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Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Heidentum wächst in der Kirche und hölt sie aus 8. Juli 2012

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 20:45

Eine „Kirche von Heiden, die sich noch Christen nennen“!

 

1958 machte sich Joseph Ratzinger scharfsichtig Gedanken zur Situation der Kirche

in einer damals scheinbar noch zutiefst christlich geprägten Kultur:

Das neue Heidentum wachse „im Herzen der Kirche selbst“

und drohe sie „von innen her auszuhöhlen“.

 

 

Rom (kath.net/pl): „Das Erscheinungsbild der Kirche der Neuzeit ist wesentlich davon bestimmt, dass sie auf eine ganz neue Weise Kirche der Heiden geworden ist“, eine „Kirche von Heiden, die sich noch Christen nennen, aber in Wahrheit zu Heiden wurden.“ Dies schrieb ein damals frisch habilitierter junger Priester namens Joseph Ratzinger (der jetzige Papst Benedikt XVI.) 1958 in einem Artikel über die Situation und die unmittelbare Zukunft der Kirche. Auf der Schwelle zur ersten eigenen Professur analysierte er Fragen nach der persönlichen Glaubensentscheidung in ihrer Tragweite für den Einzelnen, die Gesamtkirche und die ganze Welt. Heute, also 54 Jahre später, erweist sich seine Diagnose der tiefen Risse und Abgründe im damals scheinbar noch so tragfähigen Boden des Volkschristentums als richtig: „Dieses dem Namen nach christliche Europa ist seit rund vierhundert Jahren zur Geburtsstätte eines neuen Heidentums geworden, das im Herzen der Kirche selbst unaufhaltsam wächst und sie von innen her auszuhöhlen droht“.

kath.net dokumentiert den Vortrag „Die neuen Heiden und die Kirche“ von Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI., welcher zuerst in der Zeitschrift „Hochland“ (Oktober/1958) abgedruckt worden war:

 

 

Die neuen Heiden

und die Kirche

 

Die notwendige Entweltlichung der Kirche im alten Europa stellt auch die Frage,

was mit den neuen Heiden geschieht.

Hat Gott für sie einen anderen Heilsweg vorgesehen?

 

Von Joseph Ratzinger

 

Nach der Religionsstatistik ist das alte Europa noch immer ein fast vollständig christlicher Erdteil. Aber es gibt wohl kaum einen zweiten Fall, in dem jedermann so genau wie hier weiß, dass die Statistik täuscht: Dieses dem Namen nach christliche Europa ist seit rund vierhundert Jahren zur Geburtsstätte eines neuen Heidentums geworden, das im Herzen der Kirche selbst unaufhaltsam wächst und sie von innen her auszuhöhlen droht. Das Erscheinungsbild der Kirche der Neuzeit ist wesentlich davon bestimmt, dass sie auf eine ganz neue Weise Kirche der Heiden geworden ist und noch immer mehr wird: nicht wie einst, Kirche aus den Heiden, die zu Christen geworden sind, sondern Kirche von Heiden, die sich noch Christen nennen, aber in Wahrheit zu Heiden wurden. Das Heidentum sitzt heute in der Kirche selbst, und gerade das ist das Kennzeichnende sowohl der Kirche unserer Tage wie auch des neuen Heidentums, dass es sich um ein Heidentum in der Kirche handelt und um eine Kirche, in deren Herzen das Heidentum lebt. Der Mensch von heute kann also als Normalfall den Unglauben seines Nachbarn voraussetzen.

 

Als die Kirche entstand, ruhte sie auf der geistigen Entscheidung des Einzelnen zum Glauben, auf dem Akt der Bekehrung. Wenn man anfangs erhofft hatte, dass sich eine Gemeinschaft von Heiligen schon hier auf der Erde aus diesen Bekehrten erbauen werde, eine „Kirche ohne Fehl und Runzel“, so musste man sich unter schweren Kämpfen immer mehr zu der Erkenntnis durchringen, dass auch der Bekehrte, der Christ, ein Sünder bleibt und dass selbst die schwersten Vergehen in der christlichen Gemeinschaft möglich sein werden. Aber wenn der Christ demnach auch kein moralisch Vollendeter war und in diesem Sinn die Gemeinschaft der Heiligen immer unfertig blieb, gab es doch eine Grundgemeinsamkeit. Kirche war eine Gemeinschaft von Überzeugten, von Menschen, die eine bestimmte geistige Entscheidung auf sich genommen hatten und sich dadurch von all denen abhoben, die sich dieser Entscheidung verweigerten. Im Mittelalter bereits änderte sich dies dadurch, dass Kirche und Welt identisch wurden und so Christsein im Grunde keine eigene Entscheidung mehr war, sondern eine politisch-kulturelle Vorgegebenheit.

