kopten ohne grenzen

Durch Gebet und Wort für verfolgte Kopten

Nazis bei der EM: Arsch-Rot-Gold 25. Juni 2012

Filed under: Reportagen — Knecht Christi @ 19:00

Entspannter Partypatriotismus sieht anders aus. Deutsche Rechtsextremisten schreien nach dem Spiel gegen Griechenland ihre Parolen – nicht zum ersten Mal

 

DANZIG: Nach dem Spiel der DFB-Elf gegen Griechenland in Danzig haben 50 bis 60 deutsche Fans im Zentrum am Neptunbrunnen rechtsradikale Parolen skandiert. Das weiß auch Volker Goll von der Koordinationsstelle Fanprojekte. Er zieht derzeit mit der „Fanbotschaft“ von Spielort zu Spielort. „Es ist kompliziert, da nachhaltig einzuwirken, weil die Strukturen in der Nationalmannschaft natürlich viel schwierig sind als im Verein“, sagt er der taz. Man wisse nie, wer zu den Spielen anreise und sie als „Plattform“ missbrauche. Insgesamt räumt Goll ein, dass er wegen der Nähe zu seinem Gegenstand nicht mehr alles wahrnimmt, was um ihn herum passiert: „Vielleicht bin ich da ein bisschen zu abgebrüht. Ich fand es diesmal eigentlich nicht so schlimm wie früher“. Goll gehört zu den 18 ehrenamtlichen Betreuern, die sich um die Fans kümmern. Seit dem Jahr 2003 können diese Mitglied im „Fan Club Nationalmannschaft“ werden. Der Fanclub soll dazu beitragen, dass Spiele des DFB wie eine Spaßgesellschaft oder ein Familienausflug wirken. Man organisiert nicht nur Reisen zu den Spielen der deutschen Mannschaft, sondern auch Weihnachtsfeiern oder Kneipenausflüge. 50.000 Anhänger sind dabei. Es geht auch darum, Zugriff auf Problemfans zu bekommen. Wie die Ausflüge solcher Fans nach Charkow, Lemberg und Danzig zeigen, klappt das nicht immer.

 

Entgleisungen deutscher Fans

 

Alles andere als abgestumpft ist Florian Schubert, Mitglied im Bündnis aktiver Fußballfans und Autor des Buches „Rechtsextreme Fans beim Bundesligafußball“. Er ist in die Ukraine gereist und hat einen Erfahrungsbericht auf publikative.org veröffentlicht, den auch Goll kennt. Der Blogeintrag hat sich weit verbreitet. Es ist ein Dokument der Entgleisungen deutscher Fans. Beim Spiel gegen Dänemark in der Vorrunde wurde ein Banner mit der Fraktur-Aufschrift „Gott mit uns“ gezeigt, das im Zweiten Weltkrieg auf den Gürtelschnallen der Wehrmachtssoldaten prangte, berichtet Schubert. Es soll sich um eine Zwickauer Gruppierung gehandelt haben. Entspannter Partypatriotismus sieht anders aus. Schubert hat auch fotografiert: Zu sehen ist ein deutscher Fan, der in Lemberg die „88“ auf seinem Trikot trägt, Szenecode für HH, „Heil Hitler!“ Im Stadion hat Schubert einen Fan im Thor-Steinar-Outfit abgelichtet. In den Bussen, die die Fans in die Ukraine gebracht haben, soll es hoch her gegangen sein. In einem Bus soll nach dem Bericht eines Werder-Bremen-Fans das Lied angestimmt worden sein: „Wir bauen ein U-Bahn von Lemberg bis nach Auschwitz.“ Weiteres zweifelhaftes Liedgut: „Ha, ho, he, Faschisten SGD“ (SG Dynamo Dresden).

 

 

Sieg Heil, Fotze und Schwuchtel“

 

