kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Mursis Ägypten und seine Christen 24. September 2012

Filed under: Koptenverfolgung,Moslembrüder — Knecht Christi @ 19:11

Die Mutter von dem koptischen Blasphemie-Opfer Albert Saber: „Ein Mob stürmte das Haus – Mein Sohn als politischer Aktivist wurde in der Polizeistation gefoltert und schwerverletzt – Niemand weiß, wo er jetzt ist – Er hat „LIKE“ zum Video gezeichnet“!

 
 
Neunzehn Prozent der insgesamt 82 Millionen Ägypter sind Christen. Ihre überwältigende Mehrheit gehört zur uralten Konfession der Kopten. Für sie war der Wahlsieg der extrem-islamischen Muslimbrüder und Salafisten ein Schock. Sie errangen auf Anhieb eine Zweidrittelmehrheit im Parlament und stellen jetzt auch noch den Präsidenten mit nie zuvor gesehenen Machtbefugnissen. Die Kopten fürchten die Einführung islamischen Rechts in Ägypten. Mohammed Mursi bemühte sich deshalb von Anfang an, zu versprechen, dass jeder „zu seiner Familie“ gehöre und er keine „Rache“ suche. Anfang September versicherte er vor Studenten, jeder sei frei, aktiv zur Entwicklung seines Landes beizutragen, sei er „Muslim oder Christ“. Traditionell werden die Christen im Nahen Osten gerne als diejenigen dargestellt, die „zwischen allen Stühlen sitzen“ – besonders auch im Blick auf ihr Verhältnis zu Israel. Möglicherweise ist der Generalverdacht seitens des Islam, der Christen und Juden als „Leute des Buches“ in einen Topf wirft, ein innerer Beweggrund für die antijüdische und antiisraelische Einstellung orientalischer Christen? Vielleicht wird aber auch ein christlicher Judenhass, der weit vor die Entstehung des Islam zurückgeht, aber im Orient „un-verschämter“ zum Ausdruck gebracht, als das im humanistisch geprägten Europa und Amerika möglich ist?
 
 
 
 
 

Albert schreibt: „Schaut euch das Video an, bevor ihr uns beschimpft oder etwas falsch versteht“!

 
 
 
 

Albert Saber war einer der „wahren“ Jugendlichen, die an die erfundenen Revolution glaubte und die Moslembrüder entlarvte!

 
 
 

Ausschluss vom heiligen Abendmahl?

 
Tatsache bleibt, dass die offiziellen koptischen Stellungnahmen im Blick auf das Verhältnis zum Staat Israel in den vergangenen vier Jahrzehnten schärfer waren, als die offizielle Doktrin des Staates vorschrieb. Für die gesamte arabische Welt gilt, dass „Kollaborateure“ des jüdischen Volks eher unter den Muslimen zu finden sind, als unter traditionellen Christen. So verhängte Papst Schinuda III. schon 1979 als Protest gegen das israelisch-ägyptische Friedensabkommen einen Bann über seine Gläubigen, sollten diese wagen, den Staat Israel zu besuchen. Noch 2007 hatte der Kopten-Papst westlichen Kirchen vorgeworfen, den jüdischen „Christusmördern“ ihre Tat zu vergeben. Seit seinem Tod im Frühjahr 2012 ist in Jerusalem eine starke Zunahme ägyptischer Pilger zu verzeichnen, die allerdings noch immer vor öffentlichen Stellungnahmen zurückschrecken aus Angst vor Sanktionen. Ihnen droht nach der Rückkehr der Ausschluss vom heiligen Abendmahl, sollte ihr Besuch im jüdischen Israel ruchbar werden. Trotzdem geraten die Christen in Ägypten zunehmend unter Druck – wobei Christsein in einem von islamischen Traditionen geprägten Land noch nie frei von Repressalien war. Abgesehen von spektakulären Bombenanschlägen auf Kirchen, besonders zu Festzeiten, die auch in westlichen Medien Aufmerksamkeit fanden, werden die Kopten am Nil zunehmend von der Gesellschaft, in der sie als Minderheit leben, verfolgt: Häuser und Geschäfte werden beschossen, Kinder und Mädchen geraubt und erst wieder gegen hohe Lösegelder freigegeben. Nicht selten werden die Entführten auch gefoltert, vergewaltigt, zum Übertritt zum Islam gezwungen und versklavt.
 
