kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

„Ganz leicht ist der Tod für niemanden“ 9. November 2012

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 19:57

Wer zum Thron Christi und zur Herrlichkeit des Himmels kommen soll, darf nicht klagen und trauern“.

 

Zu Allerseelen von Bischof Andreas Laun

 

Salzburg (kath.net): Plagiat ist, wenn jemand, vor allem in einer wissenschaftlichen Arbeit, abschreibt, aber glauben macht, er hätte diesen Text selbst verfasst! Nun, ich sage sofort: Nein, der Haupttext zum Thema Sterben, den ich hier vorlege, stammt nicht von mir, sondern von Cyprian von Karthago aus dem 3. Jh. nach Christus und entdeckt habe ich ihn im Brevier des Priesters, einer Sammlung von geistlichen Kostbarkeiten. Zunächst aber: Die Menschen können resignieren, sie können toben, sie können wissenschaftliche Forschungen anstellen, ob sie nicht doch den Alterungsprozess „abschalten“ und dann auch das Sterben genetisch abschalten können, sie können die Lebenserwartung wenigstens der Wohlhabenden nach oben schieben, den Tod werden sie nicht abschaffen! Ähnlich ist es mit der Angst vor dem Sterben: Man kann sie leugnen, man sich „locker und souverän“ geben, man kann sie einschränken auf einen „Aspekt“ des in der Regel ohnehin nicht genau vorhersehbaren Sterbens, man sich den Tod selbst geben oder sogar „gesetzeskonform“ durch Euthanasie geben lassen: Ganz leicht ist der Tod für niemanden, und das gilt wohl auch für Heilige und tief gläubige Menschen! Wen wundert es, der Tod ist schließlich eine Folge der Sünde!

 

Auch das 2. Vatikanische Konzil versucht mit keinem Wort den Tod schön zu reden, wenn es schreibt: „Der Mensch erfahrt nicht nur den Schmerz und den fortschreitenden Abbau des Leibes, sondern auch, ja noch mehr, die Furcht vor immerwährendem Verlöschen. Er urteilt aber im Instinkt seines Herzens richtig, wenn er die völlige Zerstörung und den endgültigen Untergang seiner Person mit Entsetzen ablehnt. Der Keim der Ewigkeit im Menschen lässt sich nicht auf die bloße Materie zurückführen und wehrt sich gegen den Tod“. Es ist es kein Widerspruch dazu, wenn einer der Lübecker Märtyrer kurz vor seiner Hinrichtung seinen Eltern schreibt: „Ich bin glücklich, weil ich in drei Stunden Jesus sehen werde!“ Seine „Todesangst“ hat er damit nicht bestritten, sondern ihr nur die Hoffnung gegenübergestellt, die aus dem Glauben kommt, Hoffnung, die die Angst nicht aufhebt, aber Hoffnung, die lehrt, mit ihr, mit der Angst zu leben und auch zu sterben! Das Glück dieses Nazi-Opfers folgt, so banal der Vergleich scheinen mag, der gleichen „Logik der Gefühle und Gedanken“ wie der eines Menschen, der an quälenden Zahn-Schmerzen leidet und seiner Frau sagt: „Es tut so weh, aber jetzt bin ich glücklich, endlich einen Termin beim Zahnarzt bekommen zu haben, ich gehe jetzt gleich zu ihm“!

 

