kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Deutschlands Moslems immer schlechter integriert 14. September 2012

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 15:17

Während der Anteil der Muslime weiter zunimmt, werden sie immer religiöser. Nur 15% der Türkischstämmigen fühlt sich in Deutschland zuhause.

 

BERLIN: Seit den Terroranschlägen am 11. September 2001 ist das öffentliche Interesse am Islam im Westen massiv angestiegen. Insbesondere der deutsche Buchmarkt quillt förmlich über von mehr oder weniger kompetenten Publikationen zum Thema. Fakten sind nur schwer zu bekommen, da offizielle Statistiken meist aus dem Mikrozensus erhoben werden, der allerdings keine Religionszugehörigkeit erfasst. Insofern wird die Zugehörigkeit zum Islam meist durch das Herkunftsland der jeweiligen Migranten und den dortigen Bevölkerungsanteil der Muslime abgeschätzt. Einige Studien haben aber explizit Muslime zu Einstellungen, sozioökonomischen Status etc. befragt. Insgesamt leben in Deutschland leben laut der aktuellsten Studie des Bundesinnenministeriums aus dem Jahr 2009 rund 4,3 Millionen Muslime, das entspricht einem Bevölkerungsanteil von 5,2 Prozent. Davon haben etwa 45 Prozent die deutsche Staatsbürgerschaft. Das amerikanische Pew Research Center schätzte auf Grundlage deutscher Statistiken Anfang 2011, dass ca. 4,1 Millionen Muslime in Deutschland leben (5% der Gesamtbevölkerung). Bis zum Jahr 2030 wird ein Anstieg auf rund 5,55 Millionen Muslime prognostiziert, was einem Bevölkerungsanteil von 7 Prozent entspräche. Diese Steigerung liegt vor allem an der höheren Geburtenrate: Muslimische Frauen bekamen von 2005 bis 2010 durchschnittlich 1,8 Kinder, die Frauen der nicht-muslimischen Bevölkerung Deutschlands 1,3. Innerhalb der nächsten 20 Jahre wird die Fertilitätsrate der Musliminnen hierzulande voraussichtlich geringfügig auf 1,7 sinken.

 

 

 

Die meisten Muslime leben im Bundesland Nordrhein-Westfalen (33,1%), einerseits weil NRW das bevölkerungsreichste Bundesland ist, andererseits weil für die dort verbreitete Schwerindustrie in den 1960er Jahren die meisten Gastarbeiter angeworben wurden. Die beiden ebenfalls sehr großen Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern folgen mit 16,6 bzw. 13,2% der Muslime in Deutschland. Insgesamt leben 98,4% der Muslime in den alten Bundesländern und Berlin, also dem früheren Westdeutschland. Die größte Gruppe innerhalb der Muslime in Deutschland stellen die rund 2,6 Millionen mit einem türkischen Migrationshintergrund dar. Ihnen wurden mittlerweile einige gesonderte Untersuchungen gewidmet, etwa die gerade erschienene Studie zu Deutsch-Türkischen Lebens- und Wertwelten der Info GmbH. Die folgende Betrachtung beschränkt sich auf diese Gruppe, da sie einerseits eine genügend große Stichprobe darstellt, um überhaupt sinnvolle Aussagen treffen zu können und andererseits der Vergleich zur MLD-Studie zeigt, dass die Türken in Deutschland weitestgehend repräsentativ für die Gruppe der Muslime ist.

 

