kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Bischof Damian: Kopten reagieren besorgt! 26. Juni 2012

Filed under: Pater Zakaria & co. — Knecht Christi @ 18:02

 

Verhalten bis besorgt haben Christen auf den Ausgang der Präsidentenwahl in Ägypten reagiert.

 

 Am 24. Juni hatte die Wahlkommission Mohammed Mursi zum Sieger der Stichwahl erklärt.

Der Kandidat der religiös-konservativen Muslimbruderschaft

hatte sich mit knapp 52% der Stimmen gegen seinen Mitbewerber,

Ahmed Schafik, durchgesetzt.

Er war während der Revolution 2011 kurzzeitig

bis zum Sturz von Präsident Hosni Mubarak Premierminister.

 

26. Juni 2012/idea/rh.: In einer ersten Ansprache erklärte Mohammed Mursi, Präsident aller Ägypter sein zu wollen: „Muslime oder Christen, Männer oder Frauen, Alte oder Junge, ihr seid alle meine Familie“. Zweifel am Wahrheitsgehalt dieser Aussage hat der Bischof der koptisch-orthodoxen Christen in Deutschland, Anba Damian (Höxter), geäussert. Die Kopten stellen etwa zehn Prozent der Bevölkerung in Ägypten. Wie Damian auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, herrsche unter den Christen wie auch unter gemässigten Muslimen in Ägypten nach dem Wahlausgang eine „deprimierte Stimmung“. Die Muslimbrüder hätten bereits im Vorfeld der Wahlen deutlich gemacht, einen streng islamischen Staat durchsetzen zu wollen, in dem der Islam die einzig legitime Religion sei und dessen Gesetzgebung, die Scharia, als Grundlage dienen solle. Auch wenn das Mubarak-Regime nicht überall beliebt war, garantierte es Minderheiten zumindest eine gewisse Stabilität und setzte radikalen Gruppierungen wie der Muslimbruderschaft Grenzen“, so der Bischof. Er gehe davon aus, dass sich das Wahlergebnis mittelfristig auch auf den Tourismus und die Wirtschaft auswirken wird: „Touristen werden wegbleiben und Firmen werden ihre Investitionen überdenken“. Auch das Verhältnis zu Israel sieht Damian in Gefahr.

 

Mursi hatte nach seiner Wahl betont, alle internationalen Verträge einhalten zu wollen: „Wir wollen Frieden.“ Man werde sich um „sehr ausgewogene Beziehungen zu allen internationalen Faktoren bemühen, auf der Grundlage gemeinsamer Interessen und wechselseitigen Respekts“. Ägypten ist neben Jordanien das einzige arabische Land, das einen Friedensvertrag mit Israel geschlossen hat. Als islamistische Bewegung steht die Muslimbruderschaft Israel allerdings eher feindselig gegenüber. Mursi hatte auch eine Annäherung an den Iran angekündigt. Er wolle die Beziehungen zu der Islamischen Republik ausweiten, um ein strategisches Gleichgewicht in der Region zu schaffen, sagte er in einem Interview mit der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Fars. International fielen die Reaktionen auf Mursis Wahl unterschiedlich aus. Ein Sprecher der radikal-islamischen Hamas im Gazastreifen erklärte, die Ägypter hätten nicht nur einen Präsidenten für ihr Land gewählt, sondern auch für arabische und islamische Länder. Die Reaktionen aus dem Westen waren zurückhaltender. Die Europäische Union gratulierte dem künftigen ägyptischen Präsidenten. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton bezeichnete die Wahl als „wichtigen Meilenstein in Ägyptens demokratischem Übergang“. Es sei ein „historischer Augenblick für das Land und die Region“. Auch die USA sandten Glückwünsche, riefen die Regierung aber zugleich auf, die Rechte aller ägyptischen Bürger einschliesslich der Frauen und religiöser Minderheiten wie den koptischen Christen zu achten. Von den 83 Millionen Einwohnern Ägyptens sind 80 Prozent Muslime.

