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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Überleben im EU-Land Rumänien 23. Juli 2012

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 19:47

Der politische Machtkampf und Reformstau lähmt den Fortschritt

 

 

 

Der Premier will den Staatspräsidenten loswerden,

die Wirtschaft lahmt, Rumäniens Bürger kämpfen förmlich um das tägliche Überleben:

Darf so ein EU-Mitgliedsland aussehen?

Die EU sagt Nein und droht mit Sanktionen,

während die Menschen resigniert haben.

 

 

 

Auf dem Markt in einer Plattensiedlung im Süden von Bukarest. Ein Mann Anfang 70 bietet Tomaten, Knoblauch und Paprika an. Zweimal die Woche verkauft er seine Ernte aus dem Garten, um zu überleben. Und die Leute kaufen von ihm, weil es bei ihm billiger ist als im Supermarkt nebenan. „Es ist eine große Armut in Rumänien. Es ist schrecklich. Mit dem Sparkurs von Staatspräsident Traian Basescu ist es noch schlimmer geworden. Wenn er weiter an der Macht bleibt, werden wir am Hungertuch nagen. Geben wir den Anderen eine Chance“. Die Anderen – das sind die Sozialdemokraten und die Nationalliberalen, die unter Premier Ponta Präsident Basescu weghaben haben wollen. Ein Referendum soll demnächst darüber entscheiden. Basescu und seine Konservativen steuerten einen rigorosen Sparkurs: Die Löhne wurden gekürzt, die Renten eingefroren und die Mehrwertsteuer raufgesetzt. Kaum an der Macht, versprechen die Sozialdemokraten viel: Die Renten sollen wieder steigen – derzeit liegen sie um die 100 Euro. Auch Angestellte sollen wieder mehr bekommen.  Florin Preda brachte als Bibliothekar umgerechnet knapp 300 Euro nach Hause. Das reichte gerade für die Miete und ein Leben ohne Extras. „In Rumänien kann man heute als Normalverdiener nur noch ans Überleben denken – von heute auf morgen. Projekte oder Pläne sind nicht möglich, die kann man sich einfach nicht leisten. Einen Mittelstand gibt es auch nicht mehr, die Gesellschaft ist polarisiert. Es gibt viele Arme und sehr wenige Reiche. Wir sind kein europäisches Land mehr, wir sind auf lateinamerikanisches Niveau abgesunken““.

 

 

 

Rumänien ist das zweitärmste Mitgliedsland in der Europäischen Union. Im Agrarland mit ertragreichen Böden in der Donautiefebene und ausreichenden Erdölvorkommen an der Schwarzmeerküste fahren noch immer meist Pferdegespanne in den Dörfern, durch die Städte fahren meist gebrauchte Westwagen. Fortschritt gab es auf anderen Ebenen. So hat sich seit 2005 die Justiz zunehmend unabhängig von der Politik gemacht. Auch auf Druck der Europäischen Union, die das Land unter Beobachtung stellte. Erste korrupte Politiker wurden zu Gefängnisstrafen verurteilt, wie der sozialistische Ex-Premier Adrian Nastase. Doch nun soll all dies im Eiltempo mit Eilverordnungen der Mitte-Links-Regierung und ihrer Mehrheit im Parlament rückgängig gemacht werden. Der junge Richter Cristi Danilet, der seit Jahren gegen Korruption und für eine unabhängige Justiz kämpft, beschreibt die Situation in Rumänien so: „Im Moment haben wir eine Situation, in der die unabhängige Justiz Gerichtsverfahren gegen korrupte Politiker in Arbeit hat. Diese Politiker sehen die Gefahr, in der sie schweben und sie haben großes Interesse, die Justiz zu kontrollieren, um diese Gefahr für sich zu beseitigen. Ich sehe das, was jetzt passiert, als politische Rache an der unabhängig gewordenen Justiz“.

 

 

Rumäniens Rechtsstaat wankt, die Justizreformen kommen ins Stocken, und die Europäische Union droht mit Sanktionen. Auf dem Markt in Bukarest winkt eine junge Rumänin resigniert ab. „Es wird sich nichts ändern, auch nicht mit der neuen Regierung – trotz aller Versprechen, die man nicht essen kann. Es wird auch so weitergehen. Die Regierenden haben alles gestohlen. Es gibt nichts mehr zu verteilen. Wenn ich könnte, würde ich weggehen, auch weil ich schwanger bin und eine Zukunft für mein Kind will“. {Quelle: www.dradio.de – Von Karla Engelhard}

 

2 Responses to “Überleben im EU-Land Rumänien”

  1. Der Premier will den Staatspräsidenten loswerden,
    die Wirtschaft lahmt, Rumäniens Bürger kämpfen förmlich um das tägliche Überleben:
    Darf so ein EU-Mitgliedsland aussehen?

