kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Exorzismus auf Koptisch 29. Juli 2012

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 16:36

Ein koptischer Priester treibt Christen und Muslimen böse Geister aus

Es ist Freitag, der ägyptische Sonntag, und die St.-Markus-Kirche im Kairoer Zentrum ist gerammelt voll. Früher war sie die Kathedrale des Hauptquartiers von Papst Schenuda, dem Patriarchen der koptisch-christlichen Ägypter. Doch 1968 wurde zur Unterstreichung der Stärke des Koptentums ein grösserer Patriarchensitz im Kairoer Viertel Abbasiya eingeweiht. Nicht nur in der koptischen Morkos-Kathedrale, sondern auch auf ihrem Vorplatz und in einer Nachbarskirche warten viele Besucher gespannt. Insgesamt haben sich über 6000 Personen versammelt, um Priester Makari zu sehen. Er ist in Ägypten unbestritten der beliebteste koptische Pfarrer. Zwar kennt man am Nil das europäische Phänomen leerer Kirchen nicht, doch hat kein ägyptischer Priester einen ähnlich gewaltigen Zulauf wie Makari.

 

 

 

 

Schwelgen im Jesuskult

 

 Am Erfolg Makaris ist auch die moderne Technik beteiligt. Früher musste man drei Stunden vor Beginn des Gottesdienstes erscheinen, um einen Platz zu ergattern und einen Blick auf den Wunderpriester zu erhaschen. Heute hängen in der Kathedrale, auf dem Vorplatz und in der Kirche nebenan grosse Bildschirme, auf die Makaris Predigt direkt übertragen wird. Neben Makari steht der Chor. Die singenden Frauen tragen ein Mikrofon in der Hand. Die frommen Gesänge schallen so laut durch die Kathedrale, dass die Zuhörer nicht an sich halten können. Sie stehen auf, singen mit und stossen Freudenpfiffe aus. In der Kathedrale herrscht eine Bombenstimmung. Vorne rechts, unweit von Pfarrer Makari, sitzen rund 60 weibliche «Fälle». Die meisten kommen von weit her, denn Priester Makari kennt man in ganz Ägypten. Er kann Kranke heilen, vor allem aber treibt er böse Geister aus. «Das ist kein Exorzismus, das ist die Befreiung der Seele durch Jesus Christus», sagt Makari. Unter den Frauen befinden sich viele Musliminnen, sie sind leicht an ihrem Kopfschleier zu erkennen. Die meisten erzählen gerne und ausführlich von ihren Problemen. Eine sieht zu Hause Gespenster und wird von ihrer Familie als verrückt bezeichnet, einer anderen ist der Verlobte weggelaufen. Und was hat Priester Makari damit zu tun? «Mein Verlobter ist verzaubert worden, und ich glaube, dass nur Makari den Bannspruch lösen kann», sagt die junge Muslimin Amani. Wie sie denken viele Ägypter der Unterschicht. Zauberei, Magie und der böse Blick sind für sie keineswegs Hirngespinste, sondern reelle Probleme. Die Musliminnen, die in die St.-Morkos-Kirche kommen, waren bereits bei Ärzten, muslimischen Scheichs und tragen Amulette. Das alles habe nichts genützt, meint Amani.

 

 

 

 

Weihwasser ins Gesicht

 

 Nun beginnt Makari aus einem Wust von Zetteln die Briefchen vorzulesen, die ihn für die Anwesenden interessant anmuten: «Eine Frau schreibt, sie habe Geburtstag und ich solle ihr gratulieren!» Die Menge lacht, brüllt: «Herzlichen Glückwunsch», und Pfarrer Makari schwimmt auf der Woge des Erfolges. Gekonnt holt er die Gläubigen aus ihrer Ekstase, denn der Höhepunkt seiner Andacht ist noch nicht gekommen. Während die Christen fasziniert ihrem Pfarrer lauschen, scheinen die Musliminnen auf den Kirchenbänken noch unbeteiligt und gelangweilt. Doch bei genauerer Betrachtung wird Abwehr auf ihren Gesichtern deutlich. Kein Wunder, schliesslich drehen sich die koptischen Gesänge um «Josua», Jesus, den Gottessohn. Im Islam kann Gott jedoch kein Kind haben. Aus muslimischer Sicht war Jesus nur ein Prophet. Nun erhebt sich der Priester und lässt sich Weihwasser bringen. Ein Kameramann turnt über die Bänke, auf allen Leinwänden wird gezeigt, wie Makari die Kranken und Besessenen segnet und den Geistern den Garaus macht. Als er auf die Frauen zugeht, wirken diese exaltiert und enthemmt. Manche zittern, andere wippen, einige wälzen sich am Boden. Makari murmelt sein Gebet, nimmt den Mund voll mit Weihwasser und sprüht und spuckt es den Frauen ins Gesicht. Sie öffnen die Augen, schütteln den Kopf und wirken, als erwachten sie aus einem bösen Traum. Die Menge ist ausser Rand und Band und klatscht euphorisch.

 

 

 

 

Und was sagt Patriarch Schenuda zu diesem Exorzismus?

Er sei wohl froh, dass so viele Leute in die Kathedrale kämen, noch dazu Muslime, meint Kees Hulsman, ein Spezialist für koptische Angelegenheiten. Papst Schenuda gelte jedoch als nüchterner Christ, und solche Geisteraustreibungs- zeremonien seien nicht in seinem Sinne. Wie sehr sie seine Heiligkeit Papst Schenuda stören, wird sich zeigen.

Vor einigen Jahren exkommunizierte er den koptischen Mönch Daniel Baramusi.

Er verbreitete protestantische Lehre, die mit Orthodoxie nicht vereinbar sind.