 

Dass Mursis Wahl mit Skepsis und Sorge begegnet werden muss, bestätigen Filmaufnahmen von Versammlungen der Muslimbruderschaft, die Memri TV veröffentlichte. Für die ägyptische Muslimbruderschaft hat sich mit dem Wahlsieg von Mohammed Mursi ein langjähriger Traum erfüllt. Während der Wahlkampagne hatten ihre Anführer die Errichtung der Vereinigten Staaten Arabiens unter der Führung Ägyptens vorhergesagt. Dessen Hauptstadt werde weder Mekka, noch Medina sein, sondern Jerusalem.  In Sprechchören wurde zum Märtyrermarsch in Richtung Jerusalem aufgefordert. Das dokumentiert ein Video des ägyptischen TV-Senders Al-Nas TV, in dem der ägyptische Scheich Safwat Higazi am 1. Mai 2012 die Wahlkampagne für Muhammad Mursi lanciert. Gemäss Higazi werde Mursi die Vereinigten Staaten von Arabien wieder herstellen mit Jerusalem als Hauptstadt. {Quelle: www.factum-magazin.ch}

 

 

 

Ägypten und der neue Präsident

 

Wo geht die Reise hin?

 

Sehr geehrter Herr Dr. W….,

in Ägypten schlug mit dem Untergang der Diktatur Husni Mubaraks die islamische kulturelle und religiöse Realität des Volkes in eine politische Qualität um. Mohammed Mursi trat zwar unmittelbar nach seiner Wahl zum Präsidenten aus der radikal-islamischen Muslimbruderschaft aus und beeilte sich, Konsenswillen und die Einhaltung bestehender internationaler Verträge zu beteuern. Aber die lassen sich so oder so interpretieren. Jetzt fliegt ihm ein Interview um die Ohren, das er kurz vor seiner Wahl ins höchste ägyptische Staatsamt einer iranischen Nachrichtenagentur gegeben haben soll. Die Agentur Fars mit Sitz in Teheran ließ verlauten, Mursi habe sich für eine Annäherung Ägyptens an den Iran ausgesprochen und wolle den Friedensvertrag mit Israel „revidieren“. Ein Sprecher der staatlichen ägyptischen Nachrichtenagentur Mena konterte daraufhin: „Der Präsident hat dieser Agentur kein Interview gegeben, und das, was veröffentlicht wurde, entbehrt jeder Grundlage“.

 

Wie dem auch sei: Ganz offensichtlich legt Mohammed Mursi großen Wert darauf, zwar einerseits in Ägypten islamische Politik zu machen. „Der Koran ist unsere Verfassung, die Scharia unser Gesetz“, lautete der Schlachtruf seiner Anhänger im Wahlkampf. Andererseits will er offenbar nicht in jene „Achse des Bösen“ sortiert werden, zu deren Eckpunkten US-Präsident George W. Bush einst den Iran, den Irak und Nordkorea erklärt hatte. Nordkorea ist seit dem letzten Stabwechsel an der Spitze des Staates einfach nur noch peinlich. Die Raketen des Regimes fallen ins Meer, statt in den Weltraum zu fliegen, und die Höchstleistungen des Militärs bestehenden in Paraden zur Realisation eines absurden Personenkults, während die Wirtschaft kollabiert und vereinzelt sogar Menschen hungern. Der Irak hat den Sturz Saddams Husseins nicht überlebt: Das Land ist faktisch im Bürgerkrieg untergegangen. Daran vermochte auch die jahrelange US-Militärpräsenz nichts zu ändern. Allein das stolze Volk der Perser, das auf eine zweieinhalbtausendjährige Geschichte zurückblickt, blieb von der „Achse des Bösen“ übrig: 79 Millionen Menschen.

