kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Ägypten liegt in Oberaden 20. August 2012

Filed under: Von hier und dort — Knecht Christi @ 16:46

Der Traum aller Kopten: „Ägypten mit den Moslems als „ein Leib“ in Frieden teilen„!

 

 

Bergkamen.  Straßen haben manchmal komische Namen.

Der „Ägypten“ in Oberaden verwirrt sogar ab und zu die Post

und schickt Briefe sicherheitshalber nach Kairo.

 

Ägypten liegt in Oberaden

 

 

 Post aus der Millionenstadt Kairo, verschickt von Verwandten aus dem Sauerland:

Dieses Kuriosum erlebte Georg Sieroga schon des öfteren.

 

Die Briefe, die mit den Poststempeln aus Kairo versehen sind, wurden nicht etwa von Menschen in Ägypten verschickt, sondern von den eigenen Verwandten aus Deutschland: „Meistens sind es die Briefe von meinen Familienangehörigen aus dem Sauerland, die den Weg über die ägyptische Hauptstadt Kairo in meinen Briefkasten finden. Obwohl die Briefe völlig normal adressiert sind, treffen sie in ihrem Ziel erst über diesen enormen Umweg ein. Leider gibt es auch immer wieder den Fall das manche Schreiben gar nicht zugestellt werden. Deswegen haben meine Frau und ich sogar die Hochzeit meiner Nichte verpasst, denn die Einladung hat unseren Briefkasten nie erreicht“, erklärt er.

 

 

 

Kunden sind irritiert: Georg Sieroga wohnt in einer kleinen Straße in Bergkamen-Oberaden, die schlicht und einfach irritierend „Ägypten“ heißt. Sie ist mit der Rotherbachstraße verbunden und das Fließgewässer in unmittelbarer Nähe ist nicht der Nil, sondern der etwas kleinere und künstlich angelegte Datteln-Hamm Kanal. Mindestens zwei Mal sind Briefe von Herrn Sieroga verloren gegangen: „Trotzdem habe ich schon einmal überlegt, ob ich den Leuten in der Poststelle von Kairo nicht mal danke sagen sollte, denn sie schicken mir die restlichen Briefe trotz nicht ausreichender Frankierung größtenteils trotzdem zu“. Wer genau dafür verantwortlich ist, dass die Briefe nicht über den direkten Weg verschickt werden, hat Georg Sieroga noch nicht klären können. Ein weiterer Bewohner der Straße ist der Architekt Karl-Udo Unterberg. Seit 33 Jahren wohnt und arbeitet er dort: „Meine Kunden fragen meistens zwei Mal nach, wenn sie meine Anschrift hören“, erzählt Unterberg schmunzelnd.  Er wuchs in Oberaden auf und stellte sich schon zu Schulzeiten ebenfalls die Frage, warum die Straße diesen ungewöhnlichen Namen besitzt. Sein Erdkundelehrer hatte eine weitere mögliche Erklärung parat. „Er erzählte , dass das Römerlager Oberaden mit dem Namen etwas zu tun habe. Angeblich hätten die Römer auf einem ihrer vorherigen Feldzüge Ägypter in ihr Heer eingezogen und diese mit nach Bergkamen gebracht. Stationiert wurden sie dann wohl in der Gegend, in der heute unsere Straße liegt“. Allerdings ist es nicht nachgewiesen, dass die Römer Soldaten aus Ägypten in Bergkamen stationierten: „Ich habe hier noch nie etwas von Ausgrabungen gesehen oder gehört. Auch nicht als mein Haus gebaut wurde“. Fest steht immerhin, dass die Straße im Dezember 1949 ihren heutigen Namen von der Gemeindevertretung Oberaden erhielt.

 

 

Martin Litzinger: ein Produkt alten Volkshumors

 

Die Straße Ägypten wurde von der Gemeindevertretung Oberaden im Dezember 1949 nach einem sehr alten Oberadener Flurnamen benannt, der seinerseits schon im Urkataster von 1827 überaus ungewöhnlich als „Joseph in Egypten“ nachweisbar ist; zweifellos biblisch-religiösen Ursprungs (1. Mose 37 ff.), frühere örtliche Bedeutung aber unklar bzw. heute verdunkelt. Der Schlüssel zur Erklärung dieses Namens liegt wahrscheinlich, wie in ähnlich gelagerten anderen Fällen auch, wohl in besonderen örtlichen Gegebenheiten in längst vergangener Zeit. Das genannte Gebiet gehörte ursprünglich zur jahrhundertealten Heidelandschaft der früheren Reck-Kamener Heide, die zunächst erst in kleinen Bereichen seit Beginn des 19. Jahrhunderts langsam für Siedlungs- und Kultivierungszwecke erschlossen wurde. Es lag völlig abgeschieden weitab der damals vorhanden Wege und Orte und wurde nur von einer sehr geringen Zahl katholischer Neusiedler in Besitz genommen und bewohnt. Für die Einwohner der benachbarten Bauernschaften Beckinghausen, Heil und Oberaden, die fast ausschließlich protestantisch waren, mag die entfernte und abgeschiedene Lage des kleinen Wohnbezirkes – deshalb der Bezug zum weit entfernten Land Ägypten – und der Zuzug von Menschen katholischer Konfession – deshalb der katholische Personenname Josef – den Ausschlag dafür gegeben haben, dieses Gebiet in symbolisch-sinnhafter Merkwürdigkeit und leichter Eingängigkeit mit dieser Bezeichnung zu versehen.

 

Mit aller Vorsicht wird man die Flurbezeichnung hier als ein Produkt alten Volkshumors ansprechen dürfen,

für das es vergleichbare Parallelen in einigen anderen Orten im Kreis Unna gab bzw. gibt.

{Quelle: www.derwesten.de – Von Fabian Livrée}

 

One Response to “Ägypten liegt in Oberaden”

  1. Der Traum aller Kopten: “Ägypten mit den Moslems als “ein Leib“ in Frieden teilen“!

    Da muesse es schon Leib Christi heissen,…


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