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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Mursi reist in die alte Heimat – ohne Barack Obama zu treffen 25. September 2012

Filed under: Moslembrüder — Knecht Christi @ 18:35

Ägyptens Präsident besucht erstmals die USA. Das Verhältnis ist angespannt.

 

Der Tahrir-Platz ist frisch bepflanzt worden, und die amerikanische Botschaft wird von neuen Mauern geschützt, aber ob sich das ägyptisch-amerikanische Verhältnis so leicht wieder ins Lot bringen lässt, ist eine offene Frage. Ägyptens Präsident Mohammed Mursi ist zur UNO-Vollversammlung nach New York geflogen. Es ist sein erster Besuch in Amerika, seiner alten Heimat, seit er Präsident wurde. Der Ingenieur Mursi hat an einer kalifornischen Universität promoviert und gelehrt, zwei seiner Söhne haben – zum Ärger nationalistischer Hardliner in Ägypten – bis heute die amerikanische Staatsbürgerschaft. Aber als ein aufgewiegelter Mob vor kurzem die US-Botschaft in Kairo stürmte, nachdem ein ägyptischer Salafist den antiislamischen Hetzfilm im Fernsehen gezeigt hatte, da hatte Mursi lange geschwiegen, erst auf einen energischen Anruf von US-Präsident Barack Obama die Gewalt verurteilt – und amerikanische Vorbehalte gegen den Islamisten im höchsten Staatsamt bestätigt. Auch deshalb trifft Mursi in New York zwar den britischen Premier David Cameron und den französischen Präsidenten François Hollande, nicht aber Barack Obama. Pläne für eine Begegnung der beiden seien still fallen gelassen worden, nachdem das Weisse Haus habe durchblicken lassen, dass daran derzeit kein Interesse besteht, heisst es.

 

 

 

Zu Beginn klare Forderungen

 

Seine Botschaft aber verbreitet Mursi dennoch. In einem Interview mit der «New York Times» umriss der einst als «Ersatzreifen» verspottete islamistische Funktionär selbstbewusst die künftigen Beziehungen zwischen beiden Ländern. Wenn Amerika daran liege, dass Ägypten den Friedensvertrag mit Israel einhalte, müsse es seine Verpflichtung des Camp-David-Vertrages erfüllen und den Palästinensern bei der Errichtung eines eigenen Staates helfen. In Ägypten mehren sich die Stimmen, die nach den islamistischen Angriffen auf ägyptische Soldaten eine Korrektur des Friedensvertrags mit Israel fordern. Dieser sieht eine Verstärkung der Truppenstärke auf dem Sinai nur in gegenseitigem Einverständnis vor. Israel hatte die jüngste ägyptische Offensive geduldet, sprach sich nun aber gegen eine Erhöhung aus.

 

Amerika müsse die Werte und die Geschichte der arabischen Welt respektieren, sagte Mursi, nur so liessen sich die Beziehungen verbessern. Vor kurzem hatte Obama kühl festgehalten, Ägypten sei weder «Verbündeter» noch «Feind». Auf die Frage, ob Ägypten Amerika für einen Verbündeten halte, gab sich auch Mursi distanziert: Dies hänge davon ab, was man unter «Verbündeter» verstehe, sagte er. Immerhin hoffe er, beide Länder werden «echte Freunde» werden. In der Vergangenheit, das machte er klar, waren sie es nicht. Amerikas Ruf in der arabischen Welt leide bis heute darunter, dass es Diktatoren wie Hosni Mubarak mit Milliarden Militärhilfe unterstützte. Auf Kosten des «amerikanischen Steuerzahlers» habe Washington sich den «Unmut, sogar den Hass» der Menschen in den Ländern Arabiens erkauft. Ägyptens neuer Machthaber braucht Gelder aus dem Ausland nötiger denn je, denn die Wirtschaft leidet unter der politischen Instabilität. Bilder der schwarzen Flagge der Radikalen über der US-Botschaft, gehisst von Islamisten während des Sturms, lassen die Zahlungsbereitschaft des US-Kongresses allerdings schwinden. Dabei habe er, Mursi, keine andere Wahl gehabt, als die Randalierer anfangs gewähren zu lassen: Ägyptens Sicherheitskräfte hätten sich Zeit gelassen, gab Mursi zu, dann aber entschieden reagiert. Derartige Ausbrüche erforderten eine «weise» Antwort.

