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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Ein Grauer Wolf kommt nie allein 3. September 2012

Filed under: Islamischer Terror — Knecht Christi @ 20:35

Anti-PKK-Demo in Wien im Jahr 2011 mit mehreren Fahnen der "Grauen Wölfe".

 Anti-PKK-Demo in Wien mit mehreren  Fahnen der „Grauen Wölfen“

 

Buch des Monats: Grauer Wolf im Schafspelz:

Rechtsextremismus in der Einwanderungsgesellschaft.

 

 

 

„Graue Wölfe“ sind vielleicht einsam, aber nicht allein: In Österreich hat die türkische faschistische Jugendorganisation derzeit großen Zulauf bei Personen mit Migrationshintergrund – Tendenz steigend. Denn Machokulturen reagieren sehr sensibel auf Diskriminierung. Und solange Ausgrenzung und Erniedrigung den Alltag von jungen Türken in Österreich prägen, bleibt der Nährboden dafür frisch, heißt es in dem Buch „Grauer Wolf im Schafspelz“ über  Rechtsextremismus in der Einwanderungsgesellschaft, herausgegeben von der Volkshilfe Oberösterreich. Wenn die Bozkurtlar, wie die Grauen Wölfe auf Türkisch heißen, gemeinsam heulen, dann wollen sie ihre drei Ms zu Schau stellen: Militarismus, Märtyrerkult und Männlichkeit – allesamt gekoppelt an einen religiös motivierten Nationalismus. Ihre Symbole: ein heulender Wolf mit lang gestrecktem Hals und drei Halbmonde, die die Phantasie von Asien, Afrika und Europa als Großreich symbolisieren. Ihr Gruß: ein erhobener rechter Arm mit abgespreiztem Zeige- und kleinem Finger. Das Tier selbst steht für die Abstammungslegende der Türken.

 

 

Unwissen und Ignoranz

 

Die „Grauen Wölfe“ sind die militaristische Jugendbewegung der türkischen faschistischen Partei MHP (Milliyetci Hareket Partisi, Partei der Nationalen Bewegung). Historiker gehen davon aus, dass die Grauen Wölfe vor allem in den 1970er und 1980er Jahren tausende Menschen ermordet haben. Ihre Opfer sind vor allem Linke, Kurden und Minderheiten. Aber auch der Papst-Attentäter Mehmet Ali Agca kam aus den Reihen der „Grauen Wölfe“. Die Wurzeln dieser Organisation sind verzweigt und reichen bis ins Osmanische Reich des 19. Jahrhunderts zurück: auf den Geheimbund der chauvinistischen jungtürkischen Bewegung. An deren Ideen knüpfte 1961 Alparslan Türkes mit der MHP. Seither ist sie ein wichtiger Akteur in der türkischen Innenpolitik, an der Spitze der Partei steht mittlerweile Devlet Bahceli.

 

Wie kommt es,

dass diese militante Gruppe in Österreich Fuß fassen konnte?

Und wer steckt hierzulande

hinter diesen Rechtsextremen?

 

In insgesamt sieben Kapiteln beleuchten die vier Autoren von „Grauer Wolf im Schafspelz“ neben diesen Fragen auch Geschichte, Organisation und Expansion nach Europa, ein Ländervergleich gibt Überblick über Entwicklungen und aktuelle Situation in Österreich und Deutschland. Der Befund für Österreich könnte nicht schlechter ausfallen: Verharmlosung, Wegschauen und Anbiederung – allesamt geprägt von Unwissen und Ignoranz  – kennzeichnen laut Autoren hierzulande den Umgang mit dieser faschistischen Organisation. Schuld daran sei vor allem die Homogenisierung von Einwanderern als einheitliche Gruppe: Für viele Österreicher gibt es keine politischen, sozialen, oder religiösen Unterschiede innerhalb der Eingewanderte. Dafür fehlt das Interesse am Anderen, kritisieren zwei Autoren. Selbst der Verfassungsschutz bescheinigt den „Grauen Wölfen“ Gewaltpotential, allerdings liegt dieser Vermerk bereits drei Jahre zurück. Obwohl die „Grauen Wölfe“ sowohl digital als auch analog, vor allem auf YouTube, in Jugendzentren und Schulen höchst aktiv sind. {Quelle: www.wienerzeitung.at – Von Christa Hager}

