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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Warum zünden wir eigentlich Kerzen am Adventskranz an? 2. Dezember 2012

Filed under: Werte für Jugend — Knecht Christi @ 21:00

 

Advent – Einführung

 

 

Die Adventszeit als Vorbereitungszeit auf das Christfest ist erst im 4. Jahrhundert entstanden, wobei es zunächst erhebliche Unterschiede in der Dauer (von einer Woche bis zu 40 Tagen) gab. Vier Sonntage im Advent gibt es für die römische Kirche, deren Praxis die Reformation übernommen hat, seit etwa 600, der 1. Sonntag im Advent wird aber erst seit Mitte des 8. Jahrhunderts als Beginn des Kirchenjahres besonders gefeiert. Von Anfang an hatte die Adventszeit den Charakter der Bußzeit (s. Fastenzeit) als Vorbereitung auf das Christfest, den „Geburtstag“ Jesu Christi. Im Advent sehen wir nicht nur zurück auf die Ankunft des Herrn, wie sie uns in der Bibel als „Weihnachtsgeschichte“ überliefert ist, sondern auch voraus auf die zukünftige Ankunft des Herrn als Herrscher dieser Welt und Begründer des Neuen Jerusalem. In der Spannung zwischen beiden erfahren wir im Advent den Herrn als den, der auf uns zukommt, sich uns immer wieder neu zuwendet und uns zur Buße zur Umkehr zu ihm hin einlädt. Der Advent eröffnet einen Kreis, der sich erst kurz zuvor mit den drei letzten Sonntagen des Kirchenjahres, die auf das zukünftige Reich schauten, geschlossen hat. Nun beginnen wir das Kirchenjahr mit dem Einzug in Jerusalem, dem Kommen Jesu in diese Welt.

 

Auch wenn wir das Kirchenjahr als einen Zyklus feiern, so will es uns doch wie eine Spirale auch vorwärts führen, weiter auf einem Weg, der unser Lebensweg ist. So wird uns auch der Advent als Neuanfang nicht wie eine Wiederholung, sondern wirklich wie ein neues Erlebnis in unserem Leben erscheinen. Im Advent gewinnt das Wort Gestalt: Ich bin das A und O der Anfang und das Ende der da ist und der da war und der da kommt der Allmächtige“ (Offb 1, 8). Während wir uns einerseits auf die Erscheinung Gottes im Fleisch freuen, so werden wir uns doch andererseits unserer Unwürdigkeit bewußt, diesen großen Herrn zu empfangen. Darum lassen wir uns in dieser Zeit mahnen an die Taufe der Buße zur Vergebung der Sünden (Johannes der Täufer), umfassen auf unserem Weg zur Krippe das Kreuz des Herrn, das allein uns würdig macht, ihm entgegenzusehen und -zugehen. Weil wir uns um dieses Kreuzes willen auch freuen können, singen wir mit Maria in der Adventszeit das „Magnifikat“: Meine Seele erhebt den Herrn und mein Geist freut sich Gottes meines Heilands!“ (Lk 1, 46f). Früher fiel am 2.-4. Sonntag im Advent nicht nur das „Gloria in excelsis“, sondern auch das „Halleluja“ weg. Mit dem neuen Evangelischen Gottesdienstbuch darf nun das Halleluja auch an den 2.-4. Sonntagen im Advent gesungen werden. {Quelle: www.daskirchenjahr.de}

 

 

 

 

 

Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier…

 

Warum zünden wir eigentlich Kerzen am Adventskranz an?

 

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt …“

 

Er macht die Vorfreude auf Weihnachten noch ein kleines bisschen schöner: Der Adventskranz. Er sorgt mit seinem Kerzenschein für Festtagsstimmung und erinnert an längst vergangene Kindheitstage, in denen man mit Spannung dem Weihnachtsfest entgegengefiebert hat. Jeden der kommenden Sonntage zünden wir eine Kerze an – erst eine, dann zwei, dann drei, bis am Ende alle vier Lichtlein brennen. Aber woher kommt eigentlich dieser Brauch? „Jeden Adventssonntag brennt ein Licht mehr und weist auf die Geburt von Jesus Christus hin, der von sich sagte: ,Ich bin das Licht der Welt’*“, erklärt Dr. David Hober von katholisch.de. Die Tradition des Adventskranzes ist lang: Erfunden wurde er bereits im Jahr 1839 in einem Hamburger Jugendheim vom evangelischen Pfarrer Johann Hinrich Wichern. Bei diesem Prototypen gab es allerdings noch für jeden Wochentag bis Weihnachten eine kleine Kerze, und vier große für die Sonntage. Daran konnten die Kinder die Zeit bis zur Bescherung ablesen. Ab etwa 1860 wurden diese runden Kronleuchter zusätzlich mit Tannenzweigen geschmückt. So entstand der Adventskranz, wie wir ihn heute kennen und lieben.