 

 

 

Drei Ebenen der Entweltlichung

 

Heute ist die äußere Deckung von Kirche und Welt geblieben; die Überzeugung jedoch, dass sich darin – in der ungewollten Zugehörigkeit zur Kirche – eine besondere göttliche Huld, eine jenseitige Heilswirklichkeit verbirgt, ist gefallen. Fast niemand glaubt so recht, dass an dieser sehr zufällig kulturpolitischen Vorgegebenheit „Kirche“ etwa das ewige Heil hängen kann. So ist es verständlich, dass heute vielfach sehr eindringlich die Frage gestellt wird, ob man nicht die Kirche wieder in eine Überzeugungsgemeinschaft verwandeln sollte, um ihr so ihren großen Ernst wieder zu geben. Das würde bedeuten, dass man auf die noch vorhandenen weltlichen Positionen rigoros verzichtet, um einen Scheinbesitz abzubauen, der sich mehr und mehr als gefährlich erweist, weil er der Wahrheit im Wege steht. Es wird der Kirche auf die Dauer nicht erspart bleiben, Stück um Stück von dem Schein ihrer Deckung mit der Welt abbauen zu müssen und wieder das zu werden, was sie ist: Gemeinschaft der Glaubenden. Tatsächlich wird ihre missionarische Kraft durch solche äußere Verluste nur wachsen können: Nur wenn sie aufhört, eine billige Selbstverständlichkeit zu sein, nur wenn sie anfängt, sich selber wieder als das darzustellen, was sie ist, wird sie das Ohr der neuen Heiden mit ihrer Botschaft wieder zu erreichen vermögen, die sich bisher noch in der Illusion gefallen können, als wären sie gar keine Heiden.

 

Freilich wird ein solches Zurücknehmen äußerer Positionen auch einen Verlust von wertvollen Vorteilen bringen, die sich aus der heutigen Verflechtung der Kirche mit der Öffentlichkeit zweifellos ergeben. Es handelt sich dabei um einen Prozess, der mit oder ohne Zutun der Kirche vor sich gehen wird, auf den sie sich also einstellen muss. Alles in allem muss man bei diesem notwendigen Vorgang der Entweltlichung der Kirche drei Ebenen genau auseinander halten: die Ebene des Sakramentalen, die der Glaubensverkündigung und die des persönlich-menschlichen Verhältnisses zwischen Gläubigen und Ungläubigen. Die Ebene des Sakramentalen, einst von der Arkan-Disziplin umgrenzt, ist die eigentliche innere Wesensebene der Kirche. Es muss wieder klar werden, dass Sakramente ohne Glauben sinnlos sind, und die Kirche wird hier allmählich und in aller Behutsamkeit auf einen Aktionsradius verzichten müssen, der letztlich eine Selbsttäuschung und eine Täuschung der Menschen einschließt. Je mehr die Kirche hier die Selbstabgrenzung, die Unterscheidung des Christlichen, wenn nötig zur kleinen Herde hin, vollziehen wird, desto realistischer wird sie auf der zweiten Ebene, auf der der Glaubensverkündung, ihre Aufgabe erkennen können und müssen. Wenn das Sakrament die Stelle ist, wo die Kirche sich gegen die Nichtkirche abschließt und abschließen muss, dann ist das Wort die Art und Weise, mit der sie die offene Geste der Einladung zum Gottesmahl weiterführt.