In der Geschichte der Kirche, vor allem der Heiligen und unter ihnen besonders der Märtyrer, gibt es viele, viele Berichte über die Gelassenheit und sogar Freude von Christen angesichts des nahenden Todes, sogar wenn dieser sich in besonders grausamer Form präsentierte! Soll man sich auf den Tod vorbereiten, indem man sich ihn vorstellt und dazu noch, wie „tapfer“ man selbst sein werde? Nein, das hat keinen Sinn, die einzig wirklich christliche Vorbereitung auf den Tod vertieft sich wieder und wieder in das, was der Glaube dazu sagt. Und die Ungläubigen, was ist mit denen? Leider, ihnen ist nicht zu helfen, sie sind Menschen ohne Hoffnung, und ihnen kann man nur raten, sich endlich Gott, endlich dem Grund der Hoffnung und damit der Quelle allen Trostes zuzuwenden! Aber genug der Worte, da ist endlich das, was der hl. Cyprian den Menschen vor rund 1700 Jahren gesagt hat! Es kann nie veralten, weil die Menschen immer dieselben bleiben, weil der Tod immer derselbe ist und weil die Hoffnung des Christen, die die Kirche verkündet, immer dieselbe bleibt: „Wenn wir vorerst sterben, gehen wir durch den Tod in die Unsterblichkeit ein. Gäbe es das Scheiden nicht, könnte auch die Folge nicht eintreten: das ewige Leben. Es ist kein Weggehen, sondern ein Hinübergehen. Es ist nach Durchmessen des irdischen Weges der Übergang zur Ewigkeit. Wer sollte nicht eilen, um zum Besseren zu gelangen? Wer sollte nicht wünschen, möglichst schnell verwandelt und umgeformt zu werden, zur Schönheit Christi und zur Würde himmlischer Herrlichkeit zu gelangen, da doch der Apostel verkündet: „Unsere Heimat ist im Himmel. Von dorther erwarten wir auch Jesus Christus, den Herrn, als Retter, der unseren armseligen Leib verwandeln wird in die Gestalt seines verherrlichten Leibes“.

 

Diese Zukunft verheißt uns auch Christus, der Herr, da er für uns zum Vater betet, dass wir immer bei ihm sein, mit ihm auf den Thronen des Himmels sitzen und im Himmelreich glücklich sein dürfen: „Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor der Erschaffung der Welt.“ Wer zum Thron Christi und zur Herrlichkeit des Himmels kommen soll, darf nicht klagen und trauern. Nach der Verheißung des Herrn und dem wahren Glauben soll er sich auf seine Abreise und sein Hinübergehen freuen. Was liebst du die Welt, da sie doch den Christen hasst? Warum folgst du nicht lieber Christus, der dich erlöst hat und liebt? Johannes ruft in seinem Brief und Mahnt uns, nicht irdischen Wünschen zu folgen und die Welt zu lieben: „Liebt nicht die Welt und was in der Welt ist. Wer die Welt liebt, hat die Liebe zum Vater nicht. Denn alles, was in der Welt ist, die Begierde des Fleisches, die Begierde der Augen und das Prahlen mit dem Besitz ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Die Welt und ihre Begierde vergeht. Wer aber den Willen Gottes tut, bleibt in Ewigkeit“.

 

Liebe Brüder, mit reinem Herzen, festem Glauben und starken Mut lasst uns zu allem bereit sein, was Gott will. Ohne Schrecken vor dem Tod wollen wir an die Unsterblichkeit denken, die auf ihn folgt. So wollen wir zeigen, dass wir auch sind, was wir glauben. Meine Lieben, wir sollen bedenken und nicht vergessen, dass wir der Welt entsagt haben und vorerst als Gäste und Fremdlinge hier leben. Mit Freude wollen wir den Tag begrüßen, der einem jeden sein Heim zuweist, den Tag, der uns von hier wegnimmt, uns von den Fallstricken der Welt befreit und uns dem Paradies und dem Reich Gottes zurück gibt. Wer sollte nicht eilends in die Heimat zurückkehren, wenn er in der fremde ist? Wir halten das Paradies für unsere Heimat. Dor erwartet uns die große Zahl der Lieben: Die stattliche Schar der Eltern, Geschwister und Kinder wartet auf uns. Der eigenen Rettung sind sie schon sicher, aber sie sind wegen unseres Heiles in Sorge. Wie groß ist unsere und ihre gemeinsame Freude, wenn wir einander wiedersehen und uns umarmen können. Wie groß ist dort das Glück des Himmelreiches ohne Furcht vor dem Tod. Welch höchste und ewige Seligkeit ist es, in der Ewigkeit zu leben.

 

One Response to “„Ganz leicht ist der Tod für niemanden“”

  1. ..Ganz leicht ist der Tod für niemanden“

    Was sagt man darauf

    WER vor der Verantwortung des Lebens davon läuft–und seinen Pflichten—
    nicht
    nachkommt-tja für den ist der Tod bestimmt NIE LEICHT!!


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