kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Kopten fürchten sich vor Islamisten-Herrschaft 26. Juni 2012

Filed under: Moslembrüder — Knecht Christi @ 15:08

Viele ägyptische Christen wollen nach der Wahl des Muslimbruders Mursi zum Präsidenten auswandern.

 

Sie fürchten, es werde nun ein islamistischer Staat errichtet

und ihr Alltag zur Hölle gemacht.

 

Nicht vor dem neuen islamistischen Staatspräsidenten Mohammed Mursi habe er Angst, so sagt der koptische Offizier Raid Sharkauwi, sondern vor möglichen Veränderungen des ägyptischen Alltags. Viele Christen in Ägypten – sie machen zehn Prozent der Bevölkerung aus, neun Millionen Menschen – dächten so. An Unterdrückung und Missachtung ihrer religiösen Bedürfnisse seien sich die Christen des Nillandes gewöhnt, sagt Sharkauwi, doch nicht daran, als Nichtmuslime grundsätzlich Unrecht zu haben.

 

Islamisten an der Macht: Mursi hat am Sonntag erklärt, er werde der Präsident aller Ägypter sein, also von Frauen und Männern, Muslimen und Kopten. Doch die koptische Geschäftsfrau Ghada Magdi will sich von solchen hehren Worten nicht blenden zu lassen und meint: «Der Streit zwischen Ägyptens Muslimbrüdern und Salafisten ist nur vorgeschoben. Letztlich werden sie gegen uns Christen zusammenspannen.» Die islamistische Übermacht in Ägypten sei zwar nicht neu, doch während sie früher staatlich bekämpft wurde, sei sie nun staatlich geworden, sagt Magdi. Marina Medhat fürchtet vor allem, dass die Schule, in die sie ihre Kinder schickt, als christliche Institution geschlossen werde. Bisher wurden religiöse Schulen geduldet. Doch unter Mursi wird vermutlich das Gesetz, das sie verbietet, gegen sie angewendet. Muslime, so meint Marina Medhat, hätten mehrheitlich die Tendenz, die Rechte der christlichen Minderheit zu beschneiden. Mit einem islamistischen Präsidenten würden sie sich den Christen überlegen fühlen.

 

Lautstarke Koranverse

 

Heute könne man den Islamismus noch kritisieren, doch bald werde man das nicht mehr tun dürfen, meint auch Sharkauwi. Zum Beispiel könne man jetzt Leute noch bitten, Koranrezitationen am Radio leiser zu stellen. Doch bald würden Islamisten das nicht mehr akzeptieren, weil der Staat von einem Islamisten geführt werde. So würden Christen unter der Regel des Islamismus stark leiden, gibt sich Sharkauwi stellvertretend für andere Kopten überzeugt. Der Kopte Gamal Kyrollos erinnert ausserdem an die zahlreichen Attentate in Ägypten während der letzten Jahre. Vor allem Christen wurden getötet. Die Terroranschläge zeigten die Blutrünstigkeit der Islamisten auf, gibt sich Kyrollos überzeugt. Doch Shenuda, der kürzlich verstorbene Patriarch der ägyptischen Kopten, liess sich trotz der Attentate nicht von seiner Überzeugung abbringen, dass alle Ägypter, also Christen und Muslime, zusammengehörten. Er soll gesagt haben, dass das Land Ägypten in den Ägyptern lebe und nicht umgekehrt.

 

 

Emigrieren oder bleiben?

 

Die Einheit der Ägypter drohe mit zunehmendem Extremismus, egal ob er islamistisch oder christlich sei, zu zerbrechen, sagt der koptische Händler Anwar Shaker. Seine Frau will, wie viele Kopten, emigrieren. Shaker möchte jedoch in Ägypten bleiben und sagt: «Wir haben hier zwei Religionen. Das ist gut so; Muslime und Christen müssen das nur noch kapieren!» {Quelle: www.nzz.ch}

 

 

 

 

Bischof beurteilt Wahl Mursis zum Präsidenten positiv  

 

 

Luxor, 25.6.12 (Kipa): Der koptische Bischof von Luxor, Youhannes Zakaria, beurteilt die Wahl des Muslimbruders Mohammed Mursi zum ägyptischen Präsidenten „positiv“. Er hoffe nun auf eine Erneuerung des Landes „im Geiste der Zusammenarbeit“, sagte Zakaria am Montag dem vatikanischen Pressedienst Fides. Die Muslimbrüder hätten zwar vor dem Urnengang einige „beunruhigende Erklärungen“ abgegeben. Man müsse jedoch zwischen Wahlkampagne und konkreten Handlungen einer Partei an der Macht unterscheiden, so der koptisch-katholische Bischof. Die staatliche Wahlkommission hatte am Sonntag bekanntgegeben, dass Mursi sich mit 51,7 Prozent der Stimmen gegen den früheren Luftwaffengeneral Ahmed Shafiq durchgesetzt hat. Er soll am 30. Juni offiziell zum Nachfolger des im Februar 2011 gestürzten Präsidenten Husni Mubarak werden.