 

Auf der Ebene der persönlichen Beziehungen schließlich wäre es ganz verkehrt, aus der Selbstbegrenzung der Kirche, die für den sakramentalen Bereich gefordert wurde, eine Abkapselung des gläubigen Christen gegenüber seinen nichtgläubigen Mitmenschen ableiten zu wollen. Natürlich soll unter den Gläubigen selber allmählich wieder etwas wie die Brüderlichkeit der Kommunikanten aufgebaut werden, die sich durch ihre gemeinsame Zugehörigkeit zum Gottestisch auch im privaten Leben miteinander verbunden fühlen und wissen, dass sie in Notsituationen aufeinander zählen können, eben wirklich eine Familiengemeinschaft sind. Aber das darf keine sektiererische Abschließung zur Folge haben, sondern der Christ soll gerade auch ein fröhlicher Mensch unter Menschen sein können, ein Mitmensch, wo er nicht Mitchrist sein kann. Zusammenfassend können wir als Ergebnis dieses ersten Gedankenkreises festhalten: Die Kirche hat zunächst den Strukturwandel von der kleinen Herde zur Weltkirche durchgemacht; sie deckt sich seit dem Mittelalter im Abendland mit der Welt. Heute ist diese Deckung nur noch Schein, der das wahre Wesen der Kirche und der Welt verdeckt und die Kirche zum Teil an ihrer notwendigen missionarischen Aktivität hindert. So wird sich über kurz oder lang mit dem oder gegen den Willen der Kirche nach dem inneren Strukturwandel auch ein äußerer, zum pusillus grex, zur kleinen Herde vollziehen.

 

 

 

 

Ein zweiter Heilsweg?

 

Neben der damit skizzierten Strukturänderung der Kirche ist aber auch eine Bewusstseinsverschiebung beim Gläubigen zu bemerken, die sich aus dem Faktum des innerkirchlichen Heidentums ergeben hat. Dem Christen von heute ist es unausdenkbar geworden, dass das Christentum, genauerhin die katholische Kirche, der einzige Heilsweg sein soll; damit ist die Absolutheit der Kirche und damit auch der strenge Ernst ihres missionarischen Anspruchs, ja aller ihrer Forderungen von innen her fragwürdig geworden. Wir können nicht glauben, dass der Mensch neben uns, der ein prächtiger, hilfsbereiter und gütiger Mensch ist, in die Hölle wandern wird, weil er kein praktizierender Katholik ist. Die Vorstellung, dass alle „guten“ Menschen gerettet werden, ist heute für den normalen Christen ebenso selbstverständlich wie früher die Überzeugung vom Gegenteil. Der Gläubige fragt sich ein wenig verwirrt: Warum können die draußen es so einfach haben, wenn es uns so schwer gemacht wird? Er kommt dahin, den Glauben als eine Last und nicht als Gnade zu empfinden. Auf jeden Fall bleibt ihm der Eindruck zurück, dass es letztlich zwei Heilswege gibt: den durch die bloße und sehr subjektiv zugemessene Moralität für die außerhalb der Kirche Stehenden und den kirchlichen. Er kann nicht das Empfinden haben, als hätte er den angenehmeren erwischt; auf jeden Fall ist seine Gläubigkeit durch die Aufrichtung eines Heilsweges neben der Kirche empfindlich belastet. Dass die missionarische Stoßkraft der Kirche unter dieser inneren Unsicherheit aufs empfindlichste leidet, ist klar.

 

 

 

Die Freimaurerei Todfeind der Kirche

 

 

 

Die Wenigen und die Vielen

 

Ich versuche als Antwort auf diese den Christen von heute wohl am meisten belastende Frage in ganz kurzen Andeutungen zu zeigen, dass es nur einen Heilsweg gibt, nämlich den über Christus. Ihm eignet aber von vornherein ein doppelter Radius: er betrifft „die Welt“, „die vielen“ (das heißt alle) ; gleichzeitig aber wird gesagt, sein Ort sei die Kirche. So gehört zu diesem Weg vom Wesen her ein Zueinander von „wenigen“ und „vielen“, das als ein Füreinander Teil der Form ist, in der Gott rettet – nicht Ausdruck für das Misslingen göttlichen Wollens. Das fängt schon damit an, dass Gott das Volk Israel aus allen Völkern der Welt ausgrenzt als das Volk seiner Erwählung. Soll das etwa heißen, dass nur Israel erwählt ist und dass alle anderen Völker zum Abfall geworfen werden?

