kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

„Jesus in Ägypten – das Geheimnis der Kopten“ 2. Januar 2013

Filed under: Heilige der koptischen Kirche — Knecht Christi @ 21:11

Auf den Spuren der ägyptischen Kopten

 

Jahrhunderte wurden die christlichen Kopten verfolgt und bekämpft.

Der Historiker Michael Hesemann beschreibt ihre Geschichte bis in die Zeit Jesu und der Pharaonen.

Gelten die Angehörigen der koptische Kirche doch als deren direkte Nachfahren.

 

Josef, dem gesetzlichen Vater von Jesus, wird im Traum vom Engel aufgetragen mit Maria und dem Kind vor König Herodes zu fliehen, wie es das Weihnachtsevangelium erzählt. Sie tun dies über den Sinai und entlang des Nil bis nach Oberägypten. Während seiner Reise auf den Spuren der Heiligen Familie begegnet der Autor den tief religiösen Kopten, die heute nicht einmal mehr ein Zehntel der ägyptischen Bevölkerung ausmachen. Für ihren unerschütterlichen Glauben mussten sie wie kaum ein anderes Volk in all den Jahrhunderten bis in die Gegenwart einen hohen Blutzoll bezahlen, wie Hesemann schreibt: „Die große Christenverfolgung, die von Diokletian begonnen und von Maximinus Daia fortgesetzt worden war, ist das Urtrauma der koptischen Kirche, die sich heute stolz die ‚Kirche der Märtyrer‘ nennt. Sie wurde aus dem Blut der unzähligen Gläubigen, die für Christus ihr Leben hingaben, gewissermaßen neu geboren. Darum ist der Ausgangspunkt des koptischen Kalenders bis auf den heutigen Tag nicht etwa die ‚Geburt Christi‘, es ist das Jahr der Thronbesteigung des Diokletian, das am 29. August 284 nach Christus anfing“.

 

 

 

 

 

Die Monatsnamen der Kopten tragen zum Großteil Bezeichnungen aus der Zeit der Pharaonen. Gelten doch die Kopten als deren direkte Nachfahren und somit als Urbewohner Ägyptens. Ihre muslimischen Landsleute von heute stammen überwiegend von den Arabern ab, die 640 nach Christus das Land erobert hatten. Auch danach waren die Kopten immer wieder der Verfolgung ausgesetzt – und sind es in diesen Tagen der Re-Islamisierung Ägyptens erneut. Es grenzt an ein Wunder, dass die Glaubensgemeinschaft noch existiert. Doch die Region ist reich an Wundern. Immer wieder nennt sie Autor Hesemann als Grund für den Bau von Kirchen oder Klöstern: Da ließ das Jesuskind der Überlieferung nach Brunnen entstehen, dort verneigten sich Bäume vor ihm oder wurden Menschen geheilt.

 

 

 

 

 

 

Fast jeder Ort, an dem Josef, Maria, Jesus und die in den Evangelien nicht erwähnte Hebamme Salome auf ihrer knapp ein Jahr dauernden Flucht rasteten, wurde zu einer Wallfahrtsstätte. Marienerscheinungen werden bis in unsere Tage berichtet. Der Autor zitiert Apokryphe, also Schriften, die nicht zum Kanon der Evangelien gezählt werden, die über die Flucht der Heiligen Familie berichten. Vieles klingt überraschend, aber nicht unlogisch. Etwa die Stelle im Buch Jesaja des Alten Testaments, die sagt: An jenem Tag wird es für den Herrn mitten in Ägypten einen Altar geben. Tatsächlich liegt Deir al-Muharraq, der südlichste Ort der Flucht der Heiligen Familie mit seiner angeblich von Christus selbst nach seiner Auferstehung gegründeten Kirche, exakt im geografischen Mittelpunkt Ägyptens. Neue Kraft erhielt die koptische Kirche unter ihren beiden bisher letzten Oberhirten, die wie in der katholischen Kirche „Päpste“ genannt werden, Kyrill VI. und Shenuda III. „Kopte ist man mit Herz und Seele oder gar nicht. Schon die Kinder und Jugendlichen werden in das intensive kirchliche Leben integriert, bis es ein fester Bestandteil ihres Alltags ist. Berufungen sind da keine Seltenheit. Seit unter Kyrill VI. das asketische Mönchtum seine Renaissance erlebte, fühlen sich gerade viele junge Intellektuelle berufen, nach dem Vorbild der großen Mönchsväter ein Leben des Gebets und der Enthaltsamkeit in der Einsamkeit der Wüste zu führen“.

 

 

 

 

 

Das Mönchstum ist nach Überzeugung des Autors in Ägypten entstanden. Die irischen Mönche wurden offenbar von dort inspiriert, die irische Form des Kreuzes etwa findet sich schon bei den Pharaonen. Die  Kopten haben vieles aus der heidnischen Religion ihrer Vorfahren übernommen, auch die Heilige Familie als Entsprechung von Isis, Osiris und dem  Horusknaben. Hesemann sieht deshalb das Heidentum als Vorbereitung auf die Ankunft des Evangeliums. Er weist immer wieder auf historische Übereinstimmungen hin, um die Exaktheit der Evangelien zu beweisen, aber auch um bestimmte Theorien zu untermauern. Das besondere Verdienst seines Buches ist es aber, eine weithin unbekannte Kirche vorzustellen, ebenso wie ein Ägypten, dessen christliche Kraft man gerade in dieser Zeit leicht übersieht.

 

Michael Hesemann: „Jesus in Ägypten – das Geheimnis der Kopten“ Herbig Verlag, 368 Seiten, 24, 99 Euro
Mehr zum Thema bei dradio.de:

Ein koptischer Liturgie-Ingenieur Die schwierige Suche der ägyptischen Kopten nach Freiheit

www.dradio.de – Besprochen von Stefan May

 

3 Responses to “„Jesus in Ägypten – das Geheimnis der Kopten“”

  1. VolksgruppenDer Großteil der Bevölkerung – zu etwa 91 % – sind die Nachkommen der alten Ägypter.
    Sie wurden jedoch durch Einwanderung und Vermischungen mit der Zeit kulturell und sprachlich arabisiert. Als unvermischte Nachfahren gelten die sesshaften und Ackerbau treibenden Fellachen und die christlichen Kopten, welche vorwiegend in Oberägypten und in den Städten leben
    Im Süden Ägyptens sind noch etwa 140.000 Nubier ansässig, eine größere Zahl lebt auch in den Städten. Viele von ihnen wurden aufgrund des Baus des Nasser-Staudamms vom Süden nach Kom Ombo umgesiedelt. In der Libyschen Wüste lebten einst Berberstämme, von denen heute allerdings nur noch wenige in der Oase Siwa wohnen. Daneben gibt es etwa 70.000 arabische Beduinen, welche nomadisch in den Wüsten des Landes leben. Ferner leben in der Wüste östlich des Nils auch Bedscha-sprachige Nomaden.

    Im Norden Ägyptens leben darüber hinaus auch Italiener, Türken, Abchasen und BritenDie einst florierenden griechischen und jüdischen Gemeinden sind nahezu verschwunden, nur eine kleine Zahl verblieb in Ägypten; jedoch besuchen viele ägyptische Juden das Land für religiöse Ereignisse und für den Tourismus: noch heute finden sich in Kairo und Alexandrien viele archäologische und historische jüdische Stätten.

    http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84gypten

    http://www.jaduland.de/afrika/egypt/egypt/aganfaenge.html

  2. Ibrahim Says:

    DIE KOPTEN ÄGYPTENS! SCHÖNER FILM!


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