kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Chinas frohe Botschaft 24. Dezember 2012

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 15:36

Immer mehr Chinesen finden zum christlichen Glauben. Viele Studenten sehen in der Religion eine Form des Protests gegen Egoismus und Materialismus. Die Kommunistischen Partei versucht gegen diesen Trend anzukämpfen.

 

 

 

Peking: Für Herrn Meng ist Gott allmächtig. „Früher habe ich gestottert und brachte keinen geraden Satz heraus“, erzählt der Mittvierziger. „Dann bin ich Christ geworden – und Sie hören ja, wie ich jetzt sprechen kann!“ Allerdings. Herr Meng redet seit zwanzig Minuten wie ein Wasserfall von Gottes Wundern, der Bibel und dem Weihnachtsfest. Seine rund 60 Zuhörer sitzen eng gedrängt auf schmalen Bänken und kleinen Hockern. Sie alle sind an diesem Adventssonntag zum ersten Mal zu einem Gottesdienst in die Pekinger Chongwenmen-Kirche gekommen und im Anschluss zu einer Einführung in den christlichen Glauben eingeladen worden. „Im Alltag erleben wir alle, wie eigennützig und boshaft Menschen sein können“, erklärt Herr Meng, einer der Gemeindeälteren. „Aber Gott ist gerecht, ihm können wir vertrauen.“ Er lässt eine Liste mit den Terminen der regelmäßigen Bibelstunden herumgehen. Viele tragen sich ein.

 

 

 

 

Videoaufzeichnung vom Gottesdienst

 

Der große Andrang hat nur wenig mit der Weihnachtszeit zu tun. Die protestantische Chongwenmen-Kirche mit ihren rund 800 Plätzen ist auch an anderen Sonntagen so gut besucht, dass ihre Gottesdienste per Video in die Nebenräume übertragen werden müssen, und das viermal am Tag. Die Besucher sind eine bunte Mischung: gutgekleidete Angehörige der chinesischen Mittelschicht sitzen neben Wanderarbeitern in abgewetzten Anzügen oder Jugendlichen im Freizeitlook. Die meisten sind erst seit wenigen Jahren Christen. Denn Chinas Kirchengemeinden wachsen schnell, ein Trend, den Chinas Kommunistische Partei mit Sorge beobachtet. In ihrem atheistischen System ist Religion zwar erlaubt, aber nur, wenn sie sich der staatlichen Glaubensaufsicht unterstellt. Doch gerade dazu sind viele chinesische Christen nicht bereit, denn für viele ist die Hinwendung zu Gott auch eine Abkehr von den materialistischen Heilsversprechungen, aus denen die Führung ihre Legitimation bezieht.

 

 

 

 

 

Partei statt Papst

 

Zwischen 60 bis 90 Millionen Chinesen bekennen sich zum Christentum, schätzt die chinesische Akademie für Sozialwissenschaften. In offizielle Gotteshäuser wie Pekings Chongwenmen-Kirche geht aber nur etwa ein Drittel. Die Mehrheit trifft sich in informellen Zirkeln und nimmt dafür das Risiko staatlicher Repressionen in Kauf. Besonders Katholiken stehen unter Druck: Peking verlangt von ihnen die Zugehörigkeit zur „Patriotischen Vereinigung“, die statt des Papstes die Partei als höchste Instanz anerkennt. Als im Sommer der Shanghaier Bischof Thaddeus Ma Daqin demonstrativ seinen Austritt aus der Staatskirche erklärte, verschwand er umgehend aus der Öffentlichkeit. Die Nichtregierungsorganisation China Aid dokumentierte vergangenes Jahr 1289 religiös motivierte Festnahmen, mehr als doppelt so viel 2010. Dem Zulauf des Christentums tut das keinen Abbruch. Zwar gibt es keine belastbaren Statistiken, doch in Kirchenkreisen heißt es, dass die Zahl der Gläubigen so schnell wachse, dass es gerade für die Untergrundgemeinden immer schwieriger sei, keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Zu den größten Missionsorten gehören Chinas Universitäten. „Die heutige chinesische Gesellschaft ist geprägt von Materialismus und Egoimus“, sagt ein 23-jähriger Wirtschaftsstudent an Pekings elitärer Renmin-Universität, die vor allem Kader für den Staatsdienst ausbildet.

 

„Im Westen gibt es viele gute Werte, die wir in China auch haben sollten.“ Dass er christliche und westliche Werte gleichsetzt, ist einer der Gründe, weshalb das Christentum der Partei nicht geheuer ist. Denn die Führung hat es zu einer ihrer Leitparolen gemacht, sogenannte „westliche Vorbilder“ abzulehnen. Doch die nationalistischen Parolen, mit denen die Kommunistische Partei ein chinesisches Wir-Gefühl zu schaffen versucht, kommen nicht bei allen gut an. „Bevor ich zu Gott gefunden habe, fühlte ich mich spirituell leer“, erzählt ein Student aus dem südchinesischen Guangzhou. Als er über einen Kommilitonen zu einem Bibelkreis kam, entdeckte er einen gemeinschaftlichen Zusammenhalt, den er vorher nicht kannte. „Wir Chinesen stehen von klein auf in Konkurrenz mit einander, aber in der Gemeinde ist dieser Wettbewerb außer Kraft gesetzt“, erzählt er. Zum Gottesdienst gehen die Studenten zwar in eine offizielle Kirche, doch darüber hinaus treffen sie sich häufig zu informellen Gebetszirkeln in ihren Wohnheimzimmern.

