kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

„Islamisten“ nehmen in Syrien immer mehr überhand 2. Juli 2012

Filed under: Moslembrüder — Knecht Christi @ 19:37

(c) REUTERS (HANDOUT)

Die syrischen Aufständischen sind nah an die größte Stadt Aleppo herangerückt. Schon jetzt deutet sich bei den Rebellen ein Konflikt zwischen Säkularen und Religiösen an.

 

 

 

Ein ausgebrannter Panzer steht neben der Straße. Eine versteckte Bombe hat ihn in den Graben gewuchtet. In den Häuserwänden klaffen Löcher, die Granaten gerissen haben. Die Straßen sind mit riesigen Felsbrocken und Schutt versperrt. Vor zehn Tagen kontrollierten hier, in der Nähe von Hawar, noch reguläre Soldaten alle Fahrzeuge. Heute sind es die Kämpfer der Freien Syrischen Armee (FSA), die die Wagen freundlich durchwinken. Siegessicher lachende junge Männer, die ihre Kalaschnikows neben den Motorrädern im Schatten der Bäume liegen haben. Die Rebellen stehen nur mehr zehn Kilometer vor Aleppo, der größten Stadt Syriens. In Dana, etwa fünf Kilometer vom Grenzübergang Bab el-Hauwa entfernt, ist ein Kiosk auf dem Dorfplatz Treffpunkt und Tankstelle zugleich. Rebellen, sichtlich müde vom nächtlichen Kampfeinsatz, trinken Cola und tauschen Informationen und Geschichten aus. Ständig halten Fahrzeuge der FSA, die hier aufgetankt werden. Hinter dem Kiosk stehen mehrere 200 Liter fassende Plastikbehälter. Benzin liefert das Regime in diese Gegend schon lange nicht mehr. Selbst in Aleppo ist es nur mehr auf dem Schwarzmarkt erhältlich. Die FSA hat mehrere Ölpipelines gesprengt. Kilometerlang sind in Aleppo die Schlangen vor den Tankstellen. Bei bis zu 45 Grad legen sich die Fahrer oft unter ihre Wagen, wenn sie sonst keinen Schutz vor der Sonne finden.
 

In Dana ist man optimistisch: „Wir werden Assad besiegen“, erklärt Ahmed, ein junger Kämpfer. „Wir warten nur mehr auf Raketen, mit denen wir Hubschrauber abschießen können.“ In einigen Wochen sollen sie geliefert werden, meint der 24-Jährige zuversichtlich. Die Kampfhubschrauber der Armee sind für die FSA die größte Bedrohung. Sie verfügen über schwere Maschinengewehre und Raketen. Deshalb starten die Rebellen ihre Operationen in der Regel nie vor Sonnenuntergang. „Sobald sie uns sehen, eröffnen sie das Feuer“, erzählt Ahmed. „Im freien Gelände, wo es fast keinen Schutz gibt, ist das tödlich“.

 
 

(c) AP (Bassem Tellawi)
 
Bereits 14.000 Todesopfer

 
Wie durch ein Wunder, meint sein Kompagnon Mohammed, sei sein Dorf noch nie beschossen worden: „Die Piloten müssen gute Menschen sein, heißt es bei uns schon“, meint er lächelnd. Sein Dorf mag Glück gehabt haben, andere Städte und Dörfer nicht. Sie wurden von der Armee beschossen und vielfach in Schutt und Asche gelegt. 14.000 Menschen, die meisten Zivilisten, sind in den vergangenen 16 Monaten umgekommen. Katar und Saudiarabien kündigten zwar letzte Woche an, die Rebellen finanziell und mit Waffen zu unterstützen. „Wir müssen auf Hilfe aus dem Ausland nicht warten“, behauptet jedoch ein FSA-Offizier, der seinen Namen nicht nennen will: „Wir holen uns, was wir brauchen.“ Er meint wohl die Waffenlager der Armee, die die FSA kürzlich plündert. Für die Verbände in der Region Aleppo war die Eroberung eines Stützpunkts der Luftabwehr ein Volltreffer: Dort gab es alles, was ein Rebellenherz begehrt. Neben Gewehren und Munition auch Flugabwehrgeschütze sowie Panzerabwehrraketen, die man von der Schulter aus abschießt und die ihr Ziel selbst suchen.
 

