kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

200 Millionen Christen in Gefahr 30. November 2012

Filed under: Christenverfolgung,Islamischer Terror — Knecht Christi @ 20:27

Neues Buch über Christenverfolgung

 

 

ROM, 29. November 2012 (ZENIT.org): Mehr als Mitglieder aller anderen Religionen werden Christen verfolgt: es gibt rund zweihundert Millionen Verfolgte auf der Welt. Dies erklärt Rubert Shortt in seinem neuen Buch. Shortt, Verantwortlicher für Religion der „Times Literary Supplement“ und Autor zahlreicher Bücher über religiöse Themen, veröffentlichte vor kurzem auf Englisch sein neues Buch „Cristianophobia“. Lange vor den Angriffen des 11. September hätte viele Christen unter Intoleranz zu leiden gehabt, erklärt er in seinem Vorwort, im letzten Jahrzehnt habe sich die Situation dramatisch verschärft. „Das Thema Christenverfolgung muss für die Außenpolitik der Regierungen auf der Welt im Zentrum stehen“, fordert der Autor. Shortt hebt die verschiedenen Arten der Schwierigkeiten hervor, unter denen die Christen gerade in muslimischen Ländern zu leiden haben. Diejenigen, die zum Christentum konvertierten, riskierten harte Strafen, und es bestehe immer die Gefahr, dass christliche Kirchen aus den biblischen Ländern im Mittleren Osten ausradiert würden. Shortt zitiert eine Umfrage vonFreedom House“ des Jahres 2008, aus der hervorginge, dass muslimische Länder mit Religionsfreiheit wie der Senegal eine Ausnahme darstellten. „Gibt es ein Problem mit dem Islam als solchem?“, fragt Shortt. Es gebe Elemente im Islam, die Gewalt rechtfertigten, aber er betont auch, dass selektive Zitate aus dem Koran keinen wirklichen Beweis darstellten. Im Fall des Islam sei es aber wahr, dass die Möglichkeit, die Religion zu kritisieren, viel eingeschränkter sei als im Christentum. Gleichzeitig fehle hier eine Entwicklung von Selbstkritik und der Toleranz, die das Christentum durchlebt habe. Sein Buch, erklärt Shortt, sei nicht als Vorbote eines Zusammenpralls der Zivilisationen zu sehen und sei nicht unkritisch gegenüber den Versäumnissen von Christen in der Vergangenheit. Der Glaube habe Millionen von Menschen dazu gebracht, für Demokratie und Menschenrechte zu kämpfen und menschliches Leid zu bekämpfen. Trotzdem habe er in einigen Fällen auch zu Zivilkriegen geführt.

 

 

Arabischer Frühling

 

Eines der Länder, die Shortt untersucht, ist Ägypten. Er zeigt auf, dass der Sturtz des ehemaligen Präsidenten Hosni Mubarak keine Lösung für die Situation der Christen nach sich gezogen hat. Nach einer Dokumentation einer Vielzahl von Verfolgungen in den letzten Jahren vor dem Arabischen Frühling zeigt Shortt die verschiedenen Aspekte der anti-christlichen Agitationen auf, die dem Regierungssturz in Ägypten folgten. In einem anderen Kapitel beschreibt Shortt die Situation im Irak und erklärt, dass wenige Christen so gelitten hätten wie diejenigen im Irak. Die Schwierigkeiten hätten zu einem Exodus der Christen geführt, deren Zahl in diesem Land von 1,2 Million auf weniger als 200.000 gesunken sei. Es wäre falsch zu sagen, dass das Regime von Saddam Hussein die Christen unterstützt habe, argumentiert Shortt, denn die Christen hätten auch in der Vergangenheit Diskriminierung und Verfolgung erlitten. Aber die Situation habe sich nach der Invasion der Amerikaner im Jahre 2003 drastisch verschlimmert. Priester und Laienchristen seien sofort von Extremisten bedroht worden. Seit 2003 bis zum Jahre 2011 seien nicht weniger als 63 Kirchen zerbombt worden. Viele Menschen im Westen seien sich der reichen Geschichte des Christentums in dieser Region gar nicht bewusst, kommentiert Shortt. Jahrhunderte hindurch habe der Irak blühende Christengemeinschaften mit einer reichen Kultur und einer Vielzahl von Kirchen und Klöstern gehabt. Jetzt sehe die Situation der Christen dort trostlos aus. {Quelle: www.zenit.org – Übersetzung des englischen Originals von Jan Bentz  – Von P. John Flynn LC – Bildershow: Weltweit 250 Millionen Christen verfolgt}

