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Türkischer Historiker: „Türkei soll Völkermord anerkennen“! 18. Juni 2012

Filed under: Christenverfolgung,Islamischer Terror — Knecht Christi @ 19:45

 

Taner Akcam bei Symposion in Zürich zu neuesten Forschungen

über Verfolgung von Armeniern, Griechen und syrischen Christen

durch jungtürkische Bewegung

 

Zürich, 13.06.2012 (KAP): Die Türkei könnte im Nahen Osten als regionale Ordnungsmacht fungieren, wenn sie den in den Jahren 1914 bis 1923 durchgeführten Völkermord an den christlichen Minderheiten der Griechen, Armenier und syrischen Christen anerkennt. Dies betonte der türkische Historiker Taner Akcam in Zürich bei einem Symposion, berichtete die Stiftung „Pro Oriente“ in einer Aussendung am Mittwoch. Die Tagung beschäftigte sich mit der Zukunft der religiösen Minderheiten im Nahen Osten und wurde von „Christian Solidarity International“ (CSI) organisiert. Akcam ist der erste türkische Historiker, der den Völkermord öffentlich anerkannt hat. Er legte in Zürich Themen aus seinem neuesten Buch „The Young Turks‘ Crime against Humanity. The Armenian Genocide and the Ethnic Cleansing in the Ottoman Empire“ vor. Darin weist er den Genozid anhand von Quellen aus den osmanischen Archiven nach. Nach seinen Forschungen war ein Drittel der damaligen Bevölkerung Anatoliens von 1914 bis 1918 von Deportationen oder Massakern betroffen – zuerst die Griechen, dann auch Armenier und syrisch-orthodoxe, syrisch-katholische, chaldäisch-katholische Christen sowie Angehörige der Apostolischen Kirche des Ostens.

 

Nach Ansicht Akcams hätte die Türkei das Potenzial, als regionale Ordnungsmacht im Nahen Osten zu fungieren. Voraussetzung dafür sei allerdings eine breitere Akzeptanz durch die Staatengemeinschaft. Die Anerkennung des Genozids könnte der Türkei dazu verhelfen. Die gegenwärtige Entwicklung in Syrien zeige, wie wichtig eine verlässliche Ordnungsmacht im Nahen Osten wäre. Der Historiker und Soziologe, der in den USA lehrt, stammt aus Ardahan im östlichen Anatolien, wo er 1953 geboren wurde. In Ardahan (bis 1918 russisches Territorium) leben auch heute noch Nachfahren islamisierter Armenier. Akcam studierte in Ankara zunächst Verwaltungswissenschaften und Volkswirtschaft. In der Mitte der 1970er-Jahre unterstützte er die linke Bewegung „Dev Yol“. 1976 wurde er zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt, konnte aber ein Jahr später fliehen und in die Bundesrepublik Deutschland emigrieren. Er wurde 1995 an der Universität Hannover promoviert. Von Akcam stammt u. a. die bisher detaillierteste Arbeit über die vom Sultan in den Jahren 1919/1920 in Istanbul angeordneten Kriegsverbrecherprozesse gegen die Hauptverantwortlichen des Genozids, die leitenden Politiker des jungtürkischen „Komitees für Einheit und Fortschritt“ (Ittihad ve Terakki), das in den Kriegsjahren die osmanische Regierung gestellt hatte. {Quelle: www.kathweb.at}

 

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