kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Reaktionen auf „Islamische Rezitationen im Wiener Neustädter Dom“! 27. November 2012

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 15:33

StR-Landbauer: Islamische Rezitationen nun auch schon im Wiener Neustädter Dom!

 

Dass  nun auch schon die Katholische Kirche zur völligen Selbstgeißelung übergegangen ist, beweist die Einladung an die  türkischen Verbände in den Wr. Neustädter Dom. Anscheinend dürfte es sich dabei um die selbstverständliche Belohnung dafür handeln, dass ein muslimischer Jugendlicher im März das religiöse Wahrzeichen der Stadt in Brand gesetzt hat. „Dass die politische Führung dieser Stadt dieses Spiel fein mitspielt überrascht mich wenig, wenn gleich es doch etwas eigentümlich anzusehen ist, wenn ein  Vertreter der ehemaligen Christdemokraten brav in der ersten Reihe sitzt und dem Imam lauscht. Tragisch ist für mich die Tatsache, dass nun auch schon die kirchlichen Würdenträger die Schmerzgrenze der political correctness ins Unerträgliche angehoben haben,“ zeigt sich FPÖ Bezirksparteiobmann Stadtrat Udo Landbauer entsetzt über die sogenannte interkulturelle Feier. Was die Verantwortlichen auf Grund von Unwissenheit nicht bedenken, bzw. ganz bewusst akzeptieren ist die Tatsache, dass laut islamischem Selbstverständnis das rituelle Gebet in fremden Gotteshäusern die Übernahme selbigen Gebäudes in den Islam bedeutet. Landbauer: „Sollen sich die Vorbeter der identitären Selbstverstümmelung doch einmal die Frage stellen, wann denn ein katholischer Geistlicher zur Lesung einer hl. Messe in eine Moschee eingeladen war. Die Antwort wird ernüchternd sein“.

 

 

 

 

Reaktion auf „Unfassbarer Skandal: Wiener……“

 

Ironie:

Das Verhältnis ist doch ok:

Ein katholischer? Pfarrer und 3 Islamvertreter.

Besser geht es doch nicht mehr.

 

Dieses Verhältnis wird bald eintreten mittels demographischer Entwicklung – auch Geburtendschihad – genannt. Die Kirche in dieser Form tritt freiwillig und ohne Not in den geistigen, ja sogar in den politisch-unterwerfenden Windschatten des Islam ein. Diese Situation konnte nur entstehen, als proklamiert wurde, dass Muslime und Christen denselben Gott anbeten. Wäre dies die Wahrheit, wäre es folgerichtig. Da der Gott des Islam aber von seinen Anordnungen, seinem Machtgehabe, seiner missbrauchenden Allmacht, seinen Legitimationen von Unrecht zu Recht her, als das Gegenteil dessen, was der alliebende Dreifaltige Gott ist, gesehen werden muss, weil er der vorbehaltlosen Liebe zu allen Menschen völlig unfähig ist und sich als göttlicher Dilettant, ja sich sogar teilweise als satanischer Geist erwiesen hat, ist dieser Vorgang skandalös. Ich darf zum Verständnis, wie Jesus im Islam gesehen wird, folgendes verlinken und genau diese Sichtweise macht den Skandal, den dieser Pfarrer heraufbeschwört, erst richtig perfekt.

 

http://derprophet.info/inhalt/beten-christen-und-muslime-htm/:

 

