kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Unkraut jäten im Garten Eden 30. Juni 2012

Filed under: Spiritualität — Knecht Christi @ 17:17


Ist der Mensch zum Arbeiten gemacht? Laut Bibel eindeutig ja.

 

Aber das bedeutet nicht,

dass blinde Arbeitswut gottgefällig wäre!

Berufsberaterin Uta Glaubitz hat nachgelesen. Und siehe da:

Jesus setzte sich auch mal für gepflegten Müßiggang ein.

 

Ist der Mensch von Natur aus faul oder fleißig?

Und wenn es einen Schöpfergott gibt, hat er uns denkend, spielend oder arbeitend gemacht?

Gibt es einen Urzustand,

in dem der Mensch im Einklang mit der Natur lebt und sich von dem ernährt,

was sie ihm freiwillig gibt?

 

Für meine vorige Kolumne hatte ich mit einem Evolutionsbiologen gesprochen, um der Frage nachzugehen: Ist der Mensch zum Arbeiten gemacht„? Die Frage beschäftigt mich weiter. Diesmal schaue ich in die Bibel und frage einen Mann der Kirche. Naheliegend wende ich mich an einen Protestanten. Schließlich singen wir im Kölner Karneval: Ich bin so froh, dass ich nicht evangelisch bin, die haben doch nix anderes als Arbeiten im Sinn„. Vor etwa hundert Jahren formulierte es Max Weber soziologisch und konstatierte eine „auffallend geringe Beteiligung der Katholiken am modernen Erwerbsleben in Deutschland“. Der Protestantismus beflügle die Ansammlung von Geld, die Reinvestition von Gewinnen und damit die Industrialisierung und den Kapitalismus. Die Katholiken hingegen schickten ihre Kinder lieber aufs humanistische Gymnasium. Aber beginnen wir mit der Schöpfung. Bereits der erste Satz klingt nach Arbeit: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde„. Wenig später schuf er den Menschen nach seinem Abbild, was bedeutet, dass er ihn von Beginn an mit Überschuss und Schaffenskraft ausstattet. Umgehend beauftragt er den Menschen persönlich: Adam und Eva sollen den Garten Eden bewirtschaften. Harken, jäten, pflügen – so detailliert wird die Bibel da nicht. Muss man im Paradies etwa arbeiten? Prälat Bernhard Felmberg ist Bevollmächtigter der evangelischen Kirche bei der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union. Er antwortet: „Man muss nicht – man darf. Durch den Auftrag Gottes ist die Arbeit nicht lästige Pflicht, sondern Ehre. Wer ihr mit Liebe und Leidenschaft nachgeht, erweist Gott einen Dienst“. Arbeit als Gottesdienst, das wird nicht jedem gefallen, modern ist es schon gar nicht.

 

Arbeit als göttliche Berufung?

 

Allerdings wird es nach der Vertreibung aus dem Paradies anstrengender: Der Mensch soll nun im Schweiße seines Angesichts arbeiten. Nicht einmal gegen schwere Arbeit hat die Bibel etwas einzuwenden. Im Gegenteil: Nichts sei besser, als dass der Mensch fröhlich sei in seiner Arbeit. Auch beschwerliche Arbeit solle man nicht verachten, sie sei schließlich vom Höchsten gestiftet. „Nimm dir ein Beispiel an der fleißigen Ameise, du Fauler, und lerne von ihr“, rät Salomo bereits im Alten Testament arbeitsunwilligen Zeitgenossen (Prediger 3,22; Sirach 7,16; Sprüche 6,6). Sogar unser Begriff von Beruf ist ursprünglich religiös: Ein Mensch hat ein Berufungserlebnis und fühlt sich dazu bestimmt, Priester, Nonne oder Missionar zu werden – Tätigkeiten, die die Kirche lange höher wertete als alle anderen. Bis ein Augustinermönch kam und damit Schluss machte: Martin Luther stellte die Arbeit des Priesters der jedes Gemeindemitglieds gleich. Damit war Winzer ein Beruf, ebenso wie Lehrerin, Bankkaufmann und Lebensmittelhändler. Zurück zur Bibel: Am siebten Tag ruhte Gott. Er betrachtete seine Schöpfung und sah, dass es gut war. So führte Kaiser Konstantin bereits 321 nach Christi Geburt im Römischen Reich den dies solis ein. Damit war die erste gesetzliche Sonntagsruhe kein gewerkschaftlicher Erfolg, sondern ein Bekenntnis des Kaisers. Die Juden feierten am Sabbat, den Islam gab es noch nicht, alle Christen sollten am Tag der Gottesruhe die Heilige Messe feiern.

 

 

 

 

 „Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen

 

Für den Schutz des Sonntags gibt es heute ein bundesdeutsches Arbeitszeitgesetz – für dessen Erhalt die Kirchen kämpfen. Die 1700 Jahre alte Tradition bietet Raum für Familie, Freunde und Geselligkeit. Zeit für sich und andere gehöre zum von Gott gewollten Dasein, so Felmberg. Sie sei außerdem gesund, auch jenseits aller religiösen Überlegungen. Nicht umsonst stehe in den Zehn Geboten, und damit an der bekanntesten Stelle des meistgelesenen Buchs der Welt: „Sechs Tage darfst du schaffen und jede Arbeit tun. Der siebte Tag ist ein Ruhetag“ (Exodus 20,9-10). Zum Schluss eine Begebenheit aus dem Neuen Testament. Jesus besucht Marta und ihre Schwester Maria. Marta beginnt sofort zu waschen, zu kochen und für den Besuch zu sorgen. Maria hingegen setzt sich zu Jesus‘ Füßen und hört ihm zu. Als Marta aufbegehrt, bremst Jesus sie: „Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühen. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt“ (Lukas 10,41-42). Ist Müßiggang am Ende doch besser als Arbeit?  Jesus wendet sich gegen die ständige Betriebsamkeit und das gottlose Rennen. Er sagt: Macht euch nicht verrückt. In jedem Arbeitsleben muss man auch innehalten und zuhören können„. Am Ende, so Felmberg, spare das ja auch viel Arbeit. Wenn es einen Schöpfergott gibt, hat er uns also eher mit Arbeitslust als mit Arbeitswut ausgestattet. {Quelle: www.spiegel.de}