 

 

 

 

Das Leid der Christen im Irak

 

Irakische Christen erdulden Demütigung, Einschüchterung, Folter, Entführung, Mord, Vergewaltigung und Zwangsverheiratung von Christinnen oder die Zerstörung von Kirchen.

 

Bagdad (kath.net/Elsas Nacht(b)revier): Im August 2004 starben 18 Christen durch mehrere Autobomben in Bagdad und Mossul, etwa 60 weitere Menschen wurden verletzt. Drei weitere Tote und neun Verletzte gab es im Januar 2006 bei Anschlägen auf Kirchen in Kirkuk und Bagdad, im Oktober des gleichen Jahres wurde der syrisch-orthodoxe Priester Paulos Iskander in Mossul entführt und enthauptet. Einen Monat später wurde der evangelikale Pfarrer Monther Saga ermordet. Im Juni 2007 starben der Pfarrer Ragheed Aziz Ghanni und drei Subdiakone in Mossul. Im Februar 2008 wurde in Mossul der später in Geiselhaft verstorbene chaldäische Erzbischof Paulos Faraj Rahho entführt, dabei wurden seine drei Begleiter erschossen. Zwei Monate später wurde in Bagdad der syrisch-orthodoxe Priester Youssef Adel ermordet, im Oktober 2010 folgte dann das blutige Geiseldrama von Bagdad. Insgesamt wurden seit 2003 etwa 2.000 Christen ermordet, darunter ein Bischof und sechs Priester. Längst hat der Exodus der Christen eingesetzt. Er hält trotz der Appelle der örtlichen Kirchenführer unvermindert an. Hauptsächliches Ziel der Flüchtlingsströme war neben Jordanien und dem Libanon insbesondere auch Syrien, das nun selbst einen blutigen Bürgerkrieg erlebt und wo die Flüchtlinge von der Verfolgung eingeholt wurden. Wem es möglich ist, flieht in ein westliches Land, wem dies nicht möglich ist, flüchtet in die Kurdengebiete im Norden. Dort ist man vermeintlich sicherer als in den übrigen Landesteilen, unter dem Schutz der kurdischen Peschmerga, der bewaffneten Milizen der Separatisten. Nur im Norden gibt es auch eine soziale Unterstützung von zirka 50 US-Dollar im Monat, wenigstens etwas für jene, die Alles verloren haben.

 