Als Beispiel sei hier die Funktion von Jesus im Islam dargestellt. Diese zentrale Gestalt des Christentums wird im Islam vollständig umgedeutet und damit ins Gegenteil verdreht. So lesen wir im hadith des Bukhari folgendes Endzeitphantasma. Es ist die detaillierte Darstellung der Rolle des islamischen Jesus am Ende der Tage: “Jesus wird am Ende der Tage in Damaskus auf die Erde zurückkehren, den Antichristen mit dem Schwert vernichten, alle Kreuze zerbrechen, alle Schweine töten, alle Synagogen und Kirchen zerstören und alle Christen töten, die dann nicht an den Islam glauben wollen. Dann wird er in der Moschee in Jerusalem das islamische Gebet verrichten. Dabei wird der dortige Führer ihm seinen Platz als Vorbeter überlassen wollen; Jesus reiht sich jedoch ein in die Gemeinde der Betenden, womit er ausdrücklich die Vorrangstellung des islamischen Vorbeters, ja des Islam selbst anerkennt und demonstriert. Wenn er den Anti-Christen getötet hat, werden alle “Leute der Schrift” an ihn glauben und es wird nur noch eine Glaubensgemeinschaft, nämlich die des Islam geben. Es werden Gerechtigkeit und Frieden auf der Erde herrschen (so die schiitische Sichtweise), sogar im Tierreich. Nach 40 Jahren wird Jesus sterben und in Medina neben Mohammed zwischen Abu Bakr und Umar begraben werden” (Ch. Schirrmacher: Der Islam, Band 2, Seite 225, Verlag Hänsler, Holzgerlingen, 2003). Ende des Zitats.

 

 

Konnte Jesus am Kreuz noch beten:

“Vater, vergib Ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun”

nach 1 400-jähriger christlicher-islamischer Geschichte?

Ich glaube nicht.

Denn diese Geschehnisse sind dem Chrstentum bekannt

und sie sollten auch diesem Pfarrer bekannt sein.

 

Es mag wie immer gut gemeint sein, aber es ist in seiner Auswirkung ein Verrat an der heiligsten Dreifaligkeit, insbesondere aber ein Verrat an Jesus selbst. Da der Islam Jesus nicht als Gott anerkennt, ihn sogar als Feind der Christen auslegt und ihn am Ende der Zeiten alle Schweine, Kreuze, Kirchen, Synagogen und Christen zerstören lässt, einem Gottmenschen, der sich selbst hat für alle umbringen lassen, fasse ich und mit mir viele Christen es nicht, dass Priester sich für so etwas hergeben. Wissen sie nicht, dass das Gottesbild der allmächtigen Liebe Gottes ausschließlich erst in der Tat Jesu begründet liegt und so dem Gottesbild der Allerheiligsten Dreifaltigkeit seinen geistlichen Höhepunkt in göttlicher Autorität verliehen hat!? Erst Jesus hat die Liebe Gottes glaubhaft durch sich selbst als Gott bezeugt. Er hat Gott von dem Image befreit, welches der Islam bis heute pflegt, nämlich dem janusköpfigen Gott-Satan-Image. Erst in Jesus wurde offenbart, mit welchem Gott der Liebe alle Menschen, auch Muslime zu tun haben dürfen.

 

Wer Jesus geistlich so deformiert, ist auf dem religiösen Holzweg wie kein anderer. Jesus hat von seinen Jüngern Bekenntnis in seiner Nachfolge gefordert. Jesus zeigt klare Kante, dieser Pfarrer zeigt Beliebiges, Relatitvistisches, jedoch nichts geistig christliches. Das Bekenntnis zu Jesus scheint ihm nicht mehr viel wert zu sein, dass er gerade diejenigen in seiner Kirche Gebete sprechen lässt, die den biblischen Jesus so extrem sogar in schlechtester Tradition Mohammeds, Menschen töten lässt, die gerade ihn liebten und lieben, bei seiner Wiederkunft. Wir müssen uns die Frage stellen, ob Jesus Religionsvertreter z. B. die Baalspriester, die Elias ohne Not umgebracht hat – was ich persönlich auch nicht gerade als gentlemenlike und unreligiös ansehe, in der Synagoge hätte beten lassen? Hätte er da genauso reagiert, wie er bei den Geldwechslern im Tempel reagiert hat? Da er die Sünde wider den Heiligen Geist so vehement als nicht vergebbar deklariert hat, müssen wir davon ausgehen, dass er das Verhalten dieses Pfarres nicht toleriert hätte. Niemand kommt zum Vater außer durch mich, sagte er einmal. Wenn ich diesen Satz nicht auf Christen anwende, weil sie Jesus nicht als Gott anbeten können, so meinte er doch: “Niemand kommt zum Vater außer durch mich, (die allumfassende Liebe). Wer liebt, ist somit mit Jesus verwandt.

