kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Freimaurer: Neugierige Blicke erlaubt! 30. September 2012

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 18:35

Bernd-Dieter Hessling, Meister vom Stuhl der Loge "Absalom zu den drei Nesseln", eröffnet im Hamburger Michel den Festakt zum 275-jährigen Bestehen der Freimaurerei in Deutschland. Fotograf: Axel Heimken

 

Laut schallt es durch das Hauptschiff des Hamburger Michels. 1.500 Männer in schwarzen Anzügen, weißen Handschuhen und Schürzen klatschen drei Mal in die Hände. Es ist der Gruß auf „Maurerart“ und eine Premiere für die Freimaurer. Zum ersten Mal haben sie am Sonnabend ihr Ritual in einer christlichen Kirche abgehalten und zum ersten Mal durften ausgewählte Zuschauer dabei sein.

 

Ein Freimaurer verfolgt im Hamburger Michel den Festakt zum 275-jährigen Jubiläum der Freimaurerei. Fotograf: Axel Heimken

Deutschlandweit gibt es derzeit rund 15.000 Freimaurer, darunter nur wenige Frauen. Einflussreiche Männer wie Friedrich der Große, Goethe, Winston Churchill oder Axel Springer waren Freimaurer.

„Bruder Großzeremonial, geleiten Sie den ehrwürdigsten Großmeister der Vereinigten Großlogen von Deutschland in den Tempel“, befiehlt der Mann vor dem Altar. Das Ritual der Freimaurer zum 275. Jubiläum kann beginnen.

 

 

Geschlossene Gesellschaft öffnet sich

 

Anlass war ein Jubiläum: Vor 275 Jahren wurde in Hamburg Deutschlands erste Freimaurerloge „Absalom zu den drei Nesseln“ gegründet. Zu den Feierlichkeiten waren Freimaurer aus mehr als 50 Ländern, überwiegend ältere Herren, angereist. Gemeinsam verfolgten sie die Zeremonie des „ehrwürdigsten Großmeisters der Vereinigten Großlogen von Deutschland“, Rüdiger Templin. Freimaurer wissen von den Verschwörungstheorien rund um ihre Bruderschaft und, dass ihre geheimen Rituale Misstrauen schüren. Dieses Image wollen sie nun loswerden und sich öffnen – teilweise zumindest. Nach 15 Minuten mussten die Zuschauer die Kirche verlassen. {Quelle: www.ndr.de}

 

Freimaurer aus aller Welt nehmen im Hamburger Michel an einem Festakt teil. Fotograf: Axel Heimken

Drei Mal klatschen die Freimaurer in die Hände. Der Gruß auf „Maurer-Art“ findet vor den Augen der Presse statt – ein Zeichen, dass sich die geheimnisumwitterte Bruderschaft der Gesellschaft stärker öffnen will.

 

 Freimaurer aus aller Welt verfolgen im Hamburger Michel den Festakt zum 275-jährigen Jubiläum der Freimaurerei. Fotograf: Axel Heimken

 

Freimaurer selbst halten Ideale wie Toleranz, Gleichheit und Humanität hoch. Unter den 1.500 Brüdern im Michel sollen Angehörige aller großen Weltreligionen gewesen sein: Christen, Juden, Muslime und Buddhisten.

 

 

 

Alles außer Weltherrschaft

Seit 275 Jahren bieten sie Anlass für die wüstesten Spekulationen

 

Was treiben die Freimaurer wirklich in ihren Logenhäusern?

Nur Gutes, sagt Rüdiger Templin, Großmeister der Vereinigten Großlogen von Deutschland.

 

FTD Ein Bier- und ein Kaffeehersteller als Sponsoren, Pressekonferenzen, öffentliche Feiern. Die Freimaurer inszenieren ihr Jubiläum wie ein Sportverein. Woher diese plötzliche Normalität, diese Offenheit?
Rüdiger Templin Diese Idee gibt es seit drei Jahren, seit Beginn meiner Amtszeit. Wir müssen die alten Zöpfe der Freimaurerei abschneiden. Und das geht nur, indem wir der Öffentlichkeit klarmachen, wer wir sind. Und dass dies der älteste humanistische Verein in Deutschland ist, seit knapp 300 Jahren.
 
 
„Alte Zöpfe“ – das heißt Jungfrauenopfer, Weltherrschaft, all die Mythen um die Freimaurer?
Es sind die Verschwörungstheorien, es ist aber auch die Vorstellung, dass wir nur ein Verein von alten Leuten sind, die in geselligem Wohlstand die Zeit verbringen. Das ist bei Weitem nicht mehr so. Der Altersdurchschnitt ist in den vergangenen Jahren vor allem durch die Darstellung in den Medien gesunken. Junge Leute werden im Internet auf uns aufmerksam und informieren sich über uns.
 