Die Christen im Irak gehören zu einer der ältesten christlichen Gemeinschaften der Welt. Selbst nach der Eroberung des Irak durch die Araber im 7. Jahrhundert bildeten sie für einige Jahrhunderte weiterhin die Bevölkerungsmehrheit an Euphrat und Tigris. Danach wurden sie mehr und mehr verdrängt, bis sie schließlich zur Minderheit im eigenen Land wurden. Während um das Jahr 1900, gegen Ende des osmanischen Reiches, etwa 25 Prozent der Einwohner einer christlichen Gemeinschaft an gehörten, verringerte sich der Anteil der Christen durch die Flucht vor Verfolgung auf rund 15% in den 1980-ern. Heute ist es noch zwischen ein und 2% der zirka 32 Millionen Iraker. Dabei befinden sie sich wegen ihrer syrischen und armenischen Herkunft in einer doppelten Minderheitenrolle. Ihre Muttersprache Aramäisch ist lediglich als Kirchensprache erhalten geblieben. Das Gebiet des heutigen Irak ist ein mehrfach im Alten Testament erwähntes, biblisches Land. In Mesopotamien, dem ›Zweistromland‹, findet sich das Paradies der Schöpfungsgeschichte, die Sintflut wird dort verortet, Abrahams Sippe stammte aus der Umgebung der Stadt Ur im früheren Chaldäa. In frühchristlichen Zeiten verbreiteten die Assyrer das Christentum rasch über den gesamten nahen Osten. Somit ist die Historie des Irak untrennbar mit der Geschichte des Christentums verbunden. Die irakischen Christen gehören mehreren Gemeinschaften an. Mit Rom uniert sind die chaldäisch-katholische Kirche, die syrisch-katholische Kirche und die armenisch-katholische Kirche, zum Teil uniert ist die assyrische Kirche des Ostens. Daneben finden sich die syrisch-orthodoxe Kirche von Antiochien, die armenische apostolische Kirche sowie kleinere Gemeinden lateinischer Katholiken und Protestanten. Etwa 80 Prozent der irakischen Christen sind katholisch. Die Zahl der im Irak lebenden Christen kann leider nur geschätzt werden. Detaillierte Angaben gibt es nicht. Für 2009 wird von nur noch 200.000 bis 300.000 von einst weit mehr als einer Million Christen ausgegangen. Allein in Mosul, dem biblischen Ninive, schrumpften die christlichen Gemeinden von rund 30.000 Gläubigen im Jahre 2003 auf 5.000 im Jahre 2010.

 

 

 

Der heutige Staat Irak ist geprägt von den Auswirkungen der brutalen Diktatur Saddam Husseins, dem Krieg einer westlichen Allianz zum Sturz das Regime in 2003 und der daraus entstandenen Nachkriegskonflikte. Einem kurzen Krieg schloss sich ein langwieriger, längst nicht abgeschlossener Prozess der Befriedung an, der besonders von den uralten Konflikten zwischen arabischen Schiiten und Sunniten sowie nach Autonomie strebenden Kurden, meist ebenfalls Sunniten, bestimmt wird. Die Christen sind politisch völlig bedeutungslos. De jure besteht im Irak Religionsfreiheit, faktisch ist der Islam die verfasste Staatsreligion. Das höchste Gericht beschäftigt eine Anzahl Scharia-Richter. Im Grunde genommen kann der Irak als dreigeteilt bezeichnet werden. Den Süden beherrschen die Schiiten, das Zentrum des Landes die sunnitische Bevölkerungsmehrheit, den Norden die in zwei miteinander rivalisierende Gruppierungen geteilten Kurden. Wie so oft erwies sich die Annahme der Regierungen der westlichen Welt, man könne mittels Militärmacht eine funktionierende Demokratie nach eigenem Vorbild schaffen, als gefährlicher Irrtum. Einer eher schwachen Staatsgewalt stehen regionale und militant-religiöse Gruppierungen entgegen, allesamt unterstützt von hochgerüsteten Milizen. Auch die Terrororganisation Al-Kaida ist mit rund 2.000 Mitgliedern im Irak präsent; deren wahnwitzige Ideologie ist weitaus mehr verbreitet als gemeinhin angenommen wird. So wird das Feld der jungen Demokratie mit dem Blut und den Tränen der Christen bestellt. Sie sind die Opfer der Verfolgung durch Terroristen und andere islamistische Gruppen, durch Milizen der Konfliktparteien und durch aufgestachelte Nachbarn. Auf dem Verfolgungsindex des christlichen Hilfswerks Open Doors nimmt der Irak Platz 9 ein. An der Tagesordnung sind Demütigung, Einschüchterung, Folter, Entführung, Mord, Vergewaltigung und Zwangsverheiratung von Christinnen oder die Zerstörung von Kirchen.