Zur Melodie von „Jingle Bells“ wurde Schubert zufolge gesungen: „Besiktas, Trabzonspor, Galatasaray, Fenerbahce Istanbul – Wir hassen die Türkei!“ Auf Nachfrage der taz sagt er: „Diejenigen, die rassistische Gesänge anstimmen und den Hitlergruß zeigen, sind natürlich eine Minderheit, aber eine akzeptierte. Wirklich erschreckend ist, dass sich andere Fans einen Scheißdreck darum kümmern“. Schubert hat beobachtet, wie Fans die Hand zum Hitlergruß gereckt haben. Auf seine Nachfrage, habe ein Fan geantwortet: „Was dagegen?“ Den Rest schildert Schubert wie folgt: „Die drei gehen weiter, drehen sich nach zirka 50 Metern noch einmal gleichzeitig zusammen um und rufen in seine Richtung: ’Sieg Heil, Fotze und Schwuchtel‘, dann verschwinden sie“. Vor dem Auftaktspiel in Lemberg war auffällig, wie deutsche Fantrupps in kleinen Demonstrationszügen durch die Innenstadt liefen und immer wieder „Sieg!“ riefen – sowie: „Hurra, Hurra, die Deutschen, die sind da!“ – Sprechchöre, die zuletzt sogar Innenminister Hans-Peter Friedrich verurteilte. Als deutscher Patriot schäme er sich für diese Rufe, sagte der CSU-Politiker. Volker Goll von der Koordinationsstelle Fanprojekte findet, dass das Schreien solcher Parolen in den Medien zu sehr skandalisiert werde, insgesamt sei es aber gut, dass es jetzt thematisiert werde. Diese Diskussion hätte man auch schon vor zwanzig Jahren führen können. Damals wehrten sich vor allem der SC Freiburg und der FC St. Pauli gegen das „Sieg“-Gegröle.

 

 

Die UEFA ermittelt

 

Der Freiburger Trainer Volker Finke sprach sich nachdrücklich gegen die Rufe aus, die vor allem deswegen in der Kritik stehen, weil für viele Beobachter und Fans auf das laute „Sieg“ ein stummes „Heil“ folgt. In der Ukraine und Polen können solche Parolen auch nicht reiner Selbstzweck sein, denn der Bezug zu den Verbrechen der Nazis ist unmittelbar vorhanden. Auch auf verschiedenen Fußballblogs wird die deutsche Sangeskunst kritisiert. „Wenn aus tausenden von Kehlen gepaart mit rhythmischem Klatschen eine Geräuschkulisse ertönt, dann fühlen sich viele an Massenveranstaltungen in faschistischen Diktaturen erinnert“, schreiben die „Stehplatzhelden“. Man müsse schon sehr gutmütig sein, so „Lizas Welt“, wenn man in den Rufen lediglich „fehlende Sensibilität und peinliche Unwissenheit“ erkennen wolle, hier handele es sich vielmehr um einen „nationalistischen Tabubruch“. Mittlerweile hat sich auch der Deutsche Fußball-Bund geäußert. Helmut Sandrock, der Generalsekretär des DFB, erklärt auf Nachfrage der taz: „Es ist Teil unseres Dialogs, die Fans zu sensibilisieren. Entscheidend ist für uns dabei, dass keine beleidigenden, rassistischen, diffamierenden Lieder gesungen werden.“ Teammanager und ehemaliger Nationalspieler Oliver Bierhoff ergänzt: „Unser Team möchte durch sein Auftreten auf und außerhalb des Platzes ein positives Bild abgeben. Natürlich wünschen wir uns, dass das auch unseren Fans gelingt.“ Die Uefa nimmt derweil das Anliegen ernst und ermittelt wegen „ungebührliche Verhalten von Fans“ gegen den DFB. {Quelle: www.taz.de –  von Markus Völker}

 

 

 

 

 

Hilfe für Münchner Wirte

 

 Lokalverbot für Nazis

 

 

Kein Wirt will sie haben – aber viele wissen nicht,

wie sie sie losbekommen.

 Jetzt unterstützt die Stadt München Lokalbesitzer

im Umgang mit Neonazis – und erklärt,

wie sich die Wirte gegen unerwünschte Gäste aus dem rechten Milieu wehren können.

 

Immer wieder treffen sich Neonazis in Gaststätten, sei es zu eigenen Veranstaltungen, sei es zu Stammtischen. Die Stadt will gegenhalten und hat nun die 40-seitige Broschüre „Anmietungen durch Rechtsextreme“ veröffentlicht mit Ratschlägen, wie man diesen Gästen oder Mietinteressenten begegnet. „Schutz für Kommunen und Vermieter“, lautet der Untertitel. Miriam Heigl von der Fachstelle gegen Rechtsextremismus im Rathaus über die Gründe für die Publikation.

 

Die Stadt geht mit der Broschüre einen ungewöhnlichen Weg im Kampf gegen Rechtsextreme.

Für München ist das neu, aber in anderen Städten gibt es diese Form der Aufklärung schon geraume Zeit, in Berlin oder Köln zum Beispiel. Die Broschüre soll zeigen: Jeder kann handeln gegen Neonazis.

 

An wen richtet sich das Heft?

An die Mitarbeiter von Kommunen ebenso wie an private Gewerbevermieter. Oft versuchen Rechtsextreme Nebenräume in Gaststätten zu nutzen, also richten wir uns vor allem an Wirte. Vielen Wirten ist unklar, was sie tun können, um Neonazis fernzuhalten, welche Mietverträge für ihre Räume sie verwenden sollen.

