kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Lieber ein Bein verlieren als einen Bruder 6. September 2012

Filed under: Werte für Jugend — Knecht Christi @ 17:38

Achmat Hassiem wollte seinen Bruder vor einem Hai retten, und verlor dabei seinen Unterschenkel. In London holte er nun Bronze – weil er sich vorstellte, ein Hai verfolge ihn.

 

 

Als Achmat Hassiem den großen, schwarzen Schatten sah, der direkt auf seinen Bruder Taariq zusteuerte, wusste er: „Das gibt Ärger.“ Und er wusste auch, was er zu tun hatte. „Ich habe geschrien und aufs Wasser geschlagen, damit Taariq fliehen konnte“, berichtet der heute 30 Jahre alte Südafrikaner: „Doch plötzlich gab es nur noch den Hai und mich“. Das viereinhalb Meter große Tier wandte sich Achmat zu. „Seine dunklen Augen sahen mich an. Dann wurde er aggressiv und kam mit weit aufgerissenem Kiefer auf mich zu“, erzählt er: „Ich wollte ihn wegstoßen, aber er packte mein Bein. Ich dachte, das ist das Ende, mein ganzes Leben lief an mir vorbei“. Der Hai schüttelte Achmat, und dieser „spürte, wie mein Bein abgerissen wurde. Ich habe es brechen gehört, aber ich fühlte keinen Schmerz. Ich wollte nicht untergehen, ohne zu kämpfen, also habe ich um mich geschlagen, so sehr es meine Kräfte hergaben. Ich konnte mich irgendwann losreißen und zum Rettungsboot schwimmen, wo mich mein Bruder sofort in die Arme geschlossen hat“.

 

 

 

 

Wenn Achmat heute, sechs Jahre danach, von den Geschehnissen bei der Rettungsschwimmer-Übung am 13. August 2006 am Muizenberg Beach in Kapstadt berichtet, ist er immer noch sehr emotional. Doch daran, dass er damals das Richtige getan hat, hat er keinen Zweifel. „Der Ältere ist da, um den Jüngeren zu schützen“, sagt der sieben Jahre ältere der Hassiems: „Und ein Bein zu verlieren, ist nichts im Vergleich dazu, einen Bruder zu verlieren“.Gegen die Bilder, die ihn seit damals verfolgen, kämpft Achmat nicht an. Im Gegenteil. Er stellt sich ihnen. Er nennt sich „Sharkboy“, auf der Prothese, die sein Bein ersetzt, ist der Kiefer eines Hais aufgemalt. Und wenn er heute ins Wasser geht, um bei Schwimm-Wettkämpfen der Behindertensportler um Medaillen zu kämpfen, dann stellt er sich vor, „dass mich ein Hai verfolgt. Das macht mich gleich viel schneller“. Über 100 m Schmetterling funktionierte der Trick, Achmat Hassiem gewann Bronze. Erster Gratulant: Bruder Taariq, der Achmat das Leben zu verdanken hat und seitdem nicht von seiner Seite weicht. „Taariq und ich hatten immer schon ein enges Verhältnis“, sagt Achmat: „Aber seit damals ist es jeden Tag noch enger geworden“.

 

Taariq flog damals mit seinem Bruder im Hubschrauber ins Krankenhaus, wachte an seinem Bett, bis er zu sich kam. Dann sagte er ihm vorsichtig, dass der Hai ihm den rechten Unterschenkel abgerissen hat. „Ich bin sofort in Tränen ausgebrochen und wusste nicht, wie ich nun weiterleben sollte. Und ich hatte immer wieder fürchterliche Albträume“, erzählt Achmat: „Aber irgendwann wurde mir klar: Das Leben war nicht zu Ende, es begann einfach nur ein neues, anderes. Ich bin sehr gläubig, und ich glaube, dass Gott das für mich vorgesehen hat, weil ich einen starken Willen und eine positive Einstellung habe“. Deshalb, so sagt er indirekt, hat lieber er das Bein verloren als der Bruder. Aversionen gegen Haie hat Achmat nicht. Im Gegenteil. Er kämpft aktiv gegen die Ermordung der Tiere an. „Ich will nicht, dass meine Kinder ins Museum gehen müssen, um zu sehen, was ein Hai ist“, sagt er. Betrachten wird er sie mit ihnen aber nur aus sicherer Entfernung. {Quelle: www.focus.de}

 

 

 

Paralympics-Schwimmer überlebte Hai-Attacke

 

Großer Bruder rettet kleinen Bruder

 

Achmat Hassiem and his brother, Taariq Hassiem, Shark Fight

 

Bei den Paralympics in London gibt es allerlei Schicksale zu hören, aber die Geschichte, die ein Schwimmer aus dem Team Südafrika erzählt, ist eine ganz besondere. Achmat Hassiem rettete bei einer Hai-Attacke seinen Bruder und verlor sein rechtes Bein.

 

Als mich der Hai unter Wasser zog, da war mir klar, jetzt muss ich um mein Leben kämpfen“, sagt der beinamputierte Achmat Hassiem, und dabei strahlen seine großen braunen Augen. Der 13. August 2006 ist der zweite Geburtstag des 30-Jährigen. „Mein jüngerer Bruder Taariq und ich haben gerade an einem Rettungsschwimmerkurs teilgenommen, als Taariq um Hilfe schrie“, erzählt Achmat im grüngelben Südafrikadress. „Da war ein knapp fünf Meter langer Weißer Hai.“ Achmat „tat das, was ein großer Bruder macht“, er schlug um sich und spritzte Fontänen auf, um die Aufmerksamkeit des Tieres auf sich zu lenken. „Da kam er an, und ich dachte, versuche, auf den Rücken des Tieres zu kommen. Ich habe seine Flosse gefasst, aber er nahm mein rechtes Bein ins Maul und zog mich gefühlte 50 Meter unter Wasser.“ Da schlug und trat der heutige Paralympics-Schwimmer gegen das Tier und kam schließlich frei. Schmerzen fühlte er keine, aber er hatte unter Wasser ein lautes Geräusch gehört, sein rechter Oberschenkel war durchgebrochen. Wieder oben, schrie Achmat nach Hilfe, sein Bruder eilte nun schon in einem Gummischnellboot herbei. „Im Boot hielt mir mein Bruder die Augen zu und drückte mit seinen Händen meinen Oberschenkel ab“, sagt Achmat Hassiem. Mit dem Helikopter ging es ins Krankenhaus, nur eine Woche lag der ältere Bruder in der Klinik, und der Jüngere sagte ihm: „Gib jetzt nicht auf. Eines Tages holst du für dein Land eine Medaille bei den Paralympics“.

 

Achmat fing an, mit der südafrikanischen Schwimmerin und ebenfalls beinamputierten Natalie du Toit zu trainieren, „wir kannten uns schon aus der Schule“. Im April 2007, so drückt es Hassiem aus, „habe ich mich dann in die Schmetterlingstechnik verliebt“. 2008 nahm er dann für Südafrika erstmals an den Paralympics teil. In London skypt Achmat nun täglich mit seinem Bruder, „ich komme ja aus einer einfachen Familie, und meine Mutter hat vor Glück geweint“. Er ist in Südafrika wieder kilometerweit im Meer geschwommen, um zu zeigen: Ich bin noch da. Wenn er wieder zurück ist in seiner Heimat, hat der Medaillengewinner wieder anderes zu tun. Er engagiert sich mit weiteren Haiopfern bei der Pew Environment Group zum Schutz von Haien. Seine ganz eigene Art der Verarbeitung. {Quelle: www.tagesspiegel.de von Annette Kögel}

 

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