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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Grüne fordern Aufnahme von syrischen Flüchtlingen 23. August 2012

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 18:57

Zutiefst verfeindet„: Wie der Syrien-Konflikt die Christen im Libanon weiter spaltet

 

Laila Saikaly hat nie an Auswanderung gedacht, selbst während der Wirren des libanesischen Bürgerkrieges nicht. Auch in der momentanen angespannten Lage würde es ihr niemals in den Sinn kommen, ihrer Heimat den Rücken zu kehren. Aber die ehemalige Lehrerin gibt zu, dass die vom Bürgerkrieg in Syrien beeinflusste Sicherheitslage ihr doch Sorgen bereitet: „Man kann nie wissen! Die Situation ist politisch sehr angespannt“. Die 70-Jährige lebt mit ihrem Mann in Bouchariya, einem Stadtteil im Osten Beiruts. Nikolas Saikaly betreut dort eine Gemeinde der Maroniten. Im Libanon ist die mit Rom verbundene Maronitische Kirche mit rund einer Million Mitgliedern die zahlenmäßig stärkste christliche Gemeinschaft. Seit dem Ausbruch des Aufstandes in Syrien erlebt der Pater immer wieder, dass Gemeindemitglieder die Befürchtung äußern, im Nachbarland könnten radikale Muslime die Macht übernehmen. Er weist darauf hin, dass Syrer und Libanesen eng miteinander verbunden sind. Viele Syrer leben im Libanon und umgekehrt. Am meisten sorgt ihn die Vorstellung, dass Christen aufgrund ihrer Religion diskriminiert werden könnten: „Die Heimat gehört allen und jeder hat seine Art Gott anzubeten“. Mit dem drohenden Zusammenbruch des Assad-Regimes in Syrien steht der Libanon vor der wohl größten Herausforderung seiner jüngeren Geschichte. Lange waren die christlichen Libanesen, die ungefähr ein Viertel der Bevölkerung ausmachen, politisch marginalisiert. Nach dem Rückzug der syrischen Truppen aus dem Libanon im Jahr 2005 gaben sich christliche Politiker wieder selbstbewusster. Nun könnten sie mit der Schwächung Syriens und der pro-syrischen Kräfte im fragilen Gleichgewicht des multireligiösen Libanon an Gewicht gewinnen.

 

Doch wie die Muslime im Land sind auch die christlichen Libanesen über die Ereignisse in Syrien tief gespalten. Die politischen Vertreter der Christen im Zedernstaat verteilen sich auf die beiden verfeindeten Lager, die nach der Ermordung des ehemaligen Ministerpräsidenten Rafik Al-Hariri 2005 entstanden sind. Die „Freie Patriotische Bewegung“ steht auf der Seite der schiitischen Hisbollah, die mit dem Regime in Damaskus verbündet ist. Die „Forces Libanaises“ und die Phalangisten bilden mit der sunnitischen „Future Bewegung“ eine Allianz. Diese halten zu den Aufständischen. Längst haben sich im Libanon die Bezeichnungen schiitischer Christ“ und „sunnitischer Christ“ eingebürgert. Diejenigen, die keinem der beiden Lager stehen, empfinden oft tiefe Frustration. Sarkis Naoum, Kolumnist der libanesischen Tageszeitung „an-Nahar“, wünscht sich eine konstruktivere Rolle der Christen. Er stellt sich vor, dass die christlichen politischen Kräfte die Funktion einer Brücke spielen könnten, um Schiiten und Sunniten einander näher zu bringen. Aber Naoum hält dies für unwahrscheinlich: „Ich fürchte, dass die Christen für diese Rolle nicht reif genug sind. Sie sind zutiefst verfeindet und würden sich am liebsten gegenseitig von der Bildfläche verschwinden lassen“. Im Vergleich zu anderen arabischen Ländern hätten die Christen im Zedernstaat durchaus politischen Einfluss, sagt George Sabra, Direktor der Near East School of Theology in Beirut. Der evangelische Christ wünscht sich, dass Christen eine aktivere Rolle einnehmen und ein Gleichgewicht zwischen verfeindeten Sunniten und Schiiten herstellen. Allerdings meint der Theologe, dass diese Vision bei den christlichen Parteien gar nicht exisitert. Die christlichen politischen Führer auf beiden Seiten seien gefangen in ihrer Geschichte und in den blutigen Konflikten der Vergangenheit.

