kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Gesänge, die von der Hl. Jungfrau Maria erzählen! 2. Dezember 2012

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 21:37

Das Ensemble Peregrina führte in Blansingen in die fremde Klangwelt des Mittelalters.

 

BLANSINGEN: Drei Frauen betreten den Altarraum der Blansinger Peterskirche, eine von ihnen beginnt zu singen, dann die zweite, die dritte. Und als Zuhörer möchte man kaum seinen Augen trauen – ein derart vielgestaltiges, wuchtiges, eindringliches Klangbild ist entstanden, dass man im ersten Moment glaubt, es müsste irgendwo weitere Sängerinnen geben. Aber es waren wirklich nur Agnieszka Budzinska-Bennett, Hanna Järveläinen und Kelly Landerkin, die an diesem Abend das Ensemble Peregrina ausmachten, das die Zuhörer mit christlichen Gesängen aus dem 12. Jahrhundert in die fremde Klangwelt des Mittelalters mitnahm. Das Geheimnis des fülligen Klangbilds – so zeigte sich im Lauf des einstündigen Konzerts – setzt sich zusammen aus dem einzigartigen Zusammenspiel der schönen, klaren Stimmen und aus deren Resonanz im Kirchenraum. Die Kirche schien wie geschaffen für den Gesang, der mal einstimmig, mal zwei- oder dreistimmig im Wechsel dargeboten wurde. Zum Teil unterstützt von dem schnarrenden Dauerton der Drehleier oder den hauchfeinen Klängen der romanischen Harfe. Die lateinischen Texte – den rund 30 Zuhörern lagen sie mit deutscher Übersetzung vor – erzählten von Maria, der im 12. Jahrhundert gerade frisch entdeckten und verehrten Mutter Jesu, besungen als Jungfrau, blütenreiche Blume, Nährerin der Gnade, Gottesmutter.

 

 

 

 

Beeindruckend das harmonische Zusammenspiel der Sängerinnen, die ihre Stimmen mit unglaublicher Präzision und großem Einfühlungsvermögen ineinander verwoben zu einem stets stimmigen Gesamtbild. Über Komponisten und Texter dieser Gesänge weiß man wenig. Nur beim Lied „Epithalamica“ ist bekannt, dass es von Petrus Abelardus stammt. Die Lieder entstanden vor allem in Klöstern im Südwesten Frankreichs und waren in ihrer Zeit eine absolute Neuheit und von prägender Bedeutung, wie Ensemblegründerin Agnieszka Budzinska-Bennett im Gespräch mit der BZ erklärte. „Wie später die Beatles“, fand sie. Mit den „nova cantica“, den neuen Liedern, verließ man die bislang formal festgelegte Form des Lieds und ermöglichte ganz neue Variationen in der Gestaltung. Wobei diese Variationen eine Aufführung der Lieder für Sänger heute auch zur besonderen Herausforderung machen. So gibt es selbst innerhalb eines Lieds unterschiedliche Strophengestaltungen. Neu war damals auch der zweistimmige Gesang, zu dem die Sängerinnen die dritte Stimme hinzuimprovisierten.

 

 

 

 

Wie lernt man eigentlich diese Gesänge, denen doch eine Melodie zu fehlen scheint und die im sich wiederholenden Auf und Ab dahinfließen? Ensemble-Leiterin Agnieszka Budzinska-Bennett lächelt auf die Frage. Selbstverständlich hören die drei Sängerinnen die Lieder vollkommen anders. „Jedes Lied ist unverwechselbar“. Und: Jedes ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit. Denn diese Gesänge liegen nicht fertig zur Interpretation in einer Schublade, sie müssen erst aus alten Handschriften erschlossen werden. Die Arbeit beginne mit dem Entschlüsseln, mit dem Erarbeiten des zeitlichen Kontexts, erklärt die Sängerin, aus Polen stammt, und die in der Finnin Hanna Järveläinen und der US-Amerikanerin Kelly Landerkin vor Jahren beim Studium in der Schola Cantorum Basiliensis in Basel kongeniale Partnerinnen in der Liedforschung gefunden hat. Pfarrer Michael Donner hatte die Musikerinnen als erstklassige Kapazitäten in ihrem Genre vorgestellt, international anerkannt. Wie Blansingen zur Ehre ihres Auftritts kam? Dank der einzigartigen Akustik der Kirche. Als Agnieszka Budzinska-Bennett dort vor einiger Zeit eine CD aufnahm, bot sie dem Pfarrer an ein Gastspiel an. Er nahm das Angebot gern an. Zugunsten der sanierungsbedürftigen Kirche wurde am Ende noch Kirchwein, Karten und ein Umtrunk angeboten. {Quelle: www.badische-zeitung.de}

 

 

 

 

 

 

 

 

4 Responses to “Gesänge, die von der Hl. Jungfrau Maria erzählen!”

  1. Cajus Pupus Says:

    Die Zeitung welt.de vom 19 09 12 meldet das alle fünf Minuten ein Christ von Muslimen ermordet wird. Dieser Blutbad findet in den Medien keinerlei entsprechende Berichterstattung. Aber unter den Opfern befinden sich auch viele Buddhisten so wurden als Beispiel in Thailand unzählige Terrorakte von Muslimen verübt.

    Wenn man sich in diese Musik vertieft, vergisst man alles Schreckliche auf dieser Welt für eine kurze Zeit.
    Drum singe wem Gesang gegeben! Denn singen ist eine völlig nackte Kunst. Da ist richtig und falsch sofort überprüfbar. Und wo man singt da lass Dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder!



  2. saphiri1 Says:

    Das ensemble Peregrina lässt die vielschichtige Geistes- und Klanglandschaft der polnischen Klarissenklöster – wie etwa Stary Sącz – auf subtile Weise aufleben: Mit musikalischen Unikaten und damit wohl überwiegend Eigenproduktionen dieser Klöster, mit kunstvollen mehrstimmigen Gesängen aus den Fragmenten von Kingas Magnus Liber, die für dieses Programm sorgfältig rekonstruiert wurden, und zur Abrundung des Programms mit einstimmigen Sequenzen für die Patronin des Ordens, die heilige Klara, und weiteren liturgischen Gesängen aus dem Umfeld der Klarissen.

    http://www.vokalmusik-romanische-strasse.de/Peregrina.html

  3. Stauner Says:

    Wenn ich darf, hier eine Empfehlung von mir, die sowohl Katholiken als auch Orthodoxen verbindet, das Kyrie Eleison in einer wunderbaren Version des 14. Jh.

    Am Anfang hängt die Aufnahme einmal kurz, klingt wie ein Stottern, ist aber der einzige Fehler der Aufnahme.


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