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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Muslimin zum Christentum konvertierte: Elf Jahre in der Asyl-Warteschleife! 12. Dezember 2012

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 20:12

 

2002 kam Kamala Dchalilova aus Aserbeidschan das erste Mal nach Österreich.

Sie wartet immer noch auf Asyl.

Langes Warten auf Bescheide, Ungewissheit und demütigende Situationen sind häufige Begleitumstände der Asyl-Suche in Österreich.

 

Weil sie als Muslimin zum Christentum konvertierte,

wurde Kamala Dchalilova vom Vater verstoßen.

Die Behörden ihres Herkunftslandes verfolgen sie.

Dennoch  wurde sie 2006 zurück nach Aserbeidschan abgeschoben.

2007 kam sie erneut Schutz suchend nach Österreich.

 

Beispiel Reichersberg: Asylwerber/innen sind in Österreich anfangs häufig mit Ablehnung oder zumindest Skepsis der Bevölkerung konfrontiert. So auch, als im Frühjahr 2012 bekannt wurde, dass in Reichersberg Flüchtlinge – von der Caritas betreut – Unterkunft erhalten sollen. Ein halbes Jahr danach hat sich alles beruhigt. Die Kontakte zwischen Asylwerbenden und Bevölkerung wachsen. Das ist vor allem den Kindern zu danken, die selbstverständlich Brücken zueinander bauen. Im Reichersberger Flüchtlingshaus wohnen 25 Personen, acht von ihnen sind Kinder. Das älteste Kind, die zwölfjährige Suman Nazarova aus Tadschikistan, besucht die Hauptschule. Sie ist eine gute Schülerin, hat in Englisch sogar eine Eins auf die Schularbeit bekommen. – „Die Asylwerber/innen sind Menschen wie du und ich“, sagt der Regionalleiter der Caritas-Flüchtlingsbetreuung, Michael Felder. „Sie alle sind sehr integrationswillig, viele sind hoch gebildet, haben sehr viel durchgemacht und bemühen sich sehr bei uns. Hut ab!“ In der Gemeinde gibt es keine Probleme. Die Kooperation ist gut, mit dem Stift ausgezeichnet. Schweres Leben: „Hut ab!“, ist auch vor Kamala Dchalilova zu sagen, die in Linz lebt. Österreichs Asylbehörden machen ihr das Leben schwer. Als sie 2006 nach Aserbeidschan abgeschoben wurde, hielt sie dort die Polizei am Flughafen Baku zwei Tage fest, schlug sie auch. Nahrung und Wasser bekam sie nicht. Den Behörden standen Aussagen zur Verfügung, die Frau Dchalilova in Österreich machte, was als Landesverrat gewertet wurde. Als sie nach zwei Tagen freikam, aber die Auflage hatte, sich bei der ­Polizei zu melden, versteckte sich die Journalistin Dchalilova und floh dann über Georgien wieder nach Österreich. Hier lebt ihr Bruder mit Familie als anerkannter Flüchtling. Aber auch er wurde im Zuge der Befragungen der Asylbehörde, Frau Dchalilova betreffend, unter Druck gesetzt.

 

 

 

 

 

Neufelden: Ganz anderes wissen Neufeldener aus Usbekistan, Kirgistan, Tschetschenien, Nigeria und Österreich zu berichten – von Freundschaft und guten Kontakten, von dem Bemühen, sich zu integrieren, und vom Reichtum der Vielfalt: „Karina, Milana und Raim aus Kirgistan lernen mit ihrer usbekischen Mutter, die Lehrerin in Kirgistan war, und einer tschetschenischen Volksschullehrerin über Russisch deutsche Grundkenntnisse“, schildert Neufeldens Volksschuldirektor Josef Pühringer. In seine Schule gehen auch Kinder aus Albanien, Syrien und Afghanistan. „Die Kinder kommen zu uns mit sehr unterschiedlichen Erfahrungen, aber sie gehen in Österreich gerne zur Schule“. Psychisch belastend: Mehr als zehn Jahre ist Kamala Dchalilova in Österreich. Sie, die sechs Sprachen spricht, auch sehr gut Deutsch, ist als Hilfsarbeiterin tätig. Zäh sorgt sie von Anfang an für ihren Lebensunterhalt. Dennoch stockt nun das Asylverfahren. Seit 2010 hat sie keine Reaktion mehr von den Asylbehörden gehört. Die Angst, wieder abgeschoben zu werden, was eine langjährige Haft in Aserbeidschan zur Folge hätte, setzt ihr stark zu. Altmünster, Bad Leonfelden: Auch in Altmünster gab es ängstliche Reaktionen, als bekannt wurde, dass in der Gemeinde Asylwerber/innen untergebracht werden sollen. Jetzt hat sich eine Plattform „Altmünster für Menschen“ gebildet. Sie will die Asylwerber/innen gastfreundlich aufnehmen und unterstützen. In Bad Leonfelden hatte der Widerstand „Erfolg“. Dort hat die Caritas „ein bestens geeignetes“ Haus für Asylwerber gefunden. Besorgte Bürger/innen und der Bürgermeister stellten sich dagegen. Die Erfahrungen aus Reichersberg, Neufelden, Altmünster haben Bad Leonfelden offensichtlich nicht erreicht. Erfahrungen, dass die Integration gut gelingt. In Reichersberg schießt eines der Flüchtlingskinder sogar Tore für den dortigen Fußballverein. – Bad Leonfelden hält das Asyltor verschlossen. {Quelle: www.kirchenzeitung.at – von Ernst Gansinger – Bildquelle: KIZ/EG, Pühringer}

 

 

 

 

 

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