kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Rhöner Orgel für Kirche in China 9. August 2012

Filed under: Kirche — Knecht Christi @ 18:35

Am 7. August fingen die Kopten die zweiwöchige Fastenzeit vor der Maria-Himmelfahrt an

 

 

Orgelfirma Hey aus Urspringen liefert Instrument mit 1048 Pfeifen nach Nanjing

 

 

 

 

„Nur eine Orgel, die über 1000 Pfeifen hat, ist auch eine richtige Orgel!“ Das sagt Pfarrer Lin Qinkuan aus dem chinesischen Nanjing. Für ihn ist es wichtig, dass man möglichst viele der 1048 Pfeifen seiner neuen Orgel sieht. 18 Register auf zwei Manuale hat das Instrument, sagen die Rhöner Orgelbauer Thomas und Herbert Hey. Neun Meter ist die Orgel hoch und steht zweigeteilt im Altarraum In diesen Tagen verlässt das Instrument die Werkstatt der Orgelbaufirma Hey in Urspringen in der Rhön. Die Gemeinde von Pfarrer Lin Qinkuan feiert in diesem Jahr „100 Jahre Christen in Nanjing und dazu gab es eine neue Kirche und natürlich auch eine Orgel. „Obwohl diese in China noch selten sind“, sagt Thomas Hey. Er zeigt Bilder vom Bau der Kirche, deren Form sich natürlich auch die neue Orgel anpasst. Sie ist aus Fichtenholz gebaut und in einem Creme-Ton lackiert, der gut in das moderne Design der Kirche passt. Das Gehäuse verfügt über Lamellen, wie auch der Kirchenraum. Es übrigens die einzige Orgel in der Provinz.

 

 

Erstaunlich: Nur durch Spendengelder war es möglich, eine neue Kirche im Zentrum von Nanjing zu errichten, auch die Orgel von Hey ist durch Spendengelder finanziert. „Pfeifenorgeln stellen eine Besonderheit für das Land dar und machen Kirchen und Konzertsäle zu etwas ganz Besonderem“, erklärt Thomas Hey. Die für Nanjing gearbeitete Kirchenorgel verfügt über eine Aufnahme- und Selbstspielfunktion und unterstützt künftig mit ihrem reichen und farbigen Klang den Gemeindegesang zum Lobe Gottes. Schon Mitte letzten Jahres war der Pfarrer auf das Rhöner Unternehmen aufmerksam geworden und hatte nach einer kleinen Orgel gefragt. Er sagte dazu, dass er eine neue Kirche baut, aber Vorgaben der chinesischen Provinzregierung befolgen muss: Die Kirche darf nicht größer und prachtvoller sein als das Parteigebäude. Die neue Gotteshaus entsteht nämlich direkt im Zentrum von Nanjing. Nanjing war die frühere Kaiserhauptstadt, weiß Thomas Hey. Doch zurück zur Orgel: Die Lamellen der Orgel werden noch hinterleuchtet und sind, wie der Orgelbauer sagt, „aus dem Raum genommen“. Die Heys versuchen immer, die Elemente des Raumes im Instrument widerzuspiegeln. Eigentlich sollte die neue Königin der Instrumente am 1. Oktober zusammen mit der neuen Kirche eingeweiht werden. Das ist aber jetzt nicht mehr möglich, weil die Bauarbeiten bis dahin nicht fertiggestellt werden können. Mitte Oktober werden nun vier Orgelbauer aus der Rhön nach China reisen und die Orgel, die dann zwischenzeitlich dort angekommen ist, aufbauen. Diese wurde in Hamburg verschifft und kann auf dem Fluß Jangtse bis nach Nanjing gebracht werden.

 

 

 

Vier bis fünf Wochen wird die Montage der neuen Orgel dauern. Gearbeitet wird in zwei Schichten und das Team bleibt über die gesamte Zeit in der chinesischen Stadt. Wann dann die offizielle Übergabe und kirchliche Segnung erfolgten wird, steht derzeit noch in den Sternen – dazu muss ja die Kirche erst fertiggestellt sein, so Hey. Ein Problem in Nanjing sind übrigens die Organisten, und deshalb gibt es an der Orgel eine Aufnahme- und Wiedergabefunktion. Außerdem einen weiteren Pool mit klassischen Stücken, die dann für Konzerte abrufbar sind. Diese sind aber auch zu Schulungszwecken vorhanden, um den Organisten zu sagen, „wie zum Beispiel Bach auf der Orgel klingen muss“. Dann kann es nachgespielt werden. Zum anderen kann man auch ein kleines Konzert oder ein Nachspiel nach dem Gottesdienst damit einspielen. Das kann man sich dann so vorstellen, dass die Orgel richtig spielt und sich auch die Tasten entsprechend bewegen, so als ob ein Organist sie betätigt. „Es werden nicht irgendwelche Aufnahmen abgespielt, sondern die elektronischen Funktionen werden aufgezeichnet und die Orgel selbst spielt dann“. Für Thomas und Herbert Hey ist das natürlich auch eine Besonderheit und sie sind sich aber auch sicher, dass die Chinesen Konzerte aufzeichnen und sich dann auch anhören. Das gilt übrigens auch für den Organisten, der dann im Kirchenraum selbst hören kann, wie sein Musikstück auf der Orgel geklungen hat. Eine weitere Besonderheit der neuen Orgel: Man kann sich auch verschiedene Registerkombinationen im Raum anhören und das Instrument in anderen Klangfarben spielen. Lediglich die Orgel auf der Weltausstellung Expo in Yeosu in Südkorea hat noch solch eine Aufnahmefunktion. In einer normalen Orgel ist so etwas zum ersten Mal eingebaut. „Für die Chinesen ist eine Orgel immer noch eine Seltenheit und gehört zur Krönung einer Kirche“, meint Thomas Hey. {Quelle: www.mainpost.de – Von Hanns Friedrich}

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s