* Johannesevangelium, Kapitel 8,12 –

www.bild.de

 

 

 

 

 

 

Der Adventskranz – eine Erfindung aus Hamburg!

 

Wisst ihr eigentlich, dass der Adventskranz ursprünglich aus Hamburg kommt? Die Idee dazu hatte ein Pastor, der hieß Johann Hinrich Wichern und lebte vor mehr als 150 Jahren im Stadtteil Horn. Damals gab es viele Kinder, die sehr arm waren und kein richtiges Zuhause hatten. Pastor Wichern nahm einige Jungen und Mädchen in seine Reetdachkate auf, die später Rauhes Haus genannt wurde. Auch damals schon haben die Kinder ungeduldig auf Weihnachten gewartet und immer wieder gefragt, wann es denn endlich so weit ist. Vielleicht hat Wichern das ein bisschen genervt. Auf jeden Fall hatte er im November 1839 einen ziemlich guten Einfall. Aus einem alten Wagenrad baute er einen Holzkranz und steckte Kerzen darauf: vier große weiße für die vier Adventssonntage und kleine rote für alle anderen Tage. Seine Erfindung hängte Wichern im Betsaal des Waisenhauses auf und zündete jeden Tag eine Kerze mehr an. Jetzt konnten die Kinder die Tage bis zum großen Fest selbst zählen. Viele andere Leute in der evangelischen Kirche, auch die Erwachsenen, fanden das so schön, dass sie sich auch einen Adventskranz aufhängten.

 

Später fingen sie an, das Holz mit Tannengrün zu schmücken. Und so hat sich dann der Adventskranz entwickelt, wie ihr ihn kennt. Übrig geblieben sind allerdings nur noch die vier dicken Kerzen für die Adventssonntage. Aber zum Beispiel im Hamburger Rathaus kann man sich auch in diesem Jahr so einen Kranz anschauen, wie er früher aussah. Der hat dann einen Durchmesser von 1,20 Metern. Übrigens: Die Zahl der kleinen Kerzen ist jedes Jahr eine andere, je nachdem, wie viele Tage es vom ersten Adventssonntag bis Weihnachten sind. Und da wir schon beim Thema sind: Auch mit dem Adventskalender kann man ja die Tage bis Weihnachten zählen. Anfangs waren das Bildchen, die nach und nach aufgehängt wurden. 1902 veröffentlichte die Evangelische Buchhandlung in Hamburg den ersten gedruckten Adventskalender: eine Weihnachtsuhr für Kinder. Was daraus geworden ist, wisst ihr ja. Viel Spaß beim Türchenöffnen! {Quelle: www.abendblatt.de}

 

 

 

 

3 Responses to “Warum zünden wir eigentlich Kerzen am Adventskranz an?”

    • Sarah Says:

      Einsam am Heiligen Abend

      Jedesmal wenn Weihnachten kommt, muß ich an Herrn Sörensen denken. Er war der erste Mensch in meinem Leben, der ein einsames Weihnachtsfest feierte, und das habe ich nie vergessen können.

      Herr Sörensen war mein Lehrer in der ersten Klasse. Er war gut, im Winter bröselte er sein ganzes Frühstücksbrot für die hungrigen Spatzen vor dem Fenster zusammen. Und wenn im Sommer die Schwalben ihre Nester unter den Dachvorsprung klebten, zeigte er uns die Vögel, wie sie mit hellen Schreien hin und her flogen. Aber seine Augen blieben immer betrübt.

      Im Städtchen sagten sie, Herr Sörensen sei ein wohlhabender Mann. „Nicht wahr, Herr Sörensen hat Geld?“ fragte ich einmal meine Mutter. „Ja, man sagt’s.“ – „Ja … ich hab‘ ihn einmal weinen sehen, in der Pause, als ich mein Butterbrot holen wollte …“

      Herr Sörensen ist vielleicht so betrübt, weil er so allein ist“, sagte meine Mutter. „Hat er denn keine Geschwister?“ fragte ich. „Nein – er ist ganz allein auf der Welt…“

      Als dann Weihnachten da war, sandte mich meine Mutter mit Weihnachtsbäckereien zu Herrn Sörensen. Wie gut ich mich daran erinnere. Unser Stubenmädchen ging mit, und wir trugen ein großes Paket, mit rosa Band gebunden, wie die Mutter stets ihre Weihnachtspäckchen schmückte.

      Die Treppe von Herrn Sörensen war schneeweiß gefegt. Ich getraute mich kaum einzutreten, so rein war der weiße Boden. Das Stubenmädchen überbrachte die Grüße meiner Mutter. Ich sah mich um. Ein schmaler hoher Spiegel war da, und rings um ihn, in schmalen Rahmen, lauter schwarzgeschnittene Profile, wie ich sie nie vorher gesehen hatte.

