kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Mursi lässt Panzer vor seinem Palast auffahren 6. Dezember 2012

Filed under: Moslembrüder — Knecht Christi @ 18:03

Tote und hunderte Verletzte in Kairo

 

 

 Ägyptens Präsident Mohammed Mursi ist noch kein halbes Jahr im Amt, und schon sterben vor seinem Regierungspalast die ersten Demonstranten. Die Republikanische Garde kann vor dem Palast zwar Stacheldraht ausrollen. Den Ausweg aus der Krise muss Mursi aber selbst finden.

 

Nach den brutalen Straßenkämpfen zwischen Islamisten und Oppositionellen blicken nun alle Ägypter auf Mursi. In der Nacht zum Donnerstag wurden bei den Ausschreitungen in Kairo und Suez mindestens fünf Menschen getötet und insgesamt 644 Menschen verletzt. Die Republikanische Garde errichtete am Nachmittag einen Schutzwall vor dem Palast und forderte die Demonstranten auf, sich zurückzuziehen. Die Anhänger der Muslimbruderschaft hielten sich daran und zogen ab. Einige Mursi-Gegner aber demonstrierten weiter, und andernorts gingen die Krawalle weiter. Ob Mursi den Verfassungsstreit nun doch mit einem Kompromissvorschlag lösen will, blieb bis zum Abend unklar. Das ägyptische Nachrichtenportal «youm7» meldete, vor dem Haus der Familie des Präsidenten in seinem Heimatbezirk Sagasig seien wütende Demonstranten aufmarschiert, um gegen Mursi zu protestieren. Die Polizei habe die Angehörigen in Sicherheit gebracht. Im Präsidentenpalast empfing Mursi nach Informationen der Zeitung «Al-Masry Al-Youm» Justizminister Ahmed Mekki. Es hieß, man suche nach einem Ausweg aus der aktuellen Krise, die bereits Todesopfer gefordert hat. Eine zunächst für den Nachmittag angekündigte Fernsehansprache des Präsidenten wurde schließlich verschoben. Der Nachrichtensender Al-Arabija meldete, Mursi wolle in der Nacht eine «wichtige Entscheidung» bekanntgeben.

 

Nach Angaben des Gesundheitsministerium wurden in der Nacht zum Donnerstag fünf Leichen in die Krankenhäuser im Osten der Stadt gebracht. Ärzte bemühten sich außerdem, das Leben eines Fotografen der Zeitung «Al-Fagr» zu retten. Er war bei den Krawallen vor dem Präsidentenpalast von einem Geschoss am Kopf getroffen und später für klinisch tot erklärt worden. Falls er stirbt, wäre er das sechste Todesopfer der jüngsten Ausschreitungen. Das Gesundheitsministerium meldete, in der Nacht zum Donnerstag seien vor dem Präsidentenpalast in Kairo 635 Menschen verletzt worden. Fünf weitere Menschen wurden bei Ausschreitungen in Suez verletzt. Vier Verletzte gab es auf dem Tahrir-Platz in Kairo, wo seit Tagen Gegner des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi protestieren. Die Krawalle vor seinem Regierungssitz hatten am Mittwoch begannen, als Muslimbrüder Zelte zerstörten, die Aktivisten aus Protest gegen die Machtpolitik der Islamisten vor dem Präsidentenpalast aufgebaut hatten. Die Zusammenstöße zwischen den Oppositionellen und Anhängern der regierenden Islamisten-Parteien und Oppositionellen waren die heftigsten Ausschreitungen seit dem Amtsantritt Mursis Ende Juni. Die Republikanische Garde fuhr anschließend mit Panzern vor dem Präsidentenpalast auf. Ein Sprecher betonte, es handele sich nicht um Soldaten der Armee. Zuvor war über einen möglichen Militärputsch spekuliert worden.

 

Entzündet hatte sich der Streit an einem Dekret Mursis, mit dem dieser seine Machtbefugnisse für die Zeit bis zum Inkrafttreten einer neuen Verfassung auf Kosten der Justiz ausgeweitet hatte. Am 15. Dezember soll über die neue Verfassung abgestimmt werden. In Berlin rief Außenminister Guido Westerwelle (FDP) die Konfliktparteien in Ägypten zum Dialog auf. Beide Seiten müssten «auf eine politische Lösung hinarbeiten, damit diese Kontroverse überwunden werden kann», sagte Westerwelle. Zugleich äußerte er sich «bestürzt» über die jüngste Entwicklung. Mit dem Verfassungsprozess solle Ägypten eigentlich geeinigt werden. Zunehmend sei damit jedoch eine «gesellschaftliche und politische Spaltung» verbunden. Die Kairoer Tageszeitung «Al-Shorouk» berichtete auf ihrer Webseite, ein weiterer Berater des Präsidenten habe aus Protest gegen die Gewalt auf den Straßen seinen Rücktritt erklärt. Mohammed Esmat Seif al-Daula ist damit der siebte Berater von Mursi, der sein Amt niederlegt. {www.welt.de}

 

«Al-Fagr» zum Tod ihres Mitarbeiters, arabisch

 

«Al-Shorouk» zu Rücktritt des Beraters, arabisch

 

staatliches Nachrichtenportal Egynews zu Opferzahlen, arabisch

 

 

Panzer vor Präsidentenpalast

Mursi kündigt Rede an

 

Eskalation zwischen Islamisten und säkularen Demonstranten in Ägypten: Nach einer blutigen Nacht in Kairo mit sechs Toten sind Panzer vor dem Präsidentenpalast aufgefahren. Erneut fliegen Steine.