 

3 Responses to “Unkraut jäten im Garten Eden”

  1. Bazillus Says:

    Alles hat seine Zeit

    Ein jegliches hat seine Zeit,
    und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde:
    geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit;
    pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit;
    töten hat seine Zeit, heilen hat seine Zeit;
    abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit;
    weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit;
    klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit;
    Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit;
    herzen hat seine Zeit, aufhören zu herzen hat seine Zeit;
    suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit;
    behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit;
    zerreißen hat seine Zeit, zunähen hat seine Zeit;
    schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit;
    lieben hat seine Zeit, hassen hat seine Zeit;
    Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit.
    Man mühe sich ab, wie man will, so hat man keinen Gewinn davon.

    [Quelle: Prediger Salomo 3, 1-8, Die Bibel nach der Übersetzung Martin Luther in der revidierten Fassung von 1984.]

    Das Wort „arbeiten“ habe ich hier nicht gefunden, dafür jedoch die Begriffe „töten“ und „hassen“. Aber wenn ich dem Text Bedeutung beimesse, ist auch die Arbeit beschrieben Letztlich ist zu schreiben, dass der Mensch nicht für die Arbeit geschaffen wurde, sondern die Arbeit für den Menschen. Und das ist gut so.

  2. @übrigens schöne göttl.Bilder

    http://www.meetingjesus.de/impuls/5-ziele-von-gott-fuer-dein-leben

    Gottes Gnade und Friede sei mit euch allen! Amen.

    Der Predigttext steht im Buch des Propheten Jesaja:

    1 Hört mir zu! Ich singe euch das Lied meines Freundes von seinem Weinberg:

    Auf fruchtbarem Hügel, da liegt mein Stück Land,

    2 dort hackt ich den Boden mit eigener Hand,

    ich mühte mich ab und las Felsbrocken auf,

    baute Wachtturm und Kelter, setzte Reben darauf.

    Und süße Trauben erhofft ich zu Recht,

    doch was dann im Herbst wuchs, war sauer und schlecht.

    3 Jerusalems Bürger, ihr Leute von Juda,

    was sagt ihr zum Weinberg, was tätet denn ihr da?

    4 Die Trauben sind sauer – entscheidet doch ihr:

    War die Pflege zu schlecht? Liegt die Schuld denn bei mir?

    5 Ich sage euch, Leute, das tue ich jetzt:

    Weg reiß ich die Hecke, als Schutz einst gesetzt;

    zum Weiden solln Schafe und Rinder hinein!

    Und die Mauer ringsum – die reiße ich ein!

    Zertrampelnden Füßen geb ich ihn preis,

    schlecht lohnte mein Weinberg mir Arbeit und Schweiß!

    6 Ich will nicht mehr hacken, das Unkraut soll sprießen!

    Der Himmel soll ihm den Regen verschließen!

    7 Der Weinberg des Herrn seid ihr Israeliten!

    Sein Lieblingsgarten, Juda, seid ihr!

    Er hoffte auf Rechtsspruch – und erntete Rechtsbruch,

    statt Liebe und Treue nur Hilfeschreie! (Jes 5,1-7 – GNB)

    <<<

    Ich sage euch, Leute, das tue ich jetzt:

    Weg reiß ich die Hecke, als Schutz einst gesetzt;

    zum Weiden solln Schafe und Rinder hinein!

    Und die Mauer ringsum – die reiße ich ein!

    Zertrampelnden Füßen geb ich ihn preis,

    schlecht lohnte mein Weinberg mir Arbeit und Schweiß!

    Ich will nicht mehr hacken, das Unkraut soll sprießen!

    Der Himmel soll ihm den Regen verschließen!

  3. Arbeit als göttliche Berufung?

    Allerdings wird es nach der Vertreibung aus dem Paradies anstrengender: Der Mensch soll nun im Schweiße seines Angesichts arbeiten. Nicht einmal gegen schwere Arbeit hat die Bibel etwas einzuwenden. Im Gegenteil: Nichts sei besser, als dass der Mensch fröhlich sei in seiner Arbeit. Auch beschwerliche Arbeit solle man nicht verachten, sie sei schließlich vom Höchsten gestiftet. „Nimm dir ein Beispiel an der fleißigen Ameise, du Fauler, und lerne von ihr“, rät Salomo bereits im Alten Testament arbeitsunwilligen Zeitgenossen (Prediger 3,22; Sirach 7,16; Sprüche 6,6).

    Sogar unser Begriff von Beruf ist ursprünglich religiös: Ein Mensch hat ein Berufungserlebnis und fühlt sich dazu bestimmt, Priester, Nonne oder Missionar zu werden – Tätigkeiten, die die Kirche lange höher wertete als alle anderen. Bis ein Augustinermönch kam und damit Schluss machte: Martin Luther stellte die Arbeit des Priesters der jedes Gemeindemitglieds gleich. Damit war Winzer ein Beruf, ebenso wie Lehrerin, Bankkaufmann und Lebensmittelhändler


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