kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Die Intensität des Ohrenkusses 17. Dezember 2012

Filed under: Stopp Abtreibung,Werte für Jugend — Knecht Christi @ 15:19

L(i)ebenswerteWeihnachten

 

 

 

 

Als der Nikolaus kommt, steigt die Spannung:

Ein Lied erklingt, die Päckchen werden freudig in Empfang genommen. Eine ganz normale Weihnachtsfeier, die doch anders ist:

Die Kinder haben das Down Syndrom.

 

 

 

Tobias schlüpft vor Aufregung eng an seine Mama, Paula schaut den Mann im roten Gewand und dem Rauschebart kess an und Henry weiß noch gar nicht, wie ihm geschieht: Ganz übliche Reaktionen von Kindern, die Besuch vom Nikolaus bekommen. Das ist bei vermeintlich normalen Jungen und Mädchen nicht anders, als bei Kindern mit Down Syndrom. Und genau das wollen Tanja Ashour und Olivia Calasso deutlich machen: „Unsere Kinder sind nicht behindert, sie sind einfach anders“, erklärt Olivia Calasso, Mama des fünfjährigen Elias. „Sie sind etwas besonderes und haben eine ganz besondere Ausstrahlung“, ergänzt Tanja Ashour. Deshalb haben sie die von ihnen gegründete Gruppe für Familien mit Down Syndrom-Kindern auch „L(i)ebenswert“ genannt: „Wir möchten zeigen, dass die Kinder uns viel an Wärme und Charme geben“, meint Olivia Calasso und beobachtet Sohn Elias, wie er sich an die Siebtklässlerin Celine Buertesch kuschelt: „Er hat sie gleich in Beschlag genommen.“ Und die Schülerin freut sich über so viel Aufmerksamkeit: „Es gefällt mir toll hier.“ Sie ist zum ersten Mal beim monatlichen Treffen der Gruppe dabei, absolviert gemeinsam mit Anja Bader das Projekt „Soziales Engagement“, das die Schönbein-Realschule mit den siebten Klassen absolviert: Rund 20 soziale Stunden haben sie bis Ostern zu absolvieren, die beiden Mädchen engagieren sich bei „Mobile“, unter dessen Dach sich „L(i)ebenswert“ befindet. Sie werden wiederkommen, meinen sie vor Begeisterung strahlend: „Wenn wir dürfen“, fragt Celine Buertesch.

 

 

 

Das sei keine Frage, denn die Gruppe möchte auf vielfältige Weise auf das Leben mit Down-Syndrom-Kindern aufmerksam machen. Einerseits ists der integrative Gedanke, Vorurteile und Berührungsängste sollen abgebaut werden: „Wir wollen den Menschen vermitteln, dass wir ganz normale Familien sind“, erklärt Tanja Ashour. Deshalb ist für nächstes Jahr eine Fotoausstellung geplant, die noch an finanziellen Mitteln scheitert: „Wir suchen nach einem Fotografen“, so Olivia Calasso. Auch möchte „L(i)ebenswert“ Betroffenen von Mutter zu Mutter, Vater zu Vater oder auch Geschwisterkind zu Geschwisterkind unterstützen: „Beraten dürfen wir nicht“, macht Tanja Ashour deutlich. Aber bei den monatlichen Treffen erfahren betroffene Familien einerseits, dass sie nicht alleine mit dem ein oder anderen Problem sind. Und anderseits sehen gerade Eltern mit Babys eines: Elias und Sarah, Paula und Henry sind Kinder wie alle anderen auch – sie toben und spielen, schreien, lachen und streiten sich auch mal um das Spielzeug. Deshalb stehen die Türen für die Treffen auch jenen Frauen und Männern offen, die die Diagnose „Trisomie 21“ erhalten haben. Tanja Ashour: „Wir gehen aber nicht von uns aus auf die Menschen zu“.

 

 

 

Im März haben sich die beiden Frauen zur Gründung von „L(i)ebenswert“ entschlossen, fünf Familien kamen zu ersten Treffen. Auf 14 ist die Gruppe nun angewachsen, Tanja Ashour und Olivia Calasso freuts: „Man sieht, dass der Bedarf an einer solchen Gruppe vorhanden ist, um sich austauschen zu können.“ Ziel aller Familien ist, ihre Down-Syndrom-Kinder in die Gesellschaft, Schule, Kindergarten und auch im Sport oder anderen Bereichen zu integrieren. Denn, so Tanja Ashour: „Wir wollen unsere Kinder nicht verstecken“. Info Die Gruppe „L(i)ebenswert“ trifft sich ein Mal im Monat im Schönbeinsaal, Klosterhof 13. Termine bei Tanja Ashour, Telefon: (0 71 23) 97 24 94 und Olivia Calasso, Telefon: 16 14 60. {Quelle: www.swp.de – Von Kirsten Oechsner}

 

 

 

 

 

 

 Die Intensität des Ohrenkusses:

Menschen mit Down Syndrom machen Zeitung

 

In Bonn entsteht zwei Mal pro Jahr eine Zeitschrift, die einzigartig in der Medienlandschaft ist, die wohl den schönsten Titel – Ohrenkuss – aller trägt, und die von einzigartigen Journalisten gemacht wird:

Die Redakteure sind Menschen mit Down-Syndrom.

