetzt vor allem eine kompetente Wirtschaftspolitik von erfahrenen Leuten.”

    Die ägyptische Wirtschaft steht vor dem Zusammenbruch, eines von vielen Problemen, denen man sich im Jahr zwei der Revolution am Nil gegenübersieht. Der Bischof von Assiut hofft, dass 2013 zumindest der heikle innere Friede im Land gewahrt werden kann.

    „Wir werden dieses Jahr zum zweiten Mal überhaupt einige Tage lang gemeinsame Gebete mit unseren muslimischen Brüdern und allen christlichen Konfessionen abhalten. Wir beten dabei, am Freitag hier in unserer Kathedrale, um den Frieden. Dabei greifen wir das Thema auf, das der Heilige Vater dem Welttag des Friedens gegeben hat: Selig, die Frieden stiften! Eingeladen sind Orthodoxe, Protestanten und Muslime – letztes Jahr waren diese Gebete wirklich sehr, sehr bewegend, und ich glaube, das wird dieses Jahr ähnlich sein.”

  2. carma Says:

    trotz „muslimbrüderle“ mursi: iran hat seit seiner islamisten-revolution (wenn auch nach schiitischer lesart) in den letzten jahrzehnten wirtschaftlich enorm aufgeholt – und ist eher durch embargos z.zt. angeschlagen. insgesamt aber hat es sich ähnlich wie lateinamerika solide modernisiert.
    bikini-baden und alkoholexesse in touristischen orten sind kein thema, besucher kamen dennoch immer (wenn auch keine rucksackfreaks oder ballermann-desperados).
    ägyptens problem war und bleibt die gravierende bildungsproblematik, v.a. im technischen u. wirtschaftlichen sektor – es wurde weder unter saddat noch mubarak vorausschauend eine „wissensgesellschaft“ mit entsprechender infrastruktur zum vorrangigen ziel erklärt, stattdessen hat man auf das schnell verdiente geld in der tourismus-u.baubranche gesetzt und sich kaum andere standbeine geschaffen. das ist auch das hauptproblem der südlichen eu-länder, nur einseitig bestimmte wirtschaftszweige gefördert zu haben.
    vorhandene (energie-) rohstoffe und das verscherbeln schöner natur alleine reichen nicht aus, eine stabile volkswirtschaft zu implementieren, zudem fließen die einnahmen in wenige sektoren, die schnell von maffiös-korrupten branchenriesen/politikern beherrscht werden. so bleiben kaum mittel für den aufbau anderer wichtiger wirtschaftszeige und (berufs)bildungseinrichtungen übrig.
    die masse der bevölkerung kommt nicht in den genuß einer öffentlichen umverteilung, die zum wohle aller in alle relevanten bereiche investiert werden könnte. DAS dilemma fast aller entwicklungsländer – in ägypten wie auch anderen vergleichbaren ländern müssten spezialisten aller branchen und wirtschaftskompetente leute ans ruder, egal welcher religiösen o. politischen ausrichtung. zwar wissen alle, was sie gerne hätten, aber nicht, wie und womit man es auch erreichen kann – das leben ist keine volle einkaufstüte, wie das auch die ex-ddrler unwillig erkennen mussten …im alltagsleben ist religion „nebensache“ – da zählt pragmatismus und spezialwissen!
    der mensch lebt zwar nicht vom brot allein – essen muß er trotzdem, auch wenn er noch so innig an Gott glaubt. man sagt: es gibt keine armut/armen länder-es gibt nur eine schlechte/ungerechte wirtschaft/regierung…


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