    Die Reportagen und Interviews sollen vor allem für Ost- und Südosteuropa Verständnis wecken, für deren Hinwendung zu Europa nach dem Zusammenbruch des Kommunismus. Vertreibung und Versöhnung zwischen den Völkern spielen dabei ebenso eine Rolle, wie Brauchtum und Sprache als Teil des gemeinsamen europäischen Kulturerbes.

    etwas Geschichte zu den Rumänen:

    Schwierigkeiten mit den Partnern
    Als Hemmnis und Hindernis bei der Verwirklichung dieses Plans erwies sich der Umstand, daß die mit Deutschland verbündeten Staaten eigene Absichten verfolgten und nicht einfach herumkommandiert werden konnten. Das faschistische Italien beispielsweise, als mit Abstand stärkster und daher auch unabhängigster Partner, stand antijüdischen Maßnahmen deutschen Stils völlig ablehnend gegenüber. Italienische Stellen schützten Juden auch in den besetzten Ländern, wo man sich in die Kontrolle teilte, wie in Griechenland und Jugoslawien.

    Die drei südöstlichen Verbündeten Deutschlands – Ungarn, Rumänien und Bulgarien – waren zwar im Gegensatz zu Italien selbst traditionell antisemitisch geprägt. Aber auch sie gaben dem immer stärker werdenden deutschen Druck, ihre Juden für den Abtransport „ins Reich“, d.h. nach Auschwitz, zur Verfügung zu stellen, nicht ohne weiteres nach. Am ehesten waren die Regierenden dieser Staaten bereit, „fremde“, nicht oder kaum assimilierte Juden zu opfern – also solche, die erst durch die Grenzveränderungen während des Krieges oder als Flüchtlinge unter ihre Herrschaft gekommen waren

    http://www.holocaust-chronologie.de/artikel/teil-1-voelkermord-an-ungarns-juden.html

    —-

    http://www.kerstinullrich.de/Fam2-Kriegsgefangenschaft/Teil-2.html

    http://www.karpatenwilli.com/reise022.htm

  2. Vor 50 Jahren: Zeizeugenbericht über die Zwangsevakuierung der Siebenbürger Sachsen

    Durch einen Willkürakt des kommunistischen Regimes in Rumänien wurden im Mai 1952 23 Familien aus Brenndorf zwangsausgesiedelt.
    Für die Deutschen in Rumänien leitete der Umsturz vom 23. August 1944 Verfolgungen, Diskriminierungen, Deportationen, Enteignungen und andere Repressivmaßnahmen ein, wurden sie doch als Sündenböcke für das Desaster verantwortlich gemacht, in das Rumänien als Bündnispartner Deutschlands geraten war und das Hitlers Vernichtungskrieg angerichtet hatten.

    Zu diesen Repressivmaßnahmen
    zählt auch die Zwangsevakuierung. Ab Mai des Jahres 1952 wurden aus Kronstadt und vielen Burzenländer Gemeinden etwa 2 000 Sachsen in andere Gegenden Rumäniens zwangsausgesiedelt.

    In Brenndorf erhielten am 3. Mai 23 Familien, darunter auch meine Mutter mit ihren fünf Kindern, den Befehl, innerhalb von drei Tagen die Ortschaft zu verlassen. Die Personalausweise wurden eingezogen und mit dem Stempel „D.O.“ – domiciliu obligatoriu (Zwangsaufenthalt) – versehen. Wir erhielten sie erst an unserem Bestimmungsort wieder.

    Im ganzen Dorf herrschte Panikstimmung, denn niemand wusste, wer als Nächster den Befehl zum Verlassen von Brenndorf erhalten würde. Das war ein Rennen und Hetzen, denn es mussten nicht nur die Dienststelle gekündigt werden, sondern auch die Kinder aus den Schulen heimgeholt, ein Eisenbahnwaggon beschafft und bezahlt, Transportmittel für den Hausrat bis zum Bahnhof gefunden und der gesamte Haushalt aufgelöst werden.

    kann man nun erwarten dass Rumänien in voller Blüte erblüht ergellt??? liebe deutschen Bürger—

    http://www.siebenbuerger.de/ortschaften/brenndorf/nachrichten/hogmitteilung/20357-vor-50-jahren-zeizeugenbericht-ueber.html


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