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Droht in Syrien eine russisch-amerikanische Konfrontation? 18. Dezember 2012

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 21:37

Gefährlicher Scheideweg und militärische Eskalation

 

Am 14. Dezember unterzeichnete der amerikanische Verteidigungsminister Leon Panetta den Befehl, 400 Soldaten der US-Raketenstreitkräfte als Bedienungsmannschaften in die Türkei zu entsenden.

 

 

Als Grund gab Washington an, die Sicherheit des wichtigen NATO-Mitglieds Türkei sei gefährdet. Die amerikanischen Soldaten sollen in der Türkei in den kommenden Wochen zwei Patriot-Flugabwehrraketensysteme bedienen.Der Sprecher des Pentagon, George Little, sagte dazu: »Die USA haben die Türkei bei ihren Bemühungen, sich gegen Syrien zu verteidigen, unterstützt… Ich werde jetzt nicht auf die genauen Örtlichkeiten im Einzelnen eingehen, aber ich möchte Sie … wissen lassen, dieser Befehl wurde unterzeichnet, und wir sind darauf vorbereitet, die Verteidigung der Türkei im Rahmen der NATO über einen nicht näher begrenzten Zeitraum zu unterstützen. Mit diesem Einsatz wollen die USA klar und deutlich machen, dass wir in enger Zusammenarbeit mit unseren NATO-Verbündeten die Verteidigungsbemühungen der Türkei insbesondere gegen potenzielle Bedrohungen aus Syrien weiterhin unterstützen werden« (US Air Force News, 14. Dezember 2012)}. Die Patriot-Boden-Luft-Abfangraketen sollen also eingesetzt werden, um »mit den aus Syrien kommenden Bedrohungen fertig zu werden«, erklärt US-Verteidigungsminister Leon Panetta. Zu diesen Bedrohungen zählen »syrische Angriffe innerhalb der Türkei sowie Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Rebellenkämpfern, die auf türkisches Territorium übergreifen«. (CNN, 14. Dezember 2012). »›Wir können jetzt keine Zeit damit verschwenden, uns Gedanken darüber zu machen, ob das Syrien jetzt gefällt oder nicht‹, sagte Panetta nach der Unterzeichnung des Befehls am vergangenen Freitag.« (Ebenda,  Hervorhebungen von M.Ch). Zusätzlich zu der Verlegung der amerikanischen Patriot-Systeme haben auch Deutschland und die Niederlande bestätigt, dass sie gegen Syrien gerichtete Patriot-Systeme in die Türkei verlegen werden. Unerwähnt bleibt in der Erklärung des Pentagon, dass sich dieser Ausbau der Patriot-Stellungen nicht nur gegen Syrien, sondern insbesondere gegen die russische Militärpräsenz in Syrien sowie die russische Unterstützung bei der Verbesserung der syrischen Luftabwehr richtet.

 

 

USA und NATO führen den Aufstand an

 

Dieser Schritt des Pentagon ist Teil des von den USA, der NATO und Israel angeführten Aufstandes gegen Syrien. In den vergangenen Monaten hat sich dieser Aufstand faktisch, wenn auch nicht offiziell, zu einer Invasion der Alliierten entwickelt, wie man an der Präsenz von Spezialeinheiten aus Frankreich, England, der Türkei und Katar in Syrien erkennen kann. Diese Spezialeinheiten sind in die Rebelleneinheiten »eingebettet«. Sie beteiligen sich nicht nur an der Ausbildung der Rebelleneinheiten, sondern sind in Abstimmung mit der NATO faktisch auch in die Kommandierung und Koordination der paramilitärischen Gruppen einbezogen. Über ihre Spezialeinheiten und ihre Geheimdienstmitarbeiter vor Ort beeinflussen mit anderen Worten Mitgliedsstaaten des Nordatlantischen Bündnisses maßgeblich die Art und Weise sowie die Stoßrichtung der Rebellenaktivitäten. Eine der wichtigsten und kampfstärksten Gruppen ist in diesem Zusammenhang die von den USA, der NATO, Saudi-Arabien und Katar angeworbene und ausgebildete Schabhat an-Nusra (»Unterstützungsfront für das syrische Volk«), eine eng mit al-Qaida verbundene Miliz, die bereits zahlreiche Terroranschläge gegen Zivilisten verübt hat.

