kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Libyen-Szenario: Russland und China blockieren weiter 18. Juli 2012

Filed under: Islamischer Terror — Knecht Christi @ 19:34

 

Im UN-Sicherheitsrat ist weiter keine Syrien-Resolution in Sicht.

Russland sieht sich vom Westen erpresst.

Die Kämpfe haben auf Damaskus übergegriffen.

 

New York: Trotz deutlicher Mehrheit im UN-Sicherheitsrat ist eine Syrien-Resolution nach Angaben von Diplomaten derzeit nicht absehbar. Russland äußert schwere Vorwürfe gegen den Westen. Mit dem Beharren auf Sanktionen provoziere der Westen einen Bürgerkrieg in dem arabischen Land, sagte Außenminister Sergej Lawrow in Moskau vor einem Treffen mit dem UN-Sondergesandten Kofi Annan. Die Gewalt erfasste gleich mehrere Viertel von Damaskus. Die Hauptstadt galt bislang als Bastion von Präsident Baschar al-Assad. Bei der zweiten Verhandlungsrunde bei den Vereinten Nationen am Montag (Ortszeit) über eine neue Syrien Resolution hätten sich zwar fast alle Länder hinter den auch von Deutschland vorgeschlagenen Entwurf gestellt, berichten westliche Diplomaten aus der Sitzung in New York. Russland und China lehnen den westlichen Entwurf aber weiter ab – und können mit ihrem Veto jede noch so starke Mehrheit blockieren.

 

 

In dem Streit geht es um die UN-Beobachtermission Unsmis, deren Mandat am Freitag ausläuft. Russland will es nur verlängern, Auftrag und Ausstattung aber unangetastet lassen. Der Westen sagt, dass die Mission ihren Auftrag so nicht erfüllen könne und will, dem Wunsch von Sondervermittler Kofi Annan und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon folgend, mehr Druck auf die Parteien ausüben. Angestrebt sind Wirtschaftssanktionen. Moskau und Peking wollen jedoch keinerlei Verbindlichkeiten in der Resolution. Lawrow warf dem Westen gar Erpressung vor, weil die Partner im Sicherheitsrat die Fortsetzung der Mission von einem Einlenken Moskaus im Streit um Sanktionen abhängig machten. „Wir sind den Entwurf das erste Mal ganz durchgegangen und ich glaube, dass wir eine gute Mehrheit für den Text haben“, sagte Deutschlands UN-Botschafter Peter Wittig nach der Verhandlung. „Aber da ist immer noch eine zwar isolierte, aber fundamentale Opposition gegen Kapitel VII“ – der Teil der UN-Charta, der Sanktionen erlaubt. „Unser Text ist eine Verhandlungsbasis und wir hoffen, dass Russland und China in echte Verhandlungen einsteigen“.

 

 

 

Die oppositionelle Muslimbruderschaft berichtete von Gefechten in mehreren Vierteln der Innenstadt von Damaskus und wertete das als Zeichen für den baldigen Sturz von Assad. Auch am Abend gingen die Kämpfe weiter. „Die Stimmung hat sich sehr verändert“, sagte ein Bewohner der Hauptstadt. Berichte von Entführungen machten die Runde. Die Muslimbrüder riefen die Bewohner von Damaskus auf, Straßen zu blockieren und Brandbomben auf Fahrzeuge der Sicherheitskräfte zu werfen. Augenzeugen berichteten, immer mehr Militär werde im Zentrum der Hauptstadt zusammengezogen. In stadtnahen Gebieten herrsche offenbar Krieg, sagte Aktivist Haytham al-Abdallah aus Damaskus der dpa. Ein anderer Aktivist berichtete, viele Einwohner seien aus der Hauptstadt aufs Land geflohen. Auch aus den Provinzen Hama und Aleppo meldeten Regimegegner heftige Gefechte. Vertreter internationaler Hilfsorganisationen beklagten bei einem Treffen am UN-Sitz in Genf unhaltbare Zustände in Syrien. Die Nothilfe für Hunderttausende Menschen werde durch das Ausbleiben zugesagter Hilfsgelder, schwere Sicherheitsprobleme und Behinderungen durch syrische Behörden massiv erschwert. Geberstaaten hätten bislang nur 21 Prozent der erbetenen 180 Millionen Dollar (147 Millionen Euro) für humanitäre Hilfe in Syrien bereitgestellt, sagte Abteilungsdirektor John Ging vom UN-Büro für Nothilfekoordinierung.