 

Am Anfang sieht es in der Tat so aus, als ob diese Nebeneinanderstellung von erwähltem Volk und nicht-erwählten Völkern in diesem statischen Sinn zu denken wäre: als ein Nebeneinander zweier verschiedener Gruppen. Aber sehr bald zeigt sich, dass es nicht so ist; denn in Christus wird das statische Nebeneinander von Juden und Heiden dynamisch, so dass nun gerade auch die Heiden durch ihre Nicht-Erwähltheit hindurch zu Erwählten werden, ohne dass dadurch die Erwählung Israels endgültig illusorisch würde, wie das 11. Kapitel vom Brief des Apostels Paulus an die Römer zeigt. So sieht man, dass Gott Menschen auf zweierlei Art erwählen kann: direkt oder durch ihre scheinbare Verwerfung hindurch. Deutlicher gesagt: Man stellt fest, dass Gott zwar die Menschheit in die „Wenigen“ und die „Vielen“ einteilt, eine Unterteilung, die in der Schrift immer wiederkehrt. Jesus gibt sein Leben als Lösegeld für „die vielen“ (Mk. 10,45) ; das Gegenüber von Juden und Heiden und Kirche und Nicht-Kirche wiederholt diese Teilung in die Wenigen und die Vielen.

 

Aber Gott teilt die Menschheit nicht deshalb in die Wenigen und die Vielen, um diese in die Abfallgrube zu werfen und jene zu retten; auch nicht, um die Vielen leicht und die Wenigen umständlich zu retten, sondern er benutzt die Wenigen gleichsam als den archimedischen Punkt, von wo aus er die Vielen aus den Angeln hebt, als den Hebel, mit dem er sie zu sich zieht. Beide haben ihre Stelle im Heilsweg, die verschieden ist, ohne die Einheit des Weges aufzuheben. Man kann dieses Gegenüber erst dann richtig verstehen, wenn man sieht, dass ihm das Gegenüber von Christus und Menschheit, von dem Einen und den vielen zu Grunde liegt. Das Heil des Menschen besteht ja darin, dass er von Gott geliebt wird, dass sein Leben sich am Ende in den Armen der unendlichen Liebe findet. Ohne sie bliebe ihm alles andere leer. Eine Ewigkeit ohne Liebe ist die Hölle, auch wenn einem sonst nichts geschieht. Das Heil des Menschen besteht im Geliebtwerden von Gott. Aber auf Liebe gibt es keinen Rechtsanspruch, auch nicht aufgrund moralischer oder sonstiger Vorzüge. Liebe ist wesentlich ein freier Akt, oder sie ist nicht sie selbst. So bleibt es also dabei: in dem Gegenüber zwischen Christus, dem Einen, und uns, den Vielen, sind wir des Heiles unwürdig, ob Christen oder Nicht-Christen, Gläubige oder Ungläubige, moralisch oder unmoralisch; keiner „verdient“ das Heil wirklich außer Christus. Aber eben hier geschieht der wunderbare Tausch. Den Menschen allen zusammen gehört die Verwerfung, Christus allein das Heil – im heiligen Tausch geschieht das Gegenteil: Er allein nimmt das ganze Unheil auf sich und macht so den Heilsplatz für uns alle frei.

 

 

Der wunderbare Tausch

 

Alles Heil, das es für den Menschen geben kann, berührt auf diesem Urtausch zwischen Christus, dem einen, und uns, den vielen, und es ist die Demut des Glaubens, dies zuzugeben. Damit könnte die Sache eigentlich ihr Bewenden haben, aber überraschenderweise tritt nun noch dies hinzu, dass sich nach Gottes Willen dieses große Geheimnis der Stellvertretung, von dem die ganze Geschichte lebt, fortsetzt in einer ganzen Fülle von Stellvertretungen und ihre Krönung und Vereinigung in dem Zueinander von Kirche und Nicht-Kirche, von Gläubigen und „Heiden“ hat. Der Gegensatz von Kirche und Nicht-Kirche bedeutet nicht ein Nebeneinander und nicht ein Gegeneinander, sondern ein Füreinander, in dem jede Seite ihre Funktion besitzt. Den Wenigen, welche die Kirche sind, ist in der Fortführung der Sendung Christi die Vertretung der Vielen aufgetragen, und die Rettung beider geschieht nur in ihrer Zuordnung zueinander und in ihrer gemeinsamen Unterordnung unter die große Stellvertretung Jesu Christi, die sie beide umspannt. Wenn aber die Menschheit in dieser Vertretung durch Christus und in ihrer Fortführung durch die Dialektik von „Wenigen“ und „Vielen“ gerettet wird, so heißt das auch, dass jeder Mensch, dass vor allem die Gläubigen ihre unausweichliche Funktion im Gesamtprozess der Rettung der Menschheit haben. Keiner hat das Recht zu sagen: Siehe, es werden andere gerettet ohne den vollen Ernst des katholischen Glaubens, warum nicht auch ich? Woher weißt du denn, dass der volle katholische Glaube nicht gerade deine sehr notwendige Sendung ist, die Gott dir auferlegt hat aus Gründen, die du nicht markten sollst, weil sie zu den Dingen gehören, von denen Jesus sagt: Du kannst sie jetzt noch nicht verstehen, sondern erst später (vgl. Joh 13,36).