 
Welche Mythen halten sich am hartnäckigsten?
Das sind vor allem die deutschlandtypischen. Den Freimaurern wird wie den Juden unterstellt, dass wir eine Weltregierung stellen wollen und eine Geheimgesellschaft seien. Das geht zurück auf Erich Ludendorff und Alfred Rosenberg, die die gefälschten „Protokolle der Weisen von Zion“ als Beleg zitierten. Das wurde von den Nazis aufgegriffen, die die Freimaurer verboten und verfolgten. Um uns wird künstlich Mystik aufgebaut, die nicht da ist. Wir wollen Transparenz, wir wollen Offenheit. Zugleich legen wir aber größten Wert auf Diskretion untereinander, in der persönlichen Beziehung, aber auch bei dem, was in der Loge behandelt wird.
Wenn Sie keine Regierungen stürzen wollen – was wollen Sie denn dann?
Das Hauptanliegen der Freimaurerei ist die ethische Erziehung und Bildung an uns selbst. Aus einem guten Mann einen noch besseren machen.
 
 
Was die Freimaurer „Arbeit am rauen Stein“ nennen, durch Vorträge und ritualisierte Gespräche in der Loge. Inhaltlich treten Sie dabei für die Ideale der Aufklärung ein. Das ist ja weder fragwürdig noch sonderlich aufregend, das sind die Leitmotive, denen unsere Gesellschaft folgt.
Folgen sollte. Wenn wir in die Medien gucken, registrieren wir eine Verschiebung der Werte, wenn nicht ihren Verfall. Ob das nun Manager sind oder Ärzte, die nach noch mehr Geld streben.
 
 
Sie meinen Transplantationsskandal und Gehaltsforderungen?
Auch der Transplantationsskandal geht in diese Richtung. Es geht um Ruhm, um Geld, die die Werte verschieben. Für unsere nachwachsenden Generationen sind wir damit ein schlechtes Beispiel. Aber es geht auch außerhalb Deutschlands um Glaubensauseinandersetzungen, wie wir sie gerade in dem Karikaturenstreit erleben. Da werden Darstellungen in provozierender Weise veröffentlicht und führen zu einer Gegenreaktion. Das ist eine nicht zu vertretende Aktion, die Darstellung diskriminierender Bilder – aber auch die Reaktion darauf.
 
 
Sie haben diesen Streit im Namen der Freimaurer verurteilt. Warum fördern Sie nicht auch aktiv den Dialog zwischen den Religionen?
Jeder kann und sollte das an seinem Ort in der Gesellschaft tun. Was wir aber nicht tun werden, ist, zu tagespolitischen Themen zu diskutieren, wie in einer Partei. Unterschiedliche Positionen kann jeder für sich beziehen, aber als Organisation tun wir das nicht.
 
 
Aber wer dann?
Jeder sollte an seiner Position in unserer Gesellschaft so denken oder handeln, wie er es in der Loge vorfindet oder wie wir es uns anerziehen. Es wäre wünschenswert, wenn wir mehr Mitglieder aus den führenden Kreisen der Gesellschaft hätten, die könnten die Schieflage besser beeinflussen aufgrund ihres großen Wirkungsbereichs. Denken Sie an einen Konzernchef oder einen Schuldirektor. Die können Dinge ändern, für die man sonst auf die Masse der Gesellschaft angewiesen ist.
 
 
Aber sind die Freimaurer nicht ohnehin eine Eliteveranstaltung?
Früher waren es wenige Handwerker, ansonsten Künstler, Militärs, hochrangige Universitätsvertreter, Landadel. Das hat sich kräftig geändert. Heute geht es quer durch die Gesellschaft. Lehrer, Handwerker, Arbeiter, Angestellte sind die dominierenden Gruppen. Wir haben auch Hartz-IV-Empfänger. Bürgertum und alten Adel findet man auch, doch nicht mehr bestimmend.
 
 
Was macht einen geeigneten Kandidaten aus?
Die Menschen müssen einen guten Leumund haben, also zum Beispiel nicht vorbestraft sein. Auch gehört eine gewisse wirtschaftliche Unabhängigkeit dazu. Nicht in dem Sinne, dass man seine Finanzen offenlegen muss. Die Leute sollen aber nicht erpressbar sein.
 