 

 

 

Ein umfassender Krieg in der Nahmittelostregion

 

Die Stationierung der amerikanischen Patriot-Raketen in der Türkei ist Teil einer Militarisierung, die die gesamte Region erfasst hat, und zu der auch die Einrichtung amerikanischer Kommandoposten und die Stationierung amerikanischer Truppen in Jordanien und Israel gehören. Dieser militärische regionale Aufmarsch bedroht auch den Iran. Darüber hinaus werden die Kriegsvorbereitungen der USA, der NATO und Israels im Hinblick auf Syrien mit den Vorbereitungen eines militärischen Vorgehens gegen den Iran abgestimmt. Die Kommandoposten in Israel, unter deren Befehl an die 1.000 amerikanische Soldaten stehen, fallen in Koordination mit den israelischen Streitkräften unter die Zuständigkeit des amerikanischen Regionalkommandos European Command (EUCOM). Der iranische Generalstabschef Generalmajor Hassan Firouzabadi erklärte am vergangenen Wochenende, die Stationierung der Patriot-Flugabwehrraketen entlang der türkisch-syrischen Grenze beschwöre die Gefahr des Dritten Weltkriegs. In diesem Zusammenhang sollte nicht unerwähnt bleiben, dass sich zusätzlich zur Stationierung der Patriot-Raketen in der Türkei auch in Kuwait, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Bahrain (2010) bereits Patriot-Luftabwehrraketen in Position gebracht wurden, die diesmal allerdings gegen den Iran gerichtet sind.

 

 

Russische Luftabwehrsysteme in Syrien

 

Als Reaktion auf die Stationierung von Flugabwehrraketen seitens der USA und ihrer Verbündeten hat Russland Syrien moderne Iskander-Raketen geliefert, die nun voll einsatzbereit sind. Zudem ist die syrische Luftverteidigung mit dem russischen Flugabwehrsystem Pechora-2M ausgestattet. Bei der Iskander-Rakete handelt es sich um eine Boden-Boden-Rakete, die bisher »von keinem anderen Raketenabwehrsystem erfasst oder zerstört werden kann«: Die überlegene Iskander-Rakete erreicht eine Geschwindigkeit von bis zu zwei Kilometern pro Sekunde  (sechs- bis siebenfache Schallgeschwindigkeit) und verfügt über eine Reichweite von 450 Kilometern. Sie ist in der Lage, ihren 680 Kilogramm schweren Gefechtskopf mit hoher Genauigkeit ins Ziel zu bringen – ein Albtraum für jedes Raketenabwehrsystem«}. Darüber hinaus verfügt Syrien noch über das moderne Pechora-2M-Flugabwehrsystem, das durchaus eine »Gefahr«, also eigentlich ein Hindernis, bei der möglicherweise beabsichtigten Errichtung einer Flugverbotszone in Syrien darstellen könnte, wie amerikanische Militärs einräumten. Bei Pechora-2M handelt es sich um ein hochentwickeltes Abwehrsystem, das mehrere Ziele erfassen und verfolgen kann. Die Pechora-2M ist ein Boden-Luft-Kurzstrecken-Abwehrsystem, das Flugzeuge, Marschflugkörper, Angriffshubschrauber und andere Luftziele am Boden sowie in geringer und mittlerer Höhe bekämpfen kann.