Der Grenzübergang Bab El-Hauwa ist wie eine kleine isolierte Insel. Die Beamten arbeiten und wohnen dort gleichzeitig, ihren Arbeitsplatz verlassen könnten sie nur per Hubschrauber. 500 Meter vor dem Übergang ist eine Stellung der Armee mit einigen eingegrabenen Panzern, die letzte und einzige, die den Grenzposten vor einer möglichen Eroberung schützt. Geschäfte, Restaurants und Geldwechselstuben in der Nähe sind ausgebrannt, zerschossen, oder zerbombt. Jede Nacht greift die FSA die Truppen an. Auf der türkischen Seite, in der Stadt Antakya, wird fieberhaft an der Organisation des bewaffneten Kampfes gegen das Regime gearbeitet: „Wir versuchen, möglichst viele neue Bataillone aufzustellen“, erklärt Mohammed Hamoudi, der eine 90 Mann starke Einheit in Lattakia anführt. Hamoudi ist Teil des inneren Zirkels und trifft regelmäßig den FSA-Chef Mustafa al-Scheich. 80 Prozent aller Kämpfer der Opposition, behauptet er, würden den Oberbefehl der FSA akzeptieren. Man sieht dem schmächtigen aber kräftigen Mann noch den Rest von Adrenalin an, der durch seine Adern pumpt: Hamoudi hat heute 5000 Schuss Munition über die Grenze gebracht.

 

 
Moslembrüder bieten Geld

 
„So wie ich sind al-Scheich und der Rest der FSA-Führung überzeugte Säkulare, die Demokratie, freie Wahlen und eine Trennung von Staat und Religion wollen. Aber islamistische Kräfte nehmen mehr und mehr Überhand“. Der Feldkommandeur meint in erster Linie die Muslimbruderschaft. Sie dominiert bereits den zivilen Syrischen Nationalrat (SNC), der in Istanbul sitzt. „Nun wollen sie auch militärisch bestimmen“, sagt Hamoudi. Auch ihm hätten sie schon große Summen angeboten, wenn er mit seinem Bataillon unter dem Banner der Muslimbruderschaft kämpfen würde. „Aber das kommt unter keinen Umständen in Frage“, meint der Rebellenführer sichtlich aufgebracht: „Ich war zweimal auf Pilgerfahrt in Mekka. Für mich ist es kein Widerspruch, wenn ich trotzdem Alkohol trinke. Aber diese Leute werden solche Freiheiten nicht zulassen“. {Quelle: diepresse.com}

 

 

Propaganda, Krieg und eine Konferenz in Kairo

 

Die Arabische Liga drängt in Kairo auf „einen Zeitplan für einen Machtwechsel“ in Syrien.

Doch wichtige Oppositionsgruppen boykottieren das Treffen.

Assads Regime lässt indes Flugblätter abwerfen.

 

Die Konferenz der syrischen Opposition und der Arabischen Liga in Kairo hat mit einer Niederlage für die Ausrichter begonnen: Ranghohe Oppositionsgruppen, darunter die von Deserteuren gebildete Freie Syrische Armee, boykottierten das Treffen. Die syrischen Rebellen bleiben damit notorisch zerstritten. Als Grund für ihr Fernbleiben gaben die Oppositionellen in einer Erklärung an, das zweitägige Treffen in der ägyptischen Hauptstadt verweigere den „Ansatz einer ausländischen Militärintervention zum Schutz der Bevölkerung“. Außerdem werde bei dem mehrtägigen Treffen weder über die Einrichtung von Schutzzonen noch von humanitären Korridoren oder die Bewaffnung der Aufständischen geredet werden, hieß es weiter.