 

Das mit Rom unierte maronitische Patriarchat ist offenbar mit dieser politischen Spaltung, die durch Gemeinden und Familien geht, überfordert. Das Patriarchat, das in der Vergangenheit durchaus klare politische Positionen ergriffen hat, hat es nicht geschafft, beide Lager an einen Tisch zu bringen. Patriarch Beshara al-Rahi, seit 2011 im Amt, konzentriert sich auf die Stärkung der Religion und wirbt für einen „christlichen Frühling“.

{Quelle: www.jesus.de – Von: Mona Naggar}

 

 

 

 

 

Grüne fordern Aufnahme von syrischen Flüchtlingen

 

 

Die Vorsitzende der Grünen, Claudia Roth, hat sich für die Aufnahme syrischer Flüchtlinge auch in Deutschland ausgesprochen. Die Bundesregierung könne “noch viel mehr tun, um den Anrainerstaaten im Umgang mit dem gewaltigen Flüchtlingsproblem zu helfen”, sagte Roth der “Süddeutschen Zeitung”. Auf die Frage, ob sie damit auch die Aufnahme von Flüchtlingen in Deutschland meine, antwortete die Grünen-Chefin: “Es geht zunächst darum, diesen Staaten noch mehr medizinische und finanzielle Unterstützung anzubieten. Aber natürlich sollte man auch Flüchtlingen in Europa Schutz und Lebenschancen ermöglichen”.  Es reiche nicht, sagte Roth, “etwas Geld zu geben, ansonsten aber die Festung Europa wieder dicht zu machen”. Allein die Türkei hat bereits mehr als 70.000 Flüchtlinge aufgenommen. Zehntausende andere sind vor den Kämpfen in Syrien in Nachbarstaaten wie Jordanien und Libanon geflohen. Auch der Vorsitzende des Bundestagsausschusses für Menschenrechte, Tom Koenigs (Grüne), plädierte für ein Nachdenken darüber, ob syrische Flüchtlinge nicht auch in Deutschland aufgenommen werden sollten. Im Südwestrundfunk zeigte Koenigs Verständnis für die Türkei, die sich vom wachsenden Flüchtlingsstrom überfordert fühle. Der türkische Außenminister Ahmet Davutoglu hatte am Montag erklärt, sollte die Zahl der Flüchtlinge die Marke von 100.000 übersteigen, wären die Kapazitäten seines Landes am Ende. Roth unterstützte die Position von Außenminister Guido Westerwelle (FDP), der wiederholt vor einem militärischen Eingreifen in Syrien gewarnt hatte. “Da gebe ich ihm ausdrücklich recht. Die Folgen wären überhaupt nicht abschätzbar. Nicht für Syrien, nicht für die Region”, sagte die Grünen-Vorsitzende. Zugleich kritisierte sie, dass Europa in der Region nicht mehr als Akteur wahrgenommen werde. “Ich war mit Joschka Fischer sicher nicht immer einig”, sagte Roth mit Blick auf den grünen Außenminister der Regierung Schröder zwischen 1998 und 2005. “Aber er war in seiner Zeit als Außenminister immer auch als europäischer Politiker unterwegs. Das gibt es mit Guido Westerwelle nicht mehr”. {Quelle: www.netzticker.com}

 

2 Responses to “Grüne fordern Aufnahme von syrischen Flüchtlingen”

  1. almani2000 Says:

    Es muss endlich zu einer Solidarität der Europäer mit allen orientalischen Christen von Baghdad bis Kairo kommen, sonst wird der Exodus nicht enden!

    • CARMA Says:

      es stellt sich das problem, das die christenverfolgung und vertreibung systematisch ausgeweitet würde, wenn man sie in europa aufnehmen würde – es wäre ein freibrief für die fundamentalisten, sich aller minderheiten „problemlos“ zu entledigen. die uno sollte sich endlich dafür stark machen, sicherheitszonen für die minderheiten einzurichten und den rebellen jegliche unterstützung auch für ein post assad-regime zu verweigern. notfalls muß das land geteilt werden, haben die deutschen ja auch eine weile für die einzige lösung gehalten. ob die alewiten ihrem assad weiter die treue halten, mögen sie dann selbst entscheiden. multikonfessionelle länder waren und sind höchst instabil – irgendwann kracht es immer…
      würde die brd so glaubensfromm werden, wie viele es sich wünschen, würde wohl bald ein geistig-mentaler „nord-süd“-konflikt das land zerreißen – wie wir es jetzt schon in der eu beobachten können…


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