      Herr Sörensen zog mich ins Zimmer hinein und fragte mich, ob ich mich auf Weihnachten freue. Ich nickte. „Und wo wird Ihr Weihnachtsbaum stehen, Herr Sörensen?“ – „Ich? Ich habe keinen, ich bleibe zu Hause.“

      Und da schlug mir etwas aufs Herz beim Gedanken an Weihnachten in diesem „Zuhause“. – In dieser Stube mit den schwarzen kleinen Bildern, den schweigenden Büchern und dem alten Sofa, auf dem nie ein Mensch saß – ich fühlte das Trostlose, das Verlassene in dieser einsamen Stube, und ich schlug den Arm vors Gesicht und weinte.

      Herr Sörensen zog mich auf seine Knie und drückte sein Gesicht an meines. er sagte leise: „Du bist ein guter, kleiner Bub.“ Und ich drückte mich noch fester an ihn und weinte herzzerbrechend.

      Als wir heimkamen, erzählte das Stubenmädchen meiner Mutter, ich hätte „gebrüllt“.

      Aber ich schüttelte den Kopf und sagte: „Nein, ich habe nicht gebrüllt. Ich habe geweint. Und weißt du, ich habe deshalb geweint, weil nie jemand zu Herrn Sörensen kommt. Nicht einmal am Heiligen Abend…“

      Später, als wir in eine andere Stadt zogen, verschwand Herr Sörensen aus meinem Leben. Ich hörte nie mehr etwas von ihm. Aber an jenem Tag, als ich an seiner Schulter weinte, fühlte ich, ohne es zu verstehen, zum ersten Male, daß es Menschen gibt, die einsam sind. Und daß es besonders schwer ist, allein und einsam zu sein an Weihnachten.

  1. Das Licht einer Kerze“, ergänzt auf sehr wohltuende Weise als Lied den Sinngehalt des allseits bekannten Adventsliedes: „Wir sagen euch an den lieben Advent“ und gibt dem Adventskerzen anzünden eine Bedeutung: Wir zünden sie als Zeichen der Hoffnung, des Vertrauens, der Liebe und des Friedens. Diesen Inhalt erkennt Jung und Alt schnell, doch die Tradition der Verschiedenfarbigkeit der Kerzen, trifft man traditionell nur noch in Österreich an. Hier ist das Adventskerzen anzünden mit traditionell lila Kerzen verbunden, die dritte Kerze ist aber rosa.

    Farbe der Adventskerzen – Eine Erklärung
    •Lila galt in der altkirchlichen Tradition als die kostbarste Farbe der Antike. Aus dem Sekret der Purpurschnecke gewonnen, durften nur Kaiser und Priester Kleidungstücke dieser Farbe tragen. Und damit kommen wir der verborgenen Botschaft des Adventskerzen anzünden näher. Denn mit dem ersten Kommen des Jesuskindes in Bethlehem, ist auch die alte Prophezeiung in Erfüllung gegangen, dass ein gesalbter Priesterkönig sein Volk erlösen wird.
    •Im Matthäusevangelium in der Weltgerichtsrede sagt dieser Jesus selbst, dass er wiederkommen wird auf den Wolken des Himmels, als Richter der Lebenden und der Toten und hier wird er als richterlicher Priesterkönig im Kapitel 25 des Evangeliums dargestellt.
    •Seit altersher ist das Lila auch Zeichen der Umkehr und Buße. Denn die Adventszeit war immer auch eine Buß- und Vorbereitungszeit auf das eigentliche Fest. So ist bis heute die Adventszeit im ambrosianischen Ritus der norditalienischen Stadt Mailand sechs Wochen lang und es stehen sechs Kerzen auf dem Adventskranz vom Fest des Heiligen Martin bis Heilig Abend.
    •Die rosa Farbe rührt vom liturgischen Anfangsgesang der lateinischen Messe „Rorate caeli“. Die Freude darüber, dass sich der Himmel für alle wieder öffnet, zeichnet die katholische Kirche durch eine Farbnuancierung aus: Statt dem kräftigen Lila ein zartes Rosa. Mitten in der Vorbereitungszeit gibt es einen Grund zur Freude! Es ist nicht mehr weit! Nur noch eine kurze Weile!
    •Nicht nur die Farbe der Kerze ist an diesem Tag rosa, nein, auch das liturgische Gewand des katholischen Priesters ist an diesem Tag rosa. Das geschieht nur am Rorate-Sonntag in der Adventszeit und Laetare-Sonntag in der Fastenzeit. Dem Adventskerzen anzünden ist ein Luzenar vorgelagert. Es erinnert an die alten Katakombengottesdienste der frühen Christen


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