 

Göttingen: Zwei von ihnen, Angela Fritzen und Johanna von Schönfeld, stellen am Freitag, 23. November, im Literarischen Zentrum in Göttingen ab 20 Uhr mit Katja da Braganca, Ideengeberin und Chefredakteurin, die keine Chefin ist, ihren Ohrenkuss vor. Zu allererst aber werden die Drei wohl erklären, was sich hinter dem wunderbaren Wort Ohrenkuss verbirgt. Katja da Branca beschreibt es so: „Vieles Gesprochene geht hinein ins Ohr und wieder hinaus. Der Ohrenkuss ist das Gegenteil, er bleibt hängen, schmeichelt“. Und der Titel Ohrenkuss passt so prima zu der aufwändig gemachten Zeitschrift, weil die besonderen Mitarbeiter eben diese schmeichelnden Worte kreieren, Worte und Sätze, die nicht in Journalisten-Schulen zu erlernen sind. Die aber so auch nicht in Köpfen ausgebildeter Schreiber ohne Handicap entstehen. Denn Menschen mit dem genetischen Fehler Down Syndrom denken und fühlen, nehmen anders wahr Wer den Ohrenkuss aufschlägt, in ihm schmökert, spürt das sofort und kann sich der Faszination nicht entziehen, die aus einfachen Sätzen mit klaren Aussagen entspringt. „Ein Reh ist eine Seele mit vier Beinen“, ist ein oft zitierter, wunderbarer Satz, den Tobias Wolf geschrieben hat.

 

 

„Der Winter ist ein Kühlschrank“

 

Im neuen Ohrenkuss-Heft widmen sich die Mitarbeiter – wie immer – einem Thema: Zeit. Sie haben sich dafür viel Zeit – wie immer – für die Produktion gelassen. Auch im aktuellen Produkt finden sich diese dichten, speziellen Sätze: „Der Winter ist ein Kühlschrank“, stammt von Michael Häger. Eigentlich müsste dieser Bericht damit schließen, weil es nur noch schwächer weitergehen kann, wäre da nicht Katja da Braganca. Die Humangenetikerin stieg über ein Uni-Forschungsprojekt in das Thema ein und kam davon nicht mehr los. „Wie leben Menschen mit Down-Syndrom die Welt? Wie sieht die Welt Menschen mit Down-Syndrom? – Eine Gegenüberstellung“, war das Thema. Dass viele dachten, diese Menschen könnten nicht lesen und schreiben, war für Katja da Branca inakzeptabel. Ihre Antwort, die die Vorteile zerbröseln lassen soll, hieß „Ohrenkuss“, eine Zeitschrift, geschaffen von Menschen mit Down-Syndrom. „Das war die Idee, und jetzt machen wir das 15 Jahre“, staunt Katja da Braganca.

 

 

Emotionen sind bedeutend

Die Arbeit an der Zeitschrift beschreibt sie mit Worten wie „außergewöhnlich“ und schlicht „anders“. Es wird dabei viel geredet, zugehört, diktiert, aufgeschrieben, da entsteht aus handwerklich höchst unterschiedlichen Texten oder Fragmenten ein thematisch ausgerichtetes Gesamtwerk. Es ist ein Kunstwerk, das viel mehr als die immerhin 3000 Abonnenten verdient hat. Auch, weil die Autoren sich den Themen intensiv widmen, sich ihen aber oft völlig anders annähern als übliche Schreiber. Eines ist immer im Spiel: Emotionen. Gefühle, die sich aber nicht in mit Adjektiven übersättigten Sätzen äußern, sondern in nüchternen Feststellungen, die gleichwohl hoch emotional sind – und gedankenbefruchtend. „Die Arbeit mit dem Team ist bereichernd“, sagt Katja da Branca fasziniert. Das Ohrenkuss-Lesen auch.

 

Wer mehr erfahren möchte,

kann den Ohrenkuss bestellen und/oder Freitagabend

ins Literarische Zentrum gehen.

ohrenkuss.de

www.hna.de – Von Thomas Kopietz

 

 

 

 

 

 

Da rein, da raus!

