kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Die Sawiris-Brüder als Spezialisten für schwierige Märkte 1. September 2012

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 17:58

Christen im arabischen Frühling

 

Höxter (ozm): Einen eindrucksvollen Vortrag über die aktuelle Lage der Christen in den Ländern des „arabischen Frühlings“ – in Lybien, Algerien, Syrien u.a. – hielt am Samstag Jens Fischer, Referent der Hilfsorganisation Open Doors, im Gemeindezentrum am Knüll. Am Sonntag im Gottesdienst kamen in Videos auf der Leinwand vor allem an den politischen Umwälzungen in Ägypten beteiligte und jetzt nach wie vor benachteiligte Christen zu Wort. In all den Ländern erleben sie Verfolgung, Diskriminierungen, Ächtung und Mißhandlungen. Open Doors mache keine Politik. Jens Fischer: „Wir versuchen, den Christen vor Ort auf vielfältige Weise zu helfen, ihnen Mut und Hoffnung zu machen, sich trotz Willkür und Schikanen in einer feindlich gesonnenen Umgebung nicht vertreiben zu lassen.“
Angesichts vieler erschütternder Bilder von brennenden Kirchen und Berichten von betroffenen Frauen, Männern, Kindern zeigten sich die Zuhörer sehr berührt. Jens Fischer brachte überzeugend zum Ausdruck, daß wir etwas für diese Schwestern und Brüder tun können, in dem wir uns informieren, sie nicht vergessen, im Gebet vor Gott für sie einstehen. Im Gottesdienst wurden für die schwierige Arbeit von Open Doors über 2000 Euro zusammengelegt.
Zum Ausdruck kam auch, wie viel mehr noch Konvertiten aus dem Islam verfolgt werden als die traditionellen Kirchen und Christen. Es gebe für viele Muslime nichts Schlimmeres, als wenn ein Mitglied der Familie Christ wird. Der Ausschluß aus dem Familienverband ist da noch das Geringste. Da könne die Verfolgung hingehen bis zum Tod. – Open Doors ist eine Hilfsorganisation, die sich weltweit für die verfolgten Christen einsetzt. Jedes Jahr veröffentlicht sie den Weltverfolgungsindex (WVI) mit der Platzierung der Länder, in denen Christen am stärksten verfolgt werden. Nordkorea belegt seit Jahren einen Spitzenplatz.
Eingeladen wurde zu dem „Weltweiten Gebetstag für verfolgte Christen“ am Sonntag, 11. November 2012. Der Informations- und Gebetstag gilt in diesem Jahr der kleinen bedrängten Gemeinde im Königreich Bhutan im Himalaya sowie der im islamischen Raum noch relativ starken koptisch-christlichen Kirche in Ägypten. Kostenloses Info-Material auch dazu kann unter info@opendoors-de-org angefordert werden. {Quelle: www.dtoday.de}

 

 

Der Patriarch Onsi Sawiris mit seinen Söhnen Naguib, Nassef und Samih (v. l.) in seinem Büro in Kairo.

 

Ägyptisches Familien-Konglomerat

 

 

Die Sawiris-Brüder als Spezialisten

für schwierige Märkte

 

 

Von Kairo aus erobern sie Märkte in der Region

und der ganzen Welt und scheuen auch hohe Risiken nicht.

Die Orascom-Gruppe ist das einzige ägyptische Unternehmen,

das ein Global Player ist.

 

Der Rollentausch zwischen den Brüdern Naguib und Nassef fand im vergangenen Jahr statt. Da konnte Orascom Construction Industries (OCI) von Nassef die Orascom Telecom (OT) von Naguib zum ersten Mal von der Spitze der 100 grössten ägyptischen Unternehmen verdrängen, deren Rangliste die Zeitschrift «Business today» zusammenstellt. In diesem Jahr hat sich der Vorsprung zugunsten des Bauunternehmers, sowohl was den Umsatz als auch den Gewinn betrifft, noch vergrössert.

 

 

Entflechtung geplant

 

Seit über 50 Jahren ist der Bausektor das Herzstück der Orascom-Gruppe. Die OCI erwirtschaftet einen Umsatz von 5,5 Mrd. $ und beschäftigt 72 000 Mitarbeiter in 35 Ländern. Aber schon in wenigen Wochen wird diese Liste Makulatur sein. Nassef Sawiris, ein in den USA ausgebildeter Ökonom, hat die Absicht, seinen Konzern zu entflechten und das Düngergeschäft von der Bausparte zu trennen. Die Aktionäre haben bereits zugestimmt, und der Vorschlag liegt nun zur Prüfung bei der staatlichen Investitionsbehörde. Geplant ist, die Abspaltung noch im dritten Quartal vollziehen zu können. Als Grund für diesen Schritt nannte Nassef Sawiris, der die Doppelfunktion als Verwaltungsratspräsident und Firmenchef innehat, in einem Aktionärsbrief «strategische Transparenz». Nach dem Split sollen sich beide Bereiche separat entwickeln können. Im Dünger-Geschäft zählt Orascom weltweit zu den zehn grössten Unternehmen, die Produkte auf Nitrogen-Basis herstellen. Von der Produktion in Ägypten wird rund die Hälfte nach Europa exportiert. Die Bausparte von OCI ist auf komplexe Projekte in Schwellenländern spezialisiert. Zu den strategischen Märkten gehören derzeit vor allem Saudiarabien und der Irak, wo Orascom kürzlich den Zuschlag zum Bau eines Gaskraftwerkes in Baiji im Wert von 363 Mio. $ erhielt. Insgesamt stand am 31. März ein Auftragsvolumen von 6,5 Mrd. $ in den Büchern, das sind 15,5% mehr als im Vorjahr. Auch wenn sich der Bauboom in der Region etwas abgeschwächt hat, stieg der Umsatz im vergangenen Jahr immer noch um 12,6% auf 5,5 Mrd. $ und der Reingewinn um 14,2% auf 679 Mio. $. Trotz der volatilen politischen Lage in der Region seien die Aussichten für Infrastrukturprojekte – sie tragen rund 60% zum Geschäft bei – gut, schreibt das Unternehmen. Allein in der Nahostregion und in Nordafrika seien für die kommenden fünf Jahre Infrastrukturprojekte im Wert von 850 Mrd. $ in der Pipeline. Im Heimmarkt Ägypten, der allerdings nur noch knapp 30% des Geschäfts ausmacht, wurden trotz den Revolutionswirren Bauvorhaben im Wert von 45 Mrd. $ angekündigt. OCI erhielt zum Beispiel den Zuschlag für den ersten Bauabschnitt der dritten U-Bahn-Linie in Kairo.