Insgesamt geht man von rund 2,7 Millionen Türken in Deutschland (TiD) aus, von denen 88 Prozent angeben, islamischen Glaubens zu sein (Sunniten: 74%, Schiiten: 2%, Aleviten: 11%, Sufis: 1%). Auf einer elfstufigen Skala verorten sich die meisten als streng (37%) oder sehr (23%) religiös. Diese Tendenz hat sich seit 2009 verstärkt und betrifft Frauen mehr als Männer. Tatsächlich zeigen sich passend zu dieser sehr hohen Religiosität deutliche Islamisierungstendenzen: Immer mehr Türken in Deutschland wünschen sich mehr Moscheen (2010: 49%, 2012: 55%), bei den 15- bis 29-Jährigen wollen dies sogar 70 Prozent. Fast die Hälfte der Befragten hofft überdies, dass es in Deutschland bald eine muslimische Mehrheit gibt (2010: 33%, 2012: 46%). Auch halten mittlerweile 72% den Islam für die einzig wahre Religion. Einher geht dies mit einer gestiegenen Abwertung anderer Lebensentwürfe: Atheisten sind für fast ein Fünftel der Türken minderwertige Menschen, bei den jüngsten Befragten denken dies sogar 30%. Aber auch der Antisemitismus hat innerhalb von zwei Jahren von 14 auf 18% zugenommen. Christen sind für knapp ein Zehntel der Befragten minderwertig. Ungebrochen hoch ist die Ablehnung von Schwulen und Lesben: Mehr als die Hälfte der Türken in Deutschland denkt, dass Homosexualität eine Krankheit ist und 73% homosexuelle Partnerschaften ab.

 

Immerhin 78% der Befragten (2010: 70%) wollen sich „unbedingt und ohne Abstriche in die deutsche Gesellschaft integrieren“. Gleichzeitig finden es aber 95% der TiD wichtig, als Türken ihre Kultur in Deutschland zu bewahren. Auch denken 87% (2010: 83%), dass die Deutschen mehr Rücksichten auf die Besonderheiten der Türken nehmen müssten. Ebenso sind mit 62% anderthalb mal so viel Befragte wie im Jahr 2010 der Meinung, dass sie am liebsten nur mit Türken zusammen sein wollen. Auch ein Indikator für geringe Integrationsmotivation: 46% würden Deutschland verlassen, wenn sie im Falle von Arbeitslosigkeit keine Transferleistungen erhalten würden (2010: 31%). Gefragt, warum sie überhaupt nach Deutschland gekommen sind, geben nur drei Prozent der TiD ein Studium und 22% die Suche nach einem Arbeitsplatz an. Ein Drittel kam als Kind oder Jugendlicher mit den Eltern nach Deutschland und ganze 38% (Frauen: 56%) zogen zu, weil sie einen in Deutschland lebenden Partner ehelichten. Von den heute 15- bis 29-Jährigen kam gut die Hälfte als Kind oder Jugendlicher mit den Eltern nach Deutschland, die anderen durch Heiratsmigration.

 

 

Jeder zweite Türke will muslimische Mehrheit

 

 

Eher in der Türkei zu Hause fühlen sich 39% der TiD, in Deutschland nur noch 15%. Lediglich 23% haben die deutsche Staatsbürgerschaft. Rund die Hälfte der TiD will in Deutschland bleiben, ein über die Jahre geringfügig gewachsener Anteil überlegt die Rückkehr in die Türkei. Konkrete Diskriminierungserfahrungen in Form von Beschimpfungen geben bis zu 29 Prozent an (2010: 42%), körperliche Angriffe aufgrund ihres türkischen Aussehens haben 16 Prozent erlebt (2010: 8%). Im Vergleich zur deutschen Bevölkerung schneiden die in Deutschland lebenden Türken bei der allgemeinen Schulbildung sehr schlecht ab: 57% der Befragten haben überhaupt keinen Schulabschluss oder nur die Hauptschule besucht. In ganz Deutschland betrifft das nur 40% der Bevölkerung. Vorsichtig optimistisch stimmt lediglich die Entwicklung der Bildungssituation, denn bei den jüngeren Türken nimmt der Anteil ohne Abschluss bzw. mit Hauptschulabschluss ab (45%). Darüber hinaus verfügen 40% der Türken in Deutschland nicht über einen Berufsabschluss (27% im deutschen Durchschnitt), der maßgeblich für die erfolgreiche Teilnahme am Erwerbsleben ist. Über zwei Drittel geben außerdem an, besser Türkisch als Deutsch zu sprechen, bei den Frauen sind dies sogar fast drei Viertel. Dementsprechend sind nur 47 Prozent der Befragten (Männer: 56%, Frauen: 39%), voll oder teilweise erwerbstätig. Im Vergleich dazu tun dies 58% der deutschen Bevölkerung.{Quelle: dispatch-international.com – von Felix Strüning –> arbeitet als Journalist und Politikberater in Berlin. Als Geschäftsführer der Stresemann Stiftung verantwortet er deren politische Arbeit}

 

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