 
Arabische Liga fordert „konkreten Zeitplan“

 
Die Arabische Liga bezog zu Beginn des zweitägigen Treffens dann aber deutlicher denn je Stellung: „Ohne einen konkreten Zeitplan für ein Ende der Gewalt und einen Machtwechsel in Syrien sei kein Fortschritt zu erzielen“, erklärte der Generalsekretär der Arabischen Liga  Nabil Elaraby in einem dringlichen Aufruf an die Weltgemeinschaft. Mehrfach erwähnte er Aktionen gemäß Kapitel VII der UNO-Charta, zu denen auch Militärinterventionen zum Schutz von Zivilisten gehören. Die mehr als 200 anwesenden Oppositionellen forderte Elaraby auf, sich auf eine gemeinsame Zukunftsvision zu einigen.

 
Propagandakrieg in Syrien

 
Die von Oppositionellen und Revolutionsbrigaden bedrängte syrische Führung hat unterdessen eine neue Waffe im Propagandakrieg entdeckt. Regimegegner berichteten, Hubschrauber hätten über zwei Hochburgen des Widerstandes in Daraa und Hama Flugblätter abgeworfen, auf denen die Kämpfer aufgefordert worden seien, ihre Waffen niederzulegen.

{Quelle: diepresse.com}

 

(c) AP (Bassem Tellawi)

 

Armeestärke

Die syrische Armee hat eine Gesamtstärke von 420.000 Soldaten und untersteht dem Befehl von Präsident Baschar al-Assad. Im Vergleich zu den türkischen Streitkräften eine wenig beeindruckende Zahl. Immerhin verfügt die Republik über rund 720.648 Mann – und damit innerhalb der Nato über die zweitgrößte Anzahl an aktiven Soldaten nach den USA.

 

 

(c) REUTERS (� Sana Sana / Reuters)

 

Luftstreitkräfte

Die syrischen Luftstreitkräfte bestehen regulär aus rund 60.000 Mann. Sie sind in zehn oder elf Angriffs- und sechzehn Abfangstaffeln sowie zwei Transport- und eine Ausbildungssstaffel organisiert. Das Flugzeugarsenal von gut 600 Maschinen, die allerdings nicht alle einsatzbereit sein dürften, besteht vor allem aus MiG-21 und MiG-23. Der Bestand moderner Kampfflugzeuge ist deutlich kleiner: ein Dutzend Su-27, je gut 20 MiG-25 und MiG-29. Die Hubschrauber-Flotte umfasst knapp 150 Mil Mi-8.

 

 

(c) REUTERS (UMIT BEKTAS)

 

Luftstreitkräfte

Die türkische „Hava Kuvvetleri“ (Luftstreitkräfte) liegt mit ihren 60.100 Mann ziemlich gleich auf. Sie verfügt über zwei taktische Luftkommandos, ein Trainingskommando und ein Unterstützungskommando. Die Luftstreitkräfte haben 411 Kampfflugzeuge, sieben Boeing KC-135-Tankflugzeuge und 86 taktische Transportflugzeuge.

 

(c) REUTERS (� Umit Bektas / Reuters)

 

Marine

Die syrische Marine ist relativ klein und umfasst nur 4500 Mann, zwei Korvetten, 16 Raketenboote sowie einige kleinere Überwasser-Einheiten. Die Marine agiert nicht als eigene Teilstreitkraft, sondern ist in die Befehlsstrukturen des Heeres integriert. Gegen die türkische Marine dürfte sie nicht standhalten, immerhin hat diese eine Stärke von 52.700 Mann. Sie verfügt über moderne bzw. modernisierte Fregatten, Korvetten, U-Boote, Schnellboote, 19 Minensuch- bzw. -jagdboote, amphibische Landungsschiffe und Patrouillenboote. Zu den türkischen Marinefliegern zählen 13 Flugzeuge und Hubschrauber.