 

Ohrenkuss” ist Fünfzehn

 

Das Magazin „Ohrenkuss …da rein, da raus“

erscheint zweimal im Jahr und veröffentlicht ausschließlich Texte,

die Menschen mit Down-Syndrom selbst verfasst haben.

Nun feiert “Ohrenkuss” sein fünfzehnjähriges Jubiläum.

 

 

 

 

”Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding”, singt die Marschallin im Rosenkavalier, ”wenn man so hinlebt, ist sie rein gar nichts, aber dann auf einmal da spürt man nichts als sie”. Die dramatische Wahrheit (Weisheit!) die in diesem wehmütigen Rückblick der Marschallin steckt, spürt man selber wohl erst richtig, wenn man etwas älter ist. “Ohrenkuss”, das einzige von Menschen mit Down-Syndrom gemachte Magazin in Deutschland hat weder dieses spezielle Altersstadium erreicht, noch besteht für die Journalisten ein Grund mit Wehmut auf das hinter ihnen liegende zurückzublicken. Im Gegenteil: Sie werden es mit Freude und gewiss auch mit Stolz tun. Vielleicht ist auch ein bisschen Verblüffung dabei. Schließlich war der “Ohrenkuss” zunächst als temporäres Projekt geplant, als es die spätere langjährige Chefredakteurin Katja de Bragança sozusagen aus der Taufe hob. Nun wird der “Ohrenkuss” 15 Jahre jung! Grund für die Redaktion ein Sonderheft herauszugeben. Das Thema: “Zeit”. Wieder einmal ist nach intensiver Vorarbeit ein facettenreiches Heft entstanden. Dass das Heft tragende Thema ist nicht zufällig gewählt. Immerhin haben alle “Ohrenkuss”-Journalisten mit Down-Syndrom ein ganz unterschiedliches Zeitgefühl. Weshalb es wohl auch erst am 30. Oktober – zwei Tage verspätet (Thema Zeit!) – herausgekommen ist.

 

 

Als was kann eine Ameise wiedergeboren geboren werden?

Stichworte im Zusammenhang mit dem Thema “Zeit” sind: Ohrenkuss Zeit, Zeitdruck, Stress, Warten, Pünklichkeit, Vergangenheit, Zukunft, Jahreszeiten, Geburt, Lebenszeit, Sterben, Tod und Wiedergeburt. Apropos Wiedergeburt: Wenn Sie schon immer wissen wollten, als was eine Ameise wiedergeboren werden kann, sind “Ohrenkuss”-Leser mit dem neuen Heft gut beraten. Auch die anderen menschen- und weltbewegenden Themen finden die darin gut beackert vor. Die Herbst-Ausgabe des Magazins „Ohrenkuss …da rein, da raus“ kann in Auszügen auch online gelesen werden”. Hintergründe und Erklärendes zur Entstehung der “Zeit”- Ausgabe”, informiert “Ohrenkuss” via Pressemitteilung, finden sich online hier.

 

 

Jubliläumsausgabe mit Aquarellen der Kölner Künstlerin Gabriele Lutterbeck

 

