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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Libanaons Christen protestieren gegen türkischen Schmähfilm 15. Oktober 2012

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 17:40

 

Die gewalttätigen Proteste in der islamischen Welt,

die angeblich durch einen bereits seit Monaten bekannten youtube-Schnipsel ausgelöst worden seien,

sind noch in unschöner Erinnerung,

da wird erneut ein Filmkunstwerk zum Zankapfel der Religionen.

 

Der türkische Film “Fetih 1453″ des Regisseurs Faruk Aksoy, ein 160-Minuten-Spektakel über die Eroberung Konstantinopels durch die Türken, das in seinem Herstellungsland bereits äußerst erfolgreich war, läuft nun auch im Libanon an, was die dortigen Christen zum Anlass nehmen, die Inhalte und Absichten des Filmes kritisch zu hinterfragen. Seine einseitige, provokative und manipulative Darstellung der Ereignisse soll nach ihrer Ansicht die religiösen Spannungen im Lande weiter anheizen. Es soll bislang aber von seiten der libanesischen Christen zu keiner Botschafts-Stürmung, Flaggenverbrennung oder der Tötung von Diplomaten gekommen sein. Ab Februar 2012 soll dieser türkische Kassenschlager, der geschickt falsche Darstellungen von Fakten mit religiösen Untertönen vermengt und so indirekt zum “Kulturkampf” des “Guten” (Türken, Islam) gegen das “Böse” (Griechen, Christen, Westen) aufruft, zu ungeahnten Begeisterungsstürmen in den türkischen Medien und beim “einfachen Mann auf der Straße” geführt haben. Nun läuft der Film seit dem 27. September 2012 auch in Beiruter Kinos (ohne, dass das Kino gestürmt wurde, ein Diplomat starb oder Flaggen brannten) und schon zwei Tage später fanden sich christliche, libanesische Organisationen, die damit begannen, friedlich gegen dieses “Kunstwerk” zu demonstrieren.

 

Unter der Leitung der christlichen “Al-Mashriq”-Partei, die von jungen Orthodoxen gegründet wurde, haben mehrere Organisationen der libanesischen Christen ihren Widerstand gegen die Wirkung dieses Filmes in Gang gesetzt. Sie forderten ihre Landsleute dazu auf, den Film zu boykottieren, da er zum religiösen Hass anstacheln würde. Die geschehe zum größten Teil durch offensichtliche Fehldarstellungen historischer Fakten und durch Konnotationen offensiver, aggressiver, politischer Expansionsstrategien mit dem Islam. Rodrigue Khoury, Gründer der “al-Mashriq”-Partei, hat die Premiere des Filmes miterlebt und zeigt sich schockiert von den offensichtlich manipulativen Absichten der Verantwortlichen. {Der Film erzählt vom Kampf zweier Reiche, aber in Wahrheit handelt er vom Kampf zweier Zivilisationen: der christlichen und der islamischen. Die erste wird in grotesker Art und Weise dargestellt und als Quelle allen Übels, die zweite als perfekt und unkorrumpierbar}.

 

Khoury sandte daraufhin ein Schreiben an die Zensurbehörde des Libanon, in dem er ausführlich darlegte, welche Fehldarstellungen und Manipulationen in dem Kunstwerk durchgeführt wurden und welche Gefahr davon für den sozialen Frieden seines Landes ausgeht. Pater Abdo Abou Kassem, Informationsbeauftragter der katholischen Kirche Libanons, beklagt ebenfalls die “Verunglimpfung” der christlichen Religion durch diesen Film. Sie werde als “korrumpiert” abgewertet. Auch die historischen Fakten werden aufs Gröbste missachtet. So sei z. Bsp. bekannt, dass nach der Eroberung Konstantinopels die 3000 Christen, die während der Belagerung in der Hagia Sophia Zuflucht gesucht hatten, auf Befehl des Sultans ermordet wurden. Im Film beschützt er sie persönlich und gewährt ihnen Gnade. Das widerspräche aber den historischen Dokumenten, so Pater Kassem. {Quelle: “asia news” vom 13. Oktober 2012 – gebetskreis.wordpress.com}