 
 
 

Albert Saber ist nicht nur ein aktiver Blogger und Menschenrechtler, sondern bekannter Aktivist, der den Wahlkampf für Al-Baradei führte.

 

 

Betet für uns„!

 
In Videos, die auf „Youtube“ im Internet verbreitet werden, schreien ägyptische Kopten ihr Leid in die Welt hinaus. Eltern klagen um ihre Kinder. Ein Priester wendet sich nach einem herzzerreißenden Gebet an alle Heiligen, „die den Herrn Jesus Christus umarmen: Schreit zum Herrn! Rette die Kopten Ägyptens!“ Und: Die ganze Welt bitten wir: Betet für uns! Alle Heiligen: Betet für uns„! Während einer Beerdigung skandiert eine Menge: Dem Kreuz opfern wir unser Leben und unser Blut„! Die gesellschaftliche Atmosphäre, in der sich diese Menschen sehen, wird deutlich angesichts von muslimischen Menschenmassen, die skandieren: Unser Leben, unser Blut geben wir dem Islam“! Der Mob lässt nichts an Deutlichkeit zu wünschen übrig, an wen seine Botschaft gerichtet und was sein Ziel ist: „Ihr Christen, ihr blinden Christen! Die muslimische Würde ist hoch erhaben! Gegen die Priester und Mönche! Ihr werdet nicht eure Kreuze erheben! Gegen die Priester und Mönche! Mit Gewalt! Mit Gewalt! Morgen werden wir sie [die Kreuze] von euch nehmen! Von Papst Schenuda und der ganzen Seuche! Morgen werden wir unser Volk von euch säubern! Dschihad! Dschihad! Bis wir dieses Volk reinigen“!
 
 
 
 
 

 

 

Gemeinschaft pflegen

 
Offensichtlich gibt es in Ägypten dennoch Muslime und Christen, die Gemeinschaft pflegen und einander zu Festen grüßen, besuchen und gar miteinander feiern. Wohl deshalb muss ein islamischer Prediger hetzen: „Festlichkeiten mit ihnen [den Kopten] gemeinsam zu feiern? Das wird niemand tun, niemals! Wir müssen zu Allah zurückkehren! Es wird Demütigung geben für die, die meinem [Allahs] Gebot nicht folgen.“ Um dann seinen Gläubigen einzuschärfen: Es ist einem Muslim verboten mit einem Nichtmuslim irgendein Fest zu feiern„. Denn: „Die Juden sind verflucht! Die Christen gehen in die Irre! Allah verfluche die Juden und die Christen„!
Mittlerweile werden in ganz Ägypten Neubauten und selbst Renovierungsarbeiten an Kirchen, die bereits offiziell genehmigt wurden, von aufgebrachten muslimischen Demonstranten verhindert. Drohbriefe gegen den Verkauf von Kreuzen und Christusbildern werden verbreitet und in den elektronischen Medien sehen sich Christen Hetze und Verleumdungen ausgesetzt. Blasphemie-Vorwürfe können zu jahrelangen Gefängnisstrafen oder gar zu Hinrichtungen führen. Menschenrechtsorganisationen haben Hunderte von derartigen Fällen dokumentiert und verzeichnen eine massive Zunahme seit Beginn des Arabischen Frühlings und der Machtübernahme durch die Islamisten. Christen, die sich bei den Behörden beschweren, müssen feststellen, dass die Polizei sich mit den islamischen Aktivisten verbündet hat oder die Beschwerden schlicht ignoriert.
 