 

Die etwas mehr als 80 Millionen Ägypter sind – der Landesname führt uns in die Irre – keine Nachfahren jenes legendären Pharaonenvolkes, das vor zweitausend Jahren von den Römern versklavt und dann ethnisch aufgerieben wurde. Bei den ägyptischen Staatsbürgern des 21. Jahrhunderts handelt es sich vielmehr um Araber. Sie beherrschen das Land seit 640 n. Chr. Araber und Perser bilden die Achse der islamischen Welt. Wächst jetzt zusammen, was zusammen gehört? Welche Motive sind stärker in Teheran und in Kairo, die nationalen oder die religiösen? Wie nachhaltig schweißt die Feindschaft zu Israel Araber und Perser zusammen? Stellt sich die arabische Großmacht Ägypten an die Seite der Perser, dann wären die Karten neu gemischt im Nahen Osten. Dann stehen mittelfristig die Zeichen auf Krieg. Für das, was uns in diesem Fall bevorsteht, könnten der 11. September 2001, die Golfkriege und der Krieg in Afghanistan ein mehr oder weniger harmloses Vorspiel gewesen sein. – Es geht um einen möglichen Konflikt mit Millionen Toten.  Vor dem möge uns Gott behüten!

Mit freundlichen Grüßen

Manfred Rouhs

 

 

 

Kirche kämpft für Schulbildung und gegen Kinderarbeit

 

 

Laut koptisch-katholischem Bischof Qulta betreibt Kirche 170 Schulen

 

 

Die hohe Bedeutung der katholischen Kirche für das ägyptische Schulwesen hat der koptisch-katholische Bischof Yohanna Qulta betont. Im „Kathpress“-Gespräch vor Ort wies der Bischof auf 170 Schulen hin, die von der kleinen katholischen Minderheitskirche im Land betrieben würden. In vielen Hilfsprojekten setze man sich ebenso für Kinder und Jugendliche ein. Auch im Gesundheitswesen sei man stark engagiert, so der Bischof. Besondere Bedeutung zur Verbesserung der sozialen Situation kommt in dem muslimischen Land der Caritas zu. Dabei stehe derzeit die Hilfe für Kinder und Jugendliche im Focus der Bemühungen, wie Magdy Garas von der Caritas Ägypten berichtete. So engagiere man sich beispielsweise in Kooperation mit anderen Partnern beim nationalen „Children at Risk“-Programm. Dabei wird Kinder im Alter von 5 bis 18 Jahren geholfen, die ohne Familien auf der Straße leben müssen. Seit September 2011 sei man zudem in Zusammenarbeit mit den ägyptischen Ministerien in ein groß angelegtes Programm zur Bekämpfung und Prävention von Kinderarbeit involviert. Hier werde mit den Familien, die sich aus Geldnot gezwungen sehen, ihre Kinder arbeiten zu lassen, zusammen gearbeitet. Garas: „Unser Ziel ist es, den Kinder die Chance zu geben, die Schule abzuschließen und danach erst zu arbeiten“. Als katholische Organisation setze sich die Caritas Ägypten gemeinsam mit Muslimen, orthodoxen und evangelischen Christen für alle Menschen im Land ohne jegliche Diskriminierung ein, betonte Garas. Obwohl sich Ägypten im Umbruch befindet, hätten die verschiedenen Anlaufstellen auch während der Revolution geöffnet bleiben können, so der leitende Caritas-Mitarbeiter. Gewalt gegen Caritas-Mitarbeiter habe es keine gegeben. {Quelle: www.kathweb.at}

 

2 Responses to “Bischof Damian: Kopten reagieren besorgt!”

  1. Methusalem Says:

    Ahmed Schafik ist gerade der Korruption von den Muslimbrüder beschuldigt worden. Sie scheinen die Aufräumungsarbeit sofort angefangen zu haben. Kopten sollen Ägypten verlassen!

  2. Methusalem Says:

    Wieso hat Bischof Damian und andere Kopten keinen Zugang zu mainstrem deutschen Medien? Sogar die „Christlichen“ Anstalten geben ihnen kaum eine Chance in ihren Radios und Fernsehen aufzutreten. Woran liegt das?


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