kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Der große Euro-Schwindel – Wenn jeder jeden täuscht 7. September 2012

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 18:33

 

Heute – nach nur zehn Jahren ist Europas historisches Gemeinschaftsprojekt in Gefahr.

Wie konnte das passieren?

Trägt nur Griechenland die Schuld?

 

Verona, im Frühjahr 1996. Theo Waigel, damals deutscher Finanzminister schaut seinen griechischen Amtskollegen, Yannos Papantoniou, erstaunt an: „Ihr seid nicht dabei und werdet nicht dabei sein.“ Auf dem EU-Finanzministertreffen hatte Papantoniou plötzlich gefordert, dass auch griechische Buchstaben auf die Banknoten gedruckt werden. „Ich konnte mir gar nicht vorstellen, dass Griechenland mit seinen Zahlen in absehbarer Zeit Mitglied werden würde“, erzählt Waigel. Doch Papantoniou bleibt bei seiner Forderung und schlägt Waigel eine Wette vor: Griechenland werde den Euro bekommen.   Erstmalig werden die folgenschweren Fehlentscheidungen in der Frühphase des Euro in einer umfassenden Dokumentation aus der sehr persönlichen Sicht der Handelnden erzählt. Der Film ist mehr als eine spannende Chronik weltgeschichtlicher Ereignisse. Mit großem Rechercheaufwand rekonstruiert Michael Wech in der Dokumentation, wie sich Europas Politiker gegenseitig täuschten.  

 

Nahezu alle verantwortlichen Finanzpolitiker in Deutschland, Griechenland und Brüssel sprechen offen über die wilden Anfänge der Währung, darunter u. a. die beiden ehemaligen Bundesfinanzminister Theo Waigel und Hans Eichel, der aktuelle Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, der langjährige Chef der Eurogruppe Jean-Claude Juncker, der frühere Bundesbankchef Hans Tietmeyer, sowie der damalige Finanzminister Griechenlands, Yannos Papantoniou.   Die Dokumentation blickt hinter die Kulissen und stellt ernüchternd fest: Die Krise des Euro ist eine Geschichte von Betrug und Selbstbetrug – aller Mitglieder, auch der Deutschen.   Als Griechenland nur zwei Jahre nach Waigels Wette plötzlich die Stabilitäts-Kriterien erfüllt, ist auch Otmar Issing, Chef-Ökonom der Europäischen Zentralbank, fassungslos: „Sie sitzen vor den Zahlen und denken sich ‚Mein Gott, wie haben die das geschafft'“?

 

Hinter den verschlossenen Türen der Bundesbank sind sich die Experten damals jedoch einig: Ein Beitritt Griechenlands in den Euro-Club ist riskant. Der Bundesbanker Hans Reckers wagt sich damit an die Öffentlichkeit. Doch Deutschlands neuer Finanzminister Hans Eichel reagiert sofort: Er pfeift den Kritiker zurück. Den Risiken zum Trotz hoffen alle auf den großen Euro-Boom – und werben bei ihren Bürgern für Vertrauen in die neue Währung.   Ein gefährliches Wunschdenken. Denn fast alle Länder haben große Mühe, die Stabilitätskriterien einzuhalten und entwickeln erstaunlichen Erfindungsreichtum – auch die Deutschen: Finanzminister Theo Waigel will die Bundesbank dazu bewegen, die Goldreserven aufzuwerten. Sein Nachfolger Eichel lässt Milliarden-Forderungen an Russland am Kapitalmarkt verkaufen, um den Bundeshaushalt zu sanieren.   In Athen geht man einen Schritt weiter: Die amerikanische Investmentbank Goldman Sachs hilft den Griechen, einen Teil der Staatsschulden zu verstecken. Andere Ausgaben werden in den Bilanzen verschwiegen. Als die Augenwischerei in der Euro-Grau-Zone auffliegt, ist es zu spät. In vielen Staaten ist die Staatsverschuldung längst außer Kontrolle geraten. {Quelle: YouTube 6 September 2012 ARD Dokumentation – Ein Film von Michael Wech}

 

 

Erstmals Konten griechischer Steuerbetrüger eingefroren

 

Griechenland kommt nicht zur Ruhe.

Die Wirtschaft des Landes ist erneut kräftig geschrumpft.

Die Regierung bekommt die Schulden nicht in den Griff und die Proteste öffentlich Bediensteter eskalieren.

 

Am Vorabend einer abermaligen Inspektion der internationalen Geldgeber Troika in dem krisengeschüttelten Land werden wieder einmal besorgniserregende Wirtschaftsdaten bekannt. Die griechische Wirtschaft ist und bleibt eines der großen Sorgenkinder in Europa. Im zweiten Quartal brach die Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,3 Prozent ein, wie die nationale Statistikbehörde Elstat bei einer zweiten Veröffentlichung mitteilte. Nach Auswertung vorläufiger Daten hatten die Statistiker noch ein Minus von 6,2 Prozent gemeldet. Schon im ersten Quartal war die Wirtschaft um 6,5 Prozent geschrumpft. Trotz rigider Einsparungen reichen die Anstrengungen immer noch nicht aus, um die Neuverschuldung in den Griff zu bekommen. In den kommenden beiden Jahren muss die Regierung in Athen weitere 11,5 Milliarden Euro streichen. Die Hauptlast werden wieder die Staatsbediensteten und die Rentner erbringen, deren Bezüge weiter reduziert werden sollen. Schon machen die von der Sparpolitik Betroffenen mobil. Bei Protesten sind am Donnerstag 4.000 Polizisten, Feuerwehrleute und Mitarbeiter der Küstenwache in Athen auf die Straße gegangen. „Diebe, Diebe“ riefen die Einsatzkräfte in Sprechchören, schwenkten schwarze Fahnen und stellten Nachbildungen von Galgen vor dem Parlament auf, um gegen die im Sparpaket enthaltenen Gehaltskürzungen zu demonstrieren.