 

So gilt im Blick auf die modernen Heiden, dass der Christ ihr Heil in Gottes Gnade geborgen wissen darf, von der ja auch sein Heil abhängt, dass er sich aber im Blick auf ihre mögliche Rettung nicht von dem Ernst seines eigenen gläubigen Daseins dispensieren kann, sondern dass gerade ihr Unglaube ihm verstärkter Ansporn zu gefüllterem Glauben sein muss, in dem er sich mit in die Stellvertretungsfunktion Jesu Christi einbezogen weiß, an der das Heil der Welt und nicht bloß das der Christen hängt.

 

 

Gott allein rechtfertigt

 

Ich möchte zum Abschluss diese Gedanken noch etwas verdeutlichen durch eine kurze Auslegung zweier Texte der Schrift, in denen eine Stellungnahme zu diesem Problem erkennbar wird. Da ist zuerst der schwierige und lastende Text, in dem der Gegensatz von Vielen und Wenigen besonders eindringlich ausgesprochen wird: „Viele sind berufen, Wenige aber auserwählt“ (Mt 22,14). Was besagt dieser Text? Er sagt doch nicht, dass viele verworfen werden, wie man gemeinhin aus ihm heraus hört, sondern zunächst nur, dass es zwei verschiedene Formen des göttlichen Erwählens gibt. Noch genauer: Er sagt deutlich, dass es zwei verschiedene göttliche Akte gibt, die beide auf die Erwählung zielen, ohne uns schon Klarheit zu geben, ob beide auch ihr Ziel erreichen. Wenn man aber den Gang der Heilsgeschichte betrachtet, wie ihn das Neue Testament auslegt, so findet man dieses Herrenwort illustriert: Aus dem statischen Nebeneinander von auserwähltem Volk und nicht erwählten Völkern wurde in Christus ein dynamisches Verhältnis, so dass die Heiden gerade durch die Nichterwähltheit hindurch zu Erwählten wurden und dann freilich durch die Erwählung der Heiden hindurch auch die Juden in ihre Erwählung zurückkehren. So kann uns dieses Wort zu einer wichtigen Lehre werden.

 

Die Frage nach dem Heil der Menschen ist immer dann falsch gestellt, wenn sie von unten her gestellt wird, als Frage, wie die Menschen sich rechtfertigen. Die Frage des Heils der Menschen ist keine Frage der Selbstrechtfertigung, sondern eine der Rechtfertigung durch Gottes freie Huld. Es geht darum, die Dinge von oben zu sehen. Es gibt nicht zwei Weisen, wie Menschen sich rechtfertigen, sondern zwei Weisen, wie Gott sie erwählt, und diese zwei Weisen der Erwählung durch Gott sind der eine Heilsweg Gottes in Christus und seiner Kirche, der auf dem Zueinander der Wenigen und Vielen und auf dem Stellvertretungsdienst der Wenigen in der Verlängerung von Christi Stellvertretung ruht.