 

 

Das führende Bündnis der syrischen Opposition im Exil, der Syrische Nationalrat (SNC), erklärte, er wolle mit dem vor Monaten ausgehandelten Friedensplan von Kofi Annan nichts mehr zu tun haben. In einem Brief des SNC-Vorsitzenden Abdelbasit Seida an den UN-Generalsekretär heißt es: „Die Initiative und der Plan von Herrn Annan waren eine Totgeburt, weil sich das Regime unnachgiebig zeigte und seine Massaker fortsetzte, aber auch wegen der unrealistischen und inakzeptablen Vorschläge Annans“. {Quelle: www.haz.de}

 

 

 

 

„Syrische“ Rebellen im „Libanon“

 

 

„Verwundete bringen sie umsonst“

 

 

Über Schmuggler bekommen die syrischen Rebellen

Waffen und Geld.

 

Für die Salafisten im Libanon

ist der Kampf vor allem ein religiöser.

 

Ein Besuch in Tripoli.

 

 

TRIPOLI taz: Von draußen ist die Glasfront des Ladenbüros am Rand von Tripoli abgedunkelt, von drinnen fällt der Blick auf Wohnblocks aus Rohbeton. Abu Saddam sitzt an der Wand, rings um ihn ein Dutzend älterer Männer. Sie nippen an ihren Teegläsern und rauchen. Das enge Büro gehört eigentlich einem sunnitischen Lokalpolitiker, doch derzeit wird es vorrangig genutzt, um militärische Unterstützung für den syrischen Aufstand zu koordinieren. „Wir tun, was wir können“, sagt Abu Saddam. „Wir würden jedem helfen, der uns hilft, Baschar al-Assad loszuwerden“. Tripoli ist überwiegend von Sunniten bewohnt. Ihr Hass auf das Assad-Regime sitzt tief und reicht bis in die Zeit der syrischen Besatzung des Libanon zurück. Deshalb widmet Abu Saddam inzwischen seine gesamte Zeit dem syrischen Aufstand. Unter anderem veranlasst er, dass Waffen nach Syrien geschmuggelt werden: „Wir schmieren die Soldaten auf beiden Seiten. Wenn man Geld hat, ist alles möglich“. Woher das Geld kommt, was genau er liefern lässt, verrät er nicht. Er zieht nervös an seiner Zigarette, schielt aus dem Fenster. Schon zwei Mordanschläge seien auf ihn verübt worden, sagt er. Das Assad-Regime hat nach wie vor viele Verbündete im Libanon.
 

 

„Wir verstehen viel vom Kämpfen“

 