 

Was raten Sie Wirten?

Es ist immer wichtig, dass sie sich informieren, wer in ihr Lokal kommt. Sinnvoll ist auch der Kontakt zur Polizei und zu zivilgesellschaftlichen Initiativen, die sich gegen Neonazis engagieren, und natürlich auch zur Fachstelle gegen Rechtsextremismus im Rathaus. Auf jeden Fall sollten die Wirte Infos über ihre potenziellen Gäste ernst nehmen. Wir geben den Wirten mit der Broschüre einen Muster-Mietvertrag an die Hand. Notfalls können sie ungebetene Gäste nach Hause schicken.

 

Sie empfehlen also, generell einen Mietervertrag über die Nutzung eines Gaststätten-Nebenraumes abzuschließen.

Ja, weil das einen abschreckenden Effekt auf Neonazis hat. Das kann man auch normalen Gästen zumuten, die werden es verstehen, wenn man ihnen den Grund erklärt.

 

Welche Chance hat denn ein Wirt, rechtzeitig zu erkennen, ob es sich um Rechtsextreme handelt?

Zuerst sollte er nachfragen, was die Gäste denn vorhaben, ob es eine private, politische oder gesellschaftliche Veranstaltung wird. Wer dann ein ungutes Gefühl hat, sollte sich informieren, gerne auch bei uns. Normalerweise werden zivilgesellschaftliche Gruppen, die von rechtsextremen Aktivitäten wissen, den Wirt aber von sich aus ansprechen.

 

Welche Erfahrung haben Sie mit Wirten gemacht, wenn Sie sie gewarnt haben vor Neonazis?

Meistens sind die Wirte überrascht und wollen nicht, dass sich Rechtsextremisten bei ihnen treffen. Aber manchmal wird schon auch klar, dass einer Sympathien hegt mit den ganz Rechten.

 

Und dann? Wenden Sie sich dann an die Brauerei, die das Lokal verpachtet?

Die Brauereien sind nach unserer Erfahrung sehr daran interessiert, dass keine Rechtsextremen in ihre Räume kommen.

 

Wenn man den Appell der Stadt, rechtsextreme Gäste abzuweisen, konsequent zu Ende denkt, finden diese Gruppen keinen Platz mehr im halb-öffentlichen Raum der Gastronomie. Ist dies denn noch mit dem Grundrecht auf freie Meinungs- und Versammlungsfreiheit zu vereinbaren?

Mit der Broschüre wollen wir aufklären. Welche Konsequenzen Wirte daraus ziehen, liegt im privatrechtlichen Bereich, da mischen wir uns nicht ein. Dass wir Wirte informieren, ist auf jeden Fall juristisch fundiert, die Regierung von Oberbayern hat uns das explizit erlaubt. Hinter dieser Aufklärung steht die Politik der Stadt München, die nicht will, dass sich rechtsextreme Strukturen im Stadtgebiet verfestigen. Rechtsextreme wollen die Stadtgesellschaft spalten und Vorurteile schüren. Da sehen wir uns in der Pflicht gegenzuhalten. {Quelle: www.sueddeutsche.de – Interview: Bernd Kastner}

 

One Response to “Nazis bei der EM: Arsch-Rot-Gold”

  1. Carsten Says:

    „Zur Melodie von „Jingle Bells“ wurde Schubert zufolge gesungen: „Besiktas, Trabzonspor, Galatasaray, Fenerbahce Istanbul – Wir hassen die Türkei!““

    Hahahahaha das ist gut, den muß ich mir merken!

    Tja trotz permanenter Dauerindoktrination der Staatsratsvorsitzenden und dem ihrem zwangsgebührenfinanzierten Allgemeinen Rotfunk Deutschlands und dem Zentralen Dhimmi Fernsehen ist das Volk dann doch nicht ganz so doof, zu glauben die Moahmmedanere seien Reif für die EUdSSR

    Da muß wohl noch mehrere Billionen Transfergelder im Krampf gägän Räääääääääächts ausgegeben werden…

    ob die GutmenschInnen sich auch so aufregen, wenn LinkInnen ihre Parolen gröhlen…

    übrigens ist schon das Schmieren eines Hakenkreuzes eine Straftat, während das halb- bzw. ganztot Prügeln von bösen Rächten von ganz ganz lieben Linken unter die Statistik Eindämmung von Rächts fällt, ganz zu schweigen von den Schmierereien für den millionefachen sozialistischen Massenmord in Form von fünfzackigen Sternen, Hammer & Sichel, etc…


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