kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Christen in Syrien sind tief verunsichert 23. Juli 2012

Filed under: Christenverfolgung — Knecht Christi @ 19:23

Grenzübergang «Bab al-Hawa»<br/>Quelle: Wikipedia / Bab al-Hawa

Luftloch für Syriens Christen

 

 

Flucht vor der Revolution – Regime im Endkampf?
 

 

Die Arabische Liga hat den syrischen Präsidenten Assad erneut zum raschen Rücktritt aufgefordert. Die EU verschärfte ihre Sanktionen. Das Regime scheint die Kontrolle über Teile des Landes zu verlieren. Unter den Flüchtenden sind Christen. Der Nahostspezialist Heinz Gstrein zu ihren Optionen im Bürgerkrieg. «Bab al-Hauwa», das Tor der Lüfte, nennt sich der imposante Grenzübergang an der Hauptverbindungsstrasse von der Türkei nach Syrien. Das Regime von Damaskus wollte hier auch baulich seine unerschütterliche Stärke demonstrieren. Inzwischen ist Bab al-Hauwa aber das wichtigste nördliche Luftloch der syrischen Revolution zur Aussenwelt. An der türkischen Grenze: Die fast unbewohnten Höhen des nordsyrischen Kalksteinmassivs liessen sich schon seit dem Übergreifen des «Arabischen Frühlings» auf Syrien im März 2011 kaum mehr abriegeln. Noch fliesst hier der Flüchtlingsstrom syrischer Zivilisten nicht so reissend wie von der Hauptstadt Damaskus in den benachbarten Libanon. Doch hat er abrupt zugenommen, seit auch im nahen, stark von seinen Christen geprägten Aleppo heftig gekämpft wird.

 

Fliehende zur Rückkehr aufgefordert: Die Aufständischen von der «Freien Syrischen Armee» winken die Fliehenden ohne Kontrolle durch. Sie verteilen aber Flugblätter, in denen Christen aufgerufen werden, nach dem erwarteten Sturz von Assad wieder heimzukehren. Sie hätten nichts zu befürchten. Unterzeichnet vom neuen kurdischen Chef des revolutionären Koordinationskomitees für die Demokratisierung CNCD. Sein Vorgänger war noch ein radikaler Muslim-Bruder. Gegenseitige Hilfe: Beim Exodus aus Aleppo haben tatsächlich islamische Rebellen, die Assads Regierungstruppen weichen, und christliche Sympathisanten mit dem alten Regime, die vor der Revolution die Flucht ergreifen, sich gegenseitig Hilfe geleistet. Vermittelt wurde das von der interreligiösen Versöhnungsbewegung «Mussalaha», die sich schon in Homs und in Ostsyrien zwischen Euphrat und Tigris bewährt hat. Mit dem Regime verbandelt: Aber nicht alle Christen trauen den Zusicherungen der künftigen Machthaber. Vor allem die orthodoxe und die mit Rom unierte melkitische Kirche scheinen unlösbar in das Assad-Regime verstrickt. Es waren diese Christen, von denen schon im frühen 20. Jahrhundert die ideologischen Grundlagen des arabischen Nationalismus und besonders des syrischen Baath-Sozialismus gelegt wurden, der schliesslich in die Assad-Diktatur mündete. Während z.B. in Ägypten Christen in der Armee nur bis zum Major aufrücken dürfen, erhielten in Damaskus orthodoxe Offiziere Führungspositionen. An ihrer Spitze General Dawud Radschicha, zuletzt sogar Verteidigungsminister, der bei dem blutigen Attentat vom 18. Juli um Leben kam. Anschlag als Wendepunkt? Dieses wird vom syrisch-orthodoxen Erzbischof in Aleppo, Mor Gregorios, als Wendepunkt im syrischen Bürgerkrieg betrachtet, Seine aramäischen Christen, bei denen die Muttersprache Jesu fortlebt, sind vom arabisch-nationalen Regime immer als Fremdkörper betrachtet und behandelt worden. Sie fürchten sich daher auch vor keiner neuen politischen Ordnung, sofern in dieser nicht die radikalen Islamisten das Sagen hätten. Doch evangelischen Flüchtlinge aus Nordsyrien befürchten, dass dort bald christenfeindliche Gewalt wie im Irak überhand nimmt. {Quelle: www.jesus.ch – von Heinz Gstrein – Livenet}

 

 

 

Christen in Syrien sind tief verunsichert

 

 

„Möge Gott uns bewahren“

 

„Möge Gott uns beschützen, noch sind wir hier sicher, hoffen wir, dass es so bleibt.“ Die irische Schwester Bridget lebt seit mehr als 30 Jahren in Syrien. Als junge Frau schloss sie sich dem Orden der Salesianer an. Laut sei Damaskus damals gewesen, erinnert sich die alte Dame mit leiser Stimme. Doch nirgends habe sie sich so wohl gefühlt wie in dieser alten Stadt. Schwester Bridget arbeitete in der Krankenpflege, viele Jahre half sie Leprakranken und anderen Bedürftigen, die in Orten außerhalb der syrischen Hauptstadt leben. Hilfe und Beistand für die Menschen sei ihr Programm, sagt Schwester Bridget. Leider habe sie in den vergangenen Monaten viele der Vororte nicht mehr erreichen können.

