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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Kirche lässt Mafia-Gegner im Stich 13. August 2012

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 19:16

Mexikanischer Pfarrer soll Drogenkartelle nicht mehr bekämpfen

 

 

Für Alejandro Solalinde ist es ein herber Schlag. Die katholische Kirche will nicht länger dulden, dass der Pfarrer in Mexiko den Drogen-Kartellen die Stirn bietet. Stattdessen soll er Messen lesen. Der international bekannte mexikanische Priester Alejandro Solalinde (67) verlässt auf Druck seines Bischofs die von ihm gegründete Migrantenherberge in Südmexiko. Solalinde erhebt schwere Vorwürfe gegen die katholische Amtskirche. Sie habe erreicht, was weder der Regierung noch der Drogenmafia gelungen sei – ihn zum Aufgeben gezwungen. „Ich kann gegen die Drogenkartelle kämpfen, aber nicht gegen die Kirche“, sagt er. Dieser Tage eskalierte der Drogenkrieg in Mexiko erneut. Binnen 48 Stunden kamen 100 Menschen ums Leben. Der Fall erregt deshalb große Aufmerksamkeit, weil sich Solalinde wie kein anderer mexikanischer Kirchenvertreter so offen gegen die Drogenmafia stellt, dass ihm die Ermordung droht. Er hatte vor fünf Jahren in Ixtepec eine Herberge für Migranten aus den zentralamerikanischen Staaten gegründet, die das Land zu Hunderttausenden auf ihrem Weg in die USA durchqueren. Seine Unterkunft steht wie keine andere Institution für den Widerstand gegen Drogenkartelle und organisierte Kriminalität. Menschenhandel ist einer der lukrativsten Geschäftszweige der organisierten Kriminalität in Mexiko. Weil sich die Einwanderer auf ihrer Durchreise in die USA illegal in Mexiko aufhalten, können sie sich nicht an die Polizei wenden und sind schutzlose Opfer der Mafia. Diese erpresst die Migranten: Mitarbeit oder Ermordung.

 

 

 

Pater Alejandro Solalinde ist für sie so etwas wie eine Lebensversicherung. Für die Drogenmafia ist er ein Stachel im Fleisch, für die mexikanischen Beamten, die er an ihre Pflichten erinnert, ein lästiger Störenfried. Korrupte Angehörige der Gemeindeverwaltung haben ihm sogar einmal gedroht, die Unterkunft niederzubrennen, sollte er sie nicht selbst schließen. Vor Wochen musste er auf Drängen von Menschenrechtsorganisationen und der Kirchenleitung das Land verlassen. Solalinde bezichtigte mexikanische Politiker, mit der Drogenmafia zusammenzuarbeiten und ein Kopfgeld von umgerechnet 300 000 Euro auf ihn ausgesetzt zu haben. Nach der Rückkehr in seine Herberge gab er sich noch gewohnt kämpferisch: „Das Risiko ist groß. Aber ich habe keine Angst und werde niemals aufgeben“. Jetzt forderte ihn sein Bischof Óscar Armando Campos auf, die Leitung der Herberge abzugeben und stattdessen eine Gemeinde zu übernehmen. Solalinde warf seinem Bischof daraufhin eine verfehlte Auffassung des Evangeliums vor. „Auf der Straße gibt es mehr bedürftige Arme als unter den wenigen Besuchern der Gotteshäuser“, sagte er. Er werde darum seine Zeit nicht mit dem Lesen von Messen vergeuden, sondern sich weiter für die Rechte der Migranten einsetzen. In Mexiko hat Solalinde mehrere Menschenrechtspreise erhalten. Ein Bürgerkomitee engagiert sich dafür, ihn für den Friedensnobelpreis vorzuschlagen. {Quelle: www.swp.de}

 

3 Responses to “Kirche lässt Mafia-Gegner im Stich”

  1. daß der Drogenkrieg kein spezifisch mexikanisches Phänomen ist. In Kolumbien erhält ein Bauer für das Kilo Kokablätter 300 US-Dollar. Nach Verarbeitung zu Kokain kostet dieses Kilo 15000 US-Dollar. Nach dem Transport über Mexiko in die USA zahlt der Endverbraucher dort 100000 Dollar. Die verfehlte Drogenpolitik der US-Regierung erzeugt auch im südlichen Nachbarland eine irrwitzige Gewinnspanne und frißt im »Drogenkorridor« jeden Ansatz einer halbwegs funktionierenden Ökonomie auf. Was bleibt, ist Kapitalismus in seiner barbarischsten Ausprägung. Wie zitierte Marx im »Kapital«: »300 Prozent, und es existiert kein Verbrechen, das es nicht riskiert, selbst auf Gefahr des Galgens

    • carma Says:

      es ist nicht die us-drogenpolitik gescheitert, sondern eine dekadent-verkommene gesellschaft, die sich permanent den kick verpassen muss, um ihre aufgeblasenen ego-narzissmen noch aufrecht zu erhalten.
      konsumgier, fresssucht, sexsucht, spielsucht, erfolgssucht, schönheitswahn, männlichkeitswahn, eitle sportdepperei, und ein immer größerer teil der us-bürger ist auf almosen angewiesen.
      so ähnlich müssen die letzten tage des römischen reiches ausgesehen haben…

  2. Der Fall erregt deshalb große Aufmerksamkeit, weil sich Solalinde wie kein anderer mexikanischer Kirchenvertreter so offen gegen die Drogenmafia stellt, dass ihm jederzeit die Ermordung droht. Vor Wochen musste er auf Drängen von Menschenrechtsorganisationen und der Kirchenleitung das Land verlassen. Solalinde bezichtigte daraufhin mexikanische Politiker, mit der Drogenmafia zusammenzuarbeiten und ein Kopfgeld von umgerechnet 300.000 Euro auf ihn ausgesetzt zu haben. Nach der Rückkehr in seine Herberge gab er sich gewohnt kämpferisch: „Das Risiko ist groß, real und die Situation delikat. Aber ich habe keine Angst und werde niemals aufgeben.“

    Nun soll Solalinde gehen, heißt es zumindest in manchen Medien. Er wolle den Bischöfen gehorchen, zitieren die einen Blätter den Priester. Die anderen wollen ihn anders verstanden haben: Selbst wenn er exkommuniziert werde, denke er nicht daran, aufzuhören. Sogar die Kirche habe Angst und gehe mit der Forderung, Solalinde solle die Herberge verlassen, vor der Mafia in die Knie, schreiben einige Kommentatoren. Diesen Vorwurf weisen die Bischöfe vehement von sich. In einer Stellungnahme erklärte die Mexikanische Bischofskonferenz in dieser Woche, sie habe den Priester niemals aufgefordert, seine Herberge zu verlassen. Bis November ist Solalinde noch offiziell Leiter der Herberge, dann läuft eine Vereinbarung aus. Wie es danach weitergeht, weiß wohl noch nicht einmal er selbst


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