 

Wer aber verkündet, dass Nichtmuslime der Hölle anheimfallen,

hat jedes Recht auf Religionsverkündung verloren.

 

Der Islam ist 700 Jahre ein eklatanter, weil religiöser Rückschritt in archaische Zeiten. Diesen Gott werden Christen mit Muslimen niemals gemeinsam anbeten können, solange nicht alle Muslime ihre Ausgrenzungs-, Rache- und Hassversen ihres wörtlich zu nehmenden Hassbuches gedanklich eliminieren. Erst dann kann ich echte Gemeinsamkeiten entdecken. Und erst dann ist auch ein gemeinsames Gebet in der Kirche möglich, aber nicht zu einem Zeitpunkt, in dem Muslime glauben, dass Jesus der Vernichter von Christen sein wird. Christen und Muslime glauben nicht an denselben Gott. Auch die völlig unterschiedlichen Konsequenzen im Handeln– Jesus: Liebt eure Feinde! Mohammed: Vernichtet sie! – werden im Zuge des Synkretismus verwischt und was noch schlimmer ist, verschwiegen und somit ein großer Teil der Wahrheit unterschlagen, und zwar allen gutgläubigen Christen unterschlagen.

 

Es ist ungeheuerlich, dass der Ruf “Allah u akbar”,

der in aller islamischen Welt als Schlachtruf

gegen Christen und Juden,

ja im Krieg wie jetzt in Syrien,

Tausendfach eingesetzt wird,

in einer Kirche erschallen darf.

 

Der Verrat an Gott ist eine Sünde wider den Heiligen Geist, aber auch ein Verrat an jedem Christen, der heute noch im Namen des Islam, im Namen eben dieses Janusgottes verfolgt, getötet, diskriminiert und gedemütigt wird. Ein Gott, der Dämonen selbst schafft, der die in die Hölle Geworfenenen selbst noch mehr quält, als Satan dies könnte, hat sich selbst als Gott disqualifiziert! Dieser Gott ist eine Religionszumutung, eine rachsüchtige und hassverbreitende Fiktion, die alle Religionen mit in den Sumpf religiöser Abgründe zieht. Dem Koran und seiner ausgrenzende Ungeisteshaltung und Jesus, dem liebenden Wort Gottes, sind keine Gemeinsamkeiten in der religiös-geistigen Haltung zu entnehmen. Sie verkünden diametral Entgegengesetztes. Mohammed tötete selbst und ließ töten. Jesus ließ sich töten. Gegensätzlicher können Religionsverkünder nicht sein. Wer da von Gemeinsamkeiten – außer ein paar religiös-intellektuell-theologischen oberflächlichen Hülsen – spricht, hat Jesu Lehre nicht im Entferntesten verstanden.

 