 

 

„Die Gewalt hat so zugenommen“, sagt sie.

„Wir beten für einen Ausweg, aber es scheint,

als sei die Welt gegen Syrien“.

 

Obwohl sie sich in ihrem hohen Alters eigentlich mehr Ruhe gönnen sollte, hat Schwester Bridget in den vergangenen Wochen wieder häufig den Nachtdienst im nahe gelegenen Krankenhaus übernommen. Das Personal sei sehr angespannt, weil die Unruhen sie nicht nur beruflich, sondern auch familiär betreffen. Eine Krankenschwester habe kürzlich zwei Verwandte verloren: „Soldaten, die an Kontrollpunkten in einem Damaszener Vorort erschossen wurden.“ Eine andere Schwester, die ursprünglich aus Homs stamme, habe acht Angehörige verloren. Auch der bei dem Attentat am vergangenen Mittwoch getötete Verteidigungsminister Daud Radscha war Christ. Der 65-Jährige hatte das Amt erst vor wenigen Monaten übernommen, Beobachtern zufolge war Radscha mehr militärischer Repräsentant, denn ein „Hardliner des Regimes“. Aufständische werfen Christen vor, sich auf die Seite des Regimes zu stellen und die Unterdrückung der Oppositionsbewegung zu unterstützen. Tatsächlich haben Christen in allen Brennpunkten des Landes immer wieder vermittelt und zum Dialog zwischen den verfeindeten Seiten aufgerufen.

 

Stimmen der Vernunft werden zwischen den Fronten zerrieben

 

Die eskalierende Gewalt mache eine Vermittlung schwer, sagt ein Christ, der namentlich nicht genannt werden möchte. Stimmen der Vernunft und Versöhnung werden zwischen beiden Fronten zerrieben. Der italienische Pater Paolo Dall“Oglio vom Kloster Deir Mar Musa, das für den interreligiösen Dialog weltweit bekannt ist, bezahlte seinen Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden im Juni mit der Ausweisung. Gregoire III. Laham, griechisch-katholischer (melkitischer) Patriarch von Antiochien geht mit Teilen der Opposition hart ins Gericht. Er wolle nicht das Regime verteidigen, sagt der Patriarch. Doch sei Syrien bisher das einzige Land gewesen, in dem ein „wahrer Dialog zwischen den Religionen“ praktiziert worden sei. Heute sei das anders. „Egal, was man sagt, auch wenn man zum Kompromiss bereit ist, wird Dialog verweigert“. Der 80-jährige Daud Hido stammt aus Qamishly, im Norden Syriens. Als er in den 1930er Jahren dort zur Schule ging, teilte der Christ die Schulbank mit Muslimen und Juden. Die wachsende Spaltung der syrischen Gesellschaft in die verschiedenen ethnischen und religiösen Gruppen hält Hido für eine der gravierendsten Folgen der Unruhen in den letzten Monaten. Es werde lange dauern, bis diese Wunde geheilt sein werde, sagt Hido. Der Mann, der lange in Deutschland lebte und dort studierte, äußert sich besonders enttäuscht darüber, „wie Frankreich und Deutschland sich in diesem Konflikt verhalten“. Beide Länder hätten ein Jahrhundert furchtbarer Kriege erfahren; „warum eskalieren sie, anstatt zu vermitteln“? Auf dem Weg zur nächsten Nachtschicht im Krankenhaus trifft Schwester Bridget ein Ehepaar, das die alte Mutter des Mannes besucht. Verstohlen drückt der Mann ihr einen großen Geldschein in die Hand und sagt: „Beten sie bitte für unsere Mutter und für unsere Heimat“, sagt der Mann, ein Muslim. Die Syrer seien so dankbar für jede Hilfe, sagt Schwester Bridget lächelnd. Das sei ihr „Lohn genug“. {Quelle: www.domradio.de}

 

5 Responses to “Christen in Syrien sind tief verunsichert”

  1. Emanuel Says:

    http://hinter-der-fichte.blogspot.de/2012/07/syrien-gashysterie-es-stinkt.html

    Wir sind an einem Punkt angelangt, wo man sich entscheiden muss, entweder heiss oder kalt ! Lau wird ausgespuckt….. wer jetzt diese verzerrten Lügen der Bilderberger und Co. weiter wiederkäuert , ist entweder auf ihrer Seite, will also ebenfalls diese „Neue Weltordnung“ oder ist geistig nicht in der Lage, die satanisch-teuflische Situation dieser Erde zu erfassen …. Letzteren kann noch geholfen werden ….


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