 

 

Amerikanische Missionare ködern Studenten

 

Starken Einfluss haben dabei oft Ausländer. Insbesondere christliche Gruppen aus den USA schicken Missionare nach China, die dort als Studenten oder Sprachlehrer auftreten, aber vor allem religiöse Anhänger zu gewinnen versuchen. So erzählt ein chinesischer Student, dass er zu einer Weihnachtsfeier eines amerikanischen Dozenten eingeladen gewesen sei, von dessen religiösen Überzeugungen er nichts wusste. Bei der Zusammenkunft habe dann die Frau des Hauses vor allen Gästen ihre Beichte abgelegt. „Sie wollte für uns ein Vorbild sein“, erzählt der sichtlich beeindruckte Student. Oft ködern amerikanische Missionare die chinesischen Studierenden auch mit praktischen Vorteilen, etwa dem Versprechen auf die Aufnahme an ein US-College in kirchlicher Trägerschaft. Herr Meng in der Pekinger Chongwenmen-Kirche glaubt nicht, dass man zu solchen Tricks greifen oder als Christ im Untergrund leben müsste. „Ich weiß, dass manche Gläubige lieber in kleinen Gruppen beten“, sagt er, nachdem seine Kirchenneulinge gegangen sind. „Aber wenn sie einmal einen richtigen Gottesdienst in einer schönen Kirche wie unserer erlebt haben, kommen sie auch wieder“.

 

Christentum in China: Höhlenkirchen und tolle Kreuze

www.fr-online.de – Von Bernhard Bartsch

 

 

 

 

Chinesische Weihnachtsbäume im islamischen Ägypten

 

Zu Weihnachten leuchten sie in fast allen Wohnungen, in den Städten werden sie an zentralen Stellen aufgestellt: Weihnachtsbäume. Der aus dem Elsass stammende Brauch hat sich in vielen Ländern verbreitet. Unsere Korrespondenten erzählen Christbaumgeschichten aus aller Welt.

 

KAIRO: Hassan Abu Daous verkauft seit einem halben Jahrhundert Weihnachtsbäume in Kairo. Ausländer sind seine Kunden, aber auch Muslime und christliche Kopten, die ihr orthodoxes Weihnachtsfest erst am 7. Januar feiern. Da Ägypter immer alles lieben, was leuchtet und glänzt, gibt es dort zahlreiche Menschen die keine religiösen, sondern eher kulturelle Weihnachten feiern – und dazu gehört ein Weihnachtsbaum. Dieses Jahr ist der Verkauf allerdings flau, erzählt der muslimische Christbaumverkäufer Hassan. „Solche Bäume kaufen die Menschen, wenn sie glücklich sind und es ihnen gut geht“, erklärt er den Käuferschwund. Kairo in der Krise, mit dem Streit um die Verfassung und den Auseinandersetzungen auf der Straße zwischen Islamisten und Opposition – da will dieses Jahr keine so rechte Weihnachtsstimmung aufkommen.

 

 

 

Was übrigens den Handel mit den Bäumen angeht, ist der ebenso einem Wandel unterworfen, wie die gesamte arabische Welt, wenngleich weniger turbulent. Früher wurden Tannen und Fichten aus Österreich, Holland oder Skandinavien importiert. Die ganz teuren wechselten für umgerechnet mehrere hundert Euro den Besitzer, was natürlich schon ein kleiner Hinweis darauf ist, dass es sich bei den ägyptischen Kulturweihnachtlern meist um die Spezies der verwestlichten ägyptischen Oberschicht oder um ziemlich verzweifelte und sehnsüchtige Ausländer handelte. Das hat sich allerdings in den vergangenen zwei Jahren geändert. Denn inzwischen gibt es auch in Ägypten gewachsene Fichten, die in einer Plantage am Mittelmeer, in der Nähe von Alexandria gezüchtet werden. Wo genau, bleibt Hassans Geschäftsgeheimnis, nicht dass jemand auf die Idee kommt, so einen Baum direkt im drei Autostunden entfernten Alexandria abzuholen. Zugegeben, die ägyptischen Fichten, von denen mehrere Dutzend vor seinem Laden stehen, sehen etwas schmächtig aus und die Abstände zwischen den Ästen geben ihr nicht das Äußere einer vollen Alpentanne. Aber sie stehen aufrecht und werden gekauft, weil sie bei Hassan schon für umgerechnet 20 Euro zu haben sind. Wer trotzdem eine importierte kaufen will, der ersteht in diesen Tagen eine chinesische Fichte. Denn auch diesen ägyptischen Markt haben die eifrigen Ostasiaten entdeckt und haben damit die europäischen Bäume vom Markt verdrängt. Damit haben die Chinesen praktisch die letzte ägyptische Marktlücke ausgefüllt. Die Ägypter kaufen inzwischen nicht nur vorzugsweise die wesentlich billigeren chinesischen Autos, selbst die Laternen, mit denen die Kinder im Fastenmonat Ramadan herumziehen und die gerne mal ein „Allahu akbar“ – von sich geben, sind made in China. Da sind chinesische Christbäume nur konsequent. {Quelle: www.badische-zeitung.de}

 

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