 

Nach den nächtlichen Krawallen in Kairo ist die Republikanische Garde – einer Eliteeinheit, die für den Schutz des Präsidenten und des Palastes zuständig ist – mit Panzern vor dem Präsidentenpalast aufgefahren. Ein Sprecher betonte, es handele sich nicht um Soldaten der Armee. Nach den Ausschreitungen zwischen Oppositionellen und Anhängern der regierenden Islamisten-Parteien war in Ägypten über einen möglichen Militärputsch spekuliert worden. Zuvor berichteten mehrere Nachrichtenagenturen von Armee-Panzern. Ein AFP-Korrespondent sowie ein Reuters-Mitarbeiter vor Ort berichteten, das Militär stationierte nur wenige Meter vor dem Eingang des Amtssitzes von Staatschef Mohammed Mursi drei Panzer und drei weitere Militärfahrzeuge. Die Armee versprach, nicht mit Gewalt gegen Demonstranten vorzugehen. Dies berichtete die staatliche ägyptische Nachrichtenagentur Mena. Es kam allerdings erneut zu Zusammenstößern zwischen Anhängern und Gegnern Mursis. Laut Reuters-Journalisten bewarfen sich die beiden Seiten gegenseitig mit Steinen – über die Köpfe von Soldaten hinweg. Die Militärs beruhigten mit Aufrufen zur Ruhe schließlich die Lage.

 

 

Präsident Mursi will Rede halten

 

Mursi selbst will sich nun doch mit einer Ansprache an das Volk wenden. Die staatlichen Medien kündigten am Morgen an, der Staatschef werde binnen weniger Stunden eine Ansprache halten. Ob Mursi mit einem Kompromissvorschlag an die Öffentlichkeit treten will, blieb unklar. Ein Berater des Präsidenten bestätigte, dass sich Mursi noch am Donnerstag zu der Krise äußern wolle. Er wolle dabei der Opposition die Hand zum Dialog reichen, sagte der Berater, der nicht namentlich genannt werden wollte. Konkrete Vorschläge des Staatschefs zur Entschärfung der Krise nannte er nicht. „Es liegen mehrere Ideen auf dem Tisch“, sagte der Berater.

 

 

Fotograf getötet: Anzeige gegen Muslimbrüder

 

In der Nacht waren bei Ausschreitungen zwischen Anhängern der regierenden Islamisten und der Opposition in der ägyptischen Hauptstadt mindestens sechs Menschen getötet worden. Die staatlichen Medien meldeten am Donnerstag, zudem seien 346 Menschen bei den Ausschreitungen rund um den Präsidentenpalast zum Teil schwer verletzt worden. Einige Augenzeugen sprachen von insgesamt sechs Toten. Bei den Toten handelt es sich nach dpa-Informationen um einen Anhänger der Muslimbruderschaft, vier Anhänger der Opposition und Hussein Abu Dheif, einen Pressefotografen der unabhängigen ägyptischen Zeitung „Al-Fagr“. Der Fotograf sei mit einem Kopfschuss in ein Krankenhaus eingeliefert worden und dort später gestorben, hieß es. Mitglieder der Journalistengewerkschaft erstatteten nach Angaben der Zeitung Anzeige gegen führende Funktionäre der Muslimbruderschaft. Sie werfen ihnen vor, die gewaltsamen Proteste provoziert zu haben.

 

 

Den Präsidenten unterstützen

 

Bei Sonnenuntergang hatten sich etwa 10.000 Islamisten vor dem Präsidentenpalast versammelt. „Möge Gott Ägypten und seinen Präsidenten schützen“, war auf einem Transparent zu lesen. „Wir sind gekommen, um den Präsidenten zu unterstützen“, sagte der Ingenieur Rabi Mohammed. „Es gibt Leute, die mit ihrem rücksichtslosen Vorgehen demokratische Prinzipien verletzen“. Entzündet hatte sich der Streit an einem Dekret des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi, mit dem dieser seine Machtbefugnisse für die Zeit bis zum Inkrafttreten einer neuen Verfassung ausgeweitet hatte. Als die Islamisten zudem noch einen Entwurf für eine neue Verfassung vorlegten, den Christen und Liberale ablehnen, kam es zur Gewalt.

 

 

Abstimmung über Verfassung Mitte Dezember

 

Ägyptische Diplomaten sagten unterdessen, sie seien nicht bereit, die Abstimmung der Auslandsägypter über die Verfassung in den Botschaften und Konsulaten zu beaufsichtigen. In einer Erklärung hieß es: „Wir sind nicht bereit, das Referendum über eine Verfassung abzuhalten, um deren willen Blut geflossen ist.“ Die Abstimmung in den diplomatischen Vertretungen hätte an diesem Samstag beginnen sollen. In Ägypten selbst soll am 15. Dezember über die neue Verfassung abgestimmt werden. Westerwelle fordert „Herrschaft des Rechts“: Deutschlands Außenminister Guido Westerwelle (FDP) äußerte sich bestürzt angesichts der jüngsten Eskalation. Gewalt sei kein Mittel der innenpolitischen Auseinandersetzung, sagte Westerwelle in Berlin. „Ich appelliere an alle Seiten, Besonnenheit und Vernunft walten zu lassen“. Er appellierte an die Anhänger und Gegner von Präsident Mursi, den Konflikt friedlich zu lösen. Jetzt komme es darauf an, der „Herrschaft des Rechts“ wieder Geltung zu verschaffen. {Quelle: www.welt.de}

 

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