 

Beruhigung der Lage: Zugleich begrüsste der Bischof die Ankündigung Mursis, als Präsident die Interessen aller Ägypter vertreten zu wollen. Diese Worte hätten zur Beruhigung des Landes beigetragen, so der Bischof. Gleiches gelte für seine Versicherung, die wirtschaftliche Lage verbessern und den Tourismus wiederbeleben zu wollen. In der Provinz Luxor habe die Mehrheit der Bevölkerung jedoch Ahmed Shafiq gewählt, berichtete der Geistliche. Der frühere Luftwaffengeneral sei vielen als geeigneter erschienen, um eine Fortsetzung des Tourismus zu gewährleisten. Unter den überwiegend muslimischen Einwohnern Ägyptens leben rund 200.000 katholisch-koptische Christen. Insgesamt zählt die christliche Gemeinde in dem arabischen Land nach unterschiedlichen Angaben zwischen fünf und zehn Millionen Mitglieder. Der weitaus grösste Teil von ihnen gehört der koptischen Kirche an. Seit Ende 2010 waren Kopten und ihre Kirchen wiederholt Ziel von Anschlägen islamistischer Extremisten. Die koptisch-katholische Kirche ist eine mit Rom unierte orientalische Kirche. {Quelle: kipa-apic.ch}

 

  

 

 

Präsident aller Ägypter?
 

 

Der Islamisten-Falke mit gestutzten Flügeln

 
Bevor der Wahlsiegers der ägyptischen Präsidentschaftswahl bekanntgegeben wurde,

 soll es ein Ringen der Muslimbrüder mit den Generälen

um den künftigen Kurs gegeben haben.

Bleibt die Glaubensfreiheit der Christen erhalten?
 

In Kairo hat die kollektive Führung des «Obersten Militärrates» am Sonntag endlich das längst offene Geheimnis gelüftet und den Kandidaten der polit-islamischen Moslem-Bruderschaft, Muhammad Mursi, zum Sieger der Präsidentenwahl vom 17. Juni erklärt. Damit schaffen die Muslilm-Brüder das noch bis vor wenigen Monaten völlig Unglaubliche: 84 Jahre seit ihrer Gründung und nach Jahrzehnten der Verfolgung durch König Faruk und Abdel Nasser, des Wiedererstehens unter Präsident Sadat und streng disziplinierter Duldung im Mubarak-Regime, steht einer von ihnen an der Spitze Ägyptens.

 

 
Gestutzte Flügel

Noch in der ersten Juni-Hälfte hätte das einen weit grösseren politischen Erdrutsch dargestellt: Da kontrollierte die Bruderschaft zusammen mit den noch radikaleren Salafisten das im Winter neugewählte Parlament. Und die  militärischen Machthaber hatten sich verpflichtet, bis zu diesem Wochenende zugunsten des neuen Staatsoberhauptes zurückzutreten. Inzwischen haben sie aber die islamistisch beherrschte Nationalversammlung aufgelöst, sich selbst weiterreichende Befugnisse zudekretiert und die Befugnisse des Präsidenten beschnitten. Muhammad Mursi zieht in den Präsidentenpalast von Kubba im Nordosten von Kairo als islamistischer Falke mit gestutzten Flügeln ein.
 

Zähes Tauziehen: Darüber hinaus wollen gut informierte Kairoer Beobachter wissen, dass in der letzten Woche zwischen der Stichwahl und der zögerlichen Bekanntgabe ihres Ergebnisses ein zähes Tauziehen zwischen dem Militärrat und dem Chef der Muslim-Bruderschaft im Gang war, Muhammad Badia. Diesem wurde damit gedroht, den bei der Stichwahl nur knapp unterlegenen Günstling der Generalität, den Mubarak-Vertrauten Ahmed Shafik als Sieger ausrufen, wenn sich die Bruderschaft nicht zur Kollaboration bereit erklärt. Das betreffe vor allem die Ausarbeitung der neuen Verfassung. Diese dürfe nur insoweit mit dem islamischen Religionsrecht konform sein, als sie damit westliche demokratische und menschenrechtliche Standards nicht verletze. Vorrangig habe sich der oberste Moslem-Bruder verpflichtet, den Frieden mit Israel und die Glaubensfreiheit der christlichen Kopten zu achten. Muhammad Badia, von Beruf Tierarzt, soll gerade das letztere zugesichert und sich dabei auf seinen Vorgänger in den fünfziger bis siebziger Jahre berufen haben, Hassan al-Hudeibi. Dieser hatte sich von der Christenfeindlichkeit des Gründers der Bruderschaft, Hassan al-Banna, distanziert, dem Grossvater des in Genf bekannten Tariq Ramadan. Mit diesem Pakt hinter den Kulissen gilt die Stabilität am Nil als gesichert. Die Muslim-Brüder jubeln – die Militärs bleiben weiter am Drücker – die ägyptischen Christen harren aus… {Quelle: www.jesus.ch  –  Quelle: Livenet – von Heinz Gstrein}

 

 

 

 

Machtwechsel in Ägypten – Der Ersatzmann

 

Der Muslimbruder Mohammed Mursi ist Ägyptens neuer Präsident.