 

 

Aussenpolitischer Kurswechsel

 

Fast eineinhalb Jahre nach dem Sturz Mubaraks wurde Ägypten von Generälen regiert, die ähnliche aussenpolitische Ziele verfolgten wie Mubarak. Seit seinem Amtsantritt Ende Juni aber hat Mursi die Generäle weitgehend entmachtet und versucht, sich als Aussenpolitiker zu profilieren. Ägyptens Beziehungen zu anderen Ländern werden künftig von «gegenseitigem Respekt» geprägt sein, schrieb Mursi auf Facebook. Nach 30 Jahren hatte er den Iran besucht, aber im schiitischen Gottesstaat nicht nur schiitenfeindliche Kalifen gepriesen, sondern auch das syrische Regime kritisiert – Teherans arabischen Verbündeten. Ägyptischen Umfragen zufolge bringen solche Auftritte Mursi erstaunliche Zustimmungsraten. Allerdings sahen ähnliche Umfragen ihn noch kurz vor der Wahl nicht mal in der Nähe des höchsten Staatsamtes. {Quelle: bazonline.ch – Von Sonja Zekri}

 

 

Mursi fordert Obama zu neuer Arabien-Politik auf

 

Der ägyptische Präsident Mursi hat den USA schwere Fehler in der Politik gegenüber den arabischen Staaten vorgeworfen.

Er geißelte dabei vor allem die jahrzehntelange Unterstützung von Diktatoren in der Region – damit habe sich Washington den Hass der Menschen zugezogen.

 

Kairo: Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi hat von den USA einen Politikwechsel in den arabischen Staaten gefordert. „Vergangene US-Regierungen haben sich mit dem Geld ihrer Steuerzahler in erster Linie die Abneigung, wenn nicht den Hass, der Völker der Region gekauft“, sagte Mursi der „New York Times“. Damit meinte er Washingtons jahrzehntelange Unterstützung für autoritäre Herrscher in der arabischen Welt und die bedingungslose Unterstützung Israels. Mursi lobte allerdings US-Präsident Barack Obama für seine „entschiedene und schnelle“ Unterstützung der Proteste im Arabischen Frühling. Die USA seien für das Recht der Araber eingetreten, die „selbe Freiheit zu genießen wie die Amerikaner“. Die USA hätten allerdings auch eine „besondere Verantwortung“ für die Palästinenser, mahnte Mursi in dem Interview. „Solange Frieden und Gerechtigkeit für die Palästinenser nicht verwirklicht sind, bleibt das Abkommen unerfüllt“, sagte er mit Blick auf das Camp-David-Abkommen von 1978.

 

Auf die Frage, ob die USA ein Verbündeter Ägyptens seien, sagte Mursi, dies hänge von der „Definition eines Verbündeten“ ab. Die beiden Länder seien aber „echte Freunde“. Obama hatte kürzlich mit der Aussage, Ägypten sei weder Verbündeter noch Feind, für Aufregung gesorgt. Das US-Außenministerium stellte daraufhin klar, Ägypten bleibe weiter ein wichtiger Partner. Seit 1989 hat Ägypten ebenso wie Australien, Japan, Jordanien, Israel und Thailand einen herausgehobenen Status als wichtiger Nicht-Nato-Verbündeter, der eine besondere militärische Zusammenarbeit beinhaltet. In seinem ersten Interview mit dem ägyptischen Staatsfernsehen hatte Mursi zuvor eine größere außenpolitische Rolle gefordert. Um Ägypten zu helfen, müsse er sich insbesondere um gute Beziehungen in Afrika und um Investitionen des Westens und Chinas bemühen. Einige Kritiker werfen ihm bereits vor, er betone zu sehr die Außenpolitik, anstatt sich der internen Probleme des Landes am Nil zu widmen. {Quelle: www.spiegel.de}

 

One Response to “Mursi reist in die alte Heimat – ohne Barack Obama zu treffen”

  1. CARMA Says:

    na ja, obamas wahlkampf erlaubt wohl im moment kein offizielles treffen mit mursi – noch könnte seine sympathie für die muslimbrüder das wahlergebnis beeinträchtigen, besonders nach dieser „video-intallation“?!
    was da hinter den kulissen läuft, bekommt unsereins (noch) nicht mit…


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