Die Jubiläumsausgabe ist wieder rundum Aufsehen erregend. Nicht zuletzt deshalb, weil darin die bestechenden Aquarelle (siehe auch Artikelfoto) der Kölner Künstlerin Gabriele Lutterbeck zu bestaunen sind. Die Kölner Künstlerin hat die Ohrenkuss-Redaktion ein Jahr lang begleitet und bei Redaktionssitzungen und Recherche-Exkursionen Fotos gemacht. Aus den besten Motiven wurden Vorlagen für die Ohrenkuss-Aquarelle. Vier davon sind als limitierte Edition erhältlich. Außergewöhnliche Bilder sind diesmal nicht nur im “Zeit”-Heft zu sehen, sondern auch ab dem 30. November bis zum 9. Dezember in der Ausstellung “As time goes by”. Veranstaltungsort ist der Projektraum b12 in der Baumschulallee 12 in 53115 Bonn. Am 7. Dezember ist dort um 17.00 Uhr außerdem eine Ohrenkuss-Lesung zum Thema “Wie die Zeit vergeht” geplant. Vier Ohrenkuss-Autorinnen und Autoren werden aus ihren Texten lesen. Begleitet werden sie dabei vom Spiel einer keltischen Harfe. Mit besonderem Blick auf die Welt und die Menschen geschaut: Ohrenkuss-Redakteure haben mit ihren ganz besonderen Blick, der ihnen eigen ist und mittels dessen die Leser des Magazins immer wieder zu verblüffenden Ein-Sichten inspiriert werden, auf die Welt, die Menschen sowie stattgehabte Ereignisse geschaut und sich in einem ein Jahr lang geführtem Logbuch darüber spezielle Gedanken gemacht. So schreibt Julian Göpel über den Gedenktag der Anschläge auf New York und Veronika Hammel am Ende der Ausgabe über das verlorene EM-Halbfinale der deutschen Mannschaft gegen Italien, Zitat: „zerknirscht ratlos Kleinlaut und Enttäust“. Die Ohrenkuss-Redaktion hat die die besten Logbuch-Einträge ausgewählt und neu sortiert. Schließlich verläuft Zeit nicht immer nur linear. Die Ohrenkuss-Autoren haben sich mit nahezu allen Themen befast, die unmittelbar mit Zeit zu tun haben und ebenso beständig wie unmerklich unser Leben bestimmen. In der Pressemitteilung findet sich Beispiele: So diktiert Marc Lohmann: „Morgens früh aufstehen, dann geht die Zeit langsam, weil ich dann ganz schnell zum Bus muss.“ Und auch Julian Göpel hat die verschiedenen Geschwindigkeiten von Zeit durchschaut. Im Kapitel „Zeitdruck und Stress“ schreibt er: „Ich habe manchmal Zeitstress bei der Arbeit und heute beim Ohrenkuss. Abends lege ich mich hin – hochleistungschillen“. Ohrenkuss-Leserinnen und Leser zeigen sich immer wieder frappiert darüber, welche Schlussfolgerungen Ohrenkuss-Autoren aus scheinbar lapidaren Vorgängen und Lebensabläufen ziehen und auf ihre besondere Weise auszudrücken imstande sind. Für Verena Günnel ist Vergangenheit ein „Gefühl. Und Herzen zu denken“. Und die Zukunft? Julia Bertmann meint: „Zukunft ist, man guckt mit den Augen nach vorne.“ Verena Elisabeth Turin findet im Morgen „die Hoffnung natürlich“. Und Romy Reißenweber sagt selbstbewusst: „Ich nehme mein Leben in die Hand. Ich werde selbständig, Ich bin nicht mehr bei Mamahotel“.

 

 

“Ohrenkuss” hat bereits viele Preise gewonnen

 

Das Magazin „Ohrenkuss …da rein, da raus“ erscheint zweimal im Jahr und veröffentlicht ausschließlich Texte, die Menschen mit Down-Syndrom selbst verfasst haben. Leser von Ohrenkuss könne so direkt daran teilhaben, wie Menschen mit dieser geistigen Behinderung ihre Umgebung wahrnehmen. Und erfahren was sie wirklich denken. „Ohrenkuss …da rein, da raus“ hat bereits viele Preise gewonnen, darunter den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland und den Jugendkulturpreis Nordrhein-Westfalen, den Designpreis Deutschland und aktuell den Matthias-Claudius-Preis für soziales Handeln. Da rein, da raus? ”Die Zeit, die ist ein sonderbar Ding”, singt die Marschallin im Rosenkavalier. Das walte Hugo! Der “Ohrenkuss” ist schon 15! Schon? Erst! Also quasi ein Halbstarker? Vonwegen: Der “Ohrenkuss” ist verdammt stark. Und das in jeder Hinsicht! Da rein, da raus? Für die Leserinnen und Leser das einzigartigen Magazins stimmt das ganz und gar nicht: Nach der Lektüre des “Ohrenkusses” bleibt so einiges zwischen beiden Ohren hängen…

Artikelbild Gabriele Lutterbeck via “Ohrenkuss”:

Abgebildet ist der “Ohrenkuss”-Korrespondent Dominic Edler

www.readers-edition.deClaus-Dieter Stille|

 

 

 

One Response to “Die Intensität des Ohrenkusses”

  1. Sarah Says:

    Berührende Worte hat Papst Benedikt beim Weltjugendtag an behinderte Jugendliche und ihre Betreuer gerichtet. Sie seien ein „unermessliches Gut für die gesamte Menschheit“, sagte der Papst am Samstag beim Besuch des Instituts „San Jose“ in Madrid vor rund 200 körperlich und geistig behinderten jungen Menschen. Ungefähr zehn von ihnen begrüßte der Papst persönlich, neigte sich zu ihren Gesichtern im Rollstuhl, liebkoste sie. Die Behinderten schenkten Benedikt eine Zeichnung, die einen Sonnenuntergang zeigt. „Liebe Freunde“, sagte der Papst zu ihnen, „unsere Gesellschaft, in der allzu oft die unschätzbare Würde des Lebens — jedes Lebens — in Zweifel gezogen wird, braucht euch: Ihr tragt entschlossen zum …


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