{Quelle: www.nzz.ch – 24. April 2008}

 

 

 

 

 

„Dann wird der Dämon wütend,

weil er weiß, er verliert“

 

 

Ein Priester, der derzeit eine Ausbildung zum Exorzisten macht,

berichtet von seinen Erlebnissen:

Beim Exorzismus geht es vor allem um Befreiung.

Tiefe Wunden im Leben und in der Familie

stehen oft am Anfang dämonischer Einflüsse.
 

 

Rom (kath.net/CNA/jg): „Ich hätte nie gedacht, dass ich das einmal machen würde“, sagte ein Priester mittleren Alters, der derzeit eine Ausbildung zum Exorzisten in Rom macht im Interview mit CNA. Er stammt aus dem mittleren Westen der USA und möchte anonym bleiben, um nicht mit Anfragen überhäuft zu werden. Sein Weg hatte während einer der ersten Messen begonnen, die er nach seiner Priesterweihe vor 15 Jahren gelesen hatte. Während der Wandlung betete er um Priesterberufungen. „Ich bat Gott, sein Blut auf die Jugendlichen herabkommen zu lassen und den jungen Männern, die eine Berufung zum Priester haben, zu helfen“, erinnert er sich. Auf dieses Gebet hin fiel plötzlich ein 13-jähriger Junge nach hinten um und begann zu knurren. Mittlerweile ist er in Rom und begleitet die sechs offiziellen Exorzisten der Diözese. Konkret heißt das, er nimmt an etwa drei Exorzismen pro Tag teil. Im Jahr 2010 hat die Bischofskonferenz der USA beschlossen, die Zahl der Exorzisten deutlich zu erhöhen. „Der Ritus des Exorzismus ist keine magische Formel“, sagt er. „Weder der Dämon noch der Exorzist stehen im Mittelpunkt, sondern eine Person, die viel leidet und einer bestimmten Art der Befreiung durch Christus bedarf.“ Keine zwei Fälle seien gleich, berichtet er. Wenn der Ritus beginne, manifestiere sich der Dämon auf verschiedene Weisen, durch Gewalt, eine Veränderung der Gesichtszüge, eine Änderung der Stimme. Er möchte einschüchtern. Man dürfe sich aber nicht beeindrucken lassen. „Du musst ihn ignorieren und sagen: ‚He, ich gebe hier die Anweisungen’“, erzählt er.

 

Die Dämonen hätten die Kenntnisse von Engeln und würden daher wissen, dass Gott ihre diabolischen Wirkungen nur zulässt, weil er durch das Leiden Heil bringt. „Wenn man den Dämon daran erinnert, wird er wütend, weil er weiß, dass er verliert“, berichtet der Priester von seinen Erlebnissen. Der Exorzist stellt dem Dämon eine Reihe von Fragen, etwa nach seinem Namen. Wenn der Exorzist den Namen des Dämons kennt, kann er ihn wirksamer bekämpfen. Sobald er den Namen kennt, kann er dem Dämon befehlen, den von ihm Besessenen zu verlassen. Man müsse den Dialog aber begrenzen, denn es sei „nicht gesund“ für den Exorzisten, wenn er zu viel mit dem Dämon spricht, sagt der Priester. Es sei auch möglich, den Dämon zu demütigen, etwa indem man die Gegenwart von Heiligen oder Schutzengeln anrufe. Am meisten fürchteten sie sich aber vor Maria, der Mutter Gottes. „Man kann sehen, dass es eine Änderung im Verhalten des Dämons gibt“, sagte der Priester wörtlich. Die Endphase sei erreicht, wenn sich der Dämon in zornigen und gewalttätigen Ausbrüchen zeige. Es sei nicht ungewöhnlich, wenn der Besessene dann Schaum vor dem Mund habe oder sich übergeben müsse. Das sei, sagte der Priester wörtlich, zwar „nicht schön anzusehen, aber du weißt, du bist auf dem richtigen Weg“. Die Ursachen für dämonische Einflüsse seien von Fall zu Fall verschieden, berichtete er. Ein Faktor sei aber praktisch immer zu finden, wenn Menschen unter den Einfluss dunkler Mächte geraten: „Tiefe Wunden in ihrem Leben und in ihren Familien“. Das gelte besonders „wenn Eltern wirklich schlechte Entscheidungen getroffen“ hätten. Auf diesem Weg hätten sie böse Einflüsse in die Familie gelassen. Beispiele dafür seien „Untreue, Abtreibungen, alles was die Familien auseinanderbrechen lässt“. „Was ist die Familie?“, fragte er rhetorisch. „Die Familie ist ein Bild; sie ist ein Abbild der heiligen Dreifaltigkeit, und deshalb hasst der Teufel die Familie“. {Quelle: kath.net}

 

 

4 Responses to “Exorzismus auf Koptisch”

  1. sirius Says:

    Wenn es hilft,bzw. nicht schadet,warum nicht?

  2. saphiri1 Says:

    @Sirius

    man sieht wie wenig Sie den koptischen Priestern zutrauen,nähmlich sehr wenig!!
    und beschäftigen sich wenig mit dem Wissen—was sich bewegt —
    mit welchem Urteil schätzen Sie denn dann von Ihnen oft beschrieben Teufeln die Mosleme ein??

  3. ZENIT: Viele Menschen, vielleicht auch Gläubige, streiten ab, dass es Menschen gibt, die vom Teufel besessen sind. Sie denken vielmehr, dass es sich um psychologische oder psychiatrische Probleme handelt. Wie unterscheidet ein Exorzist zwischen Fällen echter Besessenheit und Störungen anderer Natur?


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