Das jedoch kommt dabei heraus, wenn Christen nur noch den Kerygma-Jesus, den jeder Historizität beraubten verkündeten Jesus eines Eugen Drewermann, eines Bultmann und eines Küng verkündet wird. Dann wird dieser Jesus zu einer bloßen blutleeren Symbolfigur, die auch durch Grimms Rotkäppchen ersetzt werden könnte. Solange dieses ewige „Islam=Gut=Himmel-Alles-Nichtislamische=Schlecht=Hölle-Schwarz-Weiß-Denken“ fortbesteht, solange haben öffentliche Auftritte von Imamen in Kirchen nicht statt zu finden und werden als Verrat an Jesus und an den Opfern der Islamdoktrin angesehen werden müssen. In einer Zeit, in der der Islamismus seine elenden, weil todbringenden Krallen nicht nur in islamischen Ländern, sondern nunmehr auch in Europa ausstreckt, ist ein solches Zeichen in einer Kirche ein dekadentes, weil ein Jesus und jeden im Namen dieses Gottes verfolgten Menschen verratendes Fanal. Der Koptische Papst hat nicht umsonst bei seine Inthronisierung Tränen vergossen. Diese Tränen gelten neben der eigenen desolaten Situation seiner anvertrauten Gemeinde auch einem solchen Pfarrer, der vielleicht wirklich nicht weiß, was er da tut.

 

Ich meine, dass das “Gut-meinen” mit solchen Auswirkungen einfach nicht mehr hingenommen werden kann. Die Liebe zu religiös-geistigen Feinden darf nicht soweit gehen, dass dieser Gott der Unseligkeit und der Unheiligkeit, der einen Pornohimmel für seine gegen Christen, Juden, Muslime der anderen Konfession, Atheisten kämpfende Truppe bereithält, in einem Gotteshaus, welches der allliebenden Dreifaltigkeit geweiht ist, weder proklamiert noch angebetet werden darf. Die Feindesliebe sollte darin bestehen, für diese vom Islam verirrten Menschen intensiv zu beten, dass sie wenigstens keine Hasselemente in ihren Moscheen predigen und ihren Gott wenigstens in Verleugnung der ausgrenzenden Verse des Koran als einen liebenden darstellen.

 

 

 

Ob das jedoch möglich sein kann,

wage ich an dieser Stelle zu bezweifeln.

 

6 Responses to “Reaktionen auf „Islamische Rezitationen im Wiener Neustädter Dom“!”

  1. carma Says:

    da hilft nur eine massive protesthaltung der neustädter katholiken – da sie ausgeblieben ist, darf man annehmen, das es (fast) allen recht war, bezw. völlig wurscht?! die „religiösen“ sind ja schon immer bezichtigt worden, poltisch desinteressiert und hoffnungslos naiv zu sein, das kann ich leider nur bestätigen…
    die kirchenleitung möchte wohl gerade in angespannten zeiten beweisen, wie sanftmütig und vergebend, wie weltoffen, tolerant und multikulturell man doch sei – und jeglichem unterschwelligen zorn seitens der bevölkerung gleich im keim ersticken. ich habe es schon an anderer stelle erwähnt: man hole sich auch einen rabbi zum gemeinsamen gebet herein – das wäre die beste möglichkeit, wo moslems dann ihre „toleranz“ beweisen könnten – und auch die katholiken?!!
    haben diese pfarrer noch nie etwas von dem christen – u. judenhass in der islamischen welt gehört, den weltweiten brutalen verfolgungen, der auslöschung vieler christlicher gemeinden, besonders in nahost, afrika u. asien? ist man insgeheim doch eher auf seiten der armen, unterdrückten palästinenser, ihr hass auf „zionisten“ und „kreuzzügler“ durchaus verständlich? die pervertierte „bußfertigkeit“ unserer geistlichen führer will sich ausgerechnet einem mohamed andienen, weil Jesus im koran immerhin beachtet wurde – also ungleich mehr gemeinsamkeiten als der talmud aufweist?..

    • CM Says:

      So sieht es doch aus: Täusche Deine Feinde !!!
      Und die Deutschen merken es nicht einmal xDDD
      Islamisten versuchen alles um ihre „angebliche Religion“ als eine nette und freundliche Religion zu verkaufen,um andere Menschen zu täuschen.
      Es wird immer mehr gefordert von den so genannten Gästen,es soll Religionsunterricht stattfinden wo die kleinsten schon auf die Übernahme eines Landes vorbereitet werden und ihnen eingetrichtert wird,daß Christen getötet werden müssen. Sie fordern Moscheen dann sollen Strassen einen Türkischen Namen erhalten.Sie fordern in fremden Ländern und dieses wird immer mehr.
      Wer die Tatsachen an den Tag legt wird als Nazi/Faschist oder Rechtsradikaler bezeichnet !!!