 
Sie sagen, die Organisaion sei unpolitisch, haben Ihre Brüder aber 2009 aufgefordert, die Umwelt nicht zu schädigen. Das ist politisch.
Es ist eine Gratwanderung. Sehr wohl können wir unsere Werte zu solchen Themen äußern, in der Familie, im Freundeskreis, beim Sport, auch in Ämtern. Der damalige Außenminister Gustav Stresemann hat als Freimaurer nach dem Ersten Weltkrieg sehr viel für Deutschland getan, weil sein französisches Gegenüber Aristide Briand ebenfalls Freimaurer war. Beide konnten mit ihrer ethischen Bildung, die sie in den Logen erfahren haben, einen Kompromiss finden, zu beiderseitigem Vorteil und für den Frieden weltweit. {Quelle: www.ftd.de}
 
 
 

Freimaurerei

de.wikipedia.org

 

5 Responses to “Freimaurer: Neugierige Blicke erlaubt!”

  1. http://de.wikipedia.org/wiki/Freimaurerei

    Zitat
    Jedem von Euch ist bekannt, daß wir auf den Begriff Atheist stoßen, wenn wir uns jetzt den „Alten Pflichten“ zuwenden, am bekanntesten als Konstitutionsbuch Andersons in der Fassung von 1723. Es hat sie später in weiteren Fassungen gegeben und auch die verschiedenen Übersetzungen ins Deutsche haben zu leicht voneinander abweichenden Texten geführt. Generell enthält jedoch der Artikel 1 mit der Überschrift „Von Gott und der Religion“ folgende Aussage:

    Der Maurer ist verpflichtet, dem Sittengesetz zu gehorchen.
    Er wird kein engstirniger (teilweise auch übersetzt mit stupider) Gottesleugner sein, wobei in einigen Fassungen an der Stelle von Gottesleugner auch Atheist steht, also kein stupider Atheist.
    Er wird kein bindungsloser Freigeist sein.
    Er verpflichtet sich zu der Religion, in der alle Menschen übereinstimmen und beläßt jedem seine besonderen Überzeugungen selbst.
    Es sollten also gute und redliche Männer sein, von Ehre und Anstand, ohne Rücksicht auf ihr Bekenntnis oder darauf, welche Überzeugungen sie sonst vertreten mögen.

    Über das Verhältnis der Freimaurerei zur Religion gibt ein Dokument Auskunft, das im Juni 1983 von der Vereinigten Großloge von England angenommen wurde und den Titel „Freimaurerei und Religion“ trägt. Daraus möchte ich die mir wichtigsten Passagen zusammenfassen:

    Die Freimaurerei ist keine Religion und auch kein Ersatz für eine Religion.
    Sie verlangt von ihren Mitgliedern den Glauben an ein Höchstes Wesen, vermittelt aber kein Glaubenssystem.
    Die Freimaurerei ist offen für Menschen aller Glaubensbekenntnisse, aber Diskussionen über Religion sind in ihren Versammlungen verboten.
    Die Bezeichnung für das Höchste Wesen erlaubt Männern unterschiedlicher Glaubensbekenntnisse sich in gemeinsamen Gebet zu vereinigen (jeder zu dem Gott, den er sich vorstellt), ohne daß der Gehalt des Gebetes Uneinigkeit unter ihnen hervorrufen kann. Es gibt keinen besonderen freimaurerischen Gott; der Gott eines Freimaurers bleibt der Gott des Bekenntnisses, dem er angehört.
    Im Unterschied zur Religion fehlen der Freimaurerei grundlegende Elemente einer Religion, denn sie hat kein Dogma und keine Theologie, sie bietet keine Sakramente an und sie sucht kein Seelenheil durch Werke, geheime Erkenntniss oder auf andere Weise.
    Die Freimaurerei ist eine Stütze der Religion. Ohne sich in deren Ausübung einzumischen, erwartet sie, daß ihre Mitglieder ihrem eigenen Glauben folgen und über alle anderen Verpflichtungen jene über Gott stellen, unter welchem Namen er auch verehrt wird. Ihre moralischen Forderungen sind für jede Religion annehmbar

    http://www.internetloge.de/arstzei/atheis.htm

  2. Emanuel Says:

    Syrien: Weiter heftige Kämpfe in Aleppo
    30.09.2012 | 14:55 | (DiePresse.com)
    Rebellen und Regierungstruppen lieferten sich am Wochenende heftige Kämpfe um die syrische Stadt Aleppo. Dabei ist der historische Basar in Brand geraten.

    es ist wirklich traurig, zu sehen, wie die Bilderberger diese schöne alte Welt zerstören lassen …..
    „Der jahrhundertealte überdachte Basar liegt in der Altstadt, die von der UN-Organisation für Wissenschaft, Bildung und Kultur (UNESCO) im Jahr 1986 zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Auf dem überdachten Markt wurden seit Jahrhunderten Lebensmittel, Stoffe und Gewürze verkauft.“

    Was interessiert die Macher der „Neuen Weltordnung“ der Schrott von gestern ????

  3. gerd Says:

    Ich fordere eine Frauenquote für die Freimaurer!


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