 

Bereits im März 2007 berichtete das UN-Flüchtlingskommissariat UNHCR, Christen seien im Irak ihres Lebens nicht mehr sicher, Gewalttaten aus religiösen Gründen gegen sie nähmen zu. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) sieht sogar ein Ende des Christentums im Irak. In der Tat muss darum gefürchtet werden, umso verständlicher sollte der vom Vatikan und vom Heiligen Vater vorangetriebene interreligiöse Dialog erscheinen. Die Verhältnisse im Irak lassen überhaupt keinen anderen Weg zu als das gemeinsame Gespräch und die fortwährenden Bemühungen um ein friedliches Miteinander der Religionsgemeinschaften. Auch wenn die Lage hoffnungslos erscheint, gibt es einige Lichtblicke. Mit dem 43-jährigen Emil Shimoun Nona wurde ein äußerst befähigter, tapferer und aufrechter Mann zum chaldäisch-katholischen Erzbischof von Mossul berufen. Seine Worte: »Wir haben immense Probleme, niemand kann das leugnen. Aber mein Glaube ist sehr stark, und ich möchte alles tun, was mir möglich ist, um mit Gottes Hilfe die Menschen hier zu inspirieren und zu ermutigen, damit sie die Hoffnung nicht verlieren. Ich möchte sie in diesen finsteren Zeiten führen, hinein in eine bessere Zeit«. [Kirche in Not, ›Dokumentation Christen in größter Bedrängnis‹]. Und es gibt die kleine Stadt Karakosh im irakischen Norden, in der es, von einer christlichen Miliz geschützt, fünf Kirchen und nur eine Moschee gibt. GEO-Reporter Malte Henk besuchte Karakosh und schrieb beeindruckt: »Es hat eine große Anziehungskraft, Erhabenheit und enorme spirituelle Kraft, wie die Menschen Glauben und Tradition trotz aller Gefahr weiterführen«, kath.net hat berichtet. Beten wir besonders für Erzbischof Nona, damit sein Beispiel den Menschen Mut machen wird, beten wir für die Christen in Karakosh, die beispielgebend für uns alle sind, und für alle anderen irakischen Christen, die unter ärgster Bedrängnis ihrem Glauben die Treue halten. {Quelle: www.kath.net – Ein Gastkommentar von Olaf Tannenberg – – Sanguis martyrum Teil 3 – Der Beitrag stammt aus dem Blog von Barbara Wenz: Elsas Nacht(b)revier)}

 

4 Responses to “200 Millionen Christen in Gefahr”

  1. omniscientus Says:

    Es ist sehr wichtig, auf solche Dinge hinzuweisen. Vor allem im Hinblick auf die Frage wie mit dem Anwachsen der islamischen Bevölkerung in westlichen Ländern umzugehen ist und welche Fehler man vermeiden muss. Missstände müssen aufgezeigt werden.
    Auch ich habe einen Artikel zur Thematik geschrieben und berufe mich auf einen Artikel der NGO „Forum for Religious Freedom“, die sich mit den Rechten religiöser Minderheiten auf der ganzen Welt beschäftigt. Ich würde mich über feedback und Ergänzungen freuen!

    Mein Artikel:
    http://truehistoryblog.wordpress.com/2012/10/15/verfolgte-christen/

    Die Seiten der NGO „FOREF“:
    http://foref.info
    http://foref-europe.org

    NGO OpenDoors:
    http://www.opendoors.org

  2. […] Außerdem findet sich ein interessanter Artikel im Weblog von “Kopten ohne Grenzen”: 200 Millionen Christen in Gefahr […]

  3. omniscientus Says:

    Sehr aufschlussreicher Artikel, vielen Dank! Ich beschäftige mich auch mit der Thematik der Situation von Christen im Nahen Osten. Bitte beachten Sie meinen Artikel http://truehistoryblog.wordpress.com/2012/10/15/verfolgte-christen/. Über feedback und Ergänzungen würde ich mich freuen. Ich denke es ist wichtig, auf derartige Missstände hinzuweisen, ohne damit Hass zu schüren. Daher schätze ich Ihre Seite sehr!


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