 

 

 

Ausschnitt der Facebook-Seite

 

 

Verfassungsschutzbericht

 

Graue Wölfe unter Beobachtung

 

 

Der hessische Verfassungsschutz warnt in seinem am Freitag vorgestellten Jahresbericht weiter vor den Grauen Wölfen.

Inzwischen stehen die rechtsextremen Türken auf der Agenda von Bürgern, Kommunalpolitikern und Beratungsstellen.

 

 

Die Grauen Wölfe sind in Hessen aus dem Schatten der Vergessenheit gezogen worden. In Städten wie Frankfurt, Wetzlar oder Haiger sind Bürger und Kommunalpolitiker auf die Vereine vor ihrer Haustür aufmerksam geworden und setzen sich kritisch mit ihrer Ideologie auseinander. Im Frankfurter Stadtteil Griesheim residiert der örtliche Ableger der Grauen Wölfe im türkischen Kulturzentrum. Der Verein hat ein ehemaliges Autohaus mit einem Veranstaltungssaal für mehrere hundert Personen und diversen Geschäften gemietet.

 

Griesheimer Erklärung gegen „faschistoide Gedanken“

 

Dass sich die Rechtsextremen in ihrem Stadtteil einnisten, wollten Kommunalpolitiker von CDU bis Grünen, Kirchenvertreter und Vereine nicht unwidersprochen hinnehmen. Sie verfassten die „Griesheimer Erklärung“, in der sie einerseits „die vielen verschiedenen Kulturvereine und Religionsgemeinschaften“ in ihrem Stadtteil begrüßen, andererseits aber „nationalistischen Gruppen, egal zu welcher Nationalität, Religion oder Kultur sie auch gehören“ eine Absage erteilten. Mit-Unterzeichnerin Doris Michel-Himstedt von der örtlichen SPD bringt ihr Engagement auf den Punkt: „Sie haben sich nie von den Gedanken ihres Gründers Alparslan Türkes distanziert und wollen alle Turkvölker in einem Reich vereinen. Vor diesen im Kern faschistoiden Gedanken habe ich Angst“.

 

 
Im türkischen Kulturzentrum

Verwunderung über Aufregung

 

Im türkischen Kulturzentrum will man die Aufregung nicht verstehen. Im Ramadan seien hunderte Besucher unterschiedlicher Nationalitäten und islamischer Glaubensrichtungen im Verein zu Besuch gewesen. Man halte sich an alle Gesetze und würde einen Beitrag zur Jugendarbeit leisten, sagen Vorstandsmitglieder. Ein Interview wollen weder der Vorsitzende Kazim Erdogan noch mehrere andere männliche Vorstandskollegen geben. Sie verweisen auf Aygül Colak, im Vorstand „zuständig für die Frauen“. Sie bekennt sich zu ihrem „Idol“ Türkes, der mit seiner Idee vom Türkentum gewollt habe, „dass die Türken, die in den Ländern unterdrückt wurden, frei leben können.“ Dahinter gebe es keinen Machtanspruch, dass die ganze Welt „zur Türkei“ gehöre, erklärt sie.