  2. Erich Foltyn Says:

    de Leit erträumen si wos und des is deselbe Mentalität wie bei den islamischen Zentrum in Wean. Einerseits is Friedn, aber andererseits da Weg bereitet zur Machtübernahme vom Islam. Naja mir is wurscht, waun se de leit net wehrn, i wer eanas net mochn. Aba de ewige Jammerei von de Wacheier get mia am Wecka, i les ka zeitung mehr. De kennans si söba lesn.

  3. carlos Says:

    Wer überrennt hier wen?
    Algerien und Türkei werden alternde Gesellschaften sein

    In etwa einem Jahrzehnt schon dürften Algerien und die Türkei eher träge, alternde Gesellschaften sein. Ihr zentrales Dilemma wird dann darin bestehen, mit der wachsenden Zahl älterer Menschen fertig zu werden, die von keiner Großfamilie mehr aufgefangen und betreut werden.

    Diesen Ländern wird es schwer fallen, Zuwanderer nach Europa zu exportieren, um den dortigen Arbeitskräftemangel auszugleichen. Die Europäer aber werden Schwierigkeiten bekommen, dort genug Zuwanderer zu finden, die arbeiten und Steuern zahlen, und sie daher weiter südlich, im christlichen Afrika, suchen.

    Wie die Verhältnisse in Europa bereits gezeigt haben, wird der demografische Wandel schwerwiegende Folgen für die religiöse Praxis mit sich bringen. Denn Familien mit weniger Kindern sind nur in geringerem Maße auch auf eine organisierte Religion zur Sozialisierung der Jugend und Aufrechterhaltung der gemeinschaftlichen Solidarität angewiesen.

    Zudem legen weniger kinderreiche Gesellschaften größeren Wert auf die Verbesserung der gegenwärtigen Lebensumstände des Einzelnen und schenken langfristigen oder jenseitigen Perspektiven geringere Aufmerksamkeit.

    Innerhalb der islamischen Welt dürften Länder mit niedriger Geburtenrate in Zukunft weltlicher – europäischer – werden, derweil Länder, in denen die Großfamilie der Normalfall ist, religiös bleiben werden. Womöglich hat ein Land wie Algerien dann auf kultureller und sozialer Ebene viel mehr mit Frankreich als mit Ägypten gemein. Die „muslimische Identität“ würde damit in Zukunft noch schwächer.

    Lange Zeit hat der Westen befürchtet, dass Europa von benachbarten Muslimen überrannt werden würde. Doch haben wir allen Grund uns zu fragen, welche der beiden Gesellschaften sich durch die Begegnung grundlegender wandeln wird. Wer überrennt hier wen?

    • carma Says:

      stimmt eigentlich – auf in die türkei und das letzte europäische terretorium rückerobern und re-christianisieren: es sind eh schon viele deutsche rentner dort…

  4. Bazillus Says:

    Welt online schreibt: 08.11.12
    Bevölkerung
    Die Kurden und das Geburtenproblem in der Türkei

    Im „europäischen” Westen des Landes kommen kaum Kinder zur Welt, im Osten und Südosten viele. Der Regierung ist beunruhigt, denn die Menschen dort betrachten sich weniger als Türken denn als Kurden. Von Boris Kálnoky
    Aus Sicht der Regierung in Istanbul ist diese Karte beunruhigend, denn danach steigen die Geburtenraten im Osten des Landes stark, in der Zentraltürkei und im modernen Westen hingegen sind sie niedrig oder sinken sogar
    Foto: Infografik Die Welt Aus Sicht der Regierung in Istanbul ist diese Karte beunruhigend, denn danach steigen die Geburtenraten im Osten des Landes stark, in der Zentraltürkei und im modernen Westen hingegen sind sie niedrig oder sinken sogar Bild teilen
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    Geburtenrate: Die Deutschen haben das Kinderkriegen verlernt
    Demografie: Die Geburtenrate sinkt – Mütter gebären oft erst spät