 

 

Russland steht fest zu Syrien

 

Anders als kürzlich in vielen Medien zu vernehmen war, unterstützt Russland die Regierung von Präsident Baschar al-Assad weiterhin. Am 14. Dezember trat das russische Außenministerium Gerüchten entgegen, die vor allem von westlichen Nachrichtenagenturen und der New York Times verbreitet wurden, nach denen Moskau seine Haltung zu Syrien geändert habe. Die Medienberichte stützten sich dabei auf eine inoffizielle, spontane Äußerung des stellvertretenden Außenministers Michail Bogdanow: {»›Wir müssen den Tatsachen ins Auge sehen: Die derzeitige Entwicklung zeigt, dass die Regierung in zunehmendem Maße die Kontrolle über einen immer größer werdenden Teil des Landes verliert‹, sagte Bogdanow vor der Gesellschaftskammer. ›Ein Sieg der Opposition kann nicht ausgeschlossen werden‹«}. Diese Erklärung hat nichts mit der russischen Haltung zu Syrien zu tun. Anders als die Medien unterstellen hat Moskau seine militärische Zusammenarbeit mit Damaskus als Reaktion auf die westlichen Drohungen sogar intensiviert. »…Wir haben unsere Position zu keinem Zeitpunkt geändert und werden das auch in Zukunft nicht tun«, sagte der russische Außenamtssprecher Lukaschewitsch auf einer Pressekonferenz in Moskau. Bemerkenswerterweise warf eben dieser russische stellvertretende Außenminister Michail Bogdanow den westlichen Ländern am 5. Dezember vor, das Waffenembargo zu verletzen und »in erheblichem Umfang« Waffen an die syrische »Opposition« zu liefern, die zum Großteil aus Milizen besteht, die über Verbindungen zu al-Qaida verfügen.

 

 

Gefährlicher Scheideweg in den russisch-amerikanischen Beziehungen

 

Washington und seine Verbündeten haben die verschiedenen terroristischen Gruppen, die Teil der »oppositionellen« Rebelleneinheiten sind, immer wieder unterstützt. Erst vor kurzem hat die Freie Syrische Armee (FSA) damit gedroht, eine ukrainische Journalistin zu ermorden, und angekündigt, sie werde »Russen und Ukrainer«, die sich in Syrien aufhielten, töten. Die FSA bildet die Fußsoldaten des westlichen Militärbündnisses. Ohne westliche Unterstützung wären sie nicht in der Lage, gegen die syrischen Regierungseinheiten zu kämpfen. Die Entscheidung, russische Bürger zu bedrohen und möglicherweise anzugreifen, wurde nicht von den »oppositionellen« Rebelleneinheiten, sondern direkt in Washington getroffen. Diese Drohungen stellen eine bewusste Provokation an die Adresse der russischen Regierung dar, die Syrien militärisch unterstützt. Und nun bedrohen die »Oppositionskräfte« in Abstimmung mit den USA und der NATO Russland, einen Verbündeten Syriens. Wir befinden uns an einem gefährlichen Scheideweg: Während die eine Seite Patriot-Abwehrraketen in der Türkei stationiert, werden russische Iskander-Raketen in Syrien in Position gebracht. Spezialeinheiten Frankreichs, Englands, der Türkei und Katars sind an der Rekrutierung und Ausbildung von FSA-Rebellen beteiligt, bei denen es sich oft um Söldner handelt. Jetzt bedroht die FSA auf  Befehl Washingtons russische Staatsbürger in Syrien, was zu einer schweren diplomatischen Krise führen könnte. Aus Moskauer Sicht kommen diese Drohungen einer »Kriegserklärung« sehr nahe, und deshalb reagierte Russland mit der Feststellung: »Die vom Westen unterstützten bewaffneten Aufständischen wurden zu einem Schritt ermutigt, der sie zu Gesetzlosen macht«. Sind diese Drohungen gegen russische Staatsbürger in Syrien der Auftakt zu einem harten Konfrontationskurs zwischen Russland und der NATO? {Quelle: info.kopp-verlag.de – Prof. Michel Chossudovsky}

 

4 Responses to “Droht in Syrien eine russisch-amerikanische Konfrontation?”

  1. carma Says:

    schon denkwürdig: nicht, dass sich der westen, geschweige denn obamallah, sorgen um die syrischen CHRISTEN machen würde, auch die russen interessieren sich offensichtlich nicht für sie!!
    christen haben weder in irak, noch in ägypten, libanon oder aktuell in syrien hilfe und beistand von der restlichen katholischen, evangelischen, freikirchlichen oder orthodoxen welt zu erwarten?!
    das geschrei der moslems hat alle anderen übertönt – west und ost lassen sich von ihnen zum x-ten male verarschen, ohne klüger zu werden…

