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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Moslembrüder kidnappen den „arabischen Frühling“ 17. August 2012

Filed under: Moslembrüder — Knecht Christi @ 17:53

Die Revolution in den arabischen Staaten droht in ihr Gegenteil verkehrt zu werden

 

Re-Islamisierung statt Demokratie.

Das nutzen auch deutsche Fanatiker für sich aus.

 

Libyen ist im Freudentaumel. Das Land, das sich – wenn auch auf martialische Weise – seines Gewaltherrschers Muammar al-Gaddafi entledigt hat, ist einen weiteren Schritt hin zu einer demokratisch-freiheitlichen Ordnung gegangen: Der Übergangsrat hat seine zeitlich begrenzt verliehene Macht dem Parlament übertragen, das nun innerhalb von 30 Tagen einen Premier bestimmen und ein Verfahren zur Einsetzung einer 60-köpfigen verfassunggebenden Versammlung festlegen wird. Auf Grundlage der neuen Verfassung werden dann Neuwahlen ausgelobt. Das Parlament wählte sogleich einen neuen Übergangspräsidenten: den 72-jährigen Mohammed al-Magarief, mutiger Gegner Gaddafis schon zu Zeiten, als das noch lebensgefährlich war, ehemaliger Diplomat, Exilant, gemäßigter Islamist. „Es ist eine große Verantwortung“, sagte al-Magarief. Und sein unterlegener Gegenkandidat Ali Sidan sekundierte: „Das ist Demokratie. Davon haben wir geträumt.“ Alles im Plan, könnte man denken, Libyen scheint auf dem richtigen Weg zu sein. Ein Detail im Freudenfest zu Tripolis ist allerdings weitgehend unbeachtet geblieben: Der Chef des abtretenden Nationalen Übergangsrats, Mustafa Abdel Dschalil, schickte während der feierlichen Zeremonie zur Machtübergabe eine Moderatorin von der Bühne. Grund: Sie war unverschleiert, trug nur ein Kopftuch. „Wir glauben an die individuellen Freiheiten und schützen sie, aber wir sind Muslime und deshalb an unsere Prinzipien gebunden“, sagte Dschalil wie zur Entschuldigung. Der Islamist hatte schon kurz nach dem Fall Gaddafis prognostiziert, dass im neuen Libyen die Scharia gelten werde, das überkommene göttlich-islamische Recht. Zum neuen Gesetzeskanon gehöre auch die Polygamie „ohne Bedingungen“.

 

Ist das die neue Freiheit, die einige arabische Völker mit ihrem Blut erstritten haben?

Re-Islamisierung statt demokratisch-freiheitlicher Strukturen.

Und das bei einer weiterhin unkontrollierten hohen Waffendichte in Händen mächtiger Milizen,

die Einzelinteressen verfolgen und bisher nicht in die nationalen Streitkräfte integriert werden konnten.

 

 

 

 

Schleichende Islamisierung in Tunesien

 

Auch in Tunesien, dem Mutterland des „arabischen Frühlings“, sind die Menschen mit der Entwicklung nicht einverstanden. Etwa 800 Menschen demonstrierten in Sidi Bouzid gegen die von der islamistischen Partei Ennahda geführte Regierung. Im Dezember 2010 hatte sich in Sidi Bouzid der Straßenhändler Mohammed Bouazizi aus Protest gegen soziale Missstände selbst verbrannt und das ausgelöst, was später als „arabischer Frühling“ in die Geschichte eingehen sollte und bisher drei arabische Diktaturen gestürzt hat. Kritiker wie der Blogger Sofiane Chourabi stellen nun eine schleichende Islamisierung in Tunesien fest. Berichte über Belästigungen und Beschimpfungen leicht bekleideter Touristen nehmen zu. Der Tunesier Mohammed O. geht noch weiter. Er sagte der „Welt“: „Etwa 10.000 Salafisten haben Tunesien wie eine Mafia-Organisation unterwandert, die Hälfte kommen aus den tunesischen Gefängnissen, die andere aus dem Ausland, vor allem aus den USA und Europa. Sie sind gut zu erkennen an ihren 20 Zentimeter langen Bärten. Und das was sie wollen, ist nicht unser Islam, das ist eine Katastrophe“. Sie kämen immer in Gruppen, hätten viel Geld und Waffen. Richter und Polizisten würden bedroht. Die Ennahda befördere diesen Terror, um sich als mildere Alternative präsentieren zu können. Sie sei ein Wolf im Schafspelz„. Mohammed hält es für möglich, dass in Tunesien erneut eine Revolution ausbrechen könnte, „diesmal aber mit sehr vielen Toten“.

 

 

 

 

Deutsche Salafisten reisen nach Ägypten

 

Ägypten scheint derweil zum Eldorado

deutscher Islamisten zu werden.