 

 

 

 

 

Kredit von der Weltbank

 

Im Juni hat OCI einen Kredit von 100 Mio. $ von der Weltbank-Tochter International Finance Corporation (IFC) zugesprochen bekommen. IFC wolle ein Signal setzen, dass Ägypten langfristiges Potenzial habe, und das Vertrauen in den Privatsektor und seine Rolle bei der Bereitstellung von Arbeitsplätzen stärken, so begründete IFC-Regionaldirektor Mouayed Makhlouf diesen Kredit. Die Aufspaltung seines Telekom-Konzerns hat Naguib Sawiris bereits hinter sich. Sie war aber vor allem ein spektakulärer Befreiungsschlag. Orascom Telecom hatte sich in den letzten Jahren einen Namen als Betreiber von Mobiltelefonnetzen in Afrika, später auch in Italien, Griechenland, Kanada und Nordkorea gemacht. Mit jedem Expansionsschritt wurden aber auch die Probleme grösser. Der Streit mit der algerischen Regierung über die ertragreichste OT-Tochter Djezzy wurde zur Überlebensfrage, wie sich CEO Khaled Bishara in einem Interview mit «Business today» ausdrückte. Orascom brauchte einen Partner mit stärkeren finanziellen Muskeln, um den Kampf mit der algerischen Regierung zu führen, der als Steuerstreit begann und zu einem politisch gefärbten Streit um den Besitz von Djezzy ausgeartet ist. Die Lösung waren eine Entflechtung und ein Zusammengehen mit der russischen Vimpelcom. OT wurde aufgeteilt in die Orascom Telecom Holding (OTH) und Orascom Telecommunications, Media und Technology (OTMT). Die Russen übernahmen 51,9 % an der OTH und 100% von Wind Hellas im Tausch gegen 326 Mio. Vimpelcom-Aktien und 1,8 Mrd. $ Cash. Vom Deal, der im Laufe des letzten Jahres abgewickelt wurde, blieben die ägyptische Mobinil und die koreanische Koryolink ausgeschlossen. In den vergangenen Monaten hat Naguib Sawiris einen Teil seiner Anteile an die russische Alfa Group und die norwegische Telenor verkauft. Mit France Télécom hat er sich geeinigt, dass die Franzosen die meisten Mobinil-Aktien kaufen. Beide Teile der einstigen OT sind nun an der Börse in Kairo kotiert, und OTMT sucht nach neuen Investitionsmöglichkeiten, und zwar wiederum in Hochrisikomärkten wie Syrien, Jemen oder Libyen, denn die Gruppe habe den Ruf, dass sie in schwierigen Umgebungen gut operieren könne, betonte Bishara.

 

Es ist nicht das erste Mal, dass die Telekom-Gruppe von Naguib Sawiris, dem Ingenieur mit ETH-Diplom, Rückschläge erlitten hat. Schon im Jahr 2002 mussten ihm die Buchprüfer die rote Karte zeigen, und die Banken wurden nervös. Die schnelle Expansion und das hohe Risiko in Ländern, in denen Rechtsstaatlichkeit ein Fremdwort ist, hatten Orascom in Schieflage gebracht. Naguib Sawiris sah sich gezwungen, die jordanische Fastlink – eine seiner Kronjuwelen – zu verkaufen. Solche Befreiungsschläge haben sein Ansehen und das Vertrauen in seine unternehmerischen Fähigkeiten nur gestärkt. «Wenn ich Geld rieche, dann greife ich danach», hat er einmal selbst gesagt. Im Moment hat er vor allem Geld in seiner eigenen Schatulle. Darum taucht sein Name regelmässig auf, wenn eine attraktive Firma zum Verkauf steht. Bestätigt hat Naguib Sawiris im Juli, dass er ein Angebot über 500 Mio. $ für das kanadische Goldminen-Unternehmen La Mancha abgegeben hat. Geografische Diversifikation und Wachstumspotenzial nannte er als Gründe.

 

 

Campus in Tourismus-Stadt

 

Um Samih Sawiris, den dritten der Sawiris-Brüder, ist es seit dem Umzug der Orascom Hotel- und Tourismusgeschäfte (Orascom Development Holding AG) in die Schweiz in seiner Heimat Ägypten ruhiger geworden. Hier hat sich der Absolvent der TU Berlin aber einen langgehegten Traum erfüllt. In wenigen Wochen nehmen die ersten Masterstudenten in Energietechnik, Stadtplanung und Wasserbautechnik ihre Studien in El Gouna am Roten Meer auf, wo die TU Berlin eine Satelliten-Universität eingerichtet hat. In Ägypten auf deutschem Niveau studieren, das sei einmalig und werde hoffentlich dazu beitragen, dass es später einmal tausend El Gouna geben werde, sagte Samih Sawiris bei der Eröffnung. {Quelle: www.nzz.ch – Astrid Frefel, Kairo}

 

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