 

 

Polizisten demonstrieren gegen Polizisten

 

Was sich den verblüfften Griechen am Donnerstagmorgen in Live-Schaltungen in den Frühstücksendungen der einheimischen Fernsehsender bot, nahm schon skurrile Züge an: Polizisten demonstrierten gegen Polizisten. In einer geheim gehaltenen Blitz-Aktion hatten Dutzende Polizei-Gewerkschafter im Morgengrauen die Ausfahrt der Polizeischule im östlichen Athener Vorort Zografou blockiert. Ihr Ziel: Das Verlassen der mit MAT-Kräften gefüllten Busse in Richtung Thessaloniki zu verhindern. Giorgos Drivakos, Vorsitzender der Vereinigung der Hafenpolizei, erklärte im Fernsehsender Net: „Wir sind am Limit. Bei einem Elendsgehalt von 680 Euro können wir unseren beruflichen und familiären Verpflichtungen nicht mehr nachkommen. Schon jetzt bezahlen wir unsere Ausrüstung aus der eigenen Tasche“. Zois Margeus, Generalsekretär der Feuerwehrgewerkschaft der nordwestlichen Region Epirus, sagte der Nachrichtenagentur AFP, er demonstriere gegen die geplanten Einschnitte, weil diese nicht mehr tragbar seien. Es habe bereits Gehaltskürzungen gegeben: 650 Euro betrage mittlerweile das Monatsgehalt für Berufsanfänger und 1100 Euro für Altgediente. Vor zwei Jahren seien es noch 820 und 1600 Euro gewesen. Dabei gebe es in Griechenland 4500 vakante Stellen für Feuerwehrleute. Außerdem schiebe sein Berufsstand jede Menge unbezahlte Überstunden – besonders während der Waldbrände im Sommer.

 

 

Konten von Steuerbetrügern eingefroren

 

In Griechenland ist die Stimmung wegen ausbleibender Zahlungen des Staates und weiterer geplanter Kürzungen bei Gehältern sowie im Renten- und Gesundheitswesen aufgeheizt. Aus Anlass der am Samstag beginnenden Internationalen Messe in Thessaloniki gaben die Gewerkschaften die Parolen aus: „Alle zusammen gegen das Kürzungsprogramm der Troika aus EU, EZB und IWF“ sowie „Lasst die Reichen und die Diebe Steuern bezahlen“. Die Abteilung für die Verfolgung von Wirtschaftsverbrechen (SDOE) fror derweil nach eigenen Angaben die Guthaben von 121 mutmaßlichen Steuerbetrügern ein. Finanzminister Giannis Stournaras erklärte: „Die Toleranz gegenüber Steuerbetrügern ist zu Ende, egal wie hoch platziert sie auch sein mögen“. Es gehe nicht an, dass Lohnabhängige und Rentner für die „Budgetanpassung“ gerade stehen müssten, „weil einige ihre Steuer nicht bezahlen“. Zu den eingefrorenen Vermögen hieß es im Finanzministerium, damit sei „erstmals“ eine entsprechende Maßnahme getroffen worden. Der Gesamtbetrag beläuft sich demnach auf mehr als 50 Millionen Euro.

 

 

Fünftes Jahr der Rezession

 

Das überschuldete Euroland befindet sich im fünften Jahr der Rezession. Trotz rigider Einsparungen reichen die Anstrengungen immer noch nicht aus, um die Neuverschuldung in den Griff zu bekommen. In den kommenden beiden Jahren muss die Regierung in Athen weitere 11,5 Milliarden Euro streichen. Die Hauptlast werden wieder die Staatsbediensteten und die Rentner erbringen, deren Bezüge weiter reduziert werden sollen. Die Zahlen der Statistiker sprechen eine deutliche Sprache: Die Ausgaben der privaten Haushalte sanken zwischen April und Juni um 8,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, nachdem sie im ersten Jahresviertel bereits um 8,7 Prozent gefallen waren. Der Staatskonsum ging um 3,7 Prozent zurück, nachdem er im ersten Quartal um 0,2 Prozent gestiegen war. Die Ausfuhren fielen im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 4,1 Prozent und die Importe sackten um 12,3 Prozent.

 

 

Van Rompuy zu Gesprächen in Athen

 

Griechenland erhält die nächste Rate aus dem Rettungspaket dennoch erst, wenn die Inspektoren der Troika von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Weltwährungsfonds grünes Licht geben. Derzeit ist ein Termin im Oktober am wahrscheinlichsten. Am Freitagnachmittag wollten der griechische Ministerpräsident Antonis Samaras und EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy zusammentreffen, um den Reformfortschritt zu besprechen. Im Mittelpunkt der Gespräche stehen nach Angaben der Regierung in Athen die griechischen Bemühungen, den Staat zu verschlanken und den Haushalt zu konsolidieren. Zudem soll es um den Wunsch Athens gehen, die Zeit zu strecken, innerhalb derer Griechenland seine Auflagen erfüllen muss. {Quelle: www.welt.de}

 

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