    Themen

    Geburtenrate
    Demografie

    Bei den letzten Parlamentswahlen in der Türkei im Jahr 2011 stellte sich einer der Kandidaten der Regierungspartei AKP zum Gespräch mit Honoratioren der Stadt Sanliurfa, im Südosten der Türkei. Er selbst war aus dem Norden. Jemand fragte ihn, was er denn für die Frauen zu tun gedenke. „Wir müssen die Geburtenrate senken”, war die Antwort.

    Ministerpräsident Erdogan habe ja die Parole ausgegeben, jede Frau solle drei Kinder bekommen, und auch in der geburtenlahmen EU sei das die vergeblich angestrebte Zahl – hier aber „beginnt es ja bei sieben Kindern und geht bis 23”. Es sollte wohl locker klingen, unter den Anwesenden war keine einzige Frau. Es kam aber nicht gut an, Kindersegen gilt hier noch als Gottessegen.

    Der Mann hatte aber ungewollt durchscheinen lassen, dass die Geburtenraten in der Türkei der Regierung ganz andere Sorgen bereiten, als gemeinhin angenommen wird. Erdogans Schlagwort von den drei Kindern wird immer als Ermunterung zum Kindermachen verstanden, vor dem Hintergrund sinkender Geburtenraten in der immer moderneren Türkei. Die Rate liegt seit zwei Jahren unter der magischen Schwelle von 2,1 Kindern pro Frau, ein Wert, der gerade ausreicht, um die Bevölkerungszahl stabil zu halten.

    Je europäischer, desto weniger Kinder

    Aber nicht nur die auf nationaler Ebene sinkende Geburtenrate wird als Problem gesehen, sondern auch die sehr hohen Geburtenraten im Osten und Südosten des Landes. Die würde man am liebsten senken, jene im Westen der Türkei und in Zentralanatolien dagegen anheben. Dafür gibt es einen einfachen Grund: Die Geburtenraten sind unter anderem dort am höchsten, wo die Menschen sich am wenigsten als Türken betrachten. Sondern eher als Kurden.

    In den vergangenen Wochen wurden zwei interessante Sozial-Landkarten der Türkei veröffentlicht. Die eine betrifft die Entwicklung der Geburtenraten in unterschiedlichen Teilen des Landes. Im Westen, also im kulturell europäischsten Teil der Türkei, liegt die Rate bei nur 1,5 – ein Wert, der europäischen Verhältnissen entspricht, nur dass die Geburtenrate einer jener Bereiche ist, in dem die Türkei sich lieber kein Beispiel an Europa nehmen möchte.

    Demografen haben festgestellt, dass es im kinderarmen Westen dennoch kinderreiche Segmente der Gesellschaft gibt, vor allem zugewanderte Kurden in den Großstädten. Mit anderen Worten, die Geburtenrate für den ethnisch türkischen Teil der westtürkischen Bevölkerung liegt wahrscheinlich noch niedriger als 1,5. Die Geburtenrate wächst sogar in einzelnen Gebieten im Westen, nämlich überall da, wo es hohe Zuwanderung gibt, etwa Istanbul und das südwestliche Antalya.

    Weniger Geburten in AKP-Hochburgen

    Stark sinkende Geburtenraten, allerdings von einem höheren Ausgangsniveau, gibt es in zentralanatolischen Regionen, die politisch als Rückgrat der Regierungspartei AKP gelten. In Yozgat, eine der frühesten und solidesten Hochburgen der AKP, ist die Geburtenrate in den zehn Jahren der AKP-Regierung um 36 Prozent gesunken.