 
 
 
 
 
So verurteilte ein Gericht in Sohag in Mittelägypten am 18. September 2012 den koptischen Lehrer Bischoy Kamil Kamel zu einer Gesamtgefängnisstrafe von sechs Jahren: Drei Jahre für Beleidigung des Propheten Mohammed, zwei Jahre für Beleidigung des Präsidenten Mursi und ein Jahr für die Beleidigung des klagenden Anwalts. Begonnen hatten Kamels Probleme Mitte August mit der Anklage des 32-jährigen Mohammed Safwat Tammam, der behauptet hatte, Kamel habe beleidigende Karikaturen des Propheten Mohammed auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. Kamel beteuert seine Unschuld und behauptet, seine Facebook-Seite sei gehackt worden.
 
 

 

Wer die Religion verlässt, tötet ihn„!

 
Ein weiteres – vom Schicksal der alten christlichen Denominationen zu unterscheiden – ist das der Muslime, die sich zum Christentum bekehren, Religionsfreiheit also auch als Freiheit, die Religion wechseln zu dürfen, interpretieren. Sie werden grausam verfolgt und – etwa durch enthaupten – hingerichtet. Ein ägyptischer Salafistenführer unterstrich in jüngster Zeit öffentlich den Befehl Mohammeds: „Wer die Religion verlässt, tötet ihn“! Abfall vom Islam ist ein todeswürdiges Verbrechen. {Quelle: www.pro-medienmagazin.de – von Johannes Gerloff}
 
 
 
 

Zukunft der Christen im Nahen Osten massiv gefährdet

 

Florenz/Italien (APD):  “Wir wollen nicht Flüchtlinge sein, sondern in Frieden und mit vollen Rechten und Pflichten in unserem Land leben”, sagte die aus der syrischen Stadt Homs stammende Generalsekretärin der Evangelischen Kirchen im Nahen Osten, Rosangela Jarjour, in Florenz vor der 7. Vollversammlung der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE). Noch nie hätten Christen eine “so schlimme Situation” erlebt. Die Zukunft der Christen im Nahen Osten sei massiv gefährdet und von Angst bestimmt. Christen, die vorher in Sicherheit lebten, müssten nun erfahren, dass sie nicht mehr ihre Religion ausüben könnten und ihnen persönliche Freiheitsrechte oder das Rederecht “weggenommen werden. Alles was vorher säkular war, wird nun islamisiert”. Allein in Ägypten seien über 50.000 Christen seit Beginn der Revolution geflohen. In Homs sei ihre Familie gezwungen worden, die Heimatstadt zu verlassen. “Christen haben ihre Häuser, Geschäfte und Kirchen verloren. Es wurde geplündert, vieles ruiniert oder verbrannt”, berichtete Jarjour, die den Delegierten auch Bilder von zerstörten Kirchen in Syrien zeigte.

 

An die Kirchen im Westen appellierte Jarjour, “ihre prophetische Stimme zu erheben und nicht einfach ihren Regierungen zu folgen”. Es gehe darum, “auch in Syrien nach der Wahrheit zu forschen und mehr zu sehen als das, was im Fernsehen gezeigt wird”, meinte die Generalsekretärin der “Fellowship of Middle East Evangelical Churches”, die rund zwei Millionen Mitglieder aus 17 lutherischen, reformierten und anglikanischen Kirchen repräsentiert. Im Nahen Osten hätten Christen das Gefühl, “dass der Westen sie vergisst”. Doch “der Rest der Christen wird ausgelöscht, wenn das so weitergeht”, warnte Jarjour. Die in Syrien friedlich begonnenen Proteste seien schnell in Gewalt übergegangen. “Viele von uns glauben nicht, dass dies von Menschen innerhalb des Landes kommt”. Anfangs wären Christen und Muslime gemeinsam auf die Straße gegangen, doch als die Gewalt zunahm, hätten sich viele Christen von der Straße zurückgezogen. “Das war keine Bewegung des Volkes mehr. Syrien wurde zum Spielfeld für alle möglichen Kräfte von außen”, stellte die Generalsekretärin fest. Sie zeigte sich überzeugt, dass “Demokratie nicht durch Waffen und Geld aus Saudiarabien oder Quatar geschaffen werden kann”.