 

Der zweite Text ist der vom großen Gastmahl (Lk 14,16-24 par). Dieses Evangelium ist zunächst in sehr radikalem Sinne Frohbotschaft, wenn es erzählt, dass am Ende der Himmel vollgestopft wird mit allen, die man nur irgendwie auftreiben kann; mit Leuten, die gänzlich unwürdig sind, die im Verhältnis zum Himmel blind, taub, lahm, Bettler sind. Also ein radikaler Gnadenakt, und wer wollte bestreiten, dass nicht auch etwa all unsere modernen europäischen Heiden von heute auf diese Weise mit in den Himmel hinein kommen können? Jeder hat auf Grund dieser Stelle Hoffnung. Andererseits: Der Ernst bleibt. Es gibt die Gruppe jener, die für immer zurück gewiesen werden. Wer weiß, ob unter diesen zurück gewiesenen Pharisäern nicht auch so mancher ist, der glaubte, sich für einen guten Katholiken halten zu dürfen, in Wirklichkeit aber ein Pharisäer war? Wer weiß freilich umgekehrt, ob unter denjenigen, welche die Einladung nicht annehmen, nicht gerade auch jene Europäer sind, denen das Christentum angeboten war, die es aber haben fallen lassen?

 

 

So bleibt für alle Hoffnung und Drohung zugleich.

In diesem Schnittpunkt von Hoffnung und Drohung,

aus dem sich der Ernst und die hohe Freude des Christseins ergeben,

hat der Christ von heute sein Dasein zu meistern inmitten der neuen Heiden,

die er auf andere Weise in dieselbe Hoffnung und Drohung gestellt erkennt,

weil es auch für sie kein anderes Heil gibt als das eine,

an das er glaubt: Jesus Christus, den Herrn.

{Quelle: www.kath.net}

 

7 Responses to “Heidentum wächst in der Kirche und hölt sie aus”

  1. Emanuel Says:

    Swedenborg, Emanuel

    Sapientia angelica de divina providentia 1764

    Deutsch: Die Weisheit der Engel betreffend die göttliche Vorsehung

    Übersetzung von Johann Friedrich Immanuel Tafel.

    Volltextversion der 4. Auflage Zürich : Swedenborg-Verlag, [1963]

    Zum bibliographischen Eintrag

    Hieraus, falls der Knecht es erlaubt nur einen kleinen Satz :

    „Der Tod ist eine Fortsetzung des Lebens, nur mit dem Unterschied, daß der Mensch alsdann nicht mehr

    gebessert werden kann. „

    • @Emanuel genauso ist es—-wie leichtsinnig der mensch mit der zeit umgeht°°

      Wie christlich ist Europa?
      Seit 1905 gilt in Frankreich eine strikte Trennung zwischen Staat und Religion. Doch dieses Prinzip des Laizismus, in Europa nur noch in Portugal und der Türkei gesetzlich verankert, sieht sich in letzter Zeit häufiger verbalen Angriffen ausgesetzt.
      Der Themenabend beleuchtet die Stellung der Religion und Kirchen in verschiedenen europäischen Ländern und fragt nach, ob der Laizismus tatsächlich gefährdet ist

      http://www.arte.tv/de/2341346,CmC=2341372.html

  2. Bazillus Says:

    Wow, schwere theologische Kost. Der heutige Papst aus Rom ist schon ein Schwergewicht in Geist und Wort. Die katholischen Christen und insbesondere die Kirchenführer im deutschsprachigen Raum, die sich für katholisch halten, täten gut daran, seine Worte zumindest bewusst zur Kenntnis zu nehmen.

  3. Wir müssen die Seele Europas retten!

    Rechnen, verzichten, niemals aufgeben: Jacques Delors, der frühere Präsident der EU-Kommission, glaubt, dass Religion aus der Krise helfen kann

    C & W: Woher kommt Ihre Idee, Europa eine Seele zu geben?
    Delors: Ich erkannte die Entwicklung unserer Gesellschaften zum Egoismus, zu einem übertriebenen Individualismus. Der Enthusiasmus des Anfangs, als der gemeinsame Markt etabliert war, war gefährdet. Wenn dieses Projekt nicht von spirituellem Schwung getragen wird, wird es nicht weit kommen. So habe ich das Wort „Europa eine Seele geben“ geprägt. „Seele“ ist etwas zu katholisch, aber es ging darum, einen spirituellen Elan zu finden.

    C & W: Und muss jetzt die Seele Europas reanimiert werden?
    Delors: Voilà. Und man muss Politiker finden, die den Mut haben, die Schwierigkeiten oder Widerstände zu überwinden, um weiterzugehen

    http://www.christundwelt.de/detail/artikel/wir-muessen-die-seele-europas-retten/

  4. G.K Says:

    Wahrhaft weltweiter Aufruhr gegen Gott

    Voll Sorge lesen wir selbst in christlichen Zeitschriften und Büchern die Frage, ob der heutige Zusammenbruch alter Werte vielleicht einen Aufbruch zu neuen Lebensformen sichtbar mache.