Abu Saddam hat allen Grund, sich in Acht zu nehmen. Er tut weit mehr, als den Rebellen Waffen zu beschaffen. Er sorgt auch dafür, dass sie damit umzugehen lernen. Seit einigen Wochen bietet er bei Tripoli Trainings für Mitglieder der Freien Armee Syriens (FSA). „Unter ihnen sind zwar viele Deserteure, doch die haben keine Ahnung von Guerillakriegsführung“, erklärt er. „Wir Libanesen verstehen eine Menge vom Kämpfen. Wir bringen ihnen zum Beispiel bei, wie man Checkpoints überfällt.“ Außerdem hätten die Rebellen jüngst neue Waffen erhalten, darunter schwere Doshka-Maschinengewehre. „Damit konnten sie nicht umgehen. Also haben wir ein paar von ihnen gezeigt, wie man sie bedient“. Dann wird ihm das Gespräch zu heikel. Derzeit regiert Beirut eine prosyrische Koalition, auch Teile der Sicherheitsbehörden kooperieren mit Damaskus. Doch können sie bisher nicht verhindern, dass die FSA den Nordlibanon als Rückzugsgebiet nutzt. Zwar sind die logistischen Strukturen schwach, doch greifen die Sunniten in Tripoli verstärkt direkt in den Konflikt ein, auch radikale Kräfte nutzen ihn für ihre Zwecke. „Der Aufstand in Syrien ist gut für uns“, sagt Sheikh Bilal Dikmak. „Die Rebellen werden nie vergessen, wer sie gefördert hat“. Der Salafistenprediger pflegt enge Kontakte zu Al-Qaida-nahen Gruppen im Nordlibanon. Für ihn ist der syrische Konflikt vor allem ein religiöser Kampf: auf der einen Seite die Sunniten, auf der anderen ein von Alawiten dominiertes Regime. Viele Menschen in Tripoli sehen das so. „Es gibt Zorn“, sagt er, „sehr viel Zorn.“ Längst sickern Kämpfer aus dem Libanon nach Syrien ein, um mit den Rebellen zu kämpfen, darunter gesuchte Extremisten. Bilal Dikmak schätzt, dass bisher 300 Männer aus Tripoli nach Syrien gegangen sind. „Weitere werden noch losziehen“, sagt er. „Wer mich um Rat fragt, den ermutige ich zu gehen.“
 

 

Immer wieder wird über die Grenze hinweg geschossen

 

Die Verstrickung mit dem Konflikt nebenan ist für das kleine Land gefährlich: Syriens Armee schießt immer wieder über die Grenze. Erst vor wenigen Tagen wurden mehrere Dorfbewohner im Nordlibanon getötet. Wegen der geografischen Nähe nutzen die Rebellen in Homs die Schmugglerpfade als Nachschub- und Fluchtwege. Die meisten Syrer, die man in Tripoli trifft, stammen aus der Stadt in Westsyrien. So wie Abu Omar. Der hoch gewachsene, schlanke Mann kauert in der Kantine eines Privatkrankenhauses in einem Vorort. Bevor er sich den Rebellen anschloss, war Abu Omar Geschäftsmann. Jetzt kümmert er sich von Tripoli aus um logistische Fragen: Er sorgt dafür, dass Verwundete aus Syrien in den Libanon gelangen, und für medizinische Hilfe und Waffen in die umgekehrte Richtung. „Wir schauen, was die Leute brauchen, das schicken wir dann rüber“, sagt er. Das lässt er von professionellen Schmugglern machen: „Verwundete bringen sie umsonst, Waffen nicht“.
 

Auch Abu Omar will nicht zu viel preisgeben. Er schweigt und blickt nach draußen. Etwa zehn Rebellen mit Gipsbeinen und Armschlingen sonnen sich in ihren Rollstühlen. Ein junger Mann tritt zu ihnen. Er stammt auch aus Homs, man kennt sich. Abu Assaf, ein desertierter Hauptmann, hat öfter in Tripoli zu tun. Jetzt brachte er seine Frau und drei Kinder in Sicherheit. „Unser Haus wurde zerstört“, sagt er. „jetzt sind sie Flüchtlinge.“ Er selbst will nicht bleiben: Am 20. Juli beginnt der Ramadan. Spätestens dann will er wieder in Syrien sein. Die FSA plant, im Fastenmonat ihre Angriffe zu verstärken.
„Uns fehlen aber noch Waffen, daher versuche ich, im Libanon welche aufzutreiben“, sagt er. „Wir brauchen Nachtsichtgeräte und Geschosse, mit denen wir Helikopter treffen können“. {Quelle: www.taz.de – von Gabriela M. Keller}

 

3 Responses to “Libyen-Szenario: Russland und China blockieren weiter”

    • carma Says:

      wenns denn nach assad überhaupt noch möglich sein wird, die (un-)freie marktwirtschaft zu installieren – aber träumen wird ja unsere regierung auf kosten der steuerzahler wohl noch dürfen…

  1. carma Says:

    der böse bruder assads (älterer artikel, aber bezeichnend für das schurkentum auf beiden seiten):

    http://derstandard.at/1304554497305/Kopf-des-Tages-Maher-Assad—Sein-Name-steht-fuer-Brutalitaet


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s