  2. Sarah Says:

    Kriegsvorbereitung? Maritime Kräfte in syrischen Gewässern

    Vor kurzem hat sich die Situation um Syrien weiter angespannt. Der amerikanische maritime Kampfblock mit dem Flugzeugträger „Eisenhower“ an der Spitze ist vor Syriens Küste eingetroffen. Anschließend hat die Türkei an der Grenze zu Syrien „Patriot“-Raketen stationiert. Am 7. Dezember kündigte der Generalstab der russischen Streitkräfte an, dass die russische Flotte auf dem Schwarzen Meer vorübergehend nicht zu ihrer Basis zurückkehren wird. So ist eine Rückkehr der Flotte in syrische Gewässer nicht ausgeschlossen. Eine militärische Intervention aus dem Westen wird immer wahrscheinlicher. So schätzen Analytiker das Vorrücken des amerikanischen maritimen Kampfblocks und die Stationierung der „Patriot“-Raketen als standardisierte amerikanische Kriegsvorbereitung ein. Viele glauben, dass die USA für ein militärisches Vorgehen gegen Syrien bereit sind. Dazu Chinas Militärexperte Yin Zhuo:
    „Der Einsatz des amerikanischen maritimen Kampfblocks mit dem Flugzeugträger ‚Eisenhower‘ an der Spitze bedeutet nicht unbedingt, dass die USA gut vorbereitet für einen Syrien-Krieg sind. Die USA haben nur eine präventive Planung umgesetzt, um einer unerwarteten Veränderung der Situation in Syrien vorzubeugen. Eine eventuelle Intervention soll im Wesentlichen auf dem Boden durchgeführt werden. Allerdings ist uns nicht bekannt, dass die Türkei oder andere arabische Staaten an der Grenze zu Syrien große Einheiten gesammelt hätten.“

    Was bedeutet die Bewegung der russischen Flotte auf dem Schwarzen Meer? Droht eine Konfrontation? Yin Zhuo beschwichtigt:

    „Die russische Marine wird sich auf keinen Fall am Bürgerkrieg in Syrien beteiligen mit dem Risiko einer Konfrontation mit den USA. Man darf nicht vergessen, dass die russische Marine nach dem 2. Weltkrieg an keiner wahren militärischen Operation teilgenommen hat. Syrien soll keine Ausnahme werden. Die russische Flotte zielt darauf ab, während eines Bürgerkriegs die Interessen Russlands zu schützen und Personen bzw. Eigentum des Staats aus dem Krisenland abzuziehen. Natürlich will Russland auch seine Kräfte demonstrieren. So könnte die künftige syrische Regierung die Interessen Russlands in Syrien berücksichtigen

    • carma Says:

      ich glaub auch nicht, das russland sich in einen krieg hineinziehen lässt -außerdem sind in washington bekanntlich sozis an der macht, die mögen russland…
      würde assad seine raketen auf israel abfeuern, käme vermutlich die ganze welt syrien zur hilfe – kennt man ja aus gaza…
      da sich der friedliche islam hauptsächlich untereinander bekämpft, sollte vorrangig die situation der christen interessieren, für die man energisch schutz einfordern muss. jede andere politik ist pro-sunnitisch oder pro-alewitisch/schiietisch und nicht unser bier- öl hin, gas her!!

      • Emanuel Says:

        Hier fällt mir wieder so einiges zu ein ….

        Aber ich frage lieber mal …..

        Woher nimmst du die Meinung, das USA Rußland mag ???

        Weshalb denkst du, das die ganze Welt Syrien helfen würde, wenn sie Raketen auf Israel abschießen würden ?

        Wie kommst du überhaupt auf den Gedanken, dass Syrien , dieses arme kleine Land, so etwas machen würde ???

        Wieso glaubst du, das Christen nicht an dem Schicksal unschuldiger Menschen interessiert sein sollten ??

        (Tolerierst du etwa, das „Christen“ westlicher Länder gemeinsam mit Al Kaida Mördern unschuldige Menschen massakrieren ????)


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