    Im fernen Osten und Südosten der Türkei dagegen liegt die Geburtenrate bei 3,5 Kindern pro Frau. Die Gründe dafür sind wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Natur – es ist die am wenigsten entwickelte Region des Landes, zugleich sind die Möglichkeiten für Frauen begrenzter, gegen den Widerstand der patriarchalischen Gesellschaftsstrukturen speziell bei den Kurden Zugang zu Bildung und beruflichen Chancen zu erlangen.

    Was das in künftigen Jahrzehnten für die Türkei politisch bedeuten mag, ergibt sich aus einer anderen Landkarte, die des „Nationalstolzes”. Sie entstammt einer Studie der Bahcesehir-Universität und überschneidet sich teilweise mit der Geburten-Landkarte: Wo die Geburtenraten am höchsten sind, ist das Bekenntnis zur Türkei am schwächsten. Im kurdisch bevölkerten Südosten, wo viel mehr Kinder geboren werden als anderswo, sind nur 23 Prozent der Menschen „stolz” auf die Türkei. Fast überall sonst sind es 70 bis 85 Prozent.

    Die Türkei wird immer kurdischer

    Mit anderen Worten: Während in Deutschland laute Klagen zu hören sind – teilweise mit brisanten politischen Untertönen – dass „Migranten” (gemeint sind vor allem Türken) sich munter vermehren, während die Deutschen aussterben, hat die Türkei ein ähnliches Problem. Wenn der Trend anhält, wird sie in einigen Jahrzehnten ein sehr viel kurdischeres Land sein als jetzt. Das kann mit erheblichen politischen Verwerfungen einhergehen.

    Es bedeutet freilich nicht, dass dann etwa die PKK die Macht übernimmt. Die kurdische Rebellen- oder Terrororganisation (je nach Weltanschauung) hat zwar dazu beigetragen, die Herausbildung einer eigenen kurdischen Identität in der Türkei zu fördern. Aber sie spaltet die Kurden auch, und die jeweilige PKK-nahe Partei vermag es bei Wahlen nicht, landesweit mehr als ungefähr sechs oder sieben Prozent der Stimmen zu erringen.

    Niemand weiß genau, wie viele Kurden es in der Türkei gibt, es gibt darüber keine Erhebungen. Die besten Schätzungen gehen von rund 18 Prozent der Gesamtbevölkerung aus, der Bogen reicht von 15 bis 25 Prozent. Aber landesweit sechs Prozent als Wahlergebnis sind auf jeden Fall weniger als die Hälfte der kurdischen Bevölkerung.

    Istanbul gilt als „größte kurdische Stadt“

    Es gibt seit den 90er Jahren eine massive kurdische Abwanderung aus dem Südosten in die Großtädte. Istanbul gilt mittlerweile als „größte kurdische Stadt”. Aber dort, im Westen, in den Städten, vollzieht sich meistens sehr rasch ein Sinneswandel – abgewanderte Kurden werden dort sehr viel „türkischer”, gemäßigter, wenden sich ab von der Idee eines kurdischen Separatismus.

    Wenn aber eines Tages eine gemäßigte Kurdenpartei auftreten sollte, und über ein demografisch stark gewachsenes Wählerpotenzial verfügt, dann kann es zu großen Veränderungen in der Türkei kommen. Die AKP weiß es nur zu gut: Ihr eigener Aufstieg wurzelte im demografischen, aber auch wirtschaftlichen Aufstieg konservativer, zentralanatolischer Muslime im Vergleich zu den säkularen, kinderarmen „Westlern”.

    Erdogan hat in der Vergangenheit vor einer „katastrophalen Lage” gewarnt, wenn der demografische Trend bis zum Jahr 2038 ungebrochen anhält. Was er da genau berechnete, ist nicht bekannt.
    © Axel Springer AG 2012. Alle Rechte vorbehalte


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