 Vor der Wahl gab er sich moderat.

Für viele ist er nur das kleinere Übel.

 

BERLIN taz: Für die ägyptischen Muslimbrüder war Mohammed Mursi nur die zweite Wahl. Am letzten Tag der Kandidatenregistrierung für die Präsidentschaftswahlen reichte er seine Unterlagen ein, nachdem Bedenken aufgekommen waren, Khairat al-Schater, Favorit der Muslimbrüder, könne disqualifiziert werden. In der Tat wurde der von der Wahlkommission abgelehnt, weil er unter Mubarak vorbestraft wurde. Dies führte prompt zu zahlreichen Witzen im Internet, wo Mursi als „Ersatz“ oder „Schaters Doppelgänger“ bezeichnet wurde. Doch die Muslimbrüder mobilisierten trotz des erzwungenen personellen Wechsels ihren gesamten wahlkampferprobten Apparat für Mursi und verhalfen ihm zum Sieg. Im Gegensatz zu anderen führenden Muslimbrüdern hat Mursi nicht Jahrzehnte seines Lebens für die unter Mubarak verbotenen Muslimbrüder geopfert. Zwar saß er zweimal im Gefängnis – sieben Monate im Jahr 2006, weil er zusammen mit anderen Muslimbrüdern eine Gruppe Richter unterstütze, die gegen die gefälschten Wahlen von 2005 protestierten, und noch einmal in den letzten Tagen des alten Regimes. Doch obwohl er schon 1979 der Organisation beitrat, errang er außerhalb der Muslimbrüder erst Bekanntheit, nachdem er 2000 als Unabhängiger ins Parlament gewählt wurde.

 

 
Aus der bäuerlichen Mittelschicht

 

Mursi, der verheiratet ist und vier Söhne, eine Tochter und drei Enkelkinder hat, wurde 1951 im Bezirk Sharkiya im östlichen Nildelta geboren. Er entstammt einer Familie der bäuerlichen Mittelschicht. Ende der 60er Jahre zog er nach Kairo, wo er Ingenieurwissenschaften studierte. Nach seinem Examen absolvierte er den Militärdienst und machte in Kairo seinen Master. Anschließend erhielt er ein Promotionsstipendium für die USA, wo er sich auf Raketenwissenschaften spezialisierte. Nach seiner Rückkehr nach Ägypten leitete Mursi von 1985 bis 2010 die Fakultät für Ingenieurwissenschaften der Universität in Zagazig im Nildelta. Während dieser Zeit begann seine parallele Karriere bei den Muslimbrüdern, zunächst in der religiösen, dann in der politischen Abteilung, bis er 1995 Mitglied des Führungsrats, des höchsten Entscheidungsgremiums der Organisation, wurde. Nach der Verhaftung von al-Shater 2005 wurde er dessen Nachfolger als Sprecher der Muslimbrüder. Diesen Posten legte er nieder, als er am 30. April 2011 nach dem Sturz Mubaraks zum Vorsitzenden der Freiheits- und Gerechtigkeitspartei ernannt wurde. Es war das erste Mal in ihrer 80-jährigen Geschichte, dass die ägyptischen Muslimbrüder eine Partei gründeten. Inhaltlich gilt Mursi als sozial konservativ. Während seiner Zeit als Abgeordneter – einer der aktivsten unter den Muslimbrüdern – geißelte er wiederholt die Korruption unter den Amtsträgern, forderte politische Reformen und die Aufhebung des Notstands. Diese Auftritte machten ihn auch einer größeren Öffentlichkeit bekannt. Er kritisierte die Regierung aber auch dafür, dass sie Zeitschriften mit „Nackten“ auf dem Titel erlaube, verurteilte „obszöne“ Musikvideos und bezeichnete die Wahl einer Miss Egypt als unvereinbar mit den sozialen Normen und der Scharia.
 

 

„Moderater islamischer Bezug“

 

Während des Wahlkampfs gab sich Mursi konziliant. Als Ziel bezeichnete er einen „demokratischen, zivilen und modernen Staat“ mit einem „moderaten islamischen Bezug“, der Religionsfreiheit ebenso respektiere wie friedlichen Protest. Die Durchsetzung von islamischen Bekleidungsvorschriften lehnte er ab. Er legte eine gewisse politische Offenheit an den Tag, indem er andeutete, er werde nicht unbedingt einen Vertreter der stärksten Fraktion – der Muslimbrüder – im inzwischen aufgelösten Parlament zum Regierungschef machen und Repräsentanten der christlichen Kopten in seinen Beraterkreis aufnehmen oder zum Vizepräsidenten machen.  Wegen seiner Funktion als Parteivorsitzender unterhielt Mursi nicht nur regelmäßige Kontakte zum herrschenden Militärrat, sondern nach dem Sturz Mubaraks auch zu Teilen der Tahrir-Jugend sowie jungen Muslimbrüdern, die mit der Politik der konservativen Führung nicht einverstanden waren. Doch Gesprächsrunden, die zu einer Annäherung führen sollten, blieben ohne Ergebnis. {Quelle: www.taz.de – von Beate Seel}

 

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