 

 

Nach außen offen, nach innen aggressiv

 

Beim Landesamt für Verfassungsschutz kennt man die Doppelstrategie der Grauen Wölfe, sich nach außen integrationsoffen zu zeigen und für Völkerverständigung und Freundschaft einzutreten und nach innen für die eigene aggressive Ideologie zu werben. In einer eigens zum Thema herausgebrachten Broschüre heißt es: „In den Vereinen finden sie vielfältige Freizeitangebote; Sport, Ausflüge, bis hin zu religiösen Fortbildungsveranstaltungen. Über die Gemeinschaft wird ein Wir-Gefühl vermittelt und aufgebaut. Erst dahinter, durch die Aktivitäten noch nicht sichtbar, kommt die nationalistische, rechtsextremistische Ideologie zum Vorschein“.

 

 
 
Platzverweise in Wiesbaden

 

Der Verweis des Landesamtes darauf, dass die „Ideologie der ethnischen Abwertung“ von Feindbildern „auch in physische Gewalt umschlagen kann“, hätte vergangenen Samstag in der Wiesbadener Innenstadt einen Beleg bekommen können. Eine von nationalistisch gesinnten türkischstämmigen Jugendlichen ins Leben gerufene Facebook-Gruppe hatte zu einer Demo in der Fußgängerzone aufgerufen. Anlass waren die fortwährenden Auseinandersetzungen in der Türkei zwischen Militär und der kurdischen PKK. Die Polizei hatte von der unangemeldeten Demo Wind bekommen und laut einem Sprecher „die Versammlung durch massive Präsenz im Keim erstickt“. Die zum Teil erst 14-jährigen Jungen, die in kleineren Grüppchen zum Treffpunkt kamen, bekamen einen Platzverweis, so konnte ein Aufeinanderprallen mit kurdischen Gruppen, die im Internet zur Gegendemo aufgerufen hatten, verhindert werden.

 

 

„Betriebsblind“ bei rechten Migranten

 

Die Brisanz des Themas ist inzwischen auch dem durch Landesmittel geförderten Beratungsnetzwerk-Hessen bewusst. Das Netzwerk hat zwar viel Erfahrung damit Eltern, Vereine oder Schulen zu beraten, wenn Jugendliche in die rechtsextreme Szene abzurutschen drohen. Bislang war man aber gegenüber Rechtsextremismus unter Migranten „betriebsblind“, räumt der Leiter der Beratungsstelle Reiner Becker ein. Durch die öffentliche Debatte um das Thema Graue Wölfe hat sich das Aufgabenfeld erweitert. „Rechtsextremismus ist kein deutsches Phänomen“, sagt Becker. In einem ersten Schritt lud die Beratungsstelle Experten und Gruppen von potentiellen Opfern Grauer Wölfe zu einer Anhörung ein. Ziel ist es, dass sich Migranten aus ganz Hessen an die Beratungsstelle wenden. „Wenn sich türkische Vereine mit der Befürchtung bei uns melden würden, dass Jugendliche in die Strukturen der Grauen Wölfe reingehen, würden wir darin selbstverständlich den Auftrag sehen, diese Vereine zu beraten“, sagt Becker. Allerdings haben die Ermittlungspannen bei der NSU-Mordserie das bei vielen Migranten nicht sehr ausgeprägte Vertrauen in offizielle Stellen deutlich getrübt. Becker weiß, dass es noch ein langer Weg ist, bis sich Migranten bei Problemen mit Rechtsradikalismus – egal welcher Herkunft – an das Beratungsnetzwerk wenden. {Quelle: www.hr-online.de}

 

2 Responses to “Ein Grauer Wolf kommt nie allein”

  1. Bernhardine Says:

    Der türkische Bengel, der den Dom in Wiener Neustadt anzündete, soll auch zu den Grauen Wölfen gehören.

  2. BiH Says:

    Wie die Organisation in Österreich Fuß fassen kann? Sollte das ein unauffälliger Witz sein? In Österreich kann doch alles und jeder Fuß fassen solange sich Faymann&Co ihre Ärsche mit Geld auswischen können. Ich bin selber Ausländer aber die Situation in Österreich geht so rasant bergab jeder kann machen was er will, traurig sowas.


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