 

Kein einziger Christ” sei mit den Entwicklungen in Syrien einverstanden. Persönlich stehe sie “für eine friedliche Lösung. Wer immer auch Syrien regieren wird, soll uns Christen einfach Freiheit einräumen, Sicherheit geben und Frieden ermöglichen”. Eindringlich unterstrich die gebürtige Syrerin, die nun am Sitz der “Fellowship of Middle East Evangelical Churches” in Beirut/Libanon tätig ist, den Wunsch vieler Christen, im Land zu bleiben. Bevor die Christen nicht “die Agenda der neuen Regierenden kennen, wie sie zukünftig behandelt werden”, würden sich viele, die unter Assad unbeeinträchtigt lebten , nicht auf ungewisse Verhältnisse einlassen wollen. Zur Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) – Leuenberger Kirchengemeinschaft haben sich 106 protestantische Kirchen in Europa zusammengeschlossen. Lutherische, reformierte, unierte, methodistische und vorreformatorische Kirchen gewähren einander durch ihre Zustimmung zur Leuenberger Konkordie von 1973 Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft. {Quelle: www.eann.de}

 

One Response to “Mursis Ägypten und seine Christen”

  1. Kein einziger Christ” sei mit den Entwicklungen in Syrien einverstanden.

    Syrien:
    Vertreterin der Kirchen im Mittleren Osten warnt von „Auslöschung“ der Christen

    „Wir wollen nicht Flüchtlinge sein, sondern in Frieden und mit vollen Rechten und Pflichten in unserem Land leben“, sagte die aus der syrischen Stadt Homs stammende Generalsekretärin der Evangelischen Kirchen im Nahen Osten, Rosangela Jarjour, in Florenz vor der 7. Vollversammlung der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa (GEKE) am 23.9.2012 in Florenz. Noch nie hätten Christen eine „so schlimme Situation“ erlebt. Die Zukunft der Christen im Nahen Osten sei massiv gefährdet und von Angst bestimmt. Christen, die vorher in Sicherheit lebten, müssten nun erfahren, dass sie nicht mehr ihre Religion ausüben könnten und ihnen persönliche Freiheitsrechte oder das Rederecht „weggenommen werden. Alles was vorher säkular war, wird nun islamisiert“. Allein in Ägypten seien über 50.000 Christen seit Beginn der Revolution geflohen. In Homs sei ihre Familie gezwungen worden, die Heimatstadt zu verlassen. „Christen haben ihre Häuser, Geschäfte und Kirchen verloren. Es wurde geplündert, vieles ruiniert oder verbrannt“, berichtete Jarjour, die den Delegierten auch Bilder von zerstörten Kirchen in Syrien zeigte.

    An die Kirchen im Westen appellierte Jarjour, „ihre prophetische Stimme zu erheben und nicht einfach ihren Regierungen zu folgen“. Es gehe darum, „auch in Syrien nach der Wahrheit zu forschen und mehr zu sehen als das, was im Fernsehen gezeigt wird“, meinte die Generalsekretärin der „Fellowship of Middle East Evangelical Churches“, die rund zwei Millionen Mitglieder aus 17 lutherischen, reformierten und anglikanischen Kirchen repräsentiert. Im Nahen Osten hätten Christen das Gefühl, „dass der Westen sie vergisst“. Doch „der Rest der Christen wird ausgelöscht, wenn das so weitergeht“, warnte Jarjour.

    Die in Syrien friedlich begonnenen Proteste seien schnell in Gewalt übergegangen. „Viele von uns glauben nicht, dass dies von Menschen innerhalb des Landes kommt.“ Anfangs wären Christen und Muslime gemeinsam auf die Strasse gegangen, doch als die Gewalt zunahm, hätten sich viele Christen von der Strasse zurückgezogen. „Das war keine Bewegung des Volkes mehr. Syrien wurde zum Spielfeld für alle möglichen Kräfte von aussen“, stellte die Generalsekretärin fest. Sie zeigte sich überzeugt, dass „Demokratie nicht durch Waffen und Geld aus Saudi-Arabien oder Katar geschaffen werden kann“.

    http://www.emw-d.de/meldung.191/


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