 

Türkei vs. Syrien: Zwei Armeen im Vergleich

 

5 Responses to “„Islamisten“ nehmen in Syrien immer mehr überhand”

  1. Carlos Says:

    Die skandalösen Berichte aus Syrien häufen sich mittlerweile beinahe täglich. Nun haben Menschenrechtler von Human Rights Watch (HRW) dem syrischen Regime unter Premierminister Baschar al-Assad schwerste Menschenrechtsverletzung und Folter vorgeworfen. Diese Folter soll gar systematisch erfolgen.

    Nach eigenen Angaben der Organisation konnten mehr als zwei Dutzend Gefängnisse ausgemacht werden, in denen systematische Folter angewandt wird. In einem Bericht, der am heutigen Dienstag in New York (USA) veröffentlicht wurde, spricht man von einer „staatlichen Politik der Misshandlung und Folter“.

    Der HRW-Gutachter Ole Solvang sprach von einem „Netz von über das Land verteilten Folterzentren“. Bereits am Montag war im UN-Sicherheitsrat das Gesuch nach einer Verfolgung von Kriegsverbrechern in Syrien laut geworden. Der Internationale Strafgerichtshof solle sich verstärkt mit diesen beschäftigen

    @So mal abwarten wann hier wieder der erste sagt, dass das alles nicht stimmt was die Beobachter so erzählen.

  2. Carlos Says:

    @

    In Genf hatten sich die fünf UN-Veto-Mächte am vergangenen Wochenende gemeinsam mit dem UN-Sondergesandten Kofi Annan auf eine syrische Übergangsregierung geeinigt. Nach heftigen Einwänden von Russland soll auch der syrische Machthaber Baschar al-Assad in dieser eventuell eine Rolle spielen.

    Aus diesem Grund weist die Oppositionsbewegung in Syrien die Beschlüsse der Konferenz ab. Das dort erstellte Grundsatzpapier sieht eine Regierung „auf der Grundlage gegenseitigen Einverständnisses vor“. Bundesaußenminister Guido Westerwelle appellierte an Russland, seinen Einfluss in Damaskus zu nutzen.

    Auch an der türkisch-syrischen Grenze nehmen die Provokationen derweil offenbar zu. Der Generalstab des türkischen Militärs erklärte, der türkische Luftraum sei am vergangenen Samstag dreimal von syrischen Helikoptern verletzt worden. Daraufhin entsandte die Türkei mehrere Kampfflugzeuge in Grenznähe

  3. Carlos Says:

    Syrien:
    Rotes-Kreuz schlägt Alarm – Zivilisten immer noch in Homs gefangen

    Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) ist sehr besorgt, seit mehr als eine Woche verhindern mehrere Oppositionsgruppen eine Evakuierung der eingeschlossenen Zivilisten in der syrischen Stadt Homs. Auch eine ärztliche Hilfe für Kranke und Verwundete wird nicht zugelassen.

    Vertreter des IKRK und des syrischen Roten Halbmonds versuchten in der letzten Woche immer wieder Kontakt zu den Oppositionsgruppen aufzunehmen und eine Feuerpause zu erreichen. Auch waren von den Rettungsdiensten schon mehrere riskante Versuche zur Evakuierung gestartet worden.

    Béatrice Mégevand-Roggo, die Leiterin der IKRK-Operationen in der Region Nahost sagte zusätzlich, dass ihre Mitabeiter sehr oft unter Lebensgefahr ihre Aufgaben in dem Gebiet ausführen. Ebenfalls sind in den letzten Monaten vier Mitglieder des Roten Halbmonds im Dienst getötet worden

  4. carma Says:

    wer berichtet was, welche quellen sind glaubwürdig, was lässt sich eindeutig überprüfen, wer reagiert auf wen, welches sind die wahren absichten, welche mächte mischen wie in welchem umfang mit, auf welches beweismaterial neutraler seite beruft man sich, etc.,etc..??
    wie würde wohl das eigene land reagieren, wollte eine radikale minderheit einen umsturz herbeizwingen, um die protestantische merkel und alle evangelischen auszulöschen, und das mit hilfe des islamischen auslands?!


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s