 

 

 

Geschichtsfälschung bei “Fetih 1453

 

Seit Wochen läuft in deutschen Kinos eine Verherrlichung der osmanischen Eroberung von Konstantinopel, die ganz im Trend des türkischen Nationalismus und der massiven Re-Islamisierung durch Erdogan sein dürfte. Die Tagespost, eine katholische Zeitung für Politik, Gesellschaft und Kultur hat sich der plumpen Geschichtsfälschung dieses Kinofilms angenommen und einen ausführlichen Artikel mit dem Titel “Das verkehrte Heldenlied von Konstantinopel” veröffentlicht (Druckausgabe vom 28. April, online nur mit Abo verfügbar). Kompromisslos kritisch, ohne “Toleranz”-Töne, “Verständnis”-Geschwafel und “Dialog”-Geplapper. So etwas traut man einer katholischen Publikation heutzutage kaum noch zu.

 

„Fetih 1453- die Eroberung von Konstantinopel“ kam am 16. Februar dieses Jahres in die Türkischen Kinos und zog dort bereits an den ersten vier Tagen eine Million Menschen ins Kino. In den deutschen Kinocharts lag „Fetih 1453“ zeitweise auf dem 4. Platz (PI berichtete). Der Regisseur Faruk Aksoy hat den teuersten und erfolgreichsten türkischen Film des Jahres gedreht. Dabei wird die muslimische Seele nach allen Regeln der Kunst massiert, wobei historische Fakten dabei eher stören. Die katholische Tagespost spricht von einerVerherrlichung des Sieges des Islams über das Christentum“, das zum „Neo-Osmanismus Erdogans“ passe und den Patriotismus der Türken beflügele, der sich immer mehr von der Religion speise. Der Film sei „unkritisch“ und ließe christliche Soldaten mit Kreuzen auf ihren Schildern wehrlose Frauen abschlachten. Die Eroberung Konstantinopels werde nur unter islamischen Vorzeichen gesehen, wobei historische Hintergrundinformationen „auf den Kopf gestellt“ würden – obwohl die Situation des tragischen Endes des christlichen Kaiserreiches von Konstantinopel „historisch gut erforscht“ sei.

 

 

In Wirklichkeit hätten sich die wahren Helden in Konstantinopel befunden. Sie wären mit 7000 Kämpfern einer erdrückenden Übermacht von 130.000 Osmanen gegenübergestanden. Kurz vor der Schlacht sollen sie in der Hagia Sophia eine letzte Messe abgehalten haben, bevor der muslimische Eroberungssturm über sie hereinbrach. Die Verteidiger seien entschlossen gewesen, „entweder zu siegen oder zu sterben“. Der Legende nach sei der Priester, als die Türken in die Hagia Sophia strömten, mit seinen liturgischen Utensilien in einer Wand verschwunden und würde wieder hervorkommen, wenn die Hagia Sophia wieder eine christliche Kirche sei. Laut Artikel der Tagespost liefere der griechische Historiker Kritobulus einen detaillierten Bericht über die Ereignisse nach der Einnahme Konstantinopels: „Keine Tragödie birgt so viel Entsetzen wie diese. Ein herzzerreißendes, furchtbares Schauspiel. Man erschlug die Unglücklichen, die, von den Schreien angelockt, die Häuser verließen und durch die Straßen liefen, um zu erfahren, was los war. Man erschlug sei in den Häusern, wo sie sich manchmal verteidigten, und in den Kirchen, in die sie sich flüchteten. Die Soldaten kannten keine Gnade“.