 

Voller Sorge beobachtet der Verfassungsschutz, wie zahlreiche Salafisten aus Deutschland nach Ägypten auswandern – und möglicherweise noch viel gewaltbereiter zurückkehren. Ein gutes Dutzend Islamisten folgten bislang dem Ruf des radikalen Predigers Mohammed Mahmud. Darunter sind prominente Köpfe der Szene wie der Kölner Ex-Boxer Pierre Vogel oder der Konvertit Sven Lau aus Mönchengladbach. Auch der gewaltbereite Berliner Ex-Rapper Denis Cuspert alias „Deso Dogg“ hält sich am Nil auf. Im ägyptischen Exil könnte aus dem inzwischen in Deutschland verbotenen radikalen „Millatu Ibrahim“-Netzwerk eine deutsche Salafistenkolonie entstehen. Anhänger dieser radikalen Sekte, insbesondere Salafisten aus dem Raum Solingen, sind jüngst ebenfalls nach Ägypten ausgereist. Die Behörden reagieren mit Ausreiseverboten für Muslime, die sie als „Gefährder“ einstufen, weil deren Observierung hier leichter fällt. Es bestehe die Gefahr, dass Ägypten als Durchreiseland diene und sich Islamisten von dort aus in Terrorlager begeben oder an Kämpfen in Konfliktgebieten teilnehmen, heißt es aus Sicherheitskreisen. Es werde zunehmend schwieriger, die Lage in Ägypten einzuschätzen. Die Frage sei: Mit wem ist Kooperation möglich? Wer sind unsere Ansprechpartner auf ägyptischer Seite? Die Lage sei attraktiv für radikale Muslime, das politische Umfeld auch. Die Fundamentalisten am Nil, so scheint es, wähnen sich auf dem Weg zum Gottesstaat. Auch hier droht die Revolution gekidnappt zu werden. {Quelle: www.welt.de – Von Dietrich Alexander und Florian Flade}

 

 

 

 

Salafisten wollen Scharia-Staat in Tunesien

 

 

Die Salafisten wollen nicht reden

 

Probe im Stadttheater von Tunis: Die Schauspieler Moez Mrabet und Leila Toubel üben einen Text über die Revolution ein. Noch sind sie voller Elan dabei, aber immer öfter fragen sich die beiden, wie lange sie noch ungehindert arbeiten können. Das politische Klima in Tunesien ändert sich, und die Vorfälle vor dem Stadttheater von Tunis machen das drastisch deutlich. Die Schauspieler hatten vor einem Monat einen Theatertag unter freiem Himmel organisiert – doch schon bald sahen sie sich von tausenden Salafisten umringt. Diesen Islamisten, die den Koran wortgetreu auslegen, war das bunte Treiben der Theaterleute zu weltlich. Moez Mrabet, Schauspieler: „Sie haben alles zerschlagen und dann haben sie begonnen, Steine und Schuhe auf uns zu werfen“. Rund 5.000 Salafisten bedrängten die Schauspieler solange, bis diese ihre Sachen zusammenpackten. Die Islamisten hatten ihr Ziel erreicht. „Jemand, der frei denkt, der ist für die Salafisten gefährlich. Sie wollen uns ihre Meinung, ihre Art des Denkens aufzwingen, zum Beispiel, dass sich Frauen verschleiern“. Über ein Jahr nach der Revolution ist die Lage in Tunesien gespannt, immer öfter kommt es zu Zwischenfällen. Wir versuchen vor einer Moschee in Tunis, die als Treffpunkt der Salafisten bekannt ist, ins Gespräch zu kommen – doch die wehren ab: Mit westlichen Medien wollen sie nichts zu tun haben, Aufnahmen verboten. Die Kontaktaufnahme mit den Islamisten ist schwierig, in einem Hotel treffen wir einen Mittelsmann. Außerhalb von Tunis, auf dem Land treffen wir dann den Salafisten Mohamed Bakhti: der junge Mann ist ziemlich bekannt, er gilt als einer der Köpfe, die die Proteste gegen Intellektuelle und Künstler organisieren. Er will einen Scharia-Staat errichten, daran lässt er keinen Zweifel.

 

 

„Gegen Demokratie“

 

Mohammed Bakhti, Salafist: „Wir sind gegen die Demokratie. Das ist doch ein Modell aus dem Westen. Demokratie bedeutet doch, dass die Mehrheit bestimmt, was passiert. Aber für uns geht alle Macht von Gott aus. Sein Wort allein zählt“. Der Schauspieler Moez nimmt uns mit zur Manouba-Universität bei Tunis. Dort blockiert der Salafist Mohamed Bakhti zusammen mit seinen Mitstreitern schon seit Monaten den Betrieb. Auch hier ist die Stimmung sehr aggressiv. Die Fundamentalisten wollen erreichen, dass Studentinnen voll verschleiert am Unterricht teilnehmen können. Bislang ist das nicht erlaubt, und deswegen richtet sich die Wut der Salafisten gegen die Leitung der Universität.

 

 

Gewalt, Druck und Einschüchterung

 

Moez Mrabet, Schauspieler: „So gehen sie immer vor. Sie verhalten sich gewalttätig und wollen Druck ausüben. So wollen sie ihre Ziele erreichen“. Die Wut schlägt auch in Gewalt um: Das Haus von Nabil Karoui wurde verwüstet. Ihm gehört der Privatsender Nessma, der den Zeichentrickfilm Persepolis ausgestrahlt hat. Darin wird Gott als alter, bärtiger Mann dargestellt – Gotteslästerung für die Salafisten. Gegen den Direktor von Nessma TV, Nabil Karoui, richtet sich der ganze Hass der Fundamentalisten. Der alerte Geschäftsmann wiederum glaubt, dass Tunesiens derzeitige Regierung die Salafisten bewusst gewähren lässt.

 

Ein Masterplan?

 

Nabil Karoui, Direktor Nessma TV: „Wenn Sie sich anschauen, was in Ägypten, in Libyen, Marokko und hier geschieht, dann sieht es wirklich so aus, als gebe es einen Masterplan der Salafisten, den sie überall ausführen“. Mohammed Bakhti, Salafist: „Ganz klar – wenn es nach uns geht, werden wir den Fernsehsender Nessma schließen. Das ist doch ein laizistischer Sender“. Lautstarker Protest vor dem Gericht von Tunis, denn gegen den Eigentümer von Nessma TV, Nabil Karoui, läuft auch noch ein Verfahren wegen Gotteslästerung: Die Salafisten auf dem Vormarsch. In Tunesien sollen sie angeblich bereits ein Fünftel aller Moscheen kontrollieren. Und es ist nicht nur in Tunesien ein offenes Geheimnis, dass solche Gruppen auch von außen finanziell unterstützt werden, etwa aus Saudi-Arabien. Wir werden von Bachir Benhassen empfangen; er gilt als ein gemäßigter Imam unter den Salafisten. Er verbreitet seine Gedanken auch über das Internet, und hat auf Facebook eine eigene Seite. Die Gewalt der extremen Islamisten verurteilt er, aber auch er will ein anderes Tunesien.

 

 

Geht „die Revolution“ weiter?

 

Bachir Benhassen, Scheich: „Eigentlich ist jeder Moslem Salafist, wenn er sich denn an den Koran hält. Und Tunesien ist ganz klar ein islamisches Land. Und deswegen soll der Staat auch islamisch sein“. In Tunis regiert die „gemäßigt“ islamische Ennahda-Partei. Offiziell betont sie, dass man auf keinen Fall einen Gottesstaat errichten will. Und in der Parteizentrale wehrt man sich gegen die Kritik, dass man sich den Salafisten gegenüber zu freundlich verhalte. Ameur Larayedh, Ennahda-Partei: „Wir leben immer noch in einer revolutionären Situation, da kommt es natürlich auch zu gewalttätigen Demonstrationen. Das bedauern wir natürlich“. Doch Schauspieler wie Moez und Leila glauben nicht, dass die Vorfälle der letzten Monate rein zufällig sind. Sie fürchten eine regelrechte Kampagne. Moez Mrabet, Schauspieler: „Die Salafisten haben eine Zielscheibe, und die sind wir. Künstler sind für sie eine Gefahr“. Die Freiheit, die man erst vor gut einem Jahr erkämpft hat, scheint schon wieder bedroht. Tunesien steht vor schwierigen Zeiten. {Quelle: www.daserste.de Autor: Stefan Schaaf / ARD Madrid}

 

2 Responses to “Moslembrüder kidnappen den „arabischen Frühling“”

  1. In Deutschland darf jeder seine Meinung sagen, ohne dass er dafür bestraft wird. Voraussetzung ist allerdings, dass er niemanden beleidigt oder unwahre Dinge über ihn verbreitet. Auch für Journalisten gilt diese Meinungsfreiheit. In der Zeitung dürfen sie Politiker kritisieren, wenn sie falsch finden, was diese machen. Das nennt man Pressefreiheit. Die Journalisten haben auch ein Recht darauf, dass die Politiker ihnen Informationen geben: zum Beispiel darüber, wie viel der Bau einer neuen Schule kosten wird. In manchen Ländern gibt es eine solche Pressefreiheit nicht. Die Herrscher wollen nur, dass man sie lobt. Tun die Journalisten das nicht, werden sie oft eingesperrt, manchmal sogar getötet.


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