    Nein, was aus Hass gegen Gott geboren ist, kann nicht zu einem neuen Aufbruch führen. Es wird unweigerlich zu immer größerer Zerstörung führen, denn Hass tötet. Es geht bei dieser kommunistischen Ideologie um die Auseinandersetzung mit dem Jenseitigen, dem Ewigen, um den Hass gegen Gott…

    Nun tritt eine dritte Bewegung auf, die Marx und Mao noch übertreffen will in ihrem Hass und in ihrer Zerstörungswut…
    An die Stelle des abgesetzten Gottes setzt sich der Mensch mit seiner Autokratie und Autonomie. Das „Ich diene nicht“ Satans ist dem heutigen Menschen Richtschnur geworden. Die Auflehnung richtet sich nicht gegen die weltliche Autorität, sondern erfasst auch die Familie (Matth. 10, 35-37) und ist voll Hass gegen Gott.
    In geradezu erschreckender Weise sagt ein tiefer Beobachter unserer Zeit: „Was wir heute erleben, ist die totale dämonische Umsessenheit der Menschheit.“

    Ganz besonders tritt die dämonische Bedrängtheit unserer Jugend zutage durch die Sex-Schlammflut, durch Rauschgift – ‚Apo‘ – Studentenkrawalle usw.

    WAS IST ZU TUN?
    Der Kampf muss bei uns beginnen.
    „Es gilt durch unser ganzes Leben in Wort und Tat dem Menschenkult die Anbetung und Verherrlichung Gottes entgegenzusetzen. Es gilt, durch Hingabe an den Willen des Lebendigen Gottes, an Seine Gebote, im Vertrauen auf Seine Liebe der Empörung gegen Gott das Zeugnis eines von Gott geleiteten Lebens entgegenzustellen. Es gilt weiter, im Gebet sich der vordringenden Macht des Antichristentums entgegenzustellen und um jede davon bedrohte Menschenseele zu ringen, damit sie noch aus dieser Umgarnung herausgerissen werde; deshalb auch zu rufen und zu warnen, ob es noch jemand höre.“
    „Heute heißt es“, so sagt Schwester Basilea, „in kleinen Dingen sich zu üben und nach Jesu Wort zu tun: ‚Vater, Mutter, Haus, Hof‘ – also was uns wert ist -, ‚zu verlassen‘, Liebstes dranzugeben, Wenn Er dazu ruft. Heute heißt es, wie Jesus es tat, sich als Sein wahrer Nachfolger zu entäußern, herzugeben, abzusagen dem, woran ich hänge; mein Leben und, was zu meinem Leben gehört und es mir lebenswert macht, zu verlieren. Wie kann ich sonst, wenn das Antichristentum immer mehr voranschreitet, für Jesus alles verlieren – vielleicht meine Stellung, jede Möglichkeit eines Einkommens, meine Lieben? Wie bin ich fähig, mich sogar gegen mir nahestehende Menschen zu stellen, wenn sie vielleicht gegen Jesus kämpfen? Wie kann ich dann meine Freiheit, meine Ehre, ja mein Leben drangeben?“ – (Aus „Welt im Aufruhr“).
    Es heißt endlich, den Geist der Bergpredigt sich zu eigen zu machen und dem Hass die Liebe entgegenzusetzen. Ein Goldstrom der Liebe muss unsere eiskalte Welt erwärmen und zur Besinnung bringen. Nur flammende Liebe kann das Angesicht der Erde erneuern.
    Die Welt wird nicht durch Gewalt gerettet.
    Die Welt wird durch den Geist gerettet werden – den Heiligen Geist, der die Liebe ist, der die Liebe wirkt.
    In einzigartiger Weise schaltet sich in diesem Rettungswerk die Braut des Heiligen Geistes, die Mutter des Erlösers ein: Maria.

  5. Wiedzmin Says:

    Euer verdammter Gott geht uns auf den Geist!
    Lasst uns und unseren Glauben in Ruhe, ihr verdammten FANATIKER!

    Schlimmer als die Moslems seid ihr! Möge Garm euch verschlingen!


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