 

 

Die Nachricht vom Fall Konstantinopels habe sich wie ein Lauffeuer verbreitet und im gesamten christlichen Abendland Entsetzen ausgelöst. Die Angst vor den Türken habe sich über ein Vierteljahrtausend gehalten, bis es nach der zweiten Belagerung Wiens 1683 zum Gegenstoß der Habsburger kam und Prinz Eugen seine großen Siege über die Türken errang. Martin Luther habe die Türkengefahr als eine „Strafe Gottes“ für den „unchristlichen Lebenswandel“ seiner Zeitgenossen gesehen: „Hört nun den Teufel im Türken, Ihr, die Ihr Gott in Jesus Christus nicht hören wolltet. Der Türk wird Eure Häuser versengen, Eure Tiere und Ernten vernichten, unter Euren Augen wird er Eure Weiber und Töchter schänden und erwürgen, er wird Euch opfern und nach der Türkei verschleppen, um Euch auf Sklavenmärkten feilzubieten wie schlechtes Vieh“. Die Tagespost beschreibt Fetih 1453“ als „islamischen und osmanischen Propagandafilm“, der „Schwarz-Weiß-Malerei“ betreibe und die tapferen Verteidiger Konstantinopels verunglimpfe. Die Stadt sei trotz osmanischer Herrschaft noch bis zum 1. Weltkrieg zur Hälfte eine christliche Stadt gewesen, bis dann Armenier und Griechen vertrieben wurden. Die heutige kleine christliche Minderheit könne kaum noch die etwa 100 Kirchen Istanbuls füllen. Als die Stadt 2010 eine der Kulturhauptstädte Europas war, habe es unter den hunderten Veranstaltungen kaum eine über das christliche Konstantinopel gegeben.

 

Der Schlusskommentar der katholischen Tagespost: „Die deutsche Fassung des Films wird durch die Schwarz-Weiß-Malerei das Ende der christlichen Spuren des Neuen Roms noch beschleunigen, außer Europa wacht auf“. Dies ist die Schlüsselfrage: Ob und wann Europa aufwachen wird. Die Salafisten dürften dazu beitragen, dass sich der Erweckungsprozess beschleunigt. Diese wahren und ehrlichen Moslems machen die Verschleierungs-, Beschönigungs- und Taqiyya-Arbeit der islamischen Verbände und Organisationen hierzulande relativ schnell zunichte. Und durch solche eroberungsverherrlichenden Propagandastreifen wie „Fetih 1453“ werden ebenfalls einige Menschen erkennen, mit was sie es beim Islam zu tun haben.

 

Kontakt zur Tagespost: info@die-tagespost.de

Von Michael Stürzenberger

 

3 Responses to “Libanaons Christen protestieren gegen türkischen Schmähfilm”

  1. Ibrahaim Says:

    EIN RECHT DAS AUCH CHRISTEN IN ARABISCHEN UND ISLAMISCHEN LÄNDERN HABEN! SIE KÖNNEN IHRE STIMME ERHEBEN GEGEN DIE LÜGE UND VERFÄLSCHUNG DER GESCHICHTE!

  2. CARMA Says:

    der streitlustige und selbst umstrittene luther hat zumindest in dieser einschätzung recht behalten –
    darf man sich als evangelischer in dieser sache noch auf ihn berufen – oder verstößt es gegen den „religionsfrieden“-paragraphen?

  3. silver price Says:

    Die Tagespost beschreibt „Fetih 1453“ als „islamischen und osmanischen Propagandafilm“, der „Schwarz-Weiß-Malerei“ betreibe und die tapferen Verteidiger Konstantinopels verunglimpfe. Die Stadt sei trotz osmanischer Herrschaft noch bis zum 1. Weltkrieg zur Hälfte eine christliche Stadt gewesen, bis dann Armenier und Griechen vertrieben wurden. Die heutige kleine christliche Minderheit könne kaum noch die etwa 100 Kirchen Istanbuls füllen. Als die Stadt 2010 eine der Kulturhauptstädte Europas war, habe es unter den hunderten Veranstaltungen kaum eine über das christliche Konstantinopel gegeben.


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