kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Homosexueller und Abtreibungsfan: Überfall auf christliche Einrichtung 17. August 2012

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 16:58

 Experten warnen vor einer nächsten Generation von Terroristen

 

 Täter verletzt einen Wachmann durch Schuss in den Arm

 

Washington (kath.net/idea): In der US-Hauptstadt Washington hat ein junger Mann das Hauptquartier der christlich-konservativen Lobbygruppe „Family Research Council“ (Familien-Forschungsrat) überfallen und um sich geschossen. Bei der Tat am 15. August verletzte er einen Wachmann, der am Arm getroffen wurde. Hintergrund könnte das Engagement des Zentrums gegen Abtreibungen und die Homosexuellen-Ehe. So soll sich der Täter, der 28-jährige Floyd Lee Corkins, unmittelbar nach Betreten der Einrichtung negativ über dessen Arbeit geäußert und gesagt haben: „Es geht nicht um euch, sondern um die politischen Positionen“. Dann eröffnete er das Feuer. Außer dem Wachmann Leo Johnson wurde niemand verletzt. Ihm gelang noch, den Angreifer niederzuringen. Polizeichefin Cathy Lanier bezeichnete Johnson als Helden: „Er hat seine Arbeit getan, so dass der Täter nicht über den Eingangsbereich hinauskam“.

 

 
Täter war Praktikant in einer Einrichtung für Homosexuelle

 

Der aus Herndon (Bundesstaat Virginia) stammende Täter hatte in den vergangenen sechs Monaten ein Praktikum in einer Einrichtung für schwule, lesbische sowie bi- und transsexuelle Menschen in Washington absolviert. Deren Direktor David Mariner beschrieb Corkins als „freundlich, vornehm und unauffällig“. Es sei ihm unverständlich, weshalb Corkins jetzt so etwas getan habe. Während die Polizei sich noch nicht zum Motiv des Täters äußern wollte, haben Homosexuellen-Verbände die Tat in einer Erklärung bereits verurteilt. Auch Präsident Barack Obama sowie sein Herausforderer, der Republikaner Mitt Romney, äußerten ihre Betroffenheit. Ein Sprecher Obamas erklärte, derartige Gewalt habe keinen Platz in der Gesellschaft. Romney sagte: „Meine Gebete sind bei dem verwundeten Sicherheitsmann und seiner Familie sowie bei den Mitarbeitern des Family Research Council, deren Gefühl der Sicherheit durch dieses erschreckende Ereignis erschüttert wurde“. {Quelle: www.kath.net}

 

 

Ein Autonomer Nationalist bei einer Demonstration in Berlin (Archivbild von 2008)

 

„Die fühlen sich wie im Krieg“

 

So jung und so aggressiv wie die „Autonomen Nationalisten“

ist sonst niemand bei den Rechtsextremen.

Experten warnen vor einer nächsten Generation von Terroristen.

 

Die Staatsschutzbeamten staunten nicht schlecht, als sie im April dieses Jahres das Ergebnis einer Razzia im nordrhein-westfälischen Radevormwald begutachteten. Auf ein komplettes Waffenarsenal waren sie gestoßen: eine scharfe Schusswaffe, diverse Messer, Schwerter, Schlagringe und -stöcke, dazu kistenweise Nazipropaganda. Es war ein Fund, der selbst erfahrene Beamte, wie den Kölner Polizeipräsidenten, von einer zuvor „unbekannten Dimension“ sprechen ließ. Mehr als hundert Beamte inklusive eines schwer bewaffneten SEK-Teams hatten an jenem Morgen 17 Wohnungen in dem 22.000-Einwohner-Städtchen östlich von Wuppertal durchsucht. Den 15 von der Durchsuchung betroffenen Jung-Nazis wird die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Sie gehören einer Gruppierung namens Freundeskreis Rade an und waren zum Zeitpunkt der Razzia gerade einmal 15 bis 25 Jahre alt, der Großteil von ihnen minderjährig.

 

 

Turnschuhe statt Springerstiefel

 
Der Fall zeigt prototypisch, wie groß die Gefahr ist, die von der relativ neuen Neonazi-Strömung Autonome Nationalisten (AN) ausgeht. Mitte der 2000er Jahre ist sie entstanden, Schwerpunkte waren Berlin und das Ruhrgebiet, mittlerweile gibt es in Deutschland fast flächendeckend AN-Gruppen. Auf Jugendliche wirkt diese Szene besonders anziehend. Diese neuen Nazis tragen Turnschuhe statt Springerstiefel, Kapuzenpullover statt Bomberjacke. Sie sagen ganz offen, dass sie ihre Ziele mit Gewalt durchsetzen wollen. Experten warnen, dass mit den AN eine neue Generation potenzieller Rechtsterroristen heranwachsen könnte. Die Sicherheitsbehörden haben die „Autonomen Nationalisten“ lange unterschätzt, die Polizei wurde bei Nazi-Demonstrationen über Jahre hinweg immer wieder von deren Aggressivität überrascht. Auch der Leiter des Kölner Staatsschutzes, Volker Joest, räumte nach der Razzia ein, man habe in Bezug auf die AN „Nachholbedarf“.

 

 
Vom Rechtspopulismus zum rechten Terror in nur einem Jahr

 
Wie rasant die Radikalisierung einer kleinen Clique Autonomer Nationalisten ablaufen kann, lässt sich ebenfalls gut am Beispiel Radevormwald beobachten: Von der Gründung über erste Propaganda-Aktionen und kontinuierliche Gewalttaten bis zum vollen Waffendepot brauchten diese rechten Jugendlichen lediglich vierzehn Monate. Und sie sind kein Einzelfall. Im November 2011 stieß die Polizei in Wohnungen von Mitgliedern der Autonomen Nationalisten Bückeburg (Niedersachsen) auf „große Mengen von gefährlichen Knallkörpern aus osteuropäischer Produktion“, deren Besitz gegen das Sprengstoffgesetz verstößt. Im März 2012 beschlagnahmten Kollegen in Sachsen-Anhalt bei Jungnazis aus der AN-Szene insgesamt 237 Sprengkörper, die meisten davon nicht in Deutschland zugelassen. „Bei der Menge fragt man sich schon, was die damit vorgehabt haben“, kommentierte ein Fahnder. Die Geschichte des Freundeskreis Rade jedenfalls liest sich so: Gründung im Frühjahr 2011. Viele Mitglieder waren zuvor bei der Jugendorganisation der relativ gemäßigten Rechtspopulisten von pro NRW aktiv – doch da wurde es den Jugendlichen offenbar bald langweilig. Unter neuem Label begannen sie schließlich, mit Gewalt gegen alternative Jugendliche und Migranten vorzugehen. In der ganzen Stadt verklebten sie ihre Propaganda. Im typisch poppigen Stil der AN zeigt ihr Logo einen Neonazi, der mit einer Heugabel auf ein am Boden liegendes Opfer einsticht. „Schluss mit Multi-Kulti-Wahn“, steht daneben. Auf einem anderen Aufkleber wird einer Figur mit Antifa-Logo eine Pistole an den Kopf gehalten. Bald betrieb der sogenannte Freundeskreis eine Internetseite und einen Twitter-Account, er wuchs auf rund 25 feste Mitglieder. Im Februar 2011 wurden ein Kioskbesitzer und sein Sohn, der eine Gruppe ANler wegen Flaschenwürfen auf das Geschäft verfolgte, in einen Hinterhalt gelockt und von Vermummten mit Schlagstöcken und Eisenstangen angegriffen. Als im April Mitglieder des örtlichen Runden Tisches gegen Rechts öffentlichkeitswirksam Naziaufkleber in der Stadt entfernen wollten, wurden sie bedroht und fotografiert. Auf der Internetseite des Freundeskreises erschienen die Porträts der Bürger unter der Überschrift „Demenzerkranktes Gutmenschenpack macht sich lächerlich“.

 

Gefährlich sind ihre fehlenden Skrupel gegenüber Gewalt

 
Nachdem an einer Schule eine Anti-Nazi-Veranstaltung abgehalten wurde, wurde das Gesicht des Schulleiters mit Fadenkreuz auf der Stirn an die Eingangstüren plakatiert – selbstbewusst setzten die Jungnazis die Adresse ihrer Website unter das Bild. Auch Polizisten wurden angegriffen. Als Beamte im Dezember 2011 zwei Jugendliche aus der Gruppe beim Sprühen von Nazi-Parolen erwischten, wehrten die sich mit Pfefferspray. Am Ende liefen bereits mehr als 20 Ermittlungsverfahren gegen Mitglieder des Freundeskreises Rade. Dann greift die Polizei durch, die Gerichtsverfahren gegen die Mitglieder des Freundeskreis Rade stehen noch aus.

 

 

Da läuft der Hase hin …

 

 
Verbindungen zu „pro NRW

 
Ein Erfolgsrezept der Autonomen Nationalisten für die Rekrutierung Jugendlicher ist, dass rigide Vorschriften für den Lebensalltag (wie etwa bei Nazi-Skinheads) oder die Verpflichtung auf Parteidisziplin (wie bei der NPD) weitgehend fehlen. Dieses für die AN typische „anything goes“ zeigte sich auch in Radevormwald. Parallel besuchten die Freundeskreis-Mitglieder pro-NRW-Veranstaltungen wie auch Aufmärsche der militanten Naziszene – obwohl diese den gemäßigten und pro-israelischen Rechtspopulisten eigentlich feindselig gegenübersteht. Bei der Razzia wurden zwei pro-NRW-Mitgliedsausweise gefunden. Einer der Beschuldigten saß für die Partei sogar im Stadtrat von Radevormwald. Dies ist eigentlich ein direkter Widerspruch zur Straßenkämpfer-Attitüde und der angeblichen Autonomie von ANlern – aber bezeichnend für die Patchwork-Identitäten, die heute auch bei rechtsextremen Jugendlichen üblich sind. Was diese jungen, radikalen Aktivisten so besonders gefährlich macht, sind ihre fehlenden Skrupel gegenüber Gewalt. Die taktische Zurückhaltung, die viele Funktionäre rechtsextremer Parteien oder auch ältere Neonazi-Kader zeigen, ist ihnen fremd. Es geht den neuen Nazis um ein Kräftemessen mit dem Staat – einer breiteren Wählerschicht zu gefallen, haben sie gar nicht erst vor. Bei einer Strategiedebatte in einem Internetforum antwortete ein ANler auf die Frage, wie man Akzeptanz in der Gesellschaft erreichen könne, mit den Worten: „Bei welchem Bürger denn? Bei dem verblödeten, BRD-umerzogenen Mitvierziger“?

 

 
„Mit Tötungsdelikten ist zu rechnen“

 
„Gruppen, die sich so radikalisieren, haben irgendwann kein Gewalttabu mehr“, sagt der Soziologe Rainer Erb vom Berliner Zentrum für Antisemitismusforschung. Er warnt davor, dass sich aus dem AN-Milieu „Aktionskerne“ bilden, die sich immer weiter abschotten und radikalisieren – wie das läuft, hat man am Beispiel der NSU-Zelle gesehen. „Man stilisiert sich dann als politischer Soldat gegen das feindliche System. Die fühlen sich wie im Krieg“, so Erb, der die AN-Szene seit Jahren im Blick hat. „Und im Krieg sind alle Mittel erlaubt und moralisch gerechtfertigt“. Die meist sehr jungen Aktivisten haben keine langfristige Strategie, der parlamentarische Weg, der für Mäßigung sorgen könnte, interessiert sie nicht – ihnen geht es um kurzfristige Erlebnisse. Diese aggressive „Hyperaktivität“ macht die AN unberechenbar. Und mit den Jenaer Terroristen gibt es nun auch Rollenvorbilder, denen man nacheifern kann. Die Gefahr, die von den AN ausgeht, ist inzwischen auch den Sicherheitsbehörden bewusst, die vor dem NSU-Skandal jahrzehntelang behauptet hatten, dass es „keine Erkenntnisse zur Existenz rechtsterroristischer Strukturen“ gebe. In einer 20-seitigen, vertraulichen Lageeinschätzung „nur für den Dienstgebrauch“ des Bundeskriminalamts wird neuerdings explizit vor „selbstradikalisierten Einzeltätern“ und der „Bildung terroristischer Kleingruppen“ gewarnt. Das nüchterne Fazit der Beamten: „Mit Tötungsdelikten ist